WoW: Die Zukunft bringt wohl noch mehr Diversität nach Azeroth

Die World of Warcraft wird bunter und mit Shadowlands deutlich inklusiver. Und das soll erst der Anfang sein, viele dieser Geschichten werden noch folgen.

World of Warcraft hat sich in den letzten Jahren eher davor gescheut, LGBTQ+-Themen im Spiel unterzubringen. Zwar gab es vereinzelte Inhalte dieser Art, doch die waren eher versteckt oder subtil untergebracht. Mit Shadowlands ändert sich das ziemlich. Die Anzahl der Auseinandersetzungen mit diesen Themen nimmt zu, wenngleich sie auch weiterhin nur eine untergeordnete Rolle spielen sollen.

Wie äußert sich das in WoW? Mit Shadowlands öffnet sich World of Warcraft einer breiteren Repräsentation und neuen Anpassungsmöglichkeiten. So gibt es zahlreiche neue Einstellungen für Charaktere. Das reicht von Schmuck über Frisuren, Schminke und sogar die Möglichkeit, das Geschlecht zu wechseln. Neu dabei sind etwa dunkle Hauttöne, asiatische und afroamerikanische Gesichtszüge. Diese Vielfalt wird auch auf NPCs überall in der Spielwelt angewandt. Vor allem schwarze Elfen sorgten dabei für rege Diskussionen.

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Dunkelhäutige Elfen sind eine der neuen Optionen.

Ebenfalls breiter aufgestellt wird WoW in der Darstellung von Charakteren. Vor allem aus dem LGBTQ+-Bereich hält einiges Einzug. Dabei war den Entwicklern offenbar wichtig, dass diese Dinge sich nicht stark in den Vordergrund drängen, sondern sich ganz nebensächlich einfach in das Gesamtkonzept einfügen.

Ein paar Beispiele dazu sind:

  • Der Charakter Pelagos aus Bastion besaß zu Lebzeiten einen weiblichen Körper, war damit aber nie glücklich. In Shadowlands konnte er – wie alle Seelen – eine neue Gestalt wählen. Er ist fortan ein Mann und damit deutlich glücklicher. Das erfährt man nur, wenn gezielt danach fragt. Denn dafür müssen zusätzliche Dialog-Optionen ausgewählt werden, die ohnehin nur Story-Fans anklicken würden. Pelagos ist damit ein Transgender-Charakter.
  • Auch im Verlauf der Kampagne der Nachtfae finden sich ähnliche Ansätze. Ein Ehepaar, das auf einer fremden Welt die Macht des Nachtkriegers genutzt hat, besteht aus zwei Männern. Das wird in einem Nebensatz erwähnt, spielt sonst keine größere Rolle.
  • Schon im Buch „Shadows Rising“, das die Vorgeschichte zu Shadowlands erzählt, finden sich solche Anspielungen. In der goldenen Stadt Dazar’alor findet etwa die Heirat eines lesbischen Trollpaares statt, während Flynn Schönwind und Mathias Shaw sich im Verlauf der Handlung ebenfalls näherkommen, sodass es in mehr als nur einer Freundschaft endet und die beiden letztlich sogar zu einer langen, gemeinsamen Reise bewegt.
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Seit einer Weile nehmen in WoW die Liebesgeschichten ein bisschen zu.

Dass diese Aspekte nur Randerwähnungen sind, ist wenig verwunderlich. Immerhin sind Sexualität, Geschlechtsidentifikation und vergleichbare Themen nur kleine Aspekte der Charaktere, die nicht ausschlaggebend für die Geschichte sind. Sie gehören zum Gesamtbild eines Charakters dazu, sind aber keine besonders hervorstechenden Merkmale, die gesondert auf ein Podest gehoben werden.

Sie sollen eine akzeptierte Normalität in der World of Warcraft darstellen und damit ein Gefühl von Offenheit und Vielfalt bieten, die zum ganz normalen Alltag gehört.

Da kommt noch mehr: Die Implementierung von solchen Geschichten und Inhalten wird aber wohl kein Einzelfall sein, der jetzt nur zum Start von Shadowlands einmal groß hochkocht. Die Entwickler haben viele Ideen und wollen das auch in künftige Quests und NPCs einfließen lassen. So erklärte Steve Danuser, der Lead Narrative Designer von Warcraft:

Wir haben ein Team, das aus vielen unterschiedlichen Personen mit unterschiedlichen Sichtweisen und Hintergründen besteht, und es ist uns wichtig, Geschichten zu erzählen, die uns bewegen und die unsere Anliegen reflektieren. Außerdem wollen wir Azeroth zu einem Ort machen, der für viele unterschiedliche Sichtweisen repräsentativ und sehr einladend ist. Was auch immer dein Hintergrund ist, in dieser Welt gibt es einen Platz für dich.

Danuser fügte noch an:

Wir haben jede Menge Feedback von der Community über coole Sachen bekommen, die sie gerne noch sehen würden und bei uns im Team ist es genau so. Das ist ein Anfang für uns. Es ist nicht so: ‚Gut, wir haben das jetzt gemacht und jetzt sind wir fertig.‘ Wir denken immer an weitere Quests, weitere Geschichten, mehr Kunst und weitere Systeme. Wir werden definitiv über weitere Möglichkeiten nachdenken, um mehr Repräsentation in der Zukunft zuzulassen.

Was haltet ihr von diesen Neuerungen in der World of Warcraft? Ist es gut, wie diese Themen behandelt und implementiert werden? Oder seid ihr der Meinung, das hat alles nichts in WoW verloren?

Auch andere Spiele nehmen greifen diese Thematiken immer häufiger auf – wie etwa The Elder Scrolls Online.

Quelle(n): techradar.com
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Gedeon

Das mit Flynn und Shaw ist schwachsinn, im Spiel sind viele Hinweise darauf, dass Matthias Shaw und Valeeria in einander verknallt sind, noch dazu wurde Flynn von den sängen einer Sirene verzaubert, sprich die beiden sind nicht Homosexuell

Belehrt mich gerne besseren, falls ich etwas falsch deute

Mlg Wolfii

Dwal1n

Noch eine Firma, die lieber Partei Arbeit betreibt als sich dem Kerngeschäft zu widmen. Hauptsache dem linken Mainstream anbiedern. Das es auch anders geht, zeigt uns Red Bull 🙂

Belpherus

Ich meine, solange sie nicht den selben Fehler wie Hollywood, Comics und andere Spiele machen, von mir aus. Es wurden schon viel zu viele Dinge durch Politisierung in die Scheiße getrieben.

Threepwood

Gern mehr davon! Meinetwegen vorerst auch eher versteckt, damit die kognitiv verkatholisierten (😂) Menschen nicht so sehr an Schnappatmung leiden und sich innerlich schaukelnd nach der Session selbst auspeitschen müssen.

Sina

das ist mir ja so komplett egal, welche sexuelle ausrichtung ein npc hat….und ich spiele, was mir gefällt, mal einen mann, mal eine frau – je nach lust und laune.

Mapache

Mich persönlich betrifft diese Thematik nicht daher fehlt mir ein wenig der Bezug dazu. Ich habe aber selbst auch keinen Nachteil, oder fühle mich gestört daran, dass Blizzard mehr LGBTQ+ Themen nach Azeroth bringt. Von daher lässt mich das ganze relativ kalt.

Allerdings finde ich es gut, dass dadurch mehr Menschen die Identifikation mit dem Spiel und ihren Chars einfacher gemacht wird.

Bodicore

Ich fühle mich absolut diskriminiert.
Ich will mehr Blutelfen in Latexklamotten.

Frank

Ich spiele selbst kein WoW aber wenn es so dezent umgesetzt wird wie beschrieben ist es ja kein Problem. Ich hätte nur Bauchschmerzen wenn man jetzt z.B. in einer Kampagne mit einem Transgendercharakter spielen muss. Wenn es die Option gibt frei zu wählen mit was man spielt ist das ja super. Ich würde aber z.B. auch nie ein Spiel mit einem weiblichen Char spielen. Nicht weil ich Frauen hasse, ganz im Gegenteil. Ich möchte es einfach nicht, zumindest nicht in Third-Person. Bei Modern Warfare ist es mir völlig egal mit wem ich da rumrenne. Sehe den Char ja nicht. Aber sonst möchte ich mich ja, zumindest ein Stück weit, mit meinem Char identifizieren. Und ich bin mir eben sehr sicher welches Geschlecht ich habe.

exelworks

Die unterschiedlichen Ansichten sind wirklich interessant.

Ich persönlich gehe da immer eher nach Klasse und Aussehen.

Bei Diablo 3 z.B. finde ich Frauen als Magier oder Dämonenjäger viel ansprechender. Auch bei Dark Souls oder Bloodborne habe ich verschiedene Geschlechter.

Selbst wenn man eher androgyne Charaktere hat wie in Final Fantasy oder Code Vein, finde ich das je nach Stil nicht störrend.

Letalis Insania

Sehe ich ähnlich. Ich spiele WoW und finde es komplett irrelevant was für eine sexuelle Neigung ein NPC hat, da es eben weder für die Story noch das Spiel an sich eine Rolle spielt. Solange es nicht überpräsent ist, oder jeder NPC einem beim ersten Satz gleich erzählt auf was er so steht, ist das völlig in Ordnung.

Finde sehr interessant was du ansprichst. Was spielst du größtenteils für Spiele? Ich habe schon sehr oft gehört dass ein Mann sagte, er würde nie als Frau spielen da er sich mit der Figur identifizieren mag. Ich hatte da meisstens keine Wahl in den 90ern (bis auf Ausnahmen wie Tomb Raider) und musste als Mann spielen. Deswegen ist es mir wahrscheinlich inzwischen egal ob ich als Mann oder Frau spielen muss, ich erstelle mir auch oft in MMOs einen männlichen Charakter.

Frank

Ich spiele hauptsächlich FPS bei denen der Char nicht so wichtig is wie bei einem MMO. Bei Spielen wie Halo oder Destiny wo man das Geschlecht wählen kann nehme ich dann aber immer Männer nzw. bei Destiny auch ma die Roboter-Rasse. Ich weis auch nicht. Find ich einfach irgendwie besser aber kann auch verstehen wenn das jemand anders handhabt. Manches Gear sieht an nem weiblichen Char einfach besser aus, keine Frage. Bei TombRaider hat mich das auch nie gestört aber ist einfach so nicht mein Spiel.

Desten96

Unterschreibe ich so… mir ist es in den meisten Spielen wichtig das ich eine Wahl hab ob mann oder frau. Wenn ein Game mir aufzwingt das ich eine Frau spielen muss dann spiele ich es nicht bzw kaufe es nicht. Tomb Raider ist da eine Ausnahme. Bin halt mit den guten Teile 1-5 groß geworden.

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