Backer will 24.000$ von Star Citizen zurück, hat Probleme dabei

Offenbar ist es gar nicht so leicht für Backer, große Summen zurückzuerhalten, die sie in das Space-Opus Star Citizen investiert haben. In einem Fall wurden nun Verbraucherschutz und Presse eingeschaltet.

Star Citizen ist ein SF-Mega-Projekt, in das mehr als 170 Millionen US-Dollar an Crowdfunding-Geld geflossen ist. Obwohl ein Release noch in weiter Ferne scheint, haben Spieler die Gelegenheit, reichlich Geld in Star Citizen zu stecken: Es gibt Pakete, Schiffsverkäufe, neulich wurden sogar Landrechte veräußert.

Die US-Seite Polygon berichtet jetzt von dem Fall eines Phillip Schulz. Der habe über 25.000 US-Dollar in Star Citizen investiert. Im September 2017 wollte er das Geld zurückhaben, aber 80 Tage später sei das noch nicht vollständig passiert. Dabei machte Schulz wiederholt Druck, bis er letztlich die Presse einschaltete.

Vor einigen Monaten gab es so eine ähnliche News schon mal, die hat sich aber als ein Fake herausgestellt, um Star Citizen zu schaden. Die Nummer jetzt scheint aber echt zu sein, wie Polygon nach Recherchen versichert.

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Über 25.000 US-Dollar investiert, 24.131$ will er zurück

Schulz begann 2012, in das Projekt zu investieren, kaufte dann immer mehr, bis er schließlich über 25.000 US-Dollar im Spiel gelassen hat.

Schulz verlor allerdings den Glauben an das Projekt, nachdem die Singleplayer-Kampagne „Squadron 42“ so häufig verschoben wurde. Schulz fand, Star Citizen mache zu wenig Fortschritt im Spiel an sich. Deshalb versucht er seit September 2017, sein Geld zurückzubekommen, aber das ist offenbar nicht so einfach.

Ein Teil des Geldes hat Schulz bereits abgeschrieben, weil es in Ingame-Währung oder Abonnements geflossen ist. Aber den Rest des Geldes will er zurück.

Er hat ausgerechnet, dass ihm 24.131 US-Dollar und 83 Cent an Rückerstattung zustehen.

Wollen sie wirklich die Gelegenheit verpassen, an diesem einzigartigen Projekt mitzuwirken?

Polygon zeichnet einen monatelangen Konflikt zwischen Schulz und der Firma hinter Star Citizen nach. Schulz wurde wohl mehrfach vertröstet, dass eine Rückerstattung ein komplizierter Prozess sei, immerhin schreibe man mit dem Modell bei Star Citizen Geschichte.

Polygon zitiert die Ansage, die der Backer bekommen hat, als er sein Geld zurückwollte: „Sie sind Teil eines seltenen und einzigartigen Entwicklungs-Prozesses und wir möchten, dass sie wissen, wir sehr wie ihre Beteiligung am Projekt schätzen … Wir werden ihnen mit Freude das Geld zurückerstatten, wenn sie das wünschen, aber ich will sicherstellen, dass sie verstehen, was sie verpassen, wenn Sie sich entscheiden, mit ihren Forderung fortzufahren.“

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Gegenüber Polygon gibt sich die Firma verschwiegen: Rückerstattungen seien ein diskreter Prozess, der von Fall zu Fall entschieden werde. Man behandle sie vertraulich.

Nach etwa zwei Monaten reichte es Schulz und er schaltete eine Art Verbraucherschutz ein, um seinem Drängen Nachdruck zu verleihen.

Bei Star Citizen berief man sich darauf, dass der Account von Schulz ein komplexer Fall sei, man habe nur ein kleines Team und tue das Möglichste, um den Anfragen gerecht zu werden. Da sei es nicht nötig, dass die Geschichte eskaliere.

Nachdem die Presse eingeschaltet war, floss ein Großteil des Geldes zurück

Ende November bekam Schulz dann einen Bruchteil des Geldes, etwa 1595 US-Dollar, zurück. Danach wollte Schulz aber wohl, dass die Sache eskaliert. Er wendete sich an die große US-Gaming-Seite Polygon und die übten dann mit Anfrage wohl auch eine Art Druck aus.

Nun schaltete sich bei Star Citizen einer der höchsten Figuren ein und löste den Fallbearbeiter ab. Danach wurde Schulz eine hohe Summe überwiesen. Am 10. Dezember hat Schulz etwa 17.200 US-Dollar zurückerhalten. Schulz reicht das aber noch nicht, er will den Rest des Geldes oder zumindest eine klare Absprache. Er ist es leid zu warten, will die Geschichte abschließen, klare Informationen und dann mit seinem Leben weitermachen.

Star Citizen

Polygon spricht davon, dass ihnen auch ein anderer Account bekannt sei, der 16.700 US-Dollar in Star Citizen investiert habe. Der versuche ebenfalls seit Monaten sein Geld zurückzubekommen – noch ohne Erfolg.

In der Community wird der Fall, wie so oft, gespalten aufgenommen:

  • Auf Polygon selbst wundern sich die Leser, um welche Summen es da geht, und man steht Star-Citizen skeptisch gegenüber
  • Im Entwickler-freundlichen Subreddit von Star Citizen halten die Fans die Berichterstattung der Mainstream-Presse für tendenziös, Refunds seien schwierig auch wegen des Graumarkts. Wer so viel Geld in Star Citizen investiere, der solle sich lieber sicher sein bei der Investition.

Aktuell ist Star Citizen in einen Rechtsstreit verwickelt:

Crytek verklagt Star Citizen

Autor(in)
Quelle(n): polygon
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