Ein Schurke von Marvel hatte dasselbe Potenzial wie Oberboss Thanos, doch MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes ist bis heute enttäuscht davon, wie er im MCU genutzt wurde.
Bevor sich Thanos 2018 auf die Erde begab und die Avengers besiegte, legte sich ein anderer Schurke mit der Heldentruppe an. 2015 entwickelten Bruce Banner und Tony Stark die KI Ultron im Film Avengers: Age of Ultron.
Das ist ein bekannter Schurke aus den Comics, doch trotz coolem visuellem Design bin ich immer noch enttäuscht von seiner Umsetzung, denn er hätte sogar mit Thanos mithalten können.
Schon der Titel ist ein Problem
Grundsätzlich wird Ultron anfangs gut und sogar düster inszeniert. In einer Szene, in der die Avengers ausgelassen feiern und damit spielen, wer dem Hammer von Thor eigentlich würdig ist, taucht plötzlich ein kaputter Roboter auf und fragt die Avengers, wie sie überhaupt würdig sein können, sie seien alles Killer.
Die Prämisse ist heute sogar noch besser als damals: Eine KI, erbaut von den schlausten Köpfen der Erde, soll den Menschen helfen, wendet sich aber gegen genau diese, weil sie zum Schluss kommt, dass das die beste Lösung für die Menschheit sei.
Aber danach kommt es zu einem Fehler, den das MCU öfter macht: Ultron wird zum Wegwerfschurken für einen einzigen Film. Das macht schon den Titel Age of Ultron
(zu Deutsch: Zeitalter von Ultron) etwas ironisch, denn sein Zeitalter hielt nicht mal im Film selbst wirklich lange.
Wie man das Konzept von Ultron besser umsetzt, zeigte die Comicreihe Age of Ultron aus dem Jahre 2013 von Brian Michael Bendis. Die Welt endet in einer Dystopie, weil sich Ultron trotz unzähliger Niederlagen (seinen ersten Auftritt hatte er bereits 1968) immer weiterentwickelt und irgendwann an den Punkt kommt, stärker und klüger als all die Helden der Erde zu sein.
Die Reihe schafft es auch, besser mit dem Thema Schuld umzugehen. In den Comics erbaute Hank Pym (der erste Ant-Man) die KI und in der Reihe wird das regelmäßig betont und auch zu einer möglichen Lösung des Problems. Dadurch entsteht die Frage, ob man Pym überhaupt die Schuld geben könne. Immerhin habe er sie nicht dazu programmiert, so zu werden. Die KI kam selbst zu dem Schluss.
Ungenutztes Potenzial
Ultron fühlt sich im Gesamtkontext des MCUs bis auf die Geburt von Vision, irrelevant an. Als Figur und Konzept wird er nicht ergründet, sondern zu einem simplen Schurken degradiert, obwohl da so viel mehr drinsteckt. Man hätte Tony mehr in den Vordergrund stellen können und eben seinen Umgang mit Technik und Wissenschaft – ein Thema, das in seiner eigenen Iron-Man-Trilogie relevant war.
Außerdem fehlt die Komponente einer immer weitergehenden Evolution. Ultron ist eine KI, die sich stetig anpassen und verbessern kann, das wird im Film aber nie in seiner Gänze versucht, aber das geht auch nicht. Ein Film reicht nicht, um einen so spannenden Schurken zufriedenstellend umzusetzen.
Interessanterweise zeigte das MCU in der Animationsserie What If…, wie es richtig geht. In der 1. Staffel wird ein Was-wäre-wenn-Szenario gezeigt, in dem er gewinnt, die Avengers tötet und es sogar schafft, Thanos zu erledigen und seine Infinity Steine an sich zu nehmen. Dabei gibt es eine spannende Konfrontation mit dem Watcher, einer Entität, die alles beobachtet, sich aber nicht einmischt. Für Ultron ist das unverständlich, der sich danach ums Multiversum kümmern will.
Das Spannende an Ultron ist, dass er keine Alienbedrohung ist, sondern fest mit der Wissenschaft verzahnt ist, einem Element, das viele bekannte Marvel-Helden nutzen. Eine Personifizierung der Gefahren, die durch Tony, Bruce oder Hank entstehen können.
Ultron hat dieselbe Herangehensweise wie Thanos verdient, da er eine genauso große Bedrohung sein kann wie der Alien-Titan.
Ein interessanter Ansatz wird trotzdem fortgesetzt
Das philosophische Gespräch zwischen Ultron und Vision über den Tod, Angst und die Menschheit gehört zu den Highlights des Films. Beide haben eine andere Herangehensweise, und das sind genau die Konzepte, die man hätte weiter ausarbeiten müssen, denn nicht die direkten Kämpfe mit Ultron sind spannend, sondern die Ideen hinter dem Schurken.
Vision ist quasi das Gegenteil, obwohl er ihm sogar zustimmt, dass die Menschen dem Untergang geweiht sind. Darin sieht Vision aber eine gewisse Schönheit. Mehr davon hätte Age of Ultron zu einem besonderen Film im MCU gemacht, heutzutage ist der Film recht vergessenswert.
Auch wenn wir Ultron wohl nicht mehr als großen Schurken erleben werden, gibt es zu meinem Glück aber bald mehr von den Gesprächen zwischen ihm und Vision. Am 14. Oktober 2026 startet die Serie VisionQuest, die die beiden wieder zusammenbringt, und da könnte das ungenutzte Potenzial endlich wieder zu sehen sein.
Aber was haltet ihr von Ultron und dem 2. Avengers-Film? Hättet ihr euch mehr vom Schurken gewünscht oder reicht euch der eine Konflikt? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare. Mehr zu den Schurken aus dem Marvel-Universum erfahrt ihr hier: Die 10 stärksten Schurken aus den Filmen von Marvel im Power-Ranking
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