Dead By Daylight sagt, ein beliebter Held ist schwul – Das löst eine kontroverse Diskussion aus

Dead By Daylight sagt, ein beliebter Held ist schwul – Das löst eine kontroverse Diskussion aus

Bei Dead by Daylight spielte die sexuelle Orientierung der Charaktere bislang keine Rolle. Das will man bei Behaviour Interactive jetzt ändern: Der beliebte „Überlebende“ David King war schon 2017 ins Spiel gekommen. In einem Lore-Eintrag stellen die Entwickler nun jetzt klar, dass er schwul ist. Das wird kontrovers diskutiert.

Wie wird der Überlebende als schwul dargestellt?

  • Bei Dead by Daylight geht’s darum, dass üerlebende Menschen vor übermenschlichen Killern fliehen müssen, die man aus Horror-Franchises kennt: Sie fliehen vor Freddy Krueger, dem „Halloween“-Killer Michael Myers oder dem verdammten Ghostface mit seinem Riesen-Messer aus den „Scream“-Filmen.
  • Seit einigen Jahren bemühen sich die Entwickler darum, auch den Überlebenden mehr Hintergrundgeschichte zu verpassen. In „The Archives“, die mit dem Patch 3.3.1 im Oktober 2019 zu Dead by Daylight kamen, wird die Hintergrund-Geschichte der Figuren beleuchtet.
  • In einer neuen Entwicklung wird einer der Helden jetzt in seiner Hintergrund-Story als homosexuell dargestellt. Das gibt Dead by Daylight bei Twitter so bekannt: „Heute sind wir froh, bestätigen zu können, dass Dead By Daylight offiziell den ersten schwulen Charakter feiern kann: David King.“

Dead by Daylight erzählt auch die Geschichte der Überlebenden:

Dead by Daylight zeigt im Trailer, welche Geschichten enthüllt werden mit Foliant XI: Hingabe

Dead by Daylight will Repräsentation bringen

Warum macht man das? Weil man bislang nicht große auf die Sexualität der Figuren einging, konnte man als Außenstehender annehmen, dass alle 30 Überlebenden in Dead By Daylight hetero sind. Das fanden die Entwickler jetzt nicht mehr angemessen (via twitter):

Die Tatsache, dass unser Kader an Figuren keinen offenen Repräsentanten von LGBTQIA2+ hat, war etwas, von dem wir entschlossen waren, es zu ändern.

Daher habe man intensiv mit Organisationen gesprochen, wie man LGBTQIA2+-Themen im Spiel integrieren kann.

Wie ist die Diskussion? Die Diskussion darum, David King als schwulen Mann darzustellen, ist kontrovers. Denn man hat einen der beliebtesten Charaktere in Dead by Daylight damit rückwirkend geändert. Vorher wusste man lediglich, dass King schon mit Frauen zusammen war („Seine Ex hat ihn hinter sich gelassen und sie will nicht mal mehr sein Gesicht sehen“).

Die Diskussion erinnert an die Debatte um die Heldin „Tracer“ aus Overwatch: Das war die „Frontfrau“ des Shooters, die Blizzard nachträglich als lesbisch geoutet hat. Das löste damals kontroverse Diskussionen aus:

  • einige waren der Ansicht, sowas gehöre als Thema gar nicht in ein Spiel – das sei Privatsache
  • andere wiederum ägerten sich regelrecht, dass „ihre Tracer“ jetzt nicht so ist, wie sie es sich die ganze Zeit vorgestellt hatten
  • andere wiederum sahen ein Diktat der „Political Correctness“, dem sich Blizzard nun fühle – das sei eine inhaltlose Geste

Auch bei Dead by Daylight gibt es eine Diskussion, dass Sexualität doch keine Rolle in einem Spiel spielt, in dem man Menschen killt und dass es eigentlich nicht so entscheidend ist und normal sein sollte, nichts, über das man reden muss.

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„Der Typ ist seit 2017 hetero und sie machen ihn einfach schwul“

Was stört spezifisch an „David King“? Eine Sache, die jetzt spezifisch zu Dead by Daylight: Es wirkt für einige offenbar willkürlich, warum man ausgerechnet David King als Figur genommen hat, um den ersten offen schwulen Charakter in Dead by Daylight zu zeigen:

  • Ein Nutzer sagt: „Der Typ ist seit 2017 hetero und die gehen einfach her und sagen: „Jetzt ist dieser Typ schwul“ und dann nennen sie das Repräsentation.
  • Ein anderer sagt: „Der Kerl ist einfach der typische Britische Unterschichts-Typ, der wahrscheinlich bei seinen Kumpels im Pub damit angibt, wie viel Erfolg er bei den Bräuten hat. Also ich bin schwul und ich sage nicht, dass schwule Männer solche hypermaskulinen Kampf-Suchtis sind, aber es fühlt sich sooo falsch an.“
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„Hyermaskuliner Kampf-Junkie“

Andere wiederum sagen. Sie fänden es gerade gut, dass Behavior Interactive sich David King ausgesucht hat. Sie könnten sich gerade damit identifizieren, dass jemand als schwul dargestellt wird, von dem es vorher nicht klar war:

„Ich bin ein schwuler Typ und ich hatte 4 Freundinnen. Die Hintergrund-Story von David King wird wahrscheinlich eine Coming-Out-Story werden und ich kann mich damit identifizieren. Ich bin mir sicher, schwule Männer fühlen sich davon repräsentiert. Mein Punkt ist: Man kann das nicht als „Quoten-Schwuler“ abtun, weil das fast jedem schwulen Mann in der Realität auch passiert. Wir kommen nicht aus dem Mutterleib und jeder versteht, dass wir schwul sind. Homosexuelle Menschen outen sich nicht vor jedem. Ich muss Leute selbst rausfinden lassen, dass ich schwul bin, jedes Mal wenn ich einen Job wechsel oder neue Freunde kennenlernen und es ist jedes Mal belastend für mich, auf ihre Reaktion zu warten.“

Aber diesem differenzierte Kommentar stehen viele gegenüber, in denen es um das Thema generell geht, nicht um die spezifische Ausführung.

Denn einige Gamer lehnen es generell ab, die sexuelle Orientierung von Figuren überhaupt zu thematisieren

  • Ein Nutzer auf Twitter sagt: „Das braucht’s nicht in einem Spiel, in dem darum geht, Leute zu töten und vor den Killern zu entkommen. Das ist kein Spiel über Sex oder sexuelle Präferenz. Das ist komplett nutzlos und sollte nicht im Spiel sein, das fügt nichts hinzu.“
  • Ein anderer wiederum sagt: „Wenn’s doch egal ist, warum regst du dich dann so darüber auf?“

Die Debatte erinnert stark an Tracer. Damals schienen Leute gerade enttäuscht, dass „ihre Freundin Tracer“ jetzt gar nicht auf Jungs steht. Die Diskussion zumindest scheint bei David King auszubleiben:

Overwatch zu Tracers Homosexualität: „Normale Dinge sind normal“

Quelle(n): pcgamer
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erzi222

das selbe gabs doch auch bei overwatch schon? finde es nur seltsam wenn das so im nachhinein kommt anstatt gleich am anfang wo der held bzw die heldin exestiert.

BlackStarNero

Bei Tracer wurde es durch den Comic bekannt, aber es war natürlich dargestellt worden, ohne dass man es groß an die Glocke gehängt hat.
Im Falle von Soldier bin ich mir gerade nicht 100 % sicher, ob es nicht auch so bekannt wurde.

Huehuehue

Auch bei Soldier wurde es in den Comics angedeutet.

Marcel

Für mich vollkommen ok. Ich mag die Hintergrund Story der Charaktere und wenn dann halt jemand schwul, lesbisch oder was weiß ich was ist, soll es mir Recht sein.
Ich werde jedenfalls keinen fokusen, nur weil er einen Schwulen Charakter spielt.

So fühlt sich nicht jeder Charakter in Dbd wie ein stinknormaler 0815 Mensch an, sondern hat eigene Merkmale.

Es gibt einige die Dbd tatsächlich als RPG betrachten und den Charakter picken, der am besten zu einem selbst passt. Dabei werden sogar auf Perks geachtet, die diese Merkmale unterstreichen.

Und weil McPhil so schön fragte… Es bringt keinen wirklichen Mehrwert ins Spiel für die Leute, die daran ohnehin kein Interesse haben. Aber für Leute wie mich, die sich für Hintergrundgeschichten interessieren, ist das schon etwas tolles.

Klaphood

Es gibt diese Typen im echten Leben. Also warum nicht.

DBD ist auch ein Rollenspiel, sonst würde man ja keine Charaktere auswählen, die verschiedene Fähigkeiten, Eigenschaften (und eben auch Hintergrundgeschichten und Persönlichkeiten) haben.

Bossky

Ich seh schon die nächsten Treads das leute David Tunneln gebannt werden oder als homophob beschimpft werden. Die erzeugen damit noch mehr Toxic als das Spiel ohnehin schon hat..

ExeFail23

😂😂😂

McPhil

Ah ja und das bringt jetzt welchen Mehrwert ins Spiel?

Messeryocke

ein weiterer Sack Reis der gerade umgefallen ist…

Cortyn

Ich seh das Problem nicht. Es gibt den Charakteren mehr Geschichte, mehr Details. Die Lore-Einträge in den Archives sind eben Details zu den Charakteren. So wurde ja klar, dass Claudette zum Beispiel extrem starke autistische Züge hat.

Wen es nicht interessiert, der braucht ja die Lore-Einträge nicht lesen. Ich mag gerne mehr zu meinen Charakteren wissen.

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