Die Gen Z geht ins Krankenhaus und stellt eine Frage, die viele Chefs nicht hören wollen

Junge Ärztinnen und Ärzte gelten schnell als „zu weich“, wenn sie über Arbeitszeiten, mentale Gesundheit oder Bürokratie sprechen. Ein Experte verteidigt die Gen Z gegen den Vorwurf, und sieht eine bessere Zukunft in ihnen.

Ist die Gen Z nicht gemacht für die Medizin? Frantz M. Berthaud, Senior Vice President am University Medical Center of El Paso, widerspricht in einem Kommentar beim Branchenmedium STAT einem Vorwurf, den viele junge Menschen kennen: Die Gen Z sei zu empfindlich, zu stark auf mentale Gesundheit fixiert und nicht hart genug für den Job.

Seine Gegenfrage an die kritischen Stimmen: Was, wenn nicht die jungen Ärztinnen und Ärzte das Problem sind, sondern die Arbeitsbedingungen, die man ihnen als Normalzustand verkaufen will?

Berthaud schreibt sinngemäß: Die Gen Z verweigere nicht die Arbeit in der Medizin. Sie verweigere die Bedingungen, die man an diese Arbeit geknüpft habe. Junge Medizinerinnen und Mediziner wollten, dass das System für alle genauso funktioniert, wie von ihnen erwartet wird, für dieses System zu funktionieren.

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Was stört junge Ärzte laut dem Experten konkret? Es geht nicht darum, keine Verantwortung zu übernehmen. Es geht um Fragen wie:

  1. Warum verbringen Ärztinnen und Ärzte so viel Zeit mit Formularen statt mit Patienten?
  2. Warum gilt Erschöpfung immer noch als Zeichen von Engagement?
  3. Warum werden schlechte Dienstpläne oft als „das war schon immer so“ verteidigt?

Genau damit trifft die Gen Z einen wunden Punkt. Denn wenn junge Leute nicht einfach mitmachen, müssen Chefs erklären, warum ein kaputtes System eigentlich kaputt bleiben soll – so der Experte Berthaud.

Nicht nur in Krankenhäusern

Ist das typisch Gen Z? Ja, zumindest passt es zu dem, was auch andere Recherchen zeigen. Der Guardian beschreibt, dass Gen Z im Job oft als faul, undiszipliniert oder zu anspruchsvoll gilt – ähnlich, wie früher schon Millennials kritisiert wurden. Experten ordnen das eher als klassischen Generationenkonflikt ein.

Jede Ärztegeneration präge laut Berthraud das System, in dem sie ausgebildet worden sei. Die Generation Z sei erwachsen geworden, während die Pandemie Krankenhäuser überlastet habe und manche infolge den Beruf ganz aufgegeben hätten.

Auch die Deloitte Gen Z and Millennial Survey 2025 zeigt: Junge Menschen achten stark auf Sinn, mentale Gesundheit und Work-Life-Balance. Berthaud sieht junge Einsteiger auch als Generation, die Technik pragmatisch(er) nutzt. KI ist auch zentral und eben nicht nur Spielerei; im besten Fall sogar einfach ein Werkzeug gegen nervige Bürokratie.

Dazu passend zeigen Ergebnisse der Studie JAMA Network Open, dass Ambient-AI-Scribes, also KI-Systeme, die Arztgespräche dokumentieren helfen, im Arbeitsalltag mit weniger Verwaltungsaufwand und weniger Burnout verbunden waren. (via Stat News)

Was denkst du? Hat der Experte recht und regt die Gen Z einen alteingesessenen Sektor zu Veränderungen an? Schreibt es uns in die Kommentare!

Die Debatte zeigt ziemlich gut, warum Gen Z in der Arbeitswelt so polarisiert: Sie stellt nicht nur Forderungen, sondern kratzt an alten Systemen. Gerade in einem Bereich wie Medizin, in dem Überlastung oft als Berufsethos verkauft wurde, kann das ziemlich anecken. Junge Menschen wirken auf ältere Generationen manchmal sprunghaft oder unzuverlässig, treffen ihre Entscheidungen aber in einer Welt voller Unsicherheiten bewusst deutlich vorsichtiger.

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