Destiny: Eye-Tracking, Versuchs-Labor und Gratis-Buffet – Wie Bungie die Erfolgsformel fand
Wie Bungie erfahren hat, was Euch nun ans Spiel kettet

Der MMO-Shooter Destiny hat Verhaltens-Studien und Fokus-Tests durchgeführt, um Zielgruppen zu erreichen und herauszufinden, was sie ans Spiel fesseln würde.

Mann, Destiny ist doch so langweilig. Warum spielt das denn noch wer?“, lesen wir regelmäßig etwa auf unserer Facebookseite. Gut, nicht jeder hat Destiny bereits seit dem Release installiert und dort mehr als tausend Stunden reingekloppt, aber es sind doch einige. Wie genau hat Bungie es angestellt, dass so viele dem Spiel verfallen, lang über den Zeitpunkt hinaus, wo es eigentlich zu erwarten wäre? Woher wusste man um die Erfolgs-Formel? Es war keine Zauberei, man hat sich auch nicht aufs Bauchgefühl oder den Instinkt verlassen, sondern hart daran gearbeitet, diese Daten zu ermitteln.

Auf einer Design-Konferenz hat der Chef der Verbraucherforschung (User Research) John Hopson vorgestellt, wie Bungie die benötigten Daten gesammelt hat, um Destiny so zu designen, dass nun viele den Controller nicht aus der Hand legen können.

Destiny-Statistiken

Schon Jahre vorher hat man mit Fokus-Tests begonnen

Drei Jahre vorm Release begann man mit „Zielgruppen“-Tests. Man fand heraus, dass es 5 Spieler-Typen gab, die in Destiny auftreten würden. Darunter auch einige, die sich nur auf einen ganz bestimmten Modus des Spiels konzentrierten.  Man wollte sich bei Bungie aber vor allem auf die „Omnivores“, die „Allesfresser,“ konzentrieren und das Spiel auf ihre Bedürfnisse anpassen. Das ist der Spielertyp, der gerne alle Spiel-Modi ausprobiert, die ein Spiel ihm zur Verfügung stellt.

Mit wissenschaftlichen Methoden wie Umfragen nach Spielgewohnheiten wählte man dann Tester aus,um einen möglichst repräsentativen Querschnitt der Spieler zu erhalten, die Destiny später einmal spielen würden. Im Bus führte man sie dann in ein Spiele-Labor – und ein Gratis-Buffets gab’s auch.

DestinyUmfrage

Drücke X, wenn es dir gefällt

Die Tests sahen später so aus, dass man Spieler etwa über eine Karte schickte und sie über ihren Controller anzeigen ließ, was sie gerade fühlten: Der X-Knopf auf dem Dualshock stand für „toll“, der Kreis etwa für Frustration. Damit nicht jeder Schuss gleich als Signal ausgewertet wurde, musste zusätzlich die linke Seite des Touchpads aktiviert werden.

Destiny-Pad

Außerdem folgte man mit eine Spezialbrillen genau ihren Augenbewegungen und zeichnete ihre Reaktionen auf Video auf, um sie später zu studieren und auszuwerten.

Destiny-Streaming-Video

Diese ganzen Ergebnisse verwendete man dann darauf, Destiny so zu gestalten, dass es möglichst viele Spieler fesseln würde und die Zahlen beweisen ja, dass man damit recht erfolgreich war.  Natürlich waren zu der Zeit auch erhebliche Sicherheitsmaßnahmen in Kraft, damit die Spieletester nicht schon Jahre vorm Release ausplaudern würden, um was es geht.

Zahlreiche weitere Bilder aus dem Vortrag, einige informativ, andere recht amüsant, findet Ihr hier auf der Seite der GDC-Konferenz.


Im letzten Jahr haben wir übrigens schon mal über die Arbeit von John Hopson berichtet und über die Erkenntnisse, die er zu Belohnungs-Systemen in Spielen entwickelte und die auf Tests mit Tauben, Affen und Ratten basierten.

Autor(in)
Quelle(n): gamesradar
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RolBo
RolBo
4 Jahre zuvor

1000 Stunden???! Das sind seit 4Stunden Durschnitt am Tag wenn man ab Tag 1 dabei ist:o

RolBo
RolBo
4 Jahre zuvor

seit muss weg:D

Bienelvlaya
Bienelvlaya
4 Jahre zuvor

Also ich bin ganz froh das es Destiny nicht für den pc gibt.

Das tolle an konsolen ost das man sie einmal kauft und.alle spiele die für die Konsole raus kommen man spielen kann.

beim pc muss man immer wieder aufrüsten was teuer ist für leute die selbst schrauben und noch teurer ost für leute die schrauben lassen.

Dann hast du noch den machteil mit der grafik ujd der internet leitung.

Ich selber habe zwar einen recht guten pc. Gibt derzeit noch kein spiel was meine graka nicht schafft und von der cpu und so ganz zu schweigen aber destiny am pc würde ich nicht spielen wollen, da es dann zu viele kretikpunkte gibt die das spiel am pc uninteressant machen würden

Zimbo
Zimbo
4 Jahre zuvor

Das Erfolgsrezept ist genau das selbe, wie bei Glückspielen, denn nichts anderes ist das Loot-System in Destiny. Finde es eigentlich komisch, dass sich noch niemand mit dieser Theorie beschäftigt hat ( oder es ist an mir vorbei gegangen smile )

Die Spieler öffnen jede Woche die Exo-Kisten, aus dem selben Grund, warum jemand immer wieder Geld in den Spielautomat wirft – Diese geringe Chance, den „ultimativen Jackpot“ zu erhalten. Und genau wie bei den Automaten, gibt es ja auch bei den Kisten immer wieder Theorien/Mythen, wie man das System austrickst ^^

Chris Utirons
Chris Utirons
4 Jahre zuvor

Wenn Destiny mit diesem System erfolgreich bleibt werden wohl zukünftige Publisher ähnlich monotone Spiele bringen und das ist nicht gut für Spieler die Abwechslung brauchen und wollen. Wenn ich mir ausmale wieviel Geld das gekostet hat wenn die das in ein vernünftiges Storytelling gesteckt hätten aber naja, scheint wie mit der Bildzeitung zu sein meistverkaufte Zeitung in Deutschland aber nicht die beste wink

See you starside
See you starside
4 Jahre zuvor

Erstaunlich, was hier so geschrieben wird. Da haben die Leute keinen Plan von (allg.) Softwareentwicklung und erzählen hier echten Murks. Aber egal.

Ich kann mich noch daran erinnern, wie zu Reach-Zeiten umfangreiche Userbefragungen auf Bungie.org durchgeführt worden sind.

fgdsa
fgdsa
4 Jahre zuvor

Das Spiel ist eher so erfolgreich meiner Meinung nach: 1. Es gibt keine Konkurrenz in dem Genre auf der Konsole. 2. Jeder will die beste Ausrüstung haben. (Seht Diablo 3. Das Spiel ist verdammt einfach und bietet immer wieder die selben Levels. Doch so viele spielen es. Es geht nur um die Ausrüstung)
3. Es erschien um Weihnachten.
4. Der Hype und die Werbung.
Man hätte da nichts testen müssen. Die Testergebnisse gibs schon seit Jahren.
Halo ist beliebt. (Kampfsystem, Story. Fesselt Spieler)
Diablo ist beliebt. (Ausrüstung grinden. Fesselt Spieler.)
World of Warcraft ist beliebt. (Rollenspiel, Matchmaking, Kampfsystem, Soziales, Story. Langzeitmotivation. Fesselt Spieler)
Davon alles was beliebt ist bei den Spielern in einen Mixer werfen und du hast den perfekten MMO- Shooter.

Für mich ist Destiny mehr Diablo. Nur grinden und immer wieder die selben Levels, Missionen, Strikes, Raids.

maledicus
maledicus
4 Jahre zuvor

Deinen Ausführungen würde ich noch hinzufügen:
– perfektes gunplay, perfekter spielfluß
Das zeichnet auch die von Dir angeführten anderen Bsp. Diablo 3 und WoW aus, auf deren Genre hin bezogen. Das gameplay ist die Grundlage ob derartige Spiele fesseln können oder nicht.
Gruß.

TomGradius
TomGradius
4 Jahre zuvor

Wieso PS360 Niveau, portiert worden wäre doch mit Sicherheit PS4/One? Also das technische Niveau einer Umsetzung von der aktuellen Konsolengeneration wäre wohl nicht der Kritikpunkt einer möglichen PC Version gewesen. Ich hätte da quasi eine 1:1 Version mit 60 FPS erwartet und das Spiel hätte damit grafisch im Vergleich zur Konkurrenz nicht allzu schlecht da gestanden.

Der Spielumfang wäre wohl eher kritisiert worden, da das Spiel als FPS eingeordnet worden wäre, einer Gattung die auf dem PC ungleich mehr Konkurrenz bietet. Eben das gleiche Geschrei einer Nicht-MMO Zielgruppe wie jetzt auch, nur ungleich lauter.

Bodicore
Bodicore
4 Jahre zuvor

Wow was für ein Aufwand nicht auszudenken wie cool das Spiel wäre wenn die ganze Energie und Manpower ins Spiel selber geflossen wär vielleicht hätte es dann sogar für eine PC Version gereicht wink

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
4 Jahre zuvor

Hättest du wirklich eine PC-Version auf Ps3/Xbox360-Niveau gewollt? Da wär das Geschrei doch sicher auch groß gewesen.

Ist halt das Problem, wenn man LastGen mitmacht.

Koronus
Koronus
4 Jahre zuvor

Also bei meinem Schund Laptop JA BITTE!

Bodicore
Bodicore
4 Jahre zuvor

Naja ich hab grundsätzlich nix gegen Konsolenports solange die Steuerung frei konfigurierbar ist… Auch Spielspass geht bei mir vor Grafik. Halbgute Konsolenports bringen mich nicht zum jubeln aber besser als kein Spiel wink

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