CS:GO-Spieler verklagt Valve auf 266.000€, aber leider das falsche Valve

Der professionelle CS:GO-Spieler Elias „Jamppi“ Olkkonen (18) will den Betreiber des Spiels Counter-Strike: Global Offensive verklagen: den Steam-Giganten Valve. Denn ein Fehler aus seiner Jugend stand einer lukrativen Profi-Karriere im Weg. Doch leider suchte er sich für seine Klage das falsche Unternehmen aus, die deutsche Firma „Valve GmbH.“

Darum geht’s bei der Klage: Wir haben auf MeinMMO im März 2020 über den Fall des Finnen Elias „Jamppi“ Olkkonnen berichtet.

Der hatte mit 14 Jahren eine 2. Kopie des Taktik-Shooters CS:GO gekauft, um mit einem Freund auf einer LAN zu spielen. Den Account verkaufte er danach an diesen Freund: Der holte sich jedoch einen Bann durch das „Valve Anti Cheat-System“ ab. Diese VAC-Banns sind dauerhaft und nicht verhandelbar.

Weil die Kopie des Freundes mit der Steam-ID von Jamppi verbunden war, gilt der seitdem für Valve als ein Cheater und ihm wurde eine erstklassige Profikarriere verbaut. Denn er darf nicht in den großen Turnieren von Valve mitspielen.

CSO Titel Jamppi
Der 18-jährige Jamppi ist mittlerweile CS:GO Profi für ENCE.

Mittlerweile ist Jamppi volljährig und hat sich zu einem starken Spieler in CS:GO gemausert. Er war kurz davor, tatsächlich, einen Profi-Vertrag als AWPler bei OG zu unterschreiben. Das ging dann aber nicht, der Bann war im Weg.

Also beschloss Jamppi nun Valve auf Schadenersatz zu verklagen, denn durch die unfaire Behandlung sei ihm Geld entgangen und ein Schaden entstanden.

Jamppi hat mittlerweile einen Profi-Vertrag mit dem Team ENCE geschlossen, eine finnische E-Sport-Organisation mit dem Fokus auf Finnland. Da gibt es ab und auch mal ein lokales CS:GO-Turnier, wie das von Red Bull neulich, das Cheater gewannen. Das ist aber nicht die internationale Karriere, die sich Jamppi erträumt hat.

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Spieler verklagt das deutsche Valve, nicht das amerikanische

Das ist jetzt das Problem: Wie eine finnische Seite berichtet, forderte Jamppi 266.092 Euro von Valve. Das Problem ist, dass er eigentlich die Valve Corporation verklagen wollte, die 1996 in den USA gegründet wurde. Er hat aber die Valve GmbH verklagt, die erst 2016 in Deutschland gegründet wurde.

Die Valve GmbH mit Sitz in Hamburg stellt Hardware her, keine Software.

Die Valve GmbH hat in einem Statement zig Gründe angeführt, warum die Klage abgewiesen werden sollte:

  • Das finnische Gericht, bei dem sich Jamppi beschwert, ist gar nicht für die Valve GmbH zuständig, weil die in Deutschland ansässig ist
  • Der Kläger ist überhaupt kein Kunde der Valve GmbH. Denn die betreibt keine Geschäfte in Finnland
  • Die Firma besitzt keine Rechte an CS:GO und verwaltet das Spiel nicht, die deutsche Firma gab’s 2015 noch nicht mal.
  • Überhaupt würde sich der Spieler jetzt 4 Jahre nach dem Bann beschweren und wolle hier als Kunde auftreten, dabei sei er ein Profi
  • Die Schadensersatzforderung sei zudem unbegründet, weil die Firma nicht dafür verantwortlich ist, wie Dritte handeln

Im Moment ist nicht klar, wie die Sache weitergehe und ob der Profi seine Klage aufrecht erhält und fortführt.

Jamppi will offenbar erreichen, dass zumindest der Bann aufgehoben wird, aber beißt da bislang bei Valve auf Granit.

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CS:GO gehört zu den lukrativen E-Sport-Titeln.

Der E-Sport in CS:GO gilt als einer der 5 lukrativsten Gaming-E-Sports überhaupt. Allerdings ist es gerade bei CS:GO schwer, sein Geld zu verdienen, wenn man nicht in der absoluten Weltspitze spielen kann, sondern auf Turniere aus der 2. Reihe angewiesen ist.

Daher ist es für den Finnen auch so wichtig, dass der VAC-Bann gelockert wird und er bei den großen Jungs mitspielen kann.

Quelle(n): IS
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SmokyMcFly

Lasst euch nicht ins Boxhorn jagen. Kintkh hat schon recht, dass die Valve GmbH zu der amerikanischen Valve corp gehört.

https://www.datenanfragen.de/company/steam/

Und zu dem csgo kiddie, wenn er schlau gewesen wäre, dann hätte er sich einfach einen neuen Account zugelegt.

Vorher natürlich den Cache leeren und nicht am selben Tag online gehen, wenn man den anderen Account genutzt hat und den computernamen eventuell abändern.

Patrick

Einer der Gründe warum ich weder Accounts verkaufe noch Mal eben verleihe…. Lieber werde ich als kleinlich bezeichnet als in so ne scheiße durch Freunde geritten zu werden.

Und nein ich rechne nicht damit irgendwann mit zocken geld zu verdienen….

Naja kann er ja notfalls zu valorant wechseln….

Mac31

Der Witz wäre ja, wenn Valve ihn jetzt beide Steamaccounts sperren würde. Einen Accountverkauf auch noch an die große Glocke hängen, ist schon richtig dumm.

Patrick

Hahaha das wäre schön echt krass…. Auf der anderen Seite hätte ich gesagt warum denn, das muss doch nicht sein.

Dann dachte ich mir aber wieder. Da verklagt jemand auf hunderte tausend € eine Firma auf Schadensersatz dafür dass er selbst sich nicht an die Nutzungsbedingungen gehalten hat?
Bitte bannt auch den 2. Account! Ich hol Mal Popcorn….

Tilman

Was hat der Typ überhaupt noch mit dem Account zu tun? Kann sich doch nen neuen machen oder übersehe ich da was? IP Adresse gebannt oder wie läuft das?

Wenn ich das richtig verstehe hat er ein zweites Mal csgo geholt und nen neuen Account gemacht und dann an den Kollegen verkauft. Was hat sein eigener Account damit zu tun?

Herlitz

Der Ban richtet sich nicht gegen den Account, sondern gegen den Eigentümer. Das Eigentum des Accounts ist nicht übertragbar, also hat er das Problem, auch als angeblich fairer Spieler.

kinthk

Also der Artikel ist entweder irreführend oder schlecht recherchiert. Die Valve GmbH ist schon eine Gesellschaft der Valve Corp. Er hat also die Valve GmbH verklagt weil dass die europäische Niederlassung von Valve ist und er sich auf EU Recht stützen möchte nehme ich mal an. Die Aussage man baue nur Hardware ist eine Nebelkerze von Valve würde ich eher mal sagen. Das mag zwar stimmen aber trotzdem ist man die Vertretung der Gesamtfirma für Europa wenn ich das richtig verstehe.

Herlitz

Die europäische Niederlassung ist selbstverständlich, zusammen mit fast allen amerikanischen Steuervermeidern, in Luxemburg ansässig 😉

Gummipuppe

„…der Betrieb von Spieleservern sowie die Erbringung von Verwaltungsdienstleistungen für verbundene Unternehmen“

https://www.playcentral.de/valve-hat-ein-buero-in-deutschland-eroeffnet-und-niemand-hat-es-bemerkt/

Der Artikel liest sich für mich nicht nach 2016 gegründet, sondern vielmehr nach „ein Büro in Deutschland eröffnet“. Dazu wäre es interessant, den Betrieb von Spieleservern und Erbringung von Verwaltungsdiensten näher zu beleuchten. Dahingehend empfinde ich den Mein MMO Beitrag auch irreführend.

Bodicore

Der hat sich bestimmt einen Anwalt geholt der von Gaming wenig versteht und der hat aus versehen die falsche Firma verklagt.

Halb so wild dan lässt man die Klage halt fallen und verklagt die richtige Firma und bezahlt der falschen Firma eine Umtriebsentschädigung.

Alles kein Ding, sowas passiert.

Zavarius

Was für ein Vogel… Die Sperre war rechtens. Die Datenweitergabe reicht da schon. Punkt.

Hausrecht hat Valve. Junge junge junge… Wenn ich auch nur annähernd an sowas gedacht hätte, hätte ich im Winter kein Holz gesägt, sondern zugesehen wie meine Elektronik zersägt wird.

ObiBenBinomi

Ich hab ja echt nichts dagegen, wenn Leute mit Profigaming ihr Geld verdienen wollen. Wenn es einen Markt dafür gibt und Geld fließt, kann man sich das offenbar erlauben. Aber was zum Geier stimmt mit manchen Kiddies nicht?! Man sollte doch wissen, dass Accounts nicht verkauft werden dürfen… und das dann auch noch bedenkenlos an jemanden, der sich scheinbar nicht davor scheut, auf solchen Plattformen auch noch zu cheaten. Sorry, selber Schuld. Dann aber auch ernsthaft noch das falsche Unternehmen verklagen… *facepalm*

Grundvoraussetzungen beim Klagen:
1.) Zusehen, dass man mit seiner Klage im Recht ist, was hier schon nicht funktionieren wird aufgrund des verkauften Accounts
2.) Richte die Klage an den korrekten „Schädigenden“!!!

Thomas Lauterbach

Was für eine Witzfigur. Der Junge soll sich mal eine Ausbildung besorgen und ehrliche Arbeit verrichten. Der Zug des profi Gamer ist ja wohl erst mal abgefahren.

Irina Moritz

Ich hätte echt gerne die Gesichter der Leute bei Valve GmbH gesehen, als die Klage bei ihnen reinkam ^^“

Theojin

Ich stelle mir da einen Haufen Leute mit facepalm Geste vor. Anders kann man darauf im ersten Moment, und eigentlich auch in den Momenten danach gar nicht reagieren.

Herlitz

Zumindest hat man das richtige, falsche Valve erwischt. Ich dachte bei der Einleitung „hihi, bestimmt ein Zulieferer von Einspritzventilen für unsere Automobilindustrie“.

exelworks

In was für Zeiten wir leben.

Hätte ich damals meinen Eltern gesagt, ich möchte einen Spielehersteller verklagen weil ich (zu Recht) gebannt wurde und ja jetzt meine Profi-Zocker-Karriere dahin ist…

hätte ich wohl erstmal lange keinen PC mehr gehabt zum Zocken haha

Alleine dass man dann auch noch die falsche Firma zur Rechenschaft zieht, zeigt doch schon wie unüberlegt der ganze Move gewesen ist.

TNB

Wieso zurecht?

Picasso

Weil sein Account gecheated hat. Egal ob er selbst gecheated hat oder nicht.

TNB

Ne ist eben nicht egal …

Mein WoW Account wurde auch mal gehackt und für botting genutzt. Natürlich habe ich den Account wiederbekommen und wurde auch entbannt. Das wäre ja skandalös das an dem Account festzumachen und nicht an der Person.

Flockenz

@TNB Was hatvdas eine mit dem anderen zutun? Gezielt verkaufen/weitergeben ist ja immer noch nicht dasselbe wie ungewollt gehackt werden.
Der Typ hat keinerlei Rechte diesbezüglich, weil er die Nutzungsbedingungen missachtet hat.
Warum sollte Valve nur einen Finger krümmen? 😉
Man geht ja auch nicht klauen und verklagt den Verkäufer weil nicht das in der Packung war was drauf stand.
Der Typ ist einfach eine Witzfigur.
Sollte lieber mal was lernen und ne Ausbildung machen. 😀

exelworks

Account-Daten weiter gegeben + wurde auf dem Account gecheatet.

Klar war es sicher jugendlicher Leichtsinn aber es gibt halt Regeln. Zumindest sollte man da darauf achten dass niemand mit meiner ID Scheiße macht.

Picasso

Ich fänds lustig wenn Valve den Bann fürs Cheaten aufhebt und den Jungen dann fürs Accounts verkaufen gleich nochmal komplett Bannt.

TNB

Fürs Account verkaufen wird man nicht gebannt.

Picasso

Könnten sie aber trotzdem tun.

Azarashi

Doch, wird man. Allerdings ist es für Valve schwer nachzuvollziehen und daher höchstselten der fall. Verstößt nunmal gegen 2 Punkte der ToS.

In seinem Fall würde vielleicht der Bann für Cheating aufgehoben aber der Account für Accountselling gebannt werden. Keine Ahnung ob er dann immer noch von Turnieren ausgeschlossen wäre.

Phil

„Im Moment ist nicht klar, wie die Sache weitergehe und ob der Profi seine Klage aufrecht erhält und fortführt.“

Die Klage aufrecht erhalten?
Ist damit die Klage gegen das „falsche“ Unternehmen gemeint oder wurde zumindest das geklärt?
Der Junge wird die Klage sicherlich nicht alleine eingereicht haben, -scheint zumindest so das da einige am pennen waren 🤔

Scaver

Da hat er keine Chance. Da haben schon andere diesbezüglich gegen (das richtige) Valve geklagt und durch die Bank weg ALLE haben verloren!
Denn in den Nutzungsbedingungen ist neben dem Verbot des Cheatens auch das Weitergeben von Accounts (egal ob Schenken, Verkaufen etc.) untersagt und man haftet für das, was andere mit dem Account machen.
Und das ist nach US Recht auch alles ok so.
Daher wird er da sich nur weitere Kosten einfahren und am Ende wird für ihn nichts dabei rum kommen. Weder wird der Bann gelöscht, noch Schadensersatz gezahlt.

Holzhaut

Ich könnte mir vorstellen, dass nach dieser Aktion sowieso kein Team mehr interessiert sein wird. So eine Witzfigur ins Team holen ist nicht gerade förderlich fürs Image.

Ahennys

Würde sagen“Läuft bei Ihm“ 😮 😮

Captain Bimmelsack

😆

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