Der Xbox Game Pass ist in seiner bisherigen Form (leider) zum Scheitern verdammt

Xbox Game Pass Stalker 2

Die Anekdote eines Entwicklers zeigt jetzt sehr schön, warum der Xbox Game Pass in seiner bisherigen Form nicht nachhaltig und langfristig funktionieren kann, und warum Microsoft jetzt einen Strategiewechsel durchführen muss.

Was ist das für eine Anekdote? Sergiy Grygorovych, seines Zeichens Gründer von GSC Game World, sprach im Interview mit dem YouTuber OLDBoi über einen Deal mit Microsoft. Es ging um die exklusive Tag-1-Veröffentlichung von Stalker 2: Heart of Chornobyl im Xbox Game Pass. Auf PS5 kam das Spiel erst ein Jahr später heraus. Grygorovych erklärt:

Wir haben mehr als die eigentlichen Kosten von Stalker 2 eingenommen. Es hat sich schon vor dem ersten Tag amortisiert.

Sergiy Grygorovych im Interview mit OLDBoi auf YouTube

Das Interesse von Xbox an Stalker 2 habe sich durch die enorm positive Resonanz auf den ersten Trailer genährt. Die Aufrufzahlen seien so hoch gewesen, dass Microsoft „schnell eingestiegen“ sei, um sich den Deal zu sichern.

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Es ist offiziell, der Konsolenkrieg ist vorbei: Phil Spencer sagt angesichts der PS5, dass er nicht mehr alle Spieler zur Xbox holen will

30 bis 60 Millionen Dollar für 1 Jahr Exklusivität?!

Wie teuer war Stalker 2? Konkrete Infos zu den Entwicklungskosten gibt es leider nicht. Studio-Besitzer Maksym Krippa gab gegenüber Forbes Ukraine aber bekannt, dass es sich um eine zweistellige Millionen-Summe gehandelt haben soll (via insider-gaming.com).

Das ergibt Sinn: Der Endzeit-Shooter befand sich über sechs Jahre in Entwicklung. Teils haben mehrere hundert Kreative an dem Spiel gearbeitet. Durch den Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine musste das Team zwischenzeitlich umziehen. Gleichzeitig fallen die monatlichen Betriebskosten in Ländern wie der Ukraine oder Tschechien nicht so hoch aus wie beispielsweise in den USA.

Die ukrainische Branchen-Webseite dev.ua schätzt die Entwicklungskosten daher auf 30 bis 60 Millionen US-Dollar. Noch nie soll ein einzelnes Spiel aus der Ukraine so teuer gewesen sein.

Was bedeutet das für den Xbox Game Pass? Auch wenn die konkreten Summen unklar sind, habt ihr jetzt sicherlich ein zumindest grobes Bild davon, wie viel Geld Microsoft an die Entwickler von Stalker 2 für die zeitlich befristete Konsolen-Exklusivität überwiesen haben dürfte.

Damit sich dieser Deal für Microsoft lohnt, muss Stalker 2 eine große Menge von Spielern in neue, zahlende Game-Pass-Abonnenten verwandeln. Mit 3 Millionen Verkäufen in den ersten 5 Monaten und 6 Millionen Spielern (Verkäufe plus Xbox Game Pass) bis März 2025 (via Steam) war Stalker 2 zwar ein großer Erfolg, aber sicherlich kein „Systemseller“, der eine Investition in Höhe von 30 bis 60 Millionen US-Dollar gerechtfertigt hat.

Kurzum: Microsoft dürfte hier ordentlich draufgezahlt haben, und das nur, damit Stalker 2 ein Jahr später auf PS5 erscheint.

Der erste Gameplay-Trailer von Stalker 2 hat auf dem offiziellen Kanal über 2,6 Millionen Aufrufe. Auf dem Xbox-Kanal auf YouTube kommen weitere 3+ Millionen Aufrufe dazu.

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Das ist kein Einzelfall: Spätestens seit dem Rechtsstreit zwischen der FTC und Microsoft, in dem es um die Übernahme von Activision Blizzard ging, wissen wir, dass man in der Vergangenheit immer wieder teils enorme Summen für Xbox-Exklusivität in die Hand genommen hat.

So soll man beispielsweise für ein Gotham Knights 50 Millionen US-Dollar und für ein Lego Star Wars: The Skywalker Saga 35 Millionen US-Dollar gezahlt haben (Quelle: gamesindustry.biz). Ein GTA 5 würde indes pro Monat im Game Pass um die 12 bis 15 Millionen US-Dollar kosten.

Dazu passen weitere Hinweise wie die Linkedin-Notiz eines Microsoft-Mitarbeiters, der angab, dass er an mehr als 500 Exklusiv-Deals beteiligt war, in denen es um Indie-Spiele und AAA-Blockbuster ging. Die gezahlten Summen sollen dabei zwischen 50.000 und 50 Millionen US-Dollar gelegen haben (via X).

Bei solchen absurden Investitionen wundert es nicht, dass die neue Xbox-Chefin Asha Sharma jetzt die gesamte Xbox-Strategie kippt, die sich während der Zeit ihres Vorgängers Phil Spencer stark auf den Game Pass fokussiert hatte. Traurig ist nur, dass der neue Kurs auf Kosten tausender Kreative aus der Branche geht, die dadurch ihren Job verlieren, obwohl sie teils einfach nur tolle und erfolgreiche Arbeit geleistet haben (nicht wahr, id Software?).

Auch für uns Konsumenten ist das bitter. Im Mai 2025 hatte ich noch gefeiert, dass der Xbox Game Pass endlich eine starke Balance aus regelmäßigen First-Party-Veröffentlichungen, cleveren Third-Party-Perlen und einem für uns Spieler extrem fairen Preis gefunden hatte. Durch die Übernahme von Activision Blizzard sah die Zukunft rosig aus. Mehr dazu hier:

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Jetzt ist klar: Das war ein Traum, der nur kurzzeitig wahr werden durfte. Das Abo wurde teurer. Zwischenzeitlich gab es wieder längere Phasen ohne First-Party-Highlights. Und in Zukunft dürfte Microsoft die Game-Pass-Starts der großen Blockbuster wohl spürbar einschränken: Entwickler hassen den Xbox Game Pass – und der könnte sein wichtigstes Argument verlieren

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