Viele Spieler von Dungeons & Dragons und anderen Tabletop-Rollenspielen kennen es: das Problem, mit allen einen passenden Termin zu finden. Ein neues Abenteuer für das Pen & Paper will dieses Hindernis direkt umgehen.
Um welches Abenteuer geht es? The Mystery of Witchhaven ist ein Abenteuer von Obvious Mimic Press. Das Besondere daran: Es lässt sich solo spielen, ganz ohne Spielleiter oder andere Mitspieler. Dabei ist es kompatibel mit der 5. Edition des Regelwerks von Dungeons & Dragons.
Mit dem Abenteuer wollen sie eine Erfahrung schaffen, in der ein einsamer Held Probleme löst und Herausforderungen bewältigt, ohne eine ganze Party oder einen Spielleiter zu benötigen. Jede Geschichte ist so designt, dass sie mit anderen D&D-Modulen kompatibel ist und so auch als Abenteuer zwischen den Sessions oder als Vorbereitung des eigenen Charakters auf eine Kampagne dienen kann.
Eure Reise bringt euch in das ruhige Dorf Witchhaven, in dem Kinder entführt wurden und Fremde deshalb nicht gern gesehen sind. Eure Aufgabe ist es, die vermissten Kinder zu finden, das Geheimnis dahinter aufzudecken und dabei selbst nicht ums Leben zu kommen.
Ihr könnt The Mystery of Witchhaven für rund 16,95 € auf der Webseite von Obvious Mimic Press erhalten und jeweils als PDF- oder Epub-Datei herunterladen. Derzeit ist das Abenteuer nur in englischer Sprache erhältlich, ob es in Zukunft auf andere Sprachen übersetzt werden soll, ist nicht bekannt. Ausgelegt ist The Mystery of Witchhaven auf Charaktere von Level 1 bis 4.
Wie sich das Ganze ohne einen Spielleiter funktionieren soll, erklären wir euch im Folgenden.
Ein Solo-Abenteuer nach eurem Tempo
Wie funktioniert das? Grundsätzlich sollen sich die Mechaniken des Abenteuers nicht wirklich von einer klassischen Runde D&D unterscheiden, sodass erfahrene Rollenspieler sich sofort zu Hause fühlen sollen. Ihr könnt euren Charakter dabei frei wählen und beispielsweise über das Tool von DnD Beyond erstellen.
Dann folgt ihr den Anweisungen im Buch und blättert beispielsweise je nach eurer Aktion oder Entscheidung auf andere Seiten. Dabei soll auch das Würfeln nicht zu kurz kommen und je nach Ergebnis auf andere Stellen im Abenteuer verweisen.
So hangelt ihr euch an der Geschichte entlang und interagiert mit NPCs, nutzt eure Fähig- und Fertigkeiten, Items sowie Zauber und bekämpft eure Gegner. So soll das Buch als euer Spielleiter agieren. Auch einen Wiederspielwert durch die verschiedenen Entscheidungswege soll es geben.

Wie kommt das Abenteuer an? Das Prinzip kommt bei der Community gut an und soll sich auch für Einsteiger, die einmal D&D-Luft schnuppern wollen, ohne sich direkt an eine Gruppe zu binden, eignen. Ebenso soll sich das Abenteuer auch grundsätzlich gut auf Gruppen übertragen lassen. Andere kritisieren allerdings die Entscheidungsmöglichkeiten und die Schwierigkeit:
- Karen Kenney schreibt in den Bewertungen: „Großartig für Anfänger, mit einer überraschenden erzählerischen Wendung am Ende. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Durchgang!“
- Bruce Ford kommentiert: „Die Anschaffung lohnt sich sowohl für einen Solo-Abend als auch für eine ganze Party.“
- Valdespar bewertet: „Ich habe nichts, womit ich es vergleichen könnte, aber ich fand es manchmal etwas formelhaft, das heißt, dass jeder Weg zum gleichen Ziel führte. Das gab mir das Gefühl, dass ich nicht wirklich eine Wahl hatte. Aber insgesamt hat es mir Spaß gemacht, und ich fand die Geschichte gut durchdacht und fesselnd. Obwohl das Abenteuer für Charaktere der Stufen 1 bis 4 empfohlen wurde, habe ich festgestellt, dass jeder Charakter der Stufe 1, den ich ausprobiert habe, es nicht beenden konnte.“
Ebenso gibt es Stimmen, die anmerken, dass ein Buch natürlich niemals einen echten Spielleiter ersetzen könne und es in der Natur der Sache liege, dass bei diesem System vor allem Rollenspiel und kreative Freiheiten zu kurz kommen.
Trotzdem kommt das Abenteuer bei den meisten Spielern sehr gut an und bietet eine tolle Möglichkeit, D&D spielen zu können, wenn die anderen mal keine Zeit haben.
Neben The Mystery of Witchhaven gibt es bei Obvious Mimic Press auch noch drei andere Abenteuer: The Wolves of Langston, The Crystals of Z’leth und The Secret of Oki Island. Sollte euch also die Prämisse von Ersterem nicht zusagen, könnt ihr euch die Story der jeweils anderen einmal anschauen. Das Prinzip ist bei allen Solo-Abenteuern von Obvious Mimic Press gleich.
Viele der Bewertungen sprechen auch davon, dass sich die Solo-Abenteuer sehr gut für Einsteiger eignen, um eine Idee von Dungeons & Dragons zu bekommen. Eine YouTuberin begeisterte auch ihre 97-jährige Großmutter für das Spiel und zeigte ihre erste Session in einem Video, das zeigt, dass D&D kein Alter kennt: 97-Jährige spielt zum ersten Mal Dungeons & Dragons mit ihrer Enkelin, begeistert fast eine halbe Million Zuschauer auf YouTube
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Hab ich meinem DM geschickt und gesagt, dass er bald arbeitslos wird 8D…. fand er nicht so witzig- jetzt bange ich der nächsten Session entgegen.
Spaß beiseite, ich finds ne coole Idee um neuen Spielern die Möglichkeit zu geben das mal auszuprobieren. Ersetzt sicher keine richtige Spielgruppe (also keine Angst Mr. DM, du bleibst unsere Nummer 1) aber grad um sich reinzufinden und zu testen, ob man sich das überhaupt vorstellen kann, find ichs ne ganz nette Idee. Werd ich mir auf jeden Fall mal anschauen.
Und es ist nur auf Englisch verfügbar. Das sollte man schon erwähnen, wenn man das Produkt in Deutschland vorstellt…
Hi! Danke für deine Anmerkung! 🙂 Das ist tatsächlich untergegangen. Ist im Beitrag ergänzt.
In den 80ern habe ich die Reihe “Das Schwert des Wolfes” geliebt. Funktioniert nach dem gleichen Spieleprinzip (solo-play) und hatte ein eigenes Regelwerk (welches sehr simpel gehalten war).
Auf Englisch hießen solche Bücher damals Choose your own Adventure; bei uns waren sie glaube ich als Abenteuerspielbücher bekannt.