Der ehemalige PlayStation-Chef Shuhei Yoshida erkannte schon früh Potenzial in Clair Obscur: Expedition 33. Jedoch fürchtete er, dass ein Begriff dem Rollenspiel zum Verhängnis werden könnte.
Was war das für ein Rat? Shuhei Yoshida empfahl Sandfall, ihr Spiel nicht als runden-basiertes RPG oder JRPG zu vermarkten. Als Berater beim Publisher Kepler Interactive hatte der ehemalige PlayStation-Chef etwa 2 Jahre vor dem Release von Clair Obscur: Expedition 33 eine Demo-Version gespielt.
Bereits damals habe Yoshida Potenzial in dem Spiel, das er als „Kombination von runden-basierten JRPG-Mechaniken mit Echtzeit-Action“ beschrieb und welches ihn an „The Legend of Dragoon“ erinnerte, einen Titel, den er selbst produziert hatte.
Runden-basierte Rollenspiele und ganz speziell JRPGs galten damals jedoch als so unbeliebt, dass er aufstrebenden Indie-Entwicklern davon abriet, die Begriffe in ihrem Marketing zu verwenden. So empfahl er den Entwicklern von Clair Obscur, eine andere Art zu finden, ihr Combat-System zu beschreiben.
„Es ist unfassbar gut gemacht, aber ich würde es lieber nicht als runden-basiertes RPG bezeichnen.“ So gab Yoshida seinen damaligen Rat während einer Presentation auf dem Busan Indie Connect Festival 2026 wieder. „Das alleine könnte dazu führen, dass Spieler es übersehen.“
Schlussendlich sprach Sandfall bei Clair Obscur von einem „reaktiven Rundenkampfsystem“. Auf der deutschen Steam-Seite heißt es: „In dieser Weiterentwicklung des JRPG-Genres erweitern Echtzeit-Aktionen den Kern der rundenbasierten Kämpfe.“
Ein Jahr später ist das Interesse an runden-basierten Spielen groß
Warum wirkt der Rat ironisch? Zum damaligen Zeitpunkt hielten sich tatsächlich hartnäckig die Vorurteile, dass runden-basierte Spiele „out“ seien und niemand sie haben wolle. Clair Obscur war zum Release jedoch extrem erfolgreich und sahnte einige der wichtigsten Ehrungen im Gaming ein, darunter die Game Awards, die D.I.C.E. Awards und schließlich die BAFTA Games Awards im April 2026.
Viele Spieler verspürten eine regelrechte Leere, nachdem sie das Rollenspiel abgeschlossen hatten – und offenbar suchten sie nach mehr. Das lassen zumindest die Google-Anfragen rund um den Release vermuten:

Zwar hatte Baldur’s Gate 3 schon zwei Jahre vorher gezeigt, dass der „runden-basierte“ Tag dem Erfolg eines Spieles keineswegs im Weg stehen muss. Doch zumindest, wenn es nach Google Trends geht, besteht zumindest ein deutlicher Zusammenhang mit dem Release von Clair Obscur und dem Such-Interesse nach runden-basierten Spielen. Nicht nur gab es eine deutliche Spitze zum Release des Rollenspiels, das Interesse an runden-basierten Spielen stieg danach sogar weiter an.
Statt unter dem Stigma der runden-basierten Spiele zu leiden, war Clair Obscur also offenbar so gut, dass es zumindest dazu beigetragen hat, das Interesse an dem Genre neu zu entfachen. So dürfte es auch wenig überraschen, dass die ersten „Ex33-Likes“ bereits in den Startlöchern stehen.
Seid ihr eher Team Turn-Based oder braucht ihr Action in euren Kämpfen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!
Wenn auch ihr immer noch auf der Suche nach einem Spiel seid, dass sich wie Clair Obscur anfühlt … nun, das gibt es (noch) nicht. Aber wir haben für euch zumindest 5 starke Alternativen, wenn ihr mit Expedition 33 fertig seid, je nachdem, welcher Aspekt des Rollenspiels auch besonders angesprochen hat.
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