Autor von Mass Effect erklärt, warum er BioWare und Anthem verließ

Drew Karpyshyn gab bekannt, jetzt beim neu gegründeten Entwicklerstudio Archetype Entertainment zu arbeiten. Dabei erklärt er auch seinen Ausstieg bei Bioware. Dort sollte er eigentlich an Anthem arbeiten.

Wer ist Drew Karpyshyn? Karpyshyn war lange Zeit als Autor bei Bioware beschäftigt und schrieb dort an den Geschichten einiger bekannter Spiele mit. Zu diesen gehören unter anderem:

  • Baldur’s Gate 2
  • Star Wars: Knights of the Old Republic
  • Mass Effect 1 und 2
  • Star Wars: The Old Republic
  • Anthem

Darüber hinaus ist der Autor einiger Romane etwa zur Mass-Effect-Reihe und zu Star Wars. Im März 2018 verließ er Bioware, um als Freelancer zu arbeiten und weitere Bücher zu schreiben. Das war damals noch mitten in der Produktion von Anthem – Fans hatten gehofft, er würde dem Online-MMO eine besondere Story-Magie einhauchen.

Nun gab er bekannt, als Lead Writer zum kürzlich gegründeten Entwicklerstudio Archetype Entertainment dazugestoßen zu sein.

Drew Karpyshyn spricht über seine Zeit bei Bioware

Was macht Archetype? Das Entwicklerstudio wurde vom D&D-Verlag Wizards of the Coast gegründet. Dort entsteht unter der Leitung des ehemaligen Bioware-Mitarbeiters James Ohlen ein Science-Fiction-Rollenspiel im Stil von Mass Effect.

Bioware wurde zu kommerziell

Das sagt Drew Karpyshyn über seinen Ausstieg bei Bioware: Laut ihm war es zunächst sein Traum-Job, bei Bioware zu arbeiten und epische Spiele wie Baldur’s Gate oder Mass Effect zu entwickeln. Doch mit wachsendem Erfolg veränderte sich das Studio.

„Wir wurden kommerzieller. Wir waren weniger in der Lage, das zu machen, was wir liebten, und die Teams wurden dazu gedrängt, Spiele zu entwickeln, die auf Marktforschung und nicht auf unseren kreativen Instinkten und Leidenschaften basierten. Mein Traumjob wurde nur noch ein Job, und ich verlor die Begeisterung und Leidenschaft, die ich einmal hatte.“

Drew Karpyshyn

Wie sah die Situation bei Bioware aus? Spiele-Journalist Jason Schreier veröffentlichte bereits im April 2019 einen Bericht über die Zustände bei BioWare , die während der Entwicklung von Anthem herrschten.

  • Es hätte brutaler Crunch geherrscht, der die Entwickler auslaugte
  • Viele Mitarbeiter hätten deswegen Bioware verlassen oder seien vor Stress krank geworden
  • Das Team habe die Vision für Anthem verloren
  • EA-Chef Patrick Söderlund soll von einer ersten Demo des Spiels nicht begeistert gewesen sein, was zu einem Neustart der Entwicklung führte
  • Das Anthem, welches wir letztendlich bekommen haben, soll in nur 18 Monaten entstanden sein
  • Es gab außerdem viele Probleme mit der Frostbyte Engine

Da die Releaseversion von Anthem alles andere als gut ankam, gab Bioware nun bekannt, an einem Redesign, einer Art Anthem 2.0 zu arbeiten.

Archetype Artwork RPG
Achetype Entertainment arbeitet an einem Mass-Effect-ähnlichen RPG.

Die Magie ist wieder da

Was macht Drew Karpyshyn jetzt? Als Lead Writer ist er für die Story des neuen Spiels verantwortlich, welches derzeit bei Archetype ensteht. Über seinen neuen Arbeitgeber sagt er dies:

Mit Archetype wurde meine Leidenschaft neu entfacht. Das Gefühl im Studio erinnert mich an meine frühen Tage bei Bioware, ich kann die Magie in der Luft spüren. Und obwohl ich noch nicht zu tief in die Einzelheiten unserer Arbeit eintauchen kann, sorgen wir bereits für viel Aufregung in der Branche. Ich weiß, wir müssen in große Fußstapfen treten.

Mit Bioware war ich Teil eines Erbes, das für immer Bestand haben wird. Wir haben einige der beliebtesten CRPGs der letzten zwei Jahrzehnte erschaffen. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir bei Archetype das Talent und die Möglichkeit haben, etwas genauso Erstaunliches zu leisten!“

Drew Karpyshyn
Insider sagt: Mass Effect wird wiederbelebt, neues Spiel in Entwicklung
Quelle(n): PCGamer, Website von Drew Karpyshyn
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1 Monat zuvor

„EA-Chef Patrick Söderlund soll von einer ersten Demo des Spiels nicht begeistert gewesen sein, was zu einem Neustart der Entwicklung führte“

Da sieht man wieviel Einfluß Publisher wirklich haben. Selbst bei einem Entwickler wie Bioware.

Oldboy
1 Monat zuvor

Naja, der Publisher ist nunmal der Chef! Ist wie beim Film, der Regisseur ist nur ein Angestellter des Produzenten und dem darüber stehenden Studio.

Platzhalter
1 Monat zuvor

Er hat mir Mass Effect 1-3 näher gebracht. Cmdr. Shepard ist ein teil von mir. Ich habe diese Spiele in guter Erinnerungen (ich will das Tote Pferd ruhen lassen) und hoffe auf mehr und freue mich für ihn und das neue Studio

Das man seine Saves von Cmdr. Shepard mitnehmen konnte auf die anderen Teil war teil der Magie. Ist sowas wie mit Harry Potter gross zu werden, eben mit Mass Effect

Das alles ist vorbei und wird wahrscheinlich niemals wiederkommen. Aber ich hoffe auf mehr „Generationen/Mit dem Charakter wird man alt“ Singleplay Spiele. in einem MMO ist so was nicht möglich.. Okay Account mitnehmen bei dem Nachfolger ist auch super. Wenn es so was ist wie Mass Effects würde ich sofort „blind“ rein springen….

Alex
1 Monat zuvor

Jap ich denke das ist das Hauptproblem der heutigen Branche, weswegen auch immer wieder Überraschungen von kleineren Teams kommen.
Spiele Entwicklung und Design ist im Grunde ein Künstlerischer Vorgang den man nicht mit Statistiken und Zahlen einfangen kann, das nimmt diesem Vorgang eher die Seele und die Kreativität.
Was das für Auswirkungen hat sieht man eigentlich Aktuell bei allen großen publishern und Entwicklern.
Ist halt das Problem wenn man aus allem eine Wissenschaft machen muss wo es nicht nötig wäre.

Patrick
1 Monat zuvor

Vor allem manche Effekte mögen statistisch zwar Erfolg Versprechen kanibalisieren sich aber gerne gegenseitig und haben negative Wechselwirkungen….

Die eierlegende Vollmilchsau gibt es nicht.
Man muss sich für irgendeine Zielgruppe entscheiden. Wenn man alle Zielgruppen bedienen möchte bedient man keine Zielgruppe….

Die hätten wirklich mehr auf die Instinkte der damaligen Entwickler hören sollen…..
Ich fand damals schon die überzogene Kommerzialisierung schlecht…. Aber heutzutage schaffen es dir Triple A Spiele noch viel schlechter nicht wie aufgesetzt zu wirken.

Man hat immer das Gefühl Charaktere stehen wo sie stehen, weil das so bestimmt wurde, sagen Dinge weil jemand meinte „wir wollen einen ‚witzigen‘ NPC“. …

Damals wirkten Spiele noch viel organischer.

ratzeputz
1 Monat zuvor

Oh wie sehr ich seine Aussage „Mein Traumjob wurde nur noch ein Job“ nachvollziehen kann.
Noch viel besser finde ich seinen Schritt dann einfach zu sagen „Wisst ihr was … habts mich gern … ich gehe“
Viele Arbeitnehmer trauen sich das einfach nicht weil sie sich denken „Ich finde keinen anderen Job“ … „Es passt ja eigentlich eh … so halbwegs“ oder „Es könnte ja noch schlimmer kommen“ und versauern immer mehr in einem Job, der ihnen keine Freude macht, den sie nur ungern jeden Tag „absolvieren“ und sich dann schon am Sonntag Abend denken „Toll … morgen wieder in die Scheissbude“

Kein Job der Welt ist es Wert sich zu ruinieren und sein Leben quasi nur noch nebenbei zu leben.

Divine
1 Monat zuvor

Jup, an dem Punkt stehe ich auch gerade 😑
Allerdings will ich der gesamten Branche den Rücken kehren was es erwas schwieriger gestaltet als ich es gedacht hätte.

Man bräuchte mind. 1x im Leben nen Freifahrtsschein was komplett anderes zu machen…

ratzeputz
1 Monat zuvor

Den Punkt hab ich schon hinter mir. Mir hat die Branche meine Liebe zu dem Beruf so sehr versaut, dass ich mich komplett umorientiert hab und den Beruf per se nur noch zum Spaß aus Eigenantrieb und nach Lust und Laune mache.
Es war schwer, es brachte große finanzielle Einbußen aber letztlich bin ich glücklich in dem, was ich jetzt mache und würde es jederzeit wieder machen.
Wichtig ist vor allem, dass alle in deinem näheren Umfeld voll und ganz hinter dir stehen.
Hast du eine Frau die dir dann ständig in den Ohren liegt oder diese ganzen „Wärst du mal in deinem Job geblieben“ Klugscheißer … wirds psychisch natürlich schwieriger.

Aber wichtig is natürlich auch einen genauen Plan zu haben.
Ich wünsche dir, dass es dir gelingt

Scardust
1 Monat zuvor

Hat man, der Reset zieht aber auch einen Reset am eigenen Lebensstandard mit sich. Das ist es ja wovor sich eben die meisten „fürchten“.

Divine
1 Monat zuvor

Hat man ?
Und ja leider,…Rechnungen müssen halt bezahlt werden 😓

Scardust
1 Monat zuvor

Hab hier was dazu geschrieben: 851687
Klar müssen Rechnungen gezahlt werden, ich weiß ja nicht was du so alles mit dir schleppst, aber viele Dinge müssen auch nicht sein. Man muss sich dann halt an den neuen evtl. auch niedrigeren Lebensstandard anpassen. Ich hab schon einigen Leuten aufgezeigt wie sie aus ihren teilweise finanziell schwierigen Lagen selbst herauskommen, einige hatten Schulden, andere lebten über ihre Verhältnisse. Klar gute Bezahlung ist immer ein wichtiger Aspekt, hätte auch das doppelte verdienen können, dafür müsste ich nur andere Leute reinlegen und verarschen… ne sowas wollte ich nicht.

Und man hat immer eine Wahl! Ansonsten sich einen Plan machen, Kredite abzahlen sofern vorhanden, sparsam leben usw. ja ich weiß hört sich meist total bescheuert und einfach an, manchmal ist es das aber auch. Nur nicht den Kopf in den Sand stecken!

Bodicore
1 Monat zuvor

Jo mein Reset nach 15 Jahrem war nicht sehr erfolgreich im nachhinein denke ich das ich doch besser am alten Ort geblieben wär wink

Jetz bin ich soweit wie vorher aber mit 800Euro weniger Lohn

Es ist halt immer Risiko aber es kann auch nicht besser werden wenn man nix tut.

Scardust
1 Monat zuvor

Eben, habe mit 30 mich an einem Studium versucht und noch auf 20% gearbeitet. Leider war es für mich gefühlt zu spät mit Burnout noch dazu und nach einem Semester war schon wieder Schicht im Schacht. Habe dann noch 6 Monate so weitergearbeitet (20%) und zum Glück hat mich mein Arbeitgeber gerne wieder auf 100% eingesetzt. Hat mich auch ne Stange Geld gekostet (weniger Lohn, Kosten durchs Studium und Lebensunterhalt) aber immerhin hab ich es probiert.
Klar es gibt keine Garantie, dass es nach einer solchen Entscheidung besser wird, aber wer es nicht versucht, wird es niemals erfahren. Man kann sich natürlich auch mit der Situation arrangieren und das beste daraus machen.

Luripu
1 Monat zuvor

„Spiele zu entwickeln, die auf Marktforschung und nicht auf unseren kreativen Instinkten und Leidenschaften basierten.“

Genau deswegen gehen viele gute Studios den Bach runter.
Manager:Wir brauchen keine Single Player Games,
der Markt will Multiplayer Service Games.
Dann kommt sowas wie Anthem dabei raus.

Scardust
1 Monat zuvor

Auch mit so einer Vorgabe wie von dir beschrieben kann man etwas gutes abliefern. Tatsache ist halt, dass mit dem Herrn (Name fällt mir gerade nicht ein) der von Bioware weg ging auch die Teams Kopflos waren. Man wusste nicht wohin, hatte keine Vision… das eine kleine essentielle Zahnrad das den Motor am Laufen hilt war plötzlich weg.

ephikles
1 Monat zuvor

ja, Marktforschung ist ne super Sache..

Ich stell mir das dann immer in etwa so vor:
1. Ein Pizza-Lieferservice läuft super
2. Ergo: ganz viele Pizza-Lieferservices zusätzlich machen!
3. Wundern, warum keiner der Pizza-Lieferservices mehr so richtig läuft

Ein Magen hat halt mal nur ca. 1,5l, und der Tag hat nur 24h.. da kann man nicht beliebig viel Pizza oder GAAS reinquetschen!

N0ma
1 Monat zuvor

Spiele (Software) nach Stempeluhr entwickeln funktioniert halt nicht, mein Reden. Deshalb sind Aussagen wie „es dauert solange wie es dauert“, die richtige Vorgehensweise, auch wenns Aktionären die Tränen in die Augen treibt.

Atain
1 Monat zuvor

Er hat schon tolle Stories und Welten erschaffen. Umso mehr würde mich interessieren, wie ein Maß Effect 3 mit ihm als Autor geworden wäre

Patrick
1 Monat zuvor

Mit dem Patch bei dem das Ende etwas überarbeitet wurde fand ich ME3 eigentlich voll in Ordnung….

Ist mir sogar etwas lieber als der erste Teil welcher ein in meinen Augen sehr schlechtes Pacing hatte….. Zwischendurch wurde das Spiel zäh wie Kaugummi. ME 3 wiederum hatte an Spieltiefe und RP verloren….

Me2 war mein allerliebster Teil. Mehrfach durchgespielt Dank interessanter Klassen bei denen ich mehrere ausprobieren wollte. Knackig kompakter Story die dauerhaft spannend blieb und auch wieder mehrere Storyausrichtung en bot.

Scardust
1 Monat zuvor

ME2 war einfach nur genial, im ersten Teil hatten mich die Biotiken z.B. immer interessiert fand aber die Einsatzmöglichkeiten nicht gut vom spielerischen Aspekt her… und im 2ten einfach Klasse. Wie man die um die Ecke pfeffern konnte, achja. Die Story war genial, viele Wendungen und auch richtig Druck dahinter und der Abschluss, also der Endboss einfach nur dem Spiel würdig. Bei ME3 hat man aber einfach die letzten 10% vom Game versaut, kein Endboss…. wie kommt man nur auf so einen schei***? Die Überarbeitung hats nicht wesentlich besser gemacht, da fehlte mir einfach der fette Endfight.

Snake
1 Monat zuvor

Mass Effect 3 hatte doch mehrere endbosse. Marauder Shield, den Unbekannt, den Katalysator und letzten Endes das eigene Gewissen bezüglich der Wahlmöglichkeiten xD

Scardust
1 Monat zuvor

Ich meinte wirklich Endboss, so wie beim 2. Teil, also ein Finaler Bosskampf, wie Saren oder der Menschen Reaper… das war einfach episch und saugut.

Patrick
1 Monat zuvor

Dennoch so ein was wäre wenn. Wäre schon schön die Antwort zu kennen.

Atain
1 Monat zuvor

Ich mochte me 3 auch sehr. Es hat vieles gepasst und die „Magie“ des ganzen ME Universums war ja such noch da. Nur ging es vor allem Story technisch auf den letzten Metern steil bergab. Alles wurde über den Haufen geworfen, alle vorigen Entscheidungen und Wendungen waren mit einem Mal obsolet.
Da wäre es einfach interessant zu wissen, was der eigentliche Kopf hinter der Story für den dritten Teil im Sinn hatte smile

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