Destiny 2: Bungie äußert sich zu Abtreibung – Bekommt gesagt: „Bleibt lieber bei euren Games“

Destiny 2: Bungie äußert sich zu Abtreibung – Bekommt gesagt: „Bleibt lieber bei euren Games“

Der Videospiel-Entwickler Bungie (Destiny 2) hat sich zu einer aktuellen politischen Debatte um das Recht auf Abtreibung in den USA geäußert. Das löst wiederum eine Diskussion aus, ob sich Bungie politisch so klar positionieren sollte. Einige Twitter-Nutzer finden, die sollten sich lieber um Spiele kümmern. Mit so einer Haltung verärgere man nur eine Hälfte der Spielerschaft. Bungie und ein anderer Teil der Nutzer sehen das aber völlig anders.

Worum geht’s da? Der oberste Gerichtshof in den USA ist unter Donald Trump mit konservativen Richtern besetzt worden. Das Gericht ist gerade offensichtlich dabei, eine Grundsatzentscheidung zum Abtreibung-Recht aus dem Jahr 1973, „Roe v. Wade“, zurückzunehmen. Vor 30 Jahren legte man fest, dass die Frau über einen Abbruch oder eine Fortführung der Schwangerschaft selbst entscheiden kann.

Jetzt aber gibt es Bestrebungen in den USA, Abtreibungen generell für illegal zu erklären, außer die Geburt gefährde das Leben der Mutter.

Das oberste Gericht in den USA hat nun die Tendenz erkennen lassen, die Entscheidung, ob ein Schwangerschafts-Abbruch legal oder illegal ist, in die Hände der Bundesstaaten zurückzugeben. Man geht davon aus, dass bis zu 26 der US-Bundesstaaten dann Abtreibungen verbieten würden (via guttmacher institute).

Es kursiert ein Gesetzes-Entwurf, der zwar noch nicht final ist, aber schon für viel Aufregung sorgt (via politico).

Letztlich geht’s bei der Entscheidung also darum, ob Abtreibung weiterhin legal bleibt und eine Entscheidung der Frau sein soll, oder ob Abtreibung in weiten Teilen der USA illegal wird.

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Bungie zeigt eine klare Haltung.

„Schlag gegen die Freiheit in Amerika“

Das sagt Bungie: Bungie hat einen Blog-Post veröffentlicht und sich klar positioniert:

  • Bungie glaubt, jeder hat das Recht seinen eigenen Weg zu wählen und diese Freiheit gelte für alle Facetten des Lebens
  • Die jüngste Entscheidung des obersten Gerichtshofs sei ein „Schlag gegen die Freiheit in Amerika“
  • Bungie sei davon überzeugt, die Freiheit zu wahren und werde alle Angestellte unterstützen, die von der Entscheidung betroffen sind

Bungie positioniert sich also klar gegen das Oberste Gericht.

The Division 2 meidet Politik, weil sie schlecht fürs Geschäft ist

„Bleibt bei Games“ vs. „Wir stehen zu unseren Werten“

Das ist die Diskussion: Unter dem Tweet brach eine Diskussion aus, weil mehrere Leute Bungie daran erinnerten: „Ihr macht Videospiele“ – „Ihr seid eine Videospiel-Firma“.

Es hieß, wenn sich Bungie für eine Seite entscheide, würde man nur die andere Seite verärgern. Bungie solle sich raushalten und sich darum kümmern, Leute mit ihren Spielen glücklich zu machen. Das sei ihr Job.

Bungie sagt aber: Die Entscheidung des Gerichtshofs sei sehr bedeutsam für ihre Mitarbeiter. Man werde „nie aufhören“, sich zu Politik zu äußern.

Die Entwickler von Destiny 2 betonen: Die Werte, für die man stehe, gelten auch jenseits der eigenen Spiele. Man habe sich für eine Seite entschieden – und das sei nicht schwer gewesen.

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Es gibt auch Leute, die Bungie gezielt für ihre klare Haltung in dem Fall loben. Gerade von Frauen kommt Unterstützung. Eine Twitter-Nutzerin sagt: „Das ist der Grund, warum ich Destiny auch mit 66 Jahren trotz des Grinds spiele.“

Die Entscheidung sollte bei jeder Frau liegen. Die Regierung solle aufhören, sich in das Leben von Frauen einzumischen.

Bungie als das „Anti-Ubisoft“

Das steckt dahinter: Bungie erweist sich hier als das „Anti-Ubisoft“. Ubisoft behandelt in seinen Spielen häufig politische Themen oder lässt seine Games in politisch höchst brisanten Settings spielen, wie etwa „The Division 2“, wo man bewaffnet nach Washington zieht, um eine korrupte Regierung auszuschalten.

Dabei betont Ubisoft aber immer wieder, man sei nicht politisch.

Bungie hingegen macht einen Science-Ficiton-Shooter, der herzlich wenig mit aktuellen politischen Diskussionen zu tun hat, positioniert sich aber klar politisch.

Im Dezember 2021 gab es einen Insider-Bericht, dass auch Bungie mit internen Problemen zu kämpfen hat:

Bungie-Autorin sagt, sie wurde nicht befördert, weil sie „nicht gut genug in Destiny 2 war“

Quelle(n): pcgamer
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