Hideaki Anno ist momentan der CEO von Khara Inc., wurde aber als Regisseur des Animes Neon Genesis Evangelion bekannt. Er verrät jetzt, wie er bei Serien vorgeht und woran sich andere Animationsstudios halten sollten. Und dabei zieht ihr den Kürzeren.
Wofür ist Hideaki Anno bekannt? Hideaki Anno war der Regisseur von Neon Genesis Evangelion. Damals arbeitete er noch bei dem Animationsstudio Gainax, das allerdings seit 2015 keinen Anime mehr produzierte. Erst kürzlich wurde das Studio geschlossen. Dafür verfasste Anno, der zu dem Zeitpunkt nicht mehr für das Studio arbeitete, emotionale Abschiedsworte.
Sein jetziges Unternehmen arbeitete an animierten Filmen zu Evangelion und wirkte an Kaiju No.8 sowie Mobile Suit Gundam GQuuuuuuX mit. Er konnte also in den letzten Jahren viele Erfahrungen in der Anime-Industrie sammeln und eine erfolgreiche Karriere aufweisen, da der Niedergang von Gainax erst nach seinem Austritt erfolgte.
Der Regisseur verrät jetzt gegenüber Forbes Japan, wie er seine Serien angeht. Und die meisten von euch ignoriert er dabei völlig.
Animes sollten sich nur an Japan orientieren
Was macht er bei Animes anders? Ihm zufolge würden japanische Animationsstudios viel zu schnell an den Westen denken. Für die Zuschauer in Europa müssen beispielsweise andere Sachen bedacht werden als in Japan, was an der Kultur oder geltendem Recht liegt. Aber Anno sei das egal. Für ihn seien die Sprachbarrieren kein Problem, dafür aber das Denken der Menschen:
Ich konzentriere mich darauf, was in Japan gut ankommt und unterhält, und wenn ich Glück habe, freue ich mich, wenn es auch im Ausland Anklang findet. […] Ein Werk, das aus japanischen Gedanken besteht, ist schwer verständlich, wenn es nicht auf Japanisch ist. Film hat visuelle und musikalische Elemente, daher gibt es meiner Meinung nach weniger Sprachbarrieren als in anderen Bereichen. Aber die Dialoge sind trotzdem auf Japanisch, und es ist ein Drama über Menschen, deren Emotionen auf japanischen Denkweisen basieren.
Er bittet das Publikum im Westen zudem, sich an Animes anzupassen, nicht umgekehrt. Als weiteres Beispiel nennt er das Animationsstudio Ghibli. Anno ist der Ansicht, dass auch Hayao Miyazaki überhaupt nicht an ausländische Märkte denke.
Was denken Fans im Westen darüber? Die User in Reddit können das sogar vollkommen nachvollziehen. Viele sind der Ansicht, dass ein Regisseur sich nicht nach ihnen oder anderen richten solle. Man solle die Dinge mit Leidenschaft angehen, statt etwas zynisch zu erstellen, nur um einem bestimmten Publikum zu gefallen.
Das sieht man auch an Neon Genesis Evangelion. Der Anime entstammt der Furcht des Regisseurs, die Welt würde im 20. Jahrhundert durch eine nukleare Katastrophe untergehen. Der Anime wurde zu einer der bekanntesten Serien aus Japan.
Auf Mechs hat MeinMMO-Redakteurin Jasmin keine Lust. Sie toleriert die gigantischen Roboter in Animes nicht und schaltet lieber weg. Die Theorie von MeinMMO-Dämon Cortyn: Hätte sie Neon Genesis Evangelion gesehen, wäre das nicht der Fall – Ich dulde viele verrückte Sachen in Animes, aber bei einer Sache ziehe ich eine klare Grenze
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Wenn man mal den Wikipedia-Eintrag über Hideaki Anno durchliest, können einem schon Zweifel daran kommen, ob man sich an seine Gedankenwelt anpassen sollte.
Für mich liest sich das auch alles andere als typisch japanisch.
Und es ist ja auch nicht wirklich so, dass er mit seinen Werken immer den Geschmack der Japaner getroffen hätte.
Vor diesem Hintergrund würde ich gerne wissen, was genau in seinen Augen “Emotionen, basierend auf japanischen Denkweisen” sind.
Das Thema Kultur und geltendes Recht hätte auch weiter ausgeführt werden können.
Ein bissl konkreter müsste er schon werden, wenn wir uns anpassen sollen. 😉
Was mich angeht:
Kaiju No.8 fand ich gut.
Mobile Suit Gundam GQuuuX, meeh… (Keine Ahnung warum das so hoch bewertet wird. Ich tippe einfach mal auf einen Bonus bei alteingesessenen Fans des Franchises.)
Und Ghibli ist zu 95% Kinder- bzw Familien-Kino.
Das hat für mich aber nicht viel mit japanisch / westliche Welt zu tun, sondern mit persönlichen Präferenzen was Genre und Zielgruppe angeht.
Stimme da zu, ABER dann müssen die Regisseure und die Zuschauer auch damit rechnen, dass sie bei uns im Westen nie erscheinen da sie zu stark zensiert werden müssen, weil bei einigen Animes (Brutalität jetzt ausgeschlossen), doch recht (sorry das ich es so sage), teil schon krankhafte/perverse Inhalte vertreten sind die über die normale Sexulisierung ist Animes hinausgeht und dies zu versuchen “Kultur”bedingt zu rechtfertigen, fände ich schon krass.
Sonst gesagt bin ich bei ihm, sollten Animes ihrem original treu bleiben. Wenn die Inhalte keine Zensur benötigen bzw. zu erwarten haben, sollten die Animes genau so bei uns laufen wie sie dann in Japan laufen würden.
Ironischerweise gibt es Fälle, bei denen der Autor selbst die Charactere weniger umstritten entwickeln wollte, aber der Verlag ist dann reingegrätscht.
Als Beispiel gilt da ‘Gushing over Magical Girls’.
Viel Girl on Girl, BDSM Elemente, es geht auch konventionell durchaus brutal vor.
Der ‘Dealbreaker’ für die meisten Leute ist beim Alter der Charactere, sie sind zwar schon in der Pubertät, aber halt eher im Bereich 13-14 Jahre. Der Autor wollte die Mädchen 16 oder älter machen, aber da hat dann der Verlag auf dem Alters-Downgrade bestanden.
Der Manga dazu war dann auch noch deutlich konventionell brutal, die Charactere hauen sich gerne auch mal gegenseitig grün und blau, und stärkere Verletzungen sind an der Tagesordnung. Der Anime dreht das runter und setzt einen höheren Fokus auf den ‘Fanservice’.
Ok, interessant. Ich als erwachsener Mann finde es nicht wirklich reizvoll, wie von dir beschrieben 13-14 aussehende Mädchen (auch wenn sie 16 oder älter sind) zu sehen, wie es G on G Action gibt oder BDSM im Anime gibt.
Klar gibt es Fetische, aber in vielen Animes sehen die Charaktere oft minderjährig oder doch sehr sehr jung aus, dass man von der Optik nicht erkennt, dass es eine “reife”, erwachsene Frau in dem Moment ist.
Aber Geschmäcker unterschieden sich halt, auch wenn einige sehr fragwürdig sind 😅
Die ursprüngliche Intention des Autors war, darzustellen wie es sei, wenn man gerade in dem Lebensabschnitt ist, in dem man mit den ganzen neuen Gefühlen und Eindrücken klarkommen muss, und vor allem auch darum, das auch Mädchen/junge Frauen das durchlaufen, was halt meist unter den Tisch fallen gelassen wird. Und dabei nicht nur die entwickelnden Gefühle, unter Umständen auch bezüglich des selben Geschlechtes, sondern auch was Fetische betrifft.
Die ‘Heldin’ zum Beispiel ist absolut von Magical Girls besessen, hat viele Fanartikel, aber bevor sie als das böse Magical Girl ‘Magia Baiser’ erweckt wurde, hatte sie keine Ahnung was BDSM betrifft….und als ihr Maskottchen ihr irgendwann mal eine BDSM Zeitschrift unterjubelt, erwacht das Interesse für die dominante Seite in ihr, die sie als ‘Magia Baiser’ an den ‘guten’ Magical Girls der ‘Tres Magia’ Gruppe auslebt. Gleichzeitig macht eine der Tres Magia die Erfahrung, das sie masochistisch veranlagt ist…..