Die Übernahme durch eine Gruppe von Investoren ist durch. Electronic Arts wird jetzt zu einem privaten Unternehmen und zieht sich von der Börse zurück. Doch was bedeutet das für die Spiele?
Wem gehört EA jetzt? Der Deal zwischen Electronic Arts und anderen Investoren ist nun durch, wie auf Business Wire zu lesen ist. Damit gehört EA zu folgenden Anteilen unterschiedlichen Gruppen:
- 93,4 % gehen an den Public Investment Fund (PIF) aus Saudi-Arabien
- Zu 5,5 % gehört EA jetzt Silver Lake
- Über 1,1 % dürfen sich Affinity Partners freuen
Der kleinste Anteilseigner, Affinity Partners, gehört Jared Kushner, dem Schwiegersohn des aktuellen US-Präsidenten Donald Trump.
Silver Lake dagegen ist eine der weltweit führenden US-amerikanischen Private-Equity-Gesellschaft, die sich fast ausschließlich auf großflächige Investitionen im Technologie-, Medien- und Digitalsektor spezialisiert hat.
Der PIF dagegen ist der staatliche Souveränitätsfonds von Saudi-Arabien. Er steht unter der direkten Kontrolle des saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman.
Was für eine Summe ist geflossen? Für den Kauf haben die Anteilseigner 55 Milliarden Dollar locker gemacht, was umgerechnet rund 48 Milliarden Euro sind. Damit handelt es sich um den zweitgrößten Deal der Gaming-Geschichte. Nur der Deal zwischen Microsoft und Activision war mit 68,7 Milliarden Dollar höher budgetiert.
Käufer reden über die Zukunft der Videospiele
Was bedeutet das für die Spiele? Egon Durban, der CEO von Silver Lake, spricht über die zukünftige Spieleentwicklung von EA. Er kündigt an, massiv in EAs Wachstum investieren zu wollen, unter anderem darin, wie künstliche Intelligenz genutzt werden kann, um die Spieleentwicklung und das Spielerlebnis zu verbessern. Es ist also davon auszugehen, dass in zukünftigen EA-Titeln stark gestützte KI-Mechaniken zu finden sind.
Zudem ist davon auszugehen, dass die wertvollen Marken von EA in Zukunft gestärkt werden. Dazu zählen EA Sports FC oder auch Battlefield. Bislang ist nicht die Rede davon, dass irgendwelche Studios geschlossen oder verkauft werden sollen.
Hier gibt es jedoch skeptische Stimmen. Patrick „Trick“ Weekes, der ehemalige Leadwriter von Bioware, veröffentlichte Ende September 2025 auf der Plattform Blue Sky einen fiktiven Dialog zwischen den Käufern und der EA-Führung:
Käufer: „Also Ihre Spiele … Waffen und Fußball, ja?“
EA: „Mmhmm, mmhmm, hauptsächlich Waffen und Fußball, jep.“
Käufer: „Kein Gay-Kram? Keine Politik, die uns nicht gefallen wird?“
EA: „Haha, definitiv nicht! Hey, geben Sie mir kurz eine Sekunde? Ich muss nur schnell ein Studio schließen.“
Er glaubt also, dass Spiele wie Die Sims und Dragon Age in Zukunft eingestellt werden können, da sie Themen aus dem LGBTQ-Spektrum beinhalten. Was denkt ihr? Haben solche Spiele unter den neuen Käufern eine Chance zu bestehen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.
EA Sports FC 26 erlebt zumindest gerade eine neue Welle an Beliebtheit. Da das Sport-Spiel im jährlichen Rhythmus erscheint, wird der aktuelle Teil für viele Spieler in Zukunft nicht mehr so relevant sein. Umso schöner, wenn die Gamer noch ein letztes Mal reinschauen: EA Sports FC 26 hat plötzlich 159.000 Spieler auf Steam, lockt noch ein letztes Mal, ehe es zur Ruhe gebettet wird
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Kommentare
Wer bisher noch irgendwas von EA erwartet hat, dürfte jegliche Hoffnung mit dem Aufkauf begraben. Wir werden weiterhin jedes Jahr annual franchises um die Ohren geknallt bekommen, die sich nur minimal zum Vorjahr unterscheiden werden. Ich hoffe, das ganze Unternehmen wird zu so einer Verlustmaschine, dass sich später jeder andere deutlich mehr als zwei Mal überlegt, so ein Investment zu starten.
Wobei… die “Anti-Woke”-Fraktion wird es freuen.