The Big Bang Theory ist eine der bekanntesten Comedy-Serien der letzten 20 Jahre. Doch MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes konnte sie nie genießen. Eine starke Nerd-Serie macht es viel besser.
The Big Bang Theory ist sehr beliebt und es gibt nur wenige Serien, die so einen Erfolg feiern konnten – immerhin hat sie 12 Staffeln erhalten. Für mich fehlte es bei der Serie aber immer etwas an Substanz. Viele der Figuren waren zwar liebenswert und sympathisch, die Gags haben bei mir aber nicht funktioniert.
Das liegt meist daran, dass die Witze sich meist über Nerdtum an sich lustig machen. Statt einen Witz mit etwa überholten Klischees aufzubauen, ist ein Witz, plakativ gesagt, sowas wie: Haha, die gehen in den Comicladen oder Mittelaltermarkt.
Gepaart mit den eingebauten Lachern fühlte ich mich größtenteils genervt statt unterhalten. Als ich dann nach einer neuen Comedy-Serie suchte, stieß ich auf Silicon Valley auf HBO Max – und das kann ich vorweg sagen: Es sind die viel besseren Nerds.
Ein absurder Blick auf die Tech-Branche
Silicon Valley lief zwischen 2014 und 2019 und erhielt innerhalb dieser Zeit 6 Staffeln. Es geht um Richard Hendricks, der zusammen mit anderen Arbeitskollegen beim Tech-Giganten Hooli arbeitet. Gleichzeitig entwickelt er ein Programm beziehungsweise eine App, mit der sich die Freunde schnell selbständig machen wollen, doch sie müssen sich ständig Konkurrenten und plötzlichen Problemen stellen.
In einer Zeit, in der die Tech-Welt immer präsenter wird, fühlt sich Silicon Valley sehr realistisch an. Das liegt daran, dass die Serie gerade so an der Grenze des Glaubhaften ist. Dadurch sind die Gags und Figuren nie zu absurd, aber gleichzeitig schrill genug, damit man regelmäßig lacht.
Dabei hilft auch, dass es nie direkte Witze gegen Programmierer oder Nerds gibt. Die Serie kreiert Situationen, in denen Klischees zwar deutlich, aber nie herabwürdigend sind. Man lacht nicht über die Protagonisten, man lacht über die skurrilen Situationen in der Tech-Welt, die in der Serie von großen Egos beherrscht wird.
Die Figuren in Silicon Valley sind dadurch greifbarer als die Nerds in The Big Bang Theory, weil das Nerd-Sein nicht ihre einzige Charaktereigenschaft ist – sie sind geschriebene Charaktere, keine wandelnden Karikaturen.

Was ich an Silicon Valley sehr mochte, ist auch der Humor an sich. Der ist derber, fieser und auch vulgärer als in The Big Bang Theory, übertreibt es aber auch nicht. Die Geschichte leidet dadurch also nicht.
Einen Kritikpunkt habe ich trotzdem: Die Story-Struktur.
Der Aufbau der Erzählung kann bei Silicon Valley durchaus störend sein. Meist taucht ein plötzliches Problem auf, sei es technischer, persönlicher oder unternehmerischer Natur, dann gibt es Chaos und Panik und am Ende wird alles wieder gut. Das wirkt manchmal etwas aufgesetzt, ist für mich aber nur ein kleiner Kritikpunkt, weil die Gags und Figuren so überzeugend und unterhaltsam sind.
Wer eine derbere Serie mit etwas mehr Substanz sehen und sich dann noch den glaubwürdigen Klischees der Tech-Branche stellen möchte, wird mit Silicon Valley viel Spaß haben – mich zumindest konnten die Tech-Nerds mehr überzeugen als die Figuren in The Big Bang Theory.
Habt ihr Silicon Valley gesehen oder kennt ihr andere Serien, die ihr empfehlen könnt? Schreibt es uns gerne in die Kommentare. Falls ihr euch lieber im Action-Genre umsehen wollt, haben wir hier eine Empfehlung auf Netflix für euch: 21 Millionen Views in einer Woche: Eine neue Action-Serie dominiert zurecht die Netflix-Charts
Deine Meinung ist uns wichtig!
Gefällt dir der Artikel? Hast du irgendwelche Kommentare? Sag uns, was du denkst!
Kommentare