Blizzard bannt Großmeister in Hearthstone, kurz vor Saison-Start

Einen Tag, bevor die neue Saison im E-Sport von Hearthstone startet, hat Blizzard einen der 48 Großmeister, Paul „Zalae“ Nemeth, von dem Turnier verbannt. Man bezieht sich auf „Anschuldigungen“ gegen ihn.

Das ist der kurzfristige Bann: Am 9. April startet die neue Saison bei den „Hearthstone Grandmasters.“ 16 ausgewählte Spieler jeder Region treten gegeneinander an. Das sind die Großmeister, handverlesene Super-Spieler, von denen es nur 48 auf der Welt gibt.

Aber in der Region „Americas“ fehlt nun einer: Statt 16 Spielern, treten nur 15 an.

Denn Blizzard gab unmittelbar vor dem Start des Turniers bekannt:

„Hearthstone Esports ist bewusst, dass es Anschuldigungen gegen den Americas Grandmaster, Pual „Zalae“ Nemeth, gibt.

Bis zur Untersuchung haben wir Zalae davon ausgeschlossen, an allen E-Sports-Events in Hearthstone teilzunehmen.“

Hearthstone E-Sports, Tweet
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Ex-Freundin erhob Anschuldigungen schon im Janaur

Was sind das für Anschuldigungen? Blizzard führt das selbst nicht näher aus. Aber es ist offensichtlich, dass sie sich auf drei Monate alte Anschuldigungen einer Ex-Freundin von Zalae beziehen (via twitter).

Am 19. Januar veröffentliche die Streamerin und Community-Managerin von Mythgard, Rini, einen Post auf Twitter und ein Video auf YouTube:

  • Die beiden hätten zusammengelebt und laut Rini kam es am Ende der Beziehung zu Situationen, in denen sie ich von Zalae bedroht fühlte: Er habe sich vor ihr aufgebaut und sie bedrängt
  • Zum Ende der Beziehung sei er einmal so wütend geworden, dass er sie packte, aufs Bett warf, sich auf sie setzte und ein Kissen über ihr Gesicht hielt, so dass sie nicht mehr atmen konnte – Erst als sie rief „Ich kann nicht mehr atmen“, habe er von ihr abgelassen
  • Am nächsten Morgen habe er sie früh geweckt und ihr gesagt, sie müsse das Haus rasch verlassen, er fühle sich nicht mehr sicher
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In dem YouTube-Video spricht Rini über ihre Beziehung mit Zalae.

Rini beschreibt ausführlich die Schwierigkeiten in der Beziehung mit Zalae. Das Problem sei, dass sie eine starke Verbindung miteinander hätten, aber Zalae sei ein Kontroll-Freak, der dringend eine Wut-Therapie machen müsse.

Nach dem Bann von Zalae schrieb Rini, sie fühlt sich jetzt so “gehört”, dass sie sprachlos ist.

Hearthstone schmeißt Großmeister raus, streicht sein Preisgeld

Grandmaster wird erst als Teilnehmer vorgestellt, dann gebannt

Warum kommt der Bann erst so spät? Es ist nicht klar, warum man Zalae erst bei den 16 Teilnehmern vorstellte und ihn danach erst verbannte. Blizzard verweigert Seiten, die nachgefragt haben, jede weitere Stellungnahme und sagt lediglich: Man spricht nicht über interne Ermittlungen.

Aber der Bann von Zalae soll jetzt erstmal ein Jahr andauern.

Man kann wohl davon ausgehen, dass ein 16. Spieler für das große Turnier in Hearthstone gefunden wird.

Das Problem ist, dass es nur diese 48 Hearthstone-Großmeister gibt – das sind die 16 besten Spieler einer Region. Es ist schwer, zum Großmeister befördert zu werden. Für das Grandmaster-System wurde Blizzard auch kritisiert: Das fördere nur die besten Spieler, alle anderen könnten in der Form mit Hearthstone kaum Geld verdienen.

Blizzard sieht sich in 2021 schon zum zweiten Mal in einer Situation, dass sie sich mit Vorwürfen gegen einen prominenten Spieler eines ihrer Gamers auseinandersetzen müssen. Auch gegen den ehemaligen Superstar von Overwatch, Sinatraa, erhob eine Ex-Freundin schwere Vorwürfe:

Blizzard distanziert sich vom ehemals besten Overwatch-Spieler der Welt

Quelle(n): PC Gamer (auch Titelbild)
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KingOneDa

Ihr kennt das Sprichwort…
Es gibt immer 2 Seite der Medaille.
Ich denke Ihr könnte Euch den restlichen Teil denken.

Simpelrick

Mir fehlt die Relevanz zu Hearthstone hier.
Ich verstehe nicht ganz warum das Verhalten im Privatleben, vorallem das Verhalten in einer Beziehung, die völlig unbekannte Dynamiken hat, ausschlaggebend sind für einen Bann bei einem Turnier in einem Computer Spiel.
Das grenzt ja an chinesische Zustände mit social credit score.
Und wie bereits in einem Kommentar vorher erwähnt, wer kann den Wahrheitsgehalt überprüfen?
Frei nach Amber Heard : du bist ein Mann dir wird eh keiner glauben

Zuletzt bearbeitet vor 7 Monaten von Simpelrick
Daggett Beaver

Der Bezug zu Hearthstone ist klar – und das ist halt ein großer Unterschied zwischen eSports und traditionellem Sport:

Im eSport sind die Spieler der höchsten Ligen Repräsentanten der Firma, die hinter dem Spiel steht. Dazu kommt, dass sie wie im richtigen Sport auch eine Vorbildrolle haben.

Dass Spieler für dummes Verhalten im Privatleben auch von ihren Vereinen bestraft werden, gibt es übrigens auch im normalen Sport. So gab es schon Strafen des Vereines für Körperverletzungdelikte oder sogar dumme Twitter-Posts. Das ist normal, eben weil die Spieler auch im Privatleben Repräsentanten ihrer Vereine sind und dem Ruf des Vereines schaden.

Profi-Sportler – auch im eSport – deren ganzes Wirken darauf beruht, von vielen Menschen wahrgenommen zu werden, sind halt ähnlich wie ranghohe Politiker oder Beamte oder CEOs von großen Firmen öffentliche Personen.

Was die Vorwürfe selbst angeht:
Ich folge Zalaes Twitch-Stream schon sehr lange (knapp 6 Jahre) und weiß zumindest, dass er mit Rini (ebenfalls eine bekannte Streamerin) tatsächlich zusammen war. Er hatte für eine Zeit immer mal wieder eine Freundin für ein paar Wochen, die dann plötzlich wieder weg war. Als Zuschauer habe ich mich immer gefragt, warum Zalaes Beziehungen ständig kommentarlos wieder zu Ende waren und als jemand, der fast zwei Monate kontinuierliche Watchtime seines Streams hat, kann ich mir zumindest vorstellen, dass die Schilderungen von Rini stimmen könnten. Ob das so ist? Tja, das ist bei solchen Fällen immer schwierig zu sagen. Aber Tatsache ist, dass Zalae und Ríni sich seit Jahren kennen (mindestens 5 Jahre!) und Ich es für unwahrscheinlich halte, dass Rini hier plötzlich lügen würde, dazu fehlt auch die Motivation. Irgendwas wirklich erhebliches muss hier vorgefallen sein, nur ein gebrochenes Herz wegen dem Ende einer – recht kurzen – romantischen Beziehung ist als Motiv für eine Verleumdungskampagne nicht plausibel…

Kurzum:
Ich mag Zalae eigentlich, aber ich denke dennoch, dass die Vorwürfe im Kern mit hoher Wahrscheinlichkeit korrekt sind.

Ahennys

Es ist schon erstaunlich was man mit einem#MeeToo so alles anrichten kann.Nicht das ich ein solches Verhalten gegenüber Menschen befürworte.Mir drängt sich nur die Frage auf wenn das was sie da zum besten gibt wirklich passiert ist warum geht sie damit nicht zur Polizei?
Nein.Alles wird in öffentlichen Medien ausgeschlachtet.Blizz kann die Wahrheit hinter der Aussage nicht prüfen.Blizz kann die Aussage aber auch nicht ignorieren.
Es ist so.Die Tage kam die Schauspielerin Senta Berger mit Anschuldigungen dieser Art um die Ecke.Die Frau ist 70 und sie behauptet in ihrer Zeit als Schauspielerin von namhaften Personen belästigt worden zu sein.Nachprüfen kann es keiner.Beweise?Keine.Aber die betroffenen Personen sind erst einmal beschädigt in Ihrem Ruf.
Alles basiert auf Behauptungen und das wenigste ist bewiesen.
Nur im Netz gibt es keine Unschuldsvermutung bis zum Beweis.Hier bist du entweder Täter oder Opfer.Je nachdem wie dein “Gefolge” es sieht.

SenorChang

selbstjustiz?

Daggett Beaver

Was du schilderst ist das allgemeine Problem von Anschuldigungen, die einzig auf Zeugenaussagen beruhen und letztlich dann halt in einem “Aussage gegen Aussage”-Verfahren enden.

Wie auch ein Gericht wird sich Blizzard hier mit beiden Seiten auseinandergesetzt und dann entschieden haben, welche Partei sie für glaubwürdiger halten. Und das war dann wohl Rini. Da ich beide Beteiligten von ihren jeweiligen Twitch-Streams kenne kann ich sagen, dass mich das nicht überrascht.

Ist es deshalb sicher, dass Zalae hier der Schuldige ist? Nein, natürlich darf sich jeder selbst eine Meinung dazu bilden. Auch am Ende eines Gerichtsprozesses, der einzig auf Zeugenaussagen basiert, bleibt immer ein gewisser Zweifel.

“Unschuldsvermutung” und “Im Zweifel für den Angeklagten” heißt übrigens juristisch gerade nicht, dass die Schuld zu 100% sicher sein müsste – das ist eines der großes Missverständnisse im Rechtswesen. Es heißt lediglich, dass der Richter die Schuld für erwiesen hält, also davon überzeugt ist, dass der Angeklagte Schuldig ist. Geringfügige Restzweifel sind da nicht schädlich. “Im Zweifel für den Angeklagten” bedeutet nur, dass man im Zweifel einen Bias für den Angeklagten und nicht für den Kläger hat, also bei unklaren Situationen (z.B. 60% oder auch 80% sicher) eher dennoch zu einem Freispruch kommt. Bei 95% oder gar 99,9% sicher wird man jedoch stets zu einem Schuldspruch kommen, auch wenn Restzweifel bleiben…

Bauernschlau

Die von dir vorgenommene Einteilung in Prozente bezüglich einer Verurteilung, oder nicht, ist glücklicherweise keine Grundlage für Urteile. Es ist nicht entscheidend ob sich ein Richter zu einem Prozentsatz X sicher ist, denn wer will festlegen welcher Beweis oder Indiz nun zu welchem Prozentsatz führt? Entscheidend ist die Gewissheit des Richters bezüglich der objektiven Wahrheit. Und gerade bei Aussage gegen Aussage hat der BGH Kriterien festgelegt die vom Richter zu beachten und beurteilen sind. Eine Einteilung betreffend der Wertigkeit dieser Kriterien findet nicht statt. Hier mal ein Urteil als Beispiel, in welchem der Richter des Landgericht Aachen nicht den Kriterien des BGH entsprochen hat.

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&sid=450c2b8f53625b231ab4e386898a1bbc&nr=92439&anz=1&pos=0&Frame=4&.pdf

Das Urteil wurde vom BGH vollständig aufgehoben. Ich zitiere mal aus dem Urteil.

“In Fällen,in denen wie hier hinsichtlich des sexuellen Übergriffs in der Wohnung der Nebenklägerin „Aussage gegen Aussage“ steht, müssen die Urteilsgründe darüber hinaus erkennen lassen, dass das Tatgericht alle Umstände, welche die Entscheidung zugunsten oder zuungunsten des Angeklagten zu beeinflussen geeignet sind, erkannt, in seine Überlegungen einbezogen und auch in einer Gesamtschau gewürdigt hat (st. Rspr.; vgl. nur Senat, Urteil vom 7.Februar 2018 –2StR 447/17, juris Rn.8 mwN). Erforderlich sind insbesondere eine sorgfältige Inhaltsanalyse der Angaben, eine möglichst genaue Prüfung der Entstehungsgeschichte der belastenden Aussage, eine Bewertung des feststellbaren Aussagemotivs, sowie eine Prüfung von Konstanz, Detailliertheit und Plausibilität der Angaben (Senat,aaO mwN)

b)Diesen Anforderungen wird das angefochtene Urteil nicht gerecht.”

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