Der Angriff auf Teldrassil – Wird Sylvanas in WoW zum Klischee-Bösewicht?

Mutiert die Horde zum Comic-Bösewicht in WoW: Battle for Azeroth? Die mutmaßlichen Gründe für den Angriff auf Teldrassil wurden enthüllt.

Mit Battle for Azeroth wird der Konflikt von Horde und Allianz wieder in den Fokus der Handlung von World of Warcraft gerückt, nachdem beide Parteien in den letzten Erweiterungen eher auf Kuschelkurs waren.

Das neuste Datamining hat eine Menge „Broadcast-Text“ ans Tageslicht befördert. Das sind die Texte von wichtigen Charakteren, die etwa während eines Szenarios oder einer Zwischensequenz auf dem Bildschirm eingeblendet werden. Darin enthalten sind nun erste Aussagen dazu, wie es zum Angriff der Horde auf Teldrassil kam. Allem Anschein nach ist es tatsächlich Sylvanas, die zum direkten Angriff auf den Baum der Nachtelfen aufruft und das mit einer äußerst albernen Begründung.WoW Battle for Azeroth Sylvanas

Den grob übersetzten deutschen Text von Sylvanas Ansprache findet Ihr hier – zum Ausklappen einfach anklicken:

Sylvanas Worte zum Angriff auf Teldrassil

„Die Zeit rennt, aber ich verstehe, dass Ihr mehr wissen wollt.
Sylvanas deutet auf der Karte auf Silithus.
Egal was wir tun, DAS wird das Gleichgewicht der Kräfte erschüttern.
Auf der ganzen Welt gibt es Sichtungen von Azerit, Held. Wir kennen noch nicht das gesamte Potenzial, aber wir wissen, dass es eine neue Generation der Kriegsführung erschaffen wird. Wie wird Krieg in zwanzig Jahren aussehen? Oder in Einhundert?“

„Die Kinder der Horde und ihre Kindeskinder werden die Erinnerung an uns verfluchen, während sie brennen. Wenn es im Leben irgendeine Gnade geben würde, dann würdet Ihr und ich für den Rest unserer Tage in Frieden leben, Held. Wir beide haben genug vom Krieg gesehen und doch ist noch kein Ende in Sicht. Horde und Allianz befinden sich in einem Patt. Beide Armeen wurden beim Kampf gegen die Legion geschwächt. Aber darin sehe ich eine günstige Gelegenheit.“

„Wir nehmen uns das Azerit und benutzen es, um Kalimdor zu erobern.
Wir erschaffen das größte Reich, das es jemals gegeben hat; eines, das von der Allianz unantastbar ist. Mit dem Meer, das unsere Länder voneinander trennt, viel besser als einfache Grenzen, können wir ohne Konflikt leben und gedeihen.
So werdet Ihr das Überleben der Horde für die nächsten Hundert Jahre sichern, Held.“

Sollten diese Worte tatsächlich von Sylvanas stammen und der Angriff auf dieser Grundlage basieren, dann beginnt Sylvanas nichts anderes als einen stumpfen Angriffskrieg. Die Begründung dafür ist die Klischee-Anime-Begründung eines 08/15-Bösewichts: „Wenn ich nur alles erobere, dann herrscht Frieden, weil uns keiner mehr angreifen kann.“

Wirklich, Sylvanas? Dass bei der Banshee-Königin nicht mehr alle Tassen im Schrank sind, konnte man ja bereits in Legion erahnen, als sie sich lediglich auf ihre Valkyren-Story konzentrierte und die Dämonen anderen überließ. Dass sie nun zu einem Comic-Bösewicht mutiert, tut mir vor allem für Spieler der Horde leid, die ganz stumpf zum Handlanger des Bösen degradiert werden.

Wenn es wenigstens darum gehen würde, die feindliche Armee zu vernichten und diese durch einen Hinterhalt auszuschalten – das wäre vertretbar. Es wäre noch immer finster, aber wenigstens sinnvoll. Stattdessen eine Hauptstadt anzugreifen, die voller Zivilisten ist, und diese im wahrsten Sinne des Wortes niederzubrennen: Das ist einfach nur böse. Das hat nicht einmal mehr viel mit Auslegungssache zu tun, das ist schlicht und ergreifend böse.WoW Legion Sylvanas Cinematic

Oder wie es in einem Kommentar auf wowhead so schön zu der Thematik heißt:

„Die Horde sind die Bösen. Ich meine, klar, aus Sicht eines Allianzspielers verstehe ich das… aber ich habe Mitleid für die Tauren-Spieler und die anderen Horde-Spieler, die eine Weile lang die Rolle eines moralisch vertretbaren Helden oder des Underdogs einnahmen.

Nichts da, ihr seid „Team Böse“. Sie werden mit Sylvanas nicht den „Garrosh“-Weg gehen – ihr seid alle böse. Das ist ist eure Charakterisierung.“

Und dagegen fallen mir keine Argumente ein.WoW Battle for Azeroth Burning Teldrassil Artwork

WoW-Autorin Christie Golden warnt vor voreiligen Schlüssen

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es aber noch. Die Autorn Christie Golden, die seit einigen Monaten fest bei Blizzard angestellt ist und an der Story mitschreibt, meldete sich auf Twitter zu Wort. Dort verkündete sie, dass nicht alles was durch die Dataminer ans Tageslicht gebracht wurde auch tatsächlich ein Fakt ist und es sich genau so abspielen wird.

Das lässt im Grunde nur zwei Möglichkeiten zu: Entweder werden sich die Texte noch ändern und aktuell sind das nur „Filler“-Texte (was unwahrscheinlich klingt) oder die ganze Darstellung des Angriffes auf Teldrassil wird von jemandem nacherzählt, der die Tatsachen verdreht und falsch darstellt, um absichtlich den Konflikt zu schüren.

Wenn das nicht der Fall ist, dann wird Sylvanas wohl den Weg des Garrosh gehen – und das wäre ein trauriges Ende für einen Charakter, der im Eröffnungscinematic von Battle for Azeroth so verdammt cool war.


Weitere Infos rund um Battle for Azeroth findet ihr in unserer großen Übersicht zum WoW-Addon.

Autor(in)
Quelle(n): wowhead.com

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