Sony setzt stur auf Service-Games, nachdem sie ihr bestes Service-Game gekillt haben, und langsam kann ich es nicht mehr hören

Concord Trailer Frau PSLogo

Nach dem Ende von Destiny 2 und dem Scheitern der Vergangenheit möchte PlayStation weiterhin in Live-Service-Games investieren, und MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes kann es nicht mehr hören.

Wer die letzten Jahre nur ein bisschen im Gaming-Kosmos unterwegs war, hat bestimmt schon zigmal den Begriff Live-Service gehört. So begehrt wie der Schatz in One Piece scheint der Erfolg zu sein, den Spiele wie Fortnite erreicht haben.

Dass genau dieser Ansatz öfter scheitert, als dass er Erfolg hat, kann man auch bei Sony und PlayStation sehen. Concord war so ein Flop, dass der Shooter nach nur 12 Tagen abgeschaltet wurde. Auch beim von vielen Fans geliebten Destiny 2 wurde die aktive Entwicklung gestoppt, obwohl man für Entwickler Bungie 2019 3,6 Milliarden US-Dollar blechte.

In einem Interview mit Famitsū sprach Hideaki Nishino, der CEO von Sony Interactive Entertainment (der Gaming-Sparte von Sony), über Live-Service-Games, und wie es scheint, möchte man weiter an dieser Strategie festhalten. Man möchte First- und Third-Party-Content liefern und ständig etwas bereitstellen.

Und selbst wenn man davon ausgeht, dass sie ein erfolgreiches Live-Service-Game herausbringen: Wie lange kann es halten?

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Man kann nicht einfach gewaltsam ins Genre einbrechen

Service-Games haben ein großes Problem: Sie stehen immer in Konkurrenz zueinander, und als Spieler muss man sich ihnen unterwerfen: Daily-Quests, Login-Boni und zeitexklusive Events versuchen, die Spielerschaft täglich anzulocken. Aber Zeit ist begrenzt und somit auch die Bereitschaft, sich in neue Service-Games zu stürzen. Wenn jemand schon Fortnite oder Genshin Impact aktiv spielt, fehlt schlicht die Zeit, ein weiteres, zeitintensives Service-Game zu zocken.

Gleichzeitig ist die Erfolgserwartung ein großes Problem. Investiert man etwa 400 Millionen US-Dollar in ein Spiel wie Concord, erwartet man früh positive Signale und sogar Ergebnisse. Aber nicht jedes Service-Game kann direkt ein Erfolg sein. Manche Spiele wachsen erst mit der Zeit und zeigen der Community, was wirklich dahintersteckt – das zeigte etwa Rainbow Six Siege von Ubisoft – erst mit der Zeit mauserte sich der Shooter zu einem großen Erfolg, weil Ubisoft nicht aufgegeben hat (Quelle: gamesindustry.biz).

Aber auch andersherum kann es Schwierigkeiten geben. Selbst wenn ein Spiel anfangs funktioniert und Erfolg hat, muss es weiterentwickelt und unterstützt werden. Im Falle von Destiny 2 hat das scheinbar nicht funktioniert, und das war eines der besten Service-Games von Sony.

Die Erwartungshaltung scheint zu groß zu sein, und ich bezweifle, dass man plötzlich ein neues Fortnite herausbringt, das genauso erfolgreich sein wird. Selbst Spiele wie Helldivers 2 oder ARC Raiders, die ziemlich erfolgreich waren, verlieren nach einer gewissen Zeit die Spieler, und darauf sollte man gefasst sein, denn das ist natürlich.

Viel wütender und frustrierter machen mich aber die Konsequenzen. Hinter diesen Games stecken Studios mit vielen Mitarbeitern. Wenn ein Studio geschlossen wird, geht die Erfahrung vieler Veteranen flöten. Einige Entwickler verlassen die Branche gänzlich, und das ist furchtbar schädlich für die Zukunft. Dadurch geht Wissen und Erfahrung verloren, ein Gut, das Gaming auf lange Sicht grundsätzlich schädigen könnte.

Sonys größte Stärke liegt woanders

Sony hat, zumindest meiner Ansicht nach, eine viel größere Stärke als Live-Service: Prestige-Singleplayer-Titel – und die fehlen in der PS5-Generation. Zwar gibt es Spiele wie Ghost of Yotei oder Spider-Man 2, aber das ist zu wenig und auch nicht wirklich nachhaltig, wenn man bedenkt, wie hoch das Budget dieser Spiele zu sein scheint. Wie Forbes berichtete, soll Spider-Man 2 fast 300 Millionen US-Dollar gekostet haben.

Solche AAA-Games kosten Geld und viel Zeit. Da sollte Sony etwas herunterfahren. Kleinere Spiele entwickeln, die den Entwickler und Publisher aber regelmäßiger in den Vordergrund stellen.

Aber hier spreche ich wohl als Spieler, der neue Erfahrungen sehen möchte, die eben nicht so gut zu monetarisieren sind wie klassische Service-Games.

Ganz frei sprechen kann ich mich von den Service-Games aber nicht, denn ich freue mich auf eines. Im Interview mit Famitsu erwähnte Nishino das kommende Fighting-Game Marvel Tōkon: Fighting Souls. Dieses Spiel ist eine Kollaboration der PlayStation Studios, Arc System Works und Marvel Games.

Marvel Tokon Green Goblin
Coole Charakter-Designs können auch mich zu Service-Games verleiten.

Mit diesem Spiel könnte man ein für Fighting Games erfolgreiches Spiel abliefern, das man durchaus als Service-Game bezeichnen könnte. Fighting Games sind, dank DLC-Kämpfern und Kostümen, Service-Titel, die länger monetarisierbar sind. Sie erreichen zwar nie gigantische Zahlen wie Fortnite, können aber eine treue Kerncommunity aufbauen, die gerne Geld investiert – zusammen mit der Marvel-Lizenz hat man hier auf jeden Fall eine gute Basis.

Und genau so etwas könnte der richtige Schritt sein: nicht nach einem neuen Fortnite zu suchen, sondern kleinere Titel als Service-Games aufzubauen, die sich an eine Kerncommunity richten und nicht endlos viel Zeit fressen. Dadurch spart man nicht nur Kosten, sondern kann planbare Einnahmen generieren – aber das ist wohl ein ziemlich naiver Gedanke.

Welche Live-Service-Games zockt ihr und habt ihr überhaupt noch Zeit und Bock auf neue? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare. Abseits vom Horrorbegriff Live-Service fehlt mir bei der PS5 schon länger das Feuer, das Sony so besonders gemacht hat: Die PS5 ist mittlerweile echt langweilig geworden, weil Sony seine größten Stärken vergessen hat

Quelle(n):
  1. PCGamer

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