Der große Knall von Ashes of Creation kam trotz langer Warnung für viele Spieler sehr plötzlich. Doch was hinter den Kulissen passiert ist, war bislang unklar. Ein YouTuber behauptet, zu wissen, was wirklich geschah.
Um wen geht es? YouTuber Kira beschäftigt sich auf seinem Kanal vor allem mit den Hintergründen und News zu MMORPGs und anderen Online-Spielen. Besonders zu Ashes of Creation hat er viele Inhalte veröffentlicht und auch immer wieder vor Problemen gewarnt.
Seine Glaubwürdigkeit stützt er darauf, dass eine interne Quelle ihm bereits im November den überraschenden Steam-Release korrekt vorhergesagt hatte. In seinem neuesten Video spricht er über die Hintergründe von Ashes of Creation und die jüngsten Entwicklungen rund um das MMORPG.
Das MMORPG ist im Moment noch spielbar:
Neue Eigentümer für Ashes of Creation
Was erklärt der YouTuber? Unter Berufung auf die Quelle, die ihm bereits den Steam-Release vorhergesagt hatte, erklärt Kira, dass das Entwickler-Studio „Intrepid Studios“, das hinter Ashes of Creation steht, an eine „Private-Equity“-Firma verkauft wurde.
„Private-Equity“-Firmen sind Kapitalgeber, die Unternehmen kaufen, um damit Profite zu machen. Diese neuen Eigentümer sollen laut dem YouTuber andere Pläne für die Zukunft von Ashes of Creation gehabt haben als der ehemalige Geschäftsführer.
Laut Kira gab es zunächst am 29. Januar tatsächlich den internen Plan, die Entwicklung mit rund 70 Mitarbeitern weiterzuführen und ins kostengünstigere Ausland auszulagern. Doch dieser Plan hielt laut dem Video keine 24 Stunden.
Der YouTuber berichtet, dass sich die Ereignisse überschlugen: Gründer Steven Sharif sei zurückgetreten, der verbleibende Vorstand habe sich kurz darauf gegen das „kleine Team“ und für die „nukleare Option“ entschieden.
Laut einem Dokument, das Kira im Video zitiert, ist der aktuelle Stand nun nicht mehr das Outsourcing, sondern eine „vollständige und permanente Betriebsschließung“. Die Idee, das Spiel im Ausland billig weiterzuentwickeln, ist laut Kira aktuell vom Tisch und es steht die totale Schließung im Raum.
Steven Sharif selbst schweigt aus „rechtlichen Gründen“ derzeit weitgehend, zuletzt schrieb er aber auf Discord:
„Bitte warten, bis weitere Fakten vorliegen, bevor solche Schlussfolgerungen gezogen werden. Das Internet ist nicht gerade geduldig, aber leider erfordert der Rechtsweg Geduld. Man kann sich nicht vorstellen, wie schwer es mir fällt, zu schweigen. Aber ich muss es tun. Wenn die Unterlagen veröffentlicht werden, wird es klarere Fakten geben, auf die man sich beziehen kann.“
Steven Sharif auf Discord
Hier könnt ihr das vollständige Video sehen:
Die Mitarbeiter vor dem Scherbenhaufen
Was passiert mit den Mitarbeitern? Die Mitarbeiter sind wohl die größten Leidtragenden des Konflikts. Laut dem Kündigungsschreiben, das dem YouTuber vorliegt, endet das Arbeitsverhältnis für alle Positionen und Titel zum Geschäftsschluss am 2. Februar 2026.
Die Vorwürfe, die Kira hier erhebt, wiegen schwer: Laut seinen Informationen sollen die Mitarbeiter weder ihr letztes reguläres Monatsgehalt noch Boni für erreichte Alpha-Ziele, Abfindungen oder Auszahlungen von Urlaubsansprüchen erhalten. Sie sollen laut dem Video von heute auf morgen völlig ohne Bezahlung dastehen.
Ob Ashes of Creation überhaupt noch eine Zukunft hat, bleibt weiter fraglich. Die Informationen des YouTubers stützen sich auf Leaks und interne Dokumente. Sollten sich diese jedoch bewahrheiten, ist der Traum vom MMORPG in seiner ursprünglichen Form wohl Geschichte. Bei den ersten Entlassungen versuchte der Chef noch zu beschwichtigen: Beim Studio hinter Ashes of Creation gab es Entlassungen, der Studio-Chef beruhigt die Fans des MMORPGs
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Ich bin wirklich auf das Folgevideo von Kira und all die Infos gespannt, die er hier ja bisher nur hat anteasern können. Denn auch wenn er Stevens Statement zum Niedergang von Intrepid Studios zwar als wahr einstuft, widerspricht allein die Tatsache, dass ein Board diese Entscheidung treffen bzw. erzwingen konnte den wiederholten Beteuerungen Stevens, dass Ashes of Creation vollkommen eigenfinanziert und er deshalb niemandem Rechenschaft schuldig war.
Wirklich leid tun mir die Entwickler, die mit viel Leidenschaft daran gearbeitet haben die Vision von Ashes of Creation zum Leben zu erwecken. Die die am wenigsten für die jetzige Situation können, trifft es wie immer am härtesten.
Schon 2018 stand bei MMMO “Gründer Steven Sharif zahlt das Projekt als Millionär weitgehend aus eigener Tasche”. 😶
Die Entwickler wurden immerhin für ihre geleistete Arbeit bezahlt, wer wirklich Geld verloren hat wenn das Projekt stirbt sind andere. Mir tuts leid wenn das Projekt stirbt, war ja eine der westlichen Hoffnungen. Ist immer schlecht wenn es zu so einem Knall kommt, statt sich zu einigen wie man das retten kann.
Möglicherweise hat Sharif Anteile an Investoren verkauft, wahrscheinlich um weiteres flüssiges Geld zu bekommen. Das ist ein ganz normaler Vorgang. Hätte ihm vielleicht zu denken geben können, da vorher auf die Spartube zu drücken, hinterher ist man natürlich immer schlauer. Anscheinend, muss man ja dazusagen aktuell, gibts leichte Differenzen was im Problemfall passiert, das sagt zumindest sein Statement.
In den letzten Tagen findet man allerorts Stevens wiederholte Aussage: Es gibt keine Investoren, es kann ihm niemand rein reden. Trotz gegenteiliger Belege, die schon länger kursierten.
Ich werde nicht sagen, dass jeder der Geld in Ashes of Creation rein gesteckt hat selbst schuld ist, aber selbst als ich das Game noch sehr ausdauernd verfolgt habe und die Hoffnung hegte, dass daraus ein (in meinen Augen) gutes Spiel entstehen könnte, habe ich lediglich 10$ in Apocalypse gesteckt 😅 Ich wäre aber niemals wirklich auf die Idee gekommen die horrenden Preise für Alpha/Beta Pakete oder Cosmetics zu zahlen.
Dagegen stehen die Entwickler von Intrepid vollkommen unverschuldet von jetzt auf gleich mit ausstehenden Gehalts- und Bonusansprüchen ohne Job da und das in einer Branche, die schon seit einigen Jahren enorm unter Druck steht. Also mir stellt sich da gar nicht erst die Frage, wer mein Mitleid verdient hat.
Davon ab, stimme ich dir aber vollkommen zu: Ashes of Creation war ein Hoffnungsschimmer am Horizont des kläglichen, westlichen MMORPG-Markts und um den ist es auf jeden Fall schade.
“Es gibt keine Investoren, es kann ihm niemand rein reden.”
Das sind allerdings 2 verschiedene paar Schuhe. Da sollte man nochmal nachlesen was er tatsächlich gesagt hat.
Zum 2. Punkt hatte ich ja schon geschrieben, das er da möglicherweise anderer Meinung war, wie weit die reinreden wenns eng wird. Ist natürlich noch Spekulation, derzeit.