Viele bei Blizzard können aufatmen. Sie haben nun richtig gut Verträge, für die sie Mitarbeiter anderer Unternehmen beneiden.
Als vor einigen Jahren der große Sexismus-Skandal bei Blizzard aufkam, war für viele klar: In so einem Unternehmen könnten sie niemals arbeiten. Doch nicht nur der Sexismus-Skandal, sondern auch die allgemeinen Umstände in der Gaming-Industrie haben keinen guten Ruf. Viele Entwickler werden regelrecht ausgebeutet. Ganz langsam scheint sich das zu ändern. Für viele Mitarbeiter von Blizzard ist das jetzt sogar ein großer Durchbruch, denn knapp 1.900 Angestellte haben nun deutlich mehr Rechte und Sicherheiten.
Gewerkschaft spricht von beispiellosem Erfolg
Was wurde beschlossen? Seit einigen Jahren haben sich verschiedene Blizzard-Mitarbeiter mit Hilfe der „Communications Workers of America“ (CWA) zu Gewerkschaften zusammengeschlossen, um bessere Verträge und Sicherheiten auszuhandeln (cwa-union.org).
Nach knapp zwei Jahren der Verhandlungen kam es nun zu einem großen Durchbruch und die neuen Verträge wurden ratifiziert und treten somit in Kraft.
Die CWA spricht von einem beispiellosen Sieg für die Videospiel-Industrie, der „neue Standards“ setze. Zu den neuen Rechten und Vorteilen der Angestellten gehören nun:
- Es gilt nun ein strengerer Kündigungsschutz und Abfindungen mit einem Umfang von über 9 Monaten der Gehaltszahlungen.
- Wenn nach einer Kündigung eine ähnliche Stelle wieder frei wird, gibt es das Recht, bis zu 14 Monate nach der Kündigung wieder eingestellt zu werden.
- Eine Garantie für hybrides Arbeiten mit 3 Tagen im Büro und 2 Tagen im Home-Office.
Außerdem muss Microsoft mit den Mitarbeitern künftig erst verhandeln und diskutieren, wie und ob künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen wird.
Warum ist das wichtig? Xbox hat angekündigt, im Verlauf der nächsten 12 Monate noch einmal bis zu 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlassen. Davon könnten auch Blizzards Angestellte betroffen sein, selbst wenn Blizzard gerade das erfolgreichste Unternehmen unter der Schirmherrschaft von Xbox ist.
Dieser Schutz durch die Gewerkschaft verspricht den Mitarbeitenden vorerst eine sichere Zukunft und zumindest umfangreiche Hilfen, sollten sie dennoch entlassen werden.
Gerade in Amerika haben Gewerkschaften oft noch einen schweren Stand. Anders als in Deutschland wird hier die Gründung von Gewerkschaften deutlich häufiger verhindert und durch verschiedene Kampagnen oft auch als negativ dargestellt. Nach den ganzen Skandalen in der Gaming-Industrie scheint langsam aber sicher ein Umdenken stattzufinden.
In jedem Fall sind das gute Nachrichten, die die kommende BlizzCon in ein noch etwas wohligeres Licht tauchen.
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