Cyberpunk 2077 bricht Crunch-Versprechen: „Es gibt keine andere Möglichkeit mehr“

Eigentlich sollte die Entwicklung des Action-Rollenspiels Cyberpunk 2077 ohne die gefürchtete Crunch-Time vonstattengehen. Doch nun müssen die Entwickler trotzdem Überstunden leisten.

Update, 30. September, 18:00 Uhr: Mittlerweile hat sich Studioleiter Adam Badowski nochmal ergänzend zu dem Thema geäußert. Via Twitter erklärte er:

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Diese letzten 6 Wochen sind unser Endspurt für ein Projekt, mit dem wir alle einen Großteil unseres Lebens verbracht haben. Etwas, das uns sehr am Herzen liegt. Die Mehrheit des Teams versteht diesen Druck, vor allem angesichts der Tatsache, dass wir das Spiel gerade erst in die Zertifizierung geschickt haben und jeder Tag bringt uns sichtlich näher an die Auslieferung eines Spiels heran, auf das wir stolz sein wollen.

Dies ist eine der schwierigsten Entscheidungen, die ich je treffen musste, aber jeder wird für jede zusätzliche Stunde, die er investiert hat, gut entschädigt. Und wie in den letzten Jahren werden auch im Jahr 2020 10% des Jahresgewinns, den unser Unternehmen erwirtschaftet, direkt im Team aufgeteilt.

Adam Badowski via Twitter

Mit der darauf folgende kontroversen Debatte um Überstunden bei CD Projekt Red haben wir uns in einem eigenen Artikel beschäftigt.

Was wurde bekannt gegeben? Laut Gaming-Journalist Jason Schreier hat sich ein Mitarbeiter von CD Projekt Red an ihn gewandt und ihm eine E-Mail des Managements weitergeleitet. In dieser heißt es, dass nun doch eine sogenannte Crunch-Time angesagt ist. Also Überstunden, welche das Team bis zum Release von Cyberpunk 2077 leisten muss.

Im Detail geht es darum, dass die Entwickler nun eine 6-Tage-Woche leisten müssen. Die Mehrarbeit wird allerdings vergütet. Ein Mitarbeiter von CD Projekt Red erklärte aber auch, dass sich das Team schon seit etwa einem Jahr quasi im Crunch-Modus befinde, Nächte und Wochenenden durcharbeite.

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Ohne Crunch geht es nicht

Wie begründet CD Projekt Red dies? In der E-Mail von Studioleiter Adam Badowski heißt es, dass man momentan keine andere Möglichkeiten mehr hat.

Ich übernehme die volle Verantwortung für die Gegenreaktionen auf diese Entscheidung. Ich weiß, dass dies in direktem Widerspruch zu dem steht, was wir über Crunch gesagt haben. Es steht zudem in direktem Widerspruch zu dem, was ich persönlich vor einiger Zeit zu glauben begann – dass Crunch niemals die Antwort sein sollte. Aber wir haben keine anderen Möglichkeiten mehr, die Situation zu meistern.

Adam Badowski, CD Projekt Red

Was meinte das Studio zuvor zum Crunch? Jason Schreier veröffentlichte im Mai 2019 über Kotaku einen Artikel, in dem Marcin Iwiński, CEO von CD Projekt Red, eine neue Crunch-Politik versprach. Crunch sollte nicht mehr verpflichtend für die Entwickler sein. Selbst, wenn eine Führungskraft einen Angestellten fragen würde, ob er länger arbeiten kann, so müsse dieser das nicht tun.

Im Sommer des vergangenen Jahres führte Jason Schreier für Kotaku zudem ein Interview mit Marcin Iwiński. Während des Gesprächs bestätigte dieser noch einmal, dass Mehrarbeit zwar nicht ausgeschlossen werden könne, aber niemand dazu verpflichtet wird, länger zu arbeiten.

Warum hat sich das jetzt geändert? Dass nun eine E-Mail an das Team geschickt wurde, in dem doch Überstunden verlangt werden, zeigt, dass es offenbar doch nicht ohne geht.

CD Projekt Red erklärte bereits, dass der Releasetermin von Cyberpunk 2077 nicht noch einmal verschoben werden soll. Am 19. November ist es soweit, dann steht das Action-Rollenspiel in den Händlerregalen.

Laut der E-Mail von Adam Badowski, gibt es offenbar keine andere Möglichkeit mehr, die Situation zu meistern. Das bedeutet wohl, dass der Releasetermin nur dann eingehalten werden kann, wenn jetzt Überstunden gemacht werden.

Cyberpunk 2077 Jonny Silverhand Titel
Für die Fertigstellung von Cyberpunk 2077 müssen doch Überstunden geleistet werden.

Manche fordern, dass der Release von Cyberpunk 2077 nun nochmal verschoben wird

Wie sind die Reaktionen auf diese E-Mail? Es werden bereits Stimmen etwa auf reddit laut, die nach einer weiteren Verschiebung des Action-RPGs verlangen. Allerdings gibt es auch Gegenstimmen. Laut diesen würde das nur bedeuten, das die Crunch-Phase noch länger andauern könnte.

Außerdem könnte eine erneute Verschiebung eventuell weitere Probleme mit sich bringen. Beispielsweise Vertragsstrafen, weil Händler schon Plätze für Cyberpunk 2077 in den Regalen reserviert haben. Aktionäre haben sicher ebenfalls ein Wörtchen bei einer erneuten Verschiebung mitzureden.

Ist Crunch obligatorisch? In der Vergangenheit gab es immer wieder Berichte über harte Crunch-Zeiten, beispielsweise bei der Entwicklung von The Witcher 3, The Last of Us Part 2 oder Red Dead Redemption 2. Die Studios gerieten deswegen in die Kritik.

Unsere Kollegen von der GameStar haben zu den Arbeitsbedingungen in der deutschen Spiele-Branche einen interessanten Plus-Artikel geschrieben, den ihr euch durchlesen könnt: Wie geht „Crunch“ auf Deutsch? Die Arbeitszustände in der Spielebranche.

Um ein Spiel bis zum angepeilten Releasetermin fertig zu bekommen, müssen die Entwickler offenbar häufig sehr viele Überstunden leisten. Das geht auf Kosten von Familie sowie körperlicher und geistiger Gesundheit.

Da CD Projekt Red trotz Ankündigung, dass Crunch in Zukunft nicht mehr aufgezwungen werden soll, diesen nun doch anweist, zeigt, dass die Branche noch immer in diesem Muster steckt. Offenbar gibt es noch keine gut funktionierenden, alternativen Methoden.

Erst kürzlich regte sich CD Projekt Red über die Presse auf, da das Thema Mikrotransaktionen in Cyberpunk 2077 falsch verstanden wurde.

Quelle(n): reddit, Kotaku
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kraeuschen

Das riecht aber nach irgendwelchen Verpflichtungen gegenueber Anderen, die ein erneutes Verschieben verbieten.

Bienenvogel

Grundlegend hätte ich jetzt kein Problem mit einer weiteren Verschiebung gehabt um das Problem zu vermeiden. Aber ohne die ganzen Hintergründe zu kennen (wie im Artikel beschrieben), sagt sich das so leicht.

Chriz Zle

Ein Spiel lässt sich verschieben, ein Menschenleben nicht.

Hier wird in der Branche ein Aufriss gemacht. Sie hätten alle Möglichkeiten, den Release nochmals zu verschieben. Kommt mir jetzt nicht mit Investoren, Verträge etc. Das sind alles nur Nummern und Buchstaben.

In der Pflege bspw. (meine Schwester ist Krankenschwester, mein bester Kumpel Altenpfleger) müssen die überstunden prügeln ohne Ende und da kann man nicht mal eben sagen man schiebt es hinten raus.

Und woher kommt denn nun schon wieder dieses komische Crunch-Gedöns Dingens? Sind die Menschen heute nicht mehr in der Lage alles beim Namen zu benennen? Alles muss total cool benannt werden damit es auch ja irgendwie wichtig klingt.

VA771

Problem sind die KeyboardWarrior und entitled Gamer.
Egal welche Option der Hersteller wählt, irgendwer sieht sich berufen den Shitstorm loszutreten.

Mittlerweile gibt es tausende Youtuber, Blogs, Seiten u.ä. die den Shitstorm als Chance für Reichweite sehen.
Die 5 Lappen, welche die Verschiebung tatsächlich nervt, sind dann ganz schnell ‚Gamer weltweit sind sauer und stornieren ihre Vorbestellung‘ oder ‚Die Reputation von XY für immer zerstört‘.
Wenn sich das genügend hochschaukelt kann so etwas wirklich mal zu wirtschaftlichen Einbußen führen. Beispiele aus der Vergangenheit sollten bekannt sein.

exelworks

Wenn ich an einem Standort bin, wo keine Ahnung das Laborsystem umgestellt wird, kommt man auch nicht drum rum mal einige Wochen täglich 10-12h zu Arbeiten.

Man möchte ja am Ende ein vernüftiges Produkt bzw. eine ordentliche Arbeit abliefern und kann es sich nicht erlauben zu sagen „och ist ja noch viel zu tun aber hey ich mache jetzt Feierabend“.

Ich kann mir auch nicht Vorstellen dass alle Entwickler und Designer in dem Studio das schlecht finden. Manchmal muss man sogar selber zur Personalabteilung oder Chef gehen und sagen „wir brauchen einen Antrag auf Überstunden!“. Man möchte ja nicht dass es unfertig auf den Markt kommt.

Es sollte halt nur nicht ausarten.

UnicornsHero

Erst Verschiebung, dann Crunch-Time. Beste Vorzeichen für ein Gelungenes Spiel. * Ironie aus

CandyAndyDE

Man merkt, du hast noch nie ein Spiel von CD Projekt Red gespielt 😂😂😂

Dat Tool

Vllt hat er ja und es hat ihm nicht gefallen

exelworks

Niemals, die sind unfehlbar 😂 (das war Ironie)

Dat Tool

Das erkennt man auch ohne den Hinweis 😉

Denis

Bin seit über 20 Jahren Handwerker und hab mich in den ersten 15 Jahren für die Firma im wahrsten sinn des Wortes kaputt gearbeitet mit den ganzen Überstunden. Klar gabs ordentlich Kohle, aber was hab ich jetzt davon? Bandscheibenvorfall und andere Sachen.
Ich finde es wichtig das darüber berichtet wird und finde die Kommentare hier wirklich ärgerlich das es so abgetan wird.
Die Firmen haben genug Möglichkeiten um so einen crunch abzuwenden auch in corona Zeiten das ist für mich keine ausrede….
Die ganze Firmen Politik in der Welt, da muss sich komplett was verändern sonst hat man nix mehr von seiner Familie oder seiner Gesundheit.
Deswegen finde ich es gut das darüber aggressiv berichtet wird.
Irgendwo muss damit angefangen werden!!

Jaba01

Warum wird hier so geheult, wenn die Leute mal ein paar Überstunden machen. In Polen sind die Arbeitsschutzgesetze ziemlich streng. Mehr als 48 Stunden pro Woche sind nicht erlaubt – und das auch nicht dauerhaft. 48 Stunden für 5-6 Wochen sind mehr als akzeptabel.

Crunch ist was anderes.

Berichtet auch niemand darüber, wenn ich teilweise 14 Stunden am Tag unterwegs bin um ein Projekt in Zeitplan fertigzustellen. Total aus der Proportion gerissen dieser ganze Scheiß.

Gefühlt haben die Leute die rumheulen noch nie wirklich gearbeitet oder sind noch zu jung dafür. Werdet erwachsen. Das Leben ist kein Kinderspielplatz. Manchmal muss man eben Einsatz zeigen.

Zuletzt bearbeitet vor 24 Tagen von Jaba01
Zorns Lemma

Da hast du vollkommen Recht. Das ist mal wieder jammern auf höchstem Niveau. Wenn ich als Selbstausbeuter eine 48 Stunden Woche hätte, wäre ich glücklich. In sechs Wochen ganze 48 Stunden mehr zu arbeiten und auch noch Geld dafür zu bekommen, ist wirklich menschenverachtend 🙂

Bralo

Tja das passiert halt wen man große Töne spuckt das ein game im März kommen soll und es dann aber so unfertig ist das man es 8 Monate verschieben muss.

omeg4133

An dir ging die weltweite Pandemie auch vorbei, btw es sollte im April kommen.

Psycheater

Verstehe ehrlich gesagt nicht warum in der Gaming Branche um diesen neumodischen Begriff immer son Wind gemacht wird. Überstunden sind in vielen anderen Branchen an der Tagesordnung. Auch in diesem Maße, weiß nicht warum das beim Gaming immer so explizit hervorgehoben wird versteh Ich beim besten Willen nicht

Hugo

Meine Güte, es sind sechs Wochen. Crunch gibt es in extrem vielen Branchen, gerade beim Endspurt. Die Pflege bspw. ist 24/7 365 Tage im Jahr am crunchen. Ja, Versprechen zu brechen ist nie was gutes, eventuell lernen die draus und versprechen so was einfach nicht mehr.

Alzucard

Kommt drauf an in welcher Einrichtung man arbeitet. Ich arbeite nebenberuflich in einem Altenheim und bei uns geht das ziemlich in Ordnung meistens.

In dem Altenheim wo ich davor gearbeitet habe, auch Nebenberuflich war das etwas schlimmer.
Über Krankenschwestern brauchen wir aber nicht reden das ist ziemlich häufig Überstunden machen und Ärzte auch.

Hugo

In der Altenpflege ist es meiner Erfahrung nach für gewöhnlich schlimmer als in den Krankenhäuser, aber egal wie, nehmen sich beide Bereiche nicht viel. Vor allem als Fachkraft wenn du bspw. alleine die Verantwortung über 40 Bewohner/Patienten hast und daher bin ich vor zwei Jahren in die viel ruhigere und besser bezahlte 1:1 Intensivpflege gewechselt.

Aber prinzipiell hängt es natürlich immer ein Stückweit davon ab wo man genau arbeitet, ich habe in all meinen Jahren schon sehr viel erlebt ^^“

Aber das geht am Thema vorbei😄

Auf jeden Fall wird in sehr vielen Brachen „gebruncht“ aber in der Videospiel Szene ist so was direkt verpöhnt und weiß ich nicht noch alles, das verwundert mich.

Zuletzt bearbeitet vor 24 Tagen von Hugo
Alzucard

Bei uns sinds derzeit so 15-20 Bewohner

N0ma

das schlägt auf die Qualität…
ich glaube gehört zu haben das ist wegen Microsoft!?

Zuletzt bearbeitet vor 24 Tagen von N0ma
Direwolf

Und warum sollte es wegen Microsoft sein?

N0ma

XBox

Holzhaut

Ja, Phil Spencer ist persönlich mit der Peitsche vorbei gekommen.

Sony wollte auch jemanden vorbei schicken, konnte die Organisation aber nicht stemmen. Das Flugticket wurde storniert und niemand weiß warum.

N0ma

Also erstmal war das ne Frage und 2. ja wegen XBox X, hab ich gelesen, kein Grund zu trollen.

Orchal

Dabei dachte ich das Spiel sein an sich schon seit wenigen Wochen fertig, sie polishen nur noch hier und da.

Azarashi

Das wird auch so sein. Bei einem Projekt dieser Größenordnung sind das 99% und eben der 1% der jetzt noch fehlt. Man schätzt es ja so ein, dass es in den 6 Wochen Crunchtime noch klappt und man zieht es aus welchen gründen auch immer vor die VÖ nicht nochmal zu verschieben.

Hammerschaedel

pfft, Crunch Time gibt es in jeden Job…

RedResdayn

Für mich wirkt das so, als wäre der Release-Termin dann immer noch zu knapp kalkuliert worden, von vornherein schon. Denn der Verzicht auf Crunch-Time müsste ja vorher schon den ganzen Entwicklungsprozess beeinflusst haben, wenn sie es denn wirklich so machen wollten.
Von mir aus können sie das Spiel gerne nochmal verschieben, ich hab kein Bock auf last-minute Arbeit, wo dann vielleicht überall Fehler drin stecken.
Wenn das Spiel zu einem Bugfest wird, dann gute Nacht Marie…

Schrotty

Ich finde es echt krass wie sehr der Crunch jetzt verteidigt wird und das ist „NUR“ der verpflichtende Crunch. Wer weiß was davor schon alles war?
Und nur weil in Beruf XYZ auch Ueberstunden norm sind, macht es das nicht besser.
Crunch macht Menschen kaputt und verbrennt sie, egal ob sie bei CDPR, UbiSoft, oder Activision arbeiten. Das sie gut bezahlte werden hilft da genauso wenig.

Daniel

Soweit ich das weiß, werden die noch nicht mal gut bezahlt. Gabs hier nicht auch einen Bericht über unterbezahlte Blizzard Mitarbeiter, die sich kaum ihre Wohnung leisten können, trotz dieser Bedingungen?

Dagegen finde ich einen Job als Investmentbanker der 3 Jahre im Crunch lebt, dafür aber sein Leben lang ausgesorgt hat, deutlich angenehmer.

Kommt drauf an, wie mans sieht.

Jokl

Man lerne, gibt keine Versprechen, die du nicht halten kannst 🙂

Ich finde es ja generell gut, wenn man auf Missstände hinweist, egal in welcher Branche, das man aber so tut als würden hier gut bezahlte Angestellte quasi ausgebeutet, der geht auch zu weit.

Für gerade mal Mindestlohn, teils 12 Stunden in schlechter Umgebung arbeiten, ok, da schrei ich mit, aber hier.

Scofield

Dann war die Bekanntgabe des release Termins aber von vornherein irgendwie gelogen. Wenn die so lange schon mehr arbeiten müssen und dann jetzt doch noch ihren crunch nach 2 Verschiebungen machen müssen. Dann hat es da direkt zu Beginn eine massive Fehleinschätzung bezüglich der Fertigstellung des Spiels gegeben.

lIIIllIIlllIIlII

Naja, kommt darauf an was man unter „massive Fehleinschätzung“ versteht. Hast du schon mal in einem komplexen und agilen Projektumfeld gearbeitet? Etwas, das über mehrere Jahre und mehreren Teams besteht, die gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten?

Kalkulation des Aufwandes in Form von Zeit und Geld ist mit das schwierigste, dass man in der Projektarbeit zutun hat. Man kann immer nur schauen: wann habe ich so etwas ähnliches schon mal gemacht und wie lang habe ich dafür gebraucht.
Aber so wie die DIN 69901 ein Projekt definiert:

[…] ist ein Vorhaben, das im wesentlichen durch die Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist […]

erkennt man schon, dass die Einmaligkeit eine Planung erschwert. Abgesehen von den vielen Unwägbarkeiten die es im Verlauf so vieler Jahre gibt. Wenn ich schon daran denke, was ich für mich persönlich vor 5 Jahren geplant hatte und wo ich jetzt wirklich bin. Und ich bin nur eine Person. Nicht 100.

Massive Fehleinschätzung ist also eher… normal. Die Frage ist wie man damit umgeht. Die Chinesen haben zum Beispiel ihre ganz eigene Methode… die haben ihren Flughafen, der wesentlich größer war, in sehr viel kürzerer Zeit und sogar vor Ablauf der Frist fertiggestellt. Das kann man toll finden. Dann sollte man aber den Weg dahin nicht unter den Teppich kehren.

Leya Jankowski

Nicht zu vergessen, dass wir alle dieses Jahr noch mit Covid-19 zu kämpfen haben. Dadurch haben sich bei vielen Entwicklern die Kalkulationen verändert, da eben viele jetzt von zu Hause aus arbeiten.

N0ma

grad Entwickler arbeiten zu Hause schneller weil ungestört 😉
auf Arbeit wird 1/3 des Tages verquatscht
und ja ich bin selber ein 🙂

Azarashi

Ja und Nein, da sitzen ja nicht nur Leute am coden sondern es kommen viele verschiedene Jobs zusammen, die da ein großes Ding zusammenschustern. Das funktiniert für bestimmee Tasks gut, die aber zusammenzuführen ist mit Home Office, Quarantäne, Erkrankten eine ziemliche Herausforderung. Zumal wir nicht wissen wie der Workflow zuvor war und wie weit er sich jetzt unterschiedet.

N0ma

Nochmal bin selbst Entwickler, musst mir nicht meine Arbeit erklären, grad das geht im HO sehr gut. Auch die Zusammenarbeit via Videokonferenz. Für manche Industriezweige ist das tatsächlich echt schwierig nur Softwareentwicklung grade nicht.

Khorneflakes

Auch wenn ich wirklich nicht will, dass es verschoben wird weil ich mich so drauf freue und extra Urlaub habe würde ich es vollkommen verstehen und sogar unterstützen.

lIIIllIIlllIIlII

Es kochen eben alle nur mit Wasser.

In meiner Laufbahn als Projekt- und Produktmanager habe ich zwischenzeitlich für eine Privatbank gearbeitet. Wir haben Finanzprodukte entworfen. Die Bank hatte sich auf die Fahnen geschrieben alles anders zu machen und den Kunden gute Produkte zu liefern ohne sie auszupressen. Das war auch kein Marketing bla bla sondern die interne Überzeugung. Es hat nicht sehr lange gedauert, bis man einsah, dass sich so kein Geschäft betreiben lässt. In dem Fall hatte es etwas mit den Kunden zu tun. Etwas in der Richtung: Mundus vult decipi, ergo decipiatur. Man kann nur so „gut“ sein, wie es die Welt zulässt, dass man es ist.

Allerdings habe ich nun auch schon einige IT Projekte geleitet. Und es ist nun mal etwas anderes, wenn Entwickler eine Woche lang in einem Raum sitzen und diesen nicht verlassen, bis der Sprint zu ende ist oder ob sie jeden Tag um 17 Uhr nachhause gehen, die Arbeit niederlegen und am nächsten Tag sich neu einarbeiten.

Das Ergebnis ist ein völlig anderes. Auch wenn das in Deutschland gegen den Arbeitsschutz verstößt. Mit über 120k Gesamtaufwand pro Mitarbeiter lässt man sich das allerdings auch etwas kosten. Von Sklavenarbeit kann man dann nun wirklich nicht mehr sprechen.

Edit: ich weiß natürlich nicht wie es bei CDPR abläuft, ich kann nur aus meiner Perspektive berichten.

Zuletzt bearbeitet vor 25 Tagen von lIIIllIIlllIIlII
exelworks

Jenes.

Ich habe es in meinem Job auch schon erlebt dass die Leute von 8-22Uhr im Labor hockten und schauten dass die Systeme laufen. Das musste auch keiner anordnen sondern das war Ehrgeiz und das Pflichtgefühl der Tatsache gegenüber dass es laufen muss.

Nexus258

Sollen sie es gerne verschieben und dann sagen es kommt nur für die neuen konsolen generationen und PC damit das spielt auch echt das ist was es seit jahren angepriesen wird. Außerdem bei der Größe und der Grafik wird es eh kaum auf ps4 und xbox one laufen also wofür der schwachsinn

Scardust

Die wollen auf der Konsolenreleasewelle mitreiten, was man natürlich aus unternehmererischer Sicht nachvollziehen kann.
Wenn man aber teilweise liest das dieser Zustand ja schon viel länger andauert und die Leute bis zur Erschöpfung arbeiten sehe ich die rote Linie deutlich überschritten. Dann streicht lieber was raus und bringt es später, wenn ihr nicht verschieben wollt.

Luripu

Die richtige PS5 Version des Spiels soll doch erst viel später kommen.
Was man im November kaufen kann,ist PS4 was auf PS5 läuft.

Bodicore

Von mir aus können sie gerne verschieben ich spiele AC:V und danach ist das Jahr auch schon um.
Für Cyberpunk gibts dann einen neuen PC im nächsten Jahr wär schade das Spiel mit alter Hardware zu spielen. 🙂

F N

Jeder Samstag = 1 Tag Urlaub, so einfach isset

Luripu

Schön wärs.
Das war auch die Order des Verteidigungsministeriums Ende der 90er
um Geld zu sparen.
In der Truppe sah es aber so aus,dass Dienst zu ungünstigen Zeiten=überstunden
ausbezahlt werden mussten,
sonst wäre die Hälfte der Offiziere/Unteroffiziere ständig im Urlaub gewesen.

Das ist immer der Unterschied zwischen Theorie=Wunschdenken<->Praxis.

F N

Ich denke Firmen sind heutzutage so weit dass Urlaubsplanung möglich ist während trotzdem genug Mitarbeiter anwesend sind

BlackSheepGaming

Crunch = das, was jeder erfolgreiche Selbständige die ersten 20 Jahre seines Unternehmens hat. Viel Lärm um nichts…..

K-ax85

5 Jahre – maximal. Wenn das Business dann nicht so gut läuft und man sein Team nicht so gut eingespielt hat, dass es auch mal 2-3 Wochen ohne den GF läuft, hat man etwas falsch gemacht.

BlackSheepGaming

Träum weiter…

Hammerschaedel

recht hast du.. Selbst und ständig

K-ax85

Nö, weiß es ja aus eigener Erfahrung, und bin vorher auch 2x auf den Bauch gefallen. Wenn das Konzept stimmt, das Team stimmt und man verkaufen kann dann muss es nach 5 Jahren laufen. Wenn man 20 Jahre braucht um sein Business einigermaßen rentabel zu machen macht man etwas falsch.

Bodicore

Dann ist er aber nicht sehr erfolgreich.

Haihappen

Auch wenn es wenige hören wollen, ich würde einfach nochmal verschieben. Nächstes Jahr ist auch der Patch für die neuen Konsolen da.
Damit würden die den Crunch evtl vermeiden und viele kaufen den Titel zum vollpreis und warten nicht bis es auf der NextGen gut läuft.

Jona

Ich bin immer wieder überrascht dass das so hochgeschaukelt wird. Die meisten Handwerker die ich kenne arbeiten 12 Stunden + am Tag, mit einem großen Plus. Meistens 8 Stunden angestellt und den Rest „wo anders“. Ich selbst gehe unter 12 Stunden selten nach Hause. Eher mehr.

Solange die Arbeit auch entlohnt wird und nicht über längere Zeiträume erzwungen wird sehe ich kein Problem.

Klar, das Weihnachtsgeschäft rückt näher, umsatzstärkste Monate im Jahr. Da will man auch seinen Teil davon abhaben. Vor allem mit der starken Konkurrenz.

Aber jeder hat hierzu eine andere Ansicht 🙂

Direwolf

Versteh jetzt auch nicht, warum sowas immer so hochgeschaukelt wird. Gibt auch andere Berufsgruppen, die mehr als 6 Tage die Woche arbeiten.
Pflegekräfte arbeiten oft 12 Tage am Stück um nach 2 Tagen frei wieder 10 bis 12 Tage zu arbeiten.

Oder eben Handwerker wie du bereits gesagt hast.

Bodicore

Finde das Geschrei auch bisschen übertrieben.

Ich arbeite jede Nacht 12h-13h halt die Zeit wo normale Leute frei haben.

In meiner Lehre als Landwirt habe ich sogar 14h am Tag gearbeitet bei einer 12Tage Woche man gewöhnt sich daran. Gut damals mit 18 war ich natürlich top fit, nach Feierabend um 20:00Uhr ist man noch biken gegangen 😜 als Erwachsener geht das nur noch wenn du da die absolute Lebenserfüllung drin siehst.

Ist schon cool 15Tage im Monat Frei zuhaben. Aber jeden Tag 8hFreizeit wäre gesünder für die Psyche denn meine Arbeitstage sind verlorene Tage.

Zuletzt bearbeitet vor 25 Tagen von Bodicore
Schuhmann

Ich bin immer wieder überrascht dass das so hochgeschaukelt wird. Die meisten Handwerker die ich kenne arbeiten 12 Stunden + am Tag, mit einem großen Plus. Meistens 8 Stunden angestellt und den Rest „wo anders“. Ich selbst gehe unter 12 Stunden selten nach Hause. Eher mehr.

Na ja, sind das Angestellte oder Selbstständige?

Für „Angestellte“ gibt es ja klare Regeln, wie lange die arbeiten dürfen und wann. Das hat ja eine lange Tradition in Deutschland, diese ganzen Regelungen und Rechte für Arbeiter. Darauf gründen sich politische Parteien und unsere Gesellschaft.

Mich wundert das ein bisschen, wie das so abgetan wird.

Als Selbstständiger kannst du arbeiten, wie du willst. Als Angestellter bei einer Firma oder als Arbeiter gibt es da schon klare Rechte und Bestimmungen. Ich hoffe die sind allen bewusst.

Das ist ja auch ein Unterschied, ob du dein eigener Chef bist und sagst: „Ich richte mir mein Leben so ein – ich mach das bewusst“ oder ob dir ein anderer sagt: „Hier, Pflicht-Ueberstunden. So und so sieht das aus.“

Jona

@Schuhmann
Es gibt klare Rechte und Bestimmungen, ja. Zu glauben dass Diese immer eingehalten werden wäre jedoch naiv.

Deswegen ja auch der Punkt mit „8 Stunden angestellt“ usw.

Und natürlich ist die Arbeitszeit bei sehr vielen Selbstständigen wesentlich höher. Großteils aber nicht weil sie machen wie sie wollen sondern weil sie müssen.

Der Spruch Selbst und Ständig kommt nicht von ungefähr.

Aber du hast recht. Pflichtüberstunden sind etwas Anderes aber dafür gibt es ja Rechte und Bestimmungen 🙂

lIIIllIIlllIIlII

Man muss gar nichts. Für die Selbstständigkeit entscheidet man sich. Wer es dann als Zwang empfindet, hat sich eben falsch entschieden.

Jona

Stimmt. Man kann auch die Bremse ziehen und Privatkonkurs gehen sollte es eben nicht klappen. Zumindest bei uns kann man das 🙂

Daniel

Nein. Gerade anfangs musst Du mehr machen, da man sich entweder wenige oder keine Angestellten leisten kann.

Erst ab einer gewissen Grösse, kann man das auch mal laufen lassen. Aber eben nur dann, wenn man vorher ein paar Leute eingestellt hat, die den Job genau so machen, wie man ihn selbst machen würde.

Selbstständigkeit ist schon eine ganz andere Nummer, als sich monatlich in die sichere Wiege des Arbeitnehmertums zu begeben.

lIIIllIIlllIIlII

Nein du musst garnichts. Du hast immer die Wahl. Man lebt dann einfach nur mit den Konsequenzen. Ich habe Unternehmen eröffnet und ich habe mich aktiv dafür Entschieden.

Ich habe die Entscheidung getroffen etwas zu gründen, von dem ich wusste, dass es Arbeit bedeutet. Ich hätte auch eine sozialversicherte Anstellung anstreben können oder einen Mini Job oder ich hätte durch die Welt bummeln können, ich hätte auch Dieb werden können.

Danach habe ich mich entschieden viel Zeit und Arbeit zu investieren. Ich hätte auch gerade so viel machen können, damit ich von der Hand in den Mund leben hätte können. Oder ich hätte meine Reserven aufbrauchen können um Leute anzustellen, die für mich gemacht hätten, was ich machte.

Danach habe ich mich entschieden weiter zu machen und genau so viel Zeit zu investieren. Ich hätte mein Business auch schließen können, oder verkaufen können oder verschenken oder niederbrennen. Ich entschied mich aber anders.

Aber müssen muss ich garnichts. Mir gefällt höchstens die Alternative nicht.

Daniel

Erbsenzählerei was die Auslegung einzelner Worte bedeutet.

Wenn ich erfolgreich sein will, muß ich da auch Zeit oder Geld investieren. Wenn ich das nicht tue, bleibt auch der Erfolg aus.

Essen muß ich auch nicht. Wenn ich aber weiterleben will, muß ich das schon.

Junge junge. Das ich für so einen unsinnigen Dialog mal Lebenszeit versenke, hätte ich auch nicht gedacht.

lIIIllIIlllIIlII

Du bist doch drauf eingestiegen, nicht ich.

Es ist eine fundamental andere Lebenseinstellung. Der eine sieht sich als Opfer seiner Zwänge, der andere als Herr über seine Entscheidungen.

Wenn du das nicht verstehst, tut mir das wirklich leid für dich.

Envy

Oh was ein Quatsch…Daniel hat völlig recht mit dem was er sagt und du willst jetzt hier ne Grundsatz Diskussion über Dinge die man muss oder nicht muss vom Zaun brechen?

Es hört sich gerad so an als ob du die Weisheit mit Löffeln gefressen hättest. Der eine ist Opfer seiner Zwänge…der andere Herr über seine Entscheidungen…bitte was?

Keiner meldet ein Gewerbe an und legt sich danach aufs Sofa, macht sich ne Tüte Chips auf und schaut den ganzen Tag fern….das eine schließt das andere nicht aus, will heißen, du entscheidest dich dazu ein Gewerbe anzumelden, dafür „musst“ dann aber auch was tun wenn du erfolgreich sein möchtest.

Was du machst ist einfach nur klug daher reden um mit irgendwelchen Phrasen glänzen zu wollen.

Dafür das du hier der Investment Bänker, IT Team Leader und der Unternehmensgründer schlechthin bist, hast du extrem viel Zeit um hier auf ner Gamingseite zuschreiben. Bist du wirklich so erfolgreich wie du dich hier hinstellst oder „entscheidest“ du dich öfter am Tag deine Arbeit niederzulegen um hier auf ner Gamingseite deine Weisheiten kund zu tun.

Daniel

Danke 😀

Ich befürchte jetzt bekommste als Beweis nen ausführlichen Lebenslauf, auf 3000 Worte gekürzt.

lIIIllIIlllIIlII

Es ist nicht meine Mission hier irgend jemanden von etwas zu überzeugen. Ich biete meine Ansicht an und die kann man annehmen oder eben auch nicht.

Und schreibst du Volltext Lebensläufe? Dann würde ich gerne mal deinen sehen. So etwas sah ich bisher noch nie 😉

Zuletzt bearbeitet vor 24 Tagen von lIIIllIIlllIIlII
lIIIllIIlllIIlII

Welche Grundsatzdiskussion. Ich habe meine Auffassung über eine andere Meinung angeboten und die kann man annehmen oder eben nicht.

Noch mal: ich muss garnichts – ich hätte mich auch für ein anderes Business entscheiden könne. Ich kann mich auch entscheiden wieder zu gehen wenn es mir zu viel Arbeit ist.

Einige Leute erwecken immer den Anschein, als hätten sie keine Wahl gehabt und müssen nun einem Weg folgen, denn sie irgend wann mal einschlugen. Das ist nun mal Quatsch.

Es gibt auch mehr als genug Solo-Selbstständige, die andere Prioritäten haben. Und beispielsweise gerade so viel Geld verdienen, damit sie danach eine weile nicht Arbeiten um anderen Dingen nachgehen zu können.

Ich gründete selbst 3 Unternehmen. Eine Verwaltungsgesellschaft, ein Beratungsunternehmen und ein Projekt Office. Davon habe ich das erste geschlossen, das zweite Verkauft und das dritte beibehalten.

Solange mir niemand eine Waffe an den Kopf hält oder ähnliches, steht mir frei zu tun was ich möchte

BTW war ich nicht Investment Banker, sondern wir haben Finanzprodukte konstruiert. Ein kleiner Unterschied.

Zuletzt bearbeitet vor 24 Tagen von lIIIllIIlllIIlII
Envy

Es ist Wortklauberei, Daniel sagt, am Anfang „musst“ du mehr tun um erfolgreich zu sein.

Was soll an dieser Aussage falsch sein?

Du sagst, man muss gar nix. Ja stimmt dann kann man die Unternehmensgründung auch sein lassen.

Trotzdem macht es die Aussage von Daniel weniger falsch.

Übrigens, diese Aussage passt dann aber nicht zu deiner Auffassung einer anderen Meinung:

Solange mir niemand eine Waffe an den Kopf hält oder ähnliches, steht mir frei zu tun was ich möchte“

Du willst ja der Herr über die Entscheidungen sein, es ist zwar ein hartes Beispiel aber du kannst dich trotzdem dazu „entscheiden“ einen Schuss zu kassieren. Aber laut dieser Aussage machst du dich ja wieder zum Opfer deiner Zwänge.

lIIIllIIlllIIlII

Nein, den mein Kommentar ging an Jona. Und dort stand sie wollen nicht sondern sie müssen. Und dem habe ich widersprochen. Daniel hat das dann aufgegriffen

Du willst ja der Herr über die Entscheidungen sein, es ist zwar ein hartes Beispiel aber du kannst dich trotzdem dazu „entscheiden“ einen Schuss zu kassieren. Aber laut dieser Aussage machst du dich ja wieder zum Opfer deiner Zwänge.

Völlig richtig. Der einzig Unterschied liegt im Grade der Abhängigkeit und der jeweiligen Konsequenz. Eine Selbstständigkeit aufgeben und in ein Angestelltenverhältnis wechseln ist noch mal eine andere Qualität als die Existenz zu terminieren. Aber grundsätzlich völlig richtig.

Zuletzt bearbeitet vor 24 Tagen von lIIIllIIlllIIlII
TNB

Regeln sind das eine und die Realität eine andere. Ich habe in noch keinem deutschen Unternehmen gearbeitet wo es keine Ueberstunden gab, stellenweise sogar Voraussetzung waren. Jeder der mal in der Privat-Wirtschaft unterwegs war, weiß das Ueberstunden gang und gebe sind in jeder Branche.

Direwolf

Recht und Bestimmungen gut und schön, man müsste sie halt auch einhalten. Und es ist naiv zu glauben, dass das der Fall ist. Es gibt bspw. die gesetzl. Regelung, dass man 10 Stunden Ruhezeit haben muss zwischen 2 Schichten. Funktioniert nur leider nicht. Ich weiß es von Freunden, die sowohl in einem Krankenhaus als auch bei der Polizei arbeiten, da sind mit Spät/Frühwechsel keine 10 Stunden Ruhezeit gegeben.
Argument Politik: Bei bestimmten Berufsgruppen ist sowas tolerierbar.

Divine

Es sind wenige Wochen vor release.

Das es da zu Überstunden kommen kann ist klar.

So lang das kein Dauerzustand wird seh ich da kein Versprechen gebrochen.

Ich hatte kurz vor manchem Projektende auch schon bis zu 80h pro Woche

Scardust

Wenn jemand verspricht „kein Crunch“ und es dann doch angekündigt wird ist das Versprechen gebrochen. Sie hätten es auch anders machen können, dass Personal fragen z.B.! Dann demokratisch abstimmen.

Jona

Ja klar. Jede erfolgreiche Firma arbeitet demokratisch. Hat natürlich auch so seine Tücken, Demokratie und so. Vor allem die 100% Lohnerhöhung winken die jedes mal durch. Solche Schlingel.

gouly-fouly

Also ein paar Überstunden haben sicherlich noch niemandem geschadet…
in meiner Branche ist das auch üblich. Wenns halt mal länger geht, ist es so. Die Jungs werden mit Sicherheit auch gebührend entlöhnt.

TheDant0r

Traurig.
Selbst ein CD Projekt Red steht nicht hinter ihren eigenen Worten, vom Geschäftsführer höchst persönlich ausgesprochen.
Es tut mir wirklich leid um jeden Mitarbeiter, der jetzt seine Familie, seine eigenen Hobbies, seine eigene Gesundheit, seinen eigenen Urlaub und seine eigene Freizeit opfern muss, nur damit dieses Luxusgut, dieses Spiel ja bloß für das Weihnachtsgeschäft in den Läden steht.

Es könnten ja ein paar Käufer zu Weihnachten verloren gehen, all die Wenigen, die sich das eh noch nicht vorbestellt haben.

Eine traurige Realität, dass, wenn es wirklich ums Geld geht, oder eher SomeMoney vs AlltheMoney, dass selbst das Heldenstudio CD Projekt Red, das Wohlergehen der eigenen, hoch talentierten Mitarbeiter, die seit Jahren Meisterwerke abliefern, hinten anstellt.

Traurig, traurig.

Zuletzt bearbeitet vor 25 Tagen von TheDant0r
Chris

Das hat nichts mit Geldgeilheit zu tun.
Das einzigst traurige ist dein vollkommen übertrieben negativer Kommentar, der versucht CD Projekt Red mit Entwicklern wie Ubisoft und Co. zu vergleichen.

Scardust

Wo steht da was von Ubisoft? Wenn es nicht ums Geld geht (nicht vergessen, die Aktionäre wollen Geld sehen!), um was geht es sonst?

Chris

Ubisoft , Blizzard usw. legen 0 Wert auf Arbeitsklima. Er hat in seinem Kommentar ganz klar die Mentalität von diesen Studios mit CD PR verglichen. Dort ist Crunch aber normalität. Du bist dort ne Auswechselbare Nummer. Dann kommt ein Entwicklerstudio, hat schon wie oft den Release verschoben? 2x? Und nun wollen sie nicht nochmal verschieben. Natürlich spielt hier auch Geld ne Frage. Aber nicht Geldgeilheit. Du kannst einfach kein Produkt 10x verschieben. Irgendwann geht denen auch das Geld aus.
Was sollen sie machen? Mein Gott iwann drückt der Release. Wie er das aber hinstellt geht es um Gier und das kann man hier nicht unterstreichen. Wenn es so wäre hätte man das nach außen 0 getragen und dann würden solche Internen Mails nicht rum gehen. Da würde man nach außen alles dementieren um Aktienwerte oben zu halten. Kannst ja mal schauen wie die Aktie von denen sich so macht, seit das bekannt ist. Sowas mit der Mentalität von solchen Studios zu vergleichen und so zu tun, als wenn die Intention jetzt wäre das Game zu tode zu melken (Stichwort „allthemoney“)
ist einfach unangebracht. Dass sowas schade für die Entwickler ist: Keine Frage.
Aber deswegen solche Unterstellungen? Nachdem die bereits verschoben haben? Echt jetzt? ^^

Schuhmann

Ubisoft/Blizzard legen 0 Wert aufs Arbeitsklima -> Das glaube ich wirklich nicht. Der große Unterschied ist einfach, wie die gesehen werden.

CD Projekt Red ist noch so eine heilige Kuh, weil die beliebte Singleplayer-Spiele machen. Aber dass es dort paradiesisch zugehen soll und bei Blizzard ist die Hölle auf Erden – das glaub ich keine Sekunde.

Man sollte da echt vorsichtig sein, wenn man Studios so dämonisiert. Andererseits: Es gibt schon lange Hinweise darauf, dass es bei CD Project Red richtig hart zuging -> Das juckt halt keinen, solange die Spiele gut sind.

Ich wär wirklich vorsichtig mit solchen Urteilen über die internen Vorgänge bei Studios von außen. Ich glaube jedes Studio will, dass es seinen Mitarbeitern gut geht und dass sich alle wohlfühlen. Aber so einfach, wie es dann gemacht wird: Epic/EA sind die Hölle – und CD Project Red ist das Paradies. So ist es sicher nicht.

Ohne Internas zu kennen. Nachdem, was ich weiß und gelesen haben: Wenn man die Art von Spielen macht, die Spieler wollen: Mit viel Content, vielen Assets, vielen Quests und geskripteter Story -> Dann ist das eine wahnsinnige Fleißarbeit. Das ist das, wo die Überstunden herkommen. So war es bei Red Dead Redemption 2 übrigens auch. Viele Studios lagern das dann nach Asien aus. Wenn du das als Studio selbst stemmen willst, dann kommst du in so Probleme..

Die bittere wahrheit ist halt: Die Spiele, die Spieler wollen, sind die, die den Entwicklern richtig Arbeit machen. Das ist das, was dann oft gelobt wird: „Die Welt ist so groß – es gibt so viele verschiedene Modelle.“ Während halt die Spiele von Ubisoft, die dann effizienter erstellt sind, da heißt es dann: „Wiederholt sich alles – Ubisoft-Formel – so langweilig, kennen wir.“

lIIIllIIlllIIlII

Niemand will sehen wie die Wurst gemacht wird.

Alitsch

Überstunden ist nichts Neues im Arbeitsfeld, aber jedoch bestehen da die Unterschiede.
Es ist klar das ein Erfolgreiche Spiel wie eine (leichte) Schutz-blase um die Firmen wirkt, jedoch ist hier Trend und Motivation zu unterscheiden.

Und so finde Ich hat Chris gar nicht so unrecht, Es ist die Frage der Beweggründen fürs Crunch time , eins fördert es , der andere ist Notwendigkeit.
Bringe Ich ein (gutes) Spiel mit Hintergrund um meine Bonis aufzustocken /Auktioniere zu befriedigen, oder will Ich mit meinem Produkt ein Paar Awards abzugreiefen.

Nur der denjenige der seine Arbeit liebt ist zustande AAA Titel rauszuringen, wird es mit der Zeit nur zu Arbeit , sinkt damit auch die Qualität des Titels.

Da Ich gerne Spiel entwickeln mit Kunst vergleiche. Einige Titel, durch Ihre Liebe zum Details lasse mich als Spieler es sofort spüren.

Chris

Also Heilig Sprechen möchte ich CD Projekt Red nicht und auch veteufeln möchte ich andere Studios nicht unbedingt. Erst am 6. August gab es hier aber auf Mein-MMO nen Beitrag zu Forderungen von 900 Mitarbeitern. Von einigen wird ausgesagt nur 40k$ im Jahr zu verdienen. Das sei wohl laut Artikel die Hälfte des Durchschnittgehaltes. Und das ist nur 1 von vielen Artikeln
Für mich war hauptsächlich der Vergleich von der Motivation unangemessen. Dass viele Studios (darunter sicher auch CD Projekt Red) können manchmal gar nicht anders als manchmal so extrem schwere Monate vorm Release raus zu hauen. Damit ein Spiel gut wird, muss man nunmal viel Liebe rein stecken. Aber die Intention so hart zu vergleichen und auf eine Stufe zu stellen… naja fand ich einfach nicht richtig. CD Projekt Red hat oft genug gezeigt, wie wichtig ihnen Kundenzufriedenheit ist. Sollte sich daran was ändern, bin ich der letzte, der hate dagegen kritisiert. ^^

Chris

Bitte von dem einen „dass“ nicht irritieren lassen. Kann es leider nicht mehr raus löschen.

diesel

als ob die „Gamer“ von heute irgendeinen der Entwickler da kümmert, ich hasse diese Doppelmoral. Hier wird nur versucht wieder Gründe für jedweden Shitstorm zu finden. Die gleichen Entwickler bekommen die volle Ladung ab wenn das Spiel nicht die Erwartungen erfüllen kann, dann wird von „arme Entwickler“ auf „geldgeiles Lügenpack“ umgeschaltet. Zahlreiche Verbrennt die Hexe-Videos von clickbaitgeilen Ytern spammen dann YT zu

Zuletzt bearbeitet vor 25 Tagen von diesel
Schuhmann

Die Kritik an der Crunch-Kultur bei Videospielen kommt von Leuten, die sicher keine „clickbaitgeilen YouTuber“ sind. Schreier macht sich auch stark für Gewerkschaften, der ist einfach ein Linker und das sind typische „Gewerkschafts“-Themen hier: Arbeitsschutz, Rechte der Arbeiter.

Das hat mit „clickgeile youtuber“ und „die wollen sich empören“ echt nichts zu tun. Das sind Ur-Themen „Arbeiterrechte“, das ist ein klassisches gesellschaftspolitisches Thema.

Da geht es darum, auch Fehler im System aufzuzeigen.

Fast immer immer, wenn „Crunch“ zum Thema wird, sind das Fehler in der Projektplanung, dass es einen Richtungswechsel gab, dass falsch getimet wurde und es deshalb hintenraus zu diesem Crunch kommt.

Das wird dann kritisiert.

Es gibt da wirklich schlimme Geschichten: Das Problem mit Crunch ist, es macht die videospiel-Industrie kaputt, weil Programmierer aus der Branche rausgehen und irgendwo anders ihr Geld verdienen, wo sie planbarer arbeiten können.

Hier diese Beispiele mit „Ich bi selbstständig, ich arbeite auch 12 Stunden“ -> Das ist halt was anderes, wenn Crunch aus eigenem Antrieb kommt und „für das eigene Projekt“ geleistet wird, als Pflicht-Crunch für Angestellte.

diesel

Dann beobachte jetzt mal YT die nächsten Tage über genau diese Meldung, das wird wieder ausarten in Boykott-Aufrufe und anderen Sachen. Inwiefern ist den Entwicklern dann damit geholfen? Die harte Arbeit für die Katz außer für einen Shitstorm gut? Wenn Communitys den kleinsten Fehler nicht mehr verzeihen und mit Review Bombs und ähnlichem reagieren, haben sie diese Crunchkultur zu einem guten Teil mitgetragen

Schuhmann

Ich weiß nicht, was da irgendwelche YouTuber draus machen.

Hier der, von dem das kommt: Jason Schreier, der ist jedenfalls kein „clickbaitgeiler YouTuber“, sondern der verfolgt da schon eine klassisch linke, arbeiternehmerfreundliche Agenda als Journalist. Das kommt aus der Ecke – nicht weil der sich so gerne über Studios empört. Sondern der vertritt konsequent die Interessen der Arbeiter und Angestellten – mit denen spricht er dann auch in seinen „Insider-Berichten.“

Diese Empörungs-Kultur – das ist wieder was anderes. Aber das darf doch nicht dazu führen, dass reale Probleme dann abgetan werden als „Ach, da will wieder einer Clicks.“

Schutz von Arbeitern, Arbeitnehemr-Rechte das sind Ur-Themen, gerade in Deutschland. Das ist doch total irre, wenn man sagt: „Ja, wayne – da will nur wer schnelle Clicks mit so einem Thema“: Unsere Gesellschaft ist auf dem Schutz von Arbeitnehmerrechten aufgebaut.

Das ist das historische Haupt-Thema der SPD z.b. – ist das jetzt echt 2020 total egal, oder wie?

diesel

Ich meine schon YT channel die gezielt ihren Kanal darauf ausgerichtet haben, toxisch auf Entwickler zu wirken und gezielt diese Art von Klientel anziehen im Wissen, das sowas heute zieht. Ich hab nicht behauptet das dieser Schreier-Typ dazugehört ^^ Und die nehmen auch solche Berichterstattung dankbar an, was dann aus meiner Sicht heuchlerisch ist

Zuletzt bearbeitet vor 25 Tagen von diesel
Schuhmann

Ja, das gibt es sicher. Ich kann auch verstehen, dass es nervt.

Das heißt aber nicht, dass keine Kritik erlaubt ist und alles haltlos ist. Es gibt schon reale Missstände, über die man auch reden muss.

Alitsch

Schade!! Ich finde persönlich Crunch time nicht gut, wurden darüber Risiko Analysen durch geführt.
Länger Arbeiten kann genauso zu Fehler führen und Arbeitsklima sehr belasten und zur Konflikten führen. (Überlastung)
klingt für mich aber nachvollziehbar. das es weiterhin auf Crunch time gesetzt wird.
So was kann nicht vom heute auf morgen umstellen und der Ausbruch der Covid-19 hat diesen Prozess nur noch verlangsamt.

Hauptsache die Firmen erkenne es als Problem an, sich damit auseinandersetzen und suchen nach die Alternative Methoden.

Azaras

hm tut mir wirklich leid für die mitarbeiter

ich würde gern mal wissen wieviel mehr arbeit geschaft wird in so einer phase

tzizt

Vermutlich nicht so viel wie man meinen könnte, da durch die Mehrbelastung auch die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter leidet.
Wenn das mal einige Wochen sind, ist das zwar auch nicht ok, aber verschmerzbar, wenn entsprechend besser vergütet.
Wenn es allerdings wirklich stimmt, dass das ganze schon über einen längeren Zeitraum läuft, ist das ein definitives „Nein“. Das ist dann ein Zeichen von schlechtem Projektmanagement.

Scardust

Oder zu ehrgeizigen Zielen. Denke die wollen sich einen Absturz vom Aktienkurs ersparen und koste es was es wolle das Game zum Release der Konsolen raus hauen um die Welle mitzunehmen. Denke das dürfte auch gut mit Bugs versorgt sein… ich warte da lieber mal ab.

Hamurator

Es geht wohl eher ums Weihnachtsgeschäft, da die neuen Konsolen anfangs nicht vollends unterstützt werden. Der Patch dafür kommt im nächsten Jahr.

Scardust

Ah ok wusste ich nicht. Da könnten sie sich aber auch so noch 2 Wochen Zeit lassen… naja.

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