Eigentlich sollten WoW-Zonen nur ein Dutzend Quests haben

World of Warcraft hat viel mehr Quests als vergleichbare MMOs aus der Zeit. Dabei hatte Jeff Kaplan das damals ganz anders geplant …

In der ersten internen Alpha von World of Warcraft sollte jedes Gebiet nur rund zwölf Quests besitzen und einen großen Teil der Zonen unberührt lassen. Das verriet Jeff Kaplan nun in einem Podcast. Er sprach dabei auch darüber, mit welchen Ideen und Plänen man ursprünglich an WoW herantrat und warum diese Einstellung verworfen werden musste.

WoW Levelgebiet Westfall

Quests als Anreiz, Mobs als Langzeitziel: Die ursprüngliche Idee sah nämlich vor, dass es in World of Warcraft nur rund ein Dutzend Quests pro Zone gibt. Danach sollten Spieler darauf angewiesen sein, die Gebiete weiter zu erforschen und einfach Monster zu töten, bis sie dabei ein paar Stufen aufsteigen.

Alte Games als Vorbilder: Jeff Kaplan, Pat Nagle und Allen Adham (die Quest-Designer von Classic-WoW) orientierten sich an anderen Spielen, wie EverQuest, Asheron’s Call und Dark Age of Camelot. Sie schauten sich diese Spielwelten an und versuchten eine ähnliche Umsetzung für World of Warcraft, was die Dichte an Quests anbelangt.

WoW: Die schönsten Level-Gebiete der Horde in 2018

Mitarbeiter dachten, das Spiel sei kaputt: Die Ernüchterung kam schnell bei einem internen Test. Mitarbeiter von Blizzard tummelten sich im Wald von Elwynn und standen rasch bei Kaplan im Büro – sie dachten, irgendetwas sei kaputt. Als sie dann erfuhren, dass die Entwickler erwarteten, die Spieler würden einfach noch weiter Monster töten, waren sie enttäuscht.

„Das mache ich nicht, das ist so langweilig. Deshalb spiele ich diese Spiele nicht. Ich brauche mehr Quests“ war eine Antwort, die Kaplan erhielt.

WoW Levelgebiet Duestermarschen

Danach war Kaplan klar, auf was für ein Projekt und wie viel Arbeit er sich da eigentlich eingelassen hatte. Mit rund 20-40 Quests pro Zone wuchs die Arbeit um ein Vielfaches an.

Es ist wahrscheinlich, dass World of Warcraft auch gerade wegen dieser vielen Quests so viele Anhänger gefunden hat. Denn dadurch entstand sehr lange Zeit kein Gefühl der Leere und immer lockte irgendwo das nächste Ausrufezeichen, um die Spieler wieder auf Monsterjagd zu schicken.

Glaubt ihr, ein World of Warcraft hätte auch mit weniger Quests und mehr „Grinden“ ohne klare Aufgabe funktioniert? Oder machte diese Welt, die an jeder Stelle mit Quests gefüllt war, gerade den Reiz aus?

WoW: Die schönsten Level-Gebiete der Allianz in 2018
Quelle(n): kotaku.com, interactive.libsyn.com (Podcast)
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Koronus

Ehrlich mit dem damaligen Ansatz hätte ich mich sicher nicht so in WoW verliebt.

Bamux

Ich denke das ist stark vom Spielertyp abhängig, ich empfand das gemeinsame Grinden in Everquest 1 spannender als das von Questhub zu Questhub gelaufe in den moderneren MMOS. Der Grind muss halt auch einigermaßen anspruchsvoll sein damit er über einen längeren Zeitraum Spaß macht.

Pacman

Mein absolutes Lieblings MMO. Es gibt Hübschere, Actionreichere und vielleicht auch Spassigere aber am Ende ist das Gesamtpaket in WoW einfach immernoch ungeschlagen.

Teus

Ich glaube der ursprüngliche Ansatz mit deutlich weniger Quests hätte mit zusätzlichen Anpassungen am Zonendesign mindestens genauso gut funktioniert. Aktuell finde ich das Questen in WoW überhaupt nicht interessant und dient mehr als mittel zum Zweck. Auch wenn die Zone noch eine grobe Rahmenhandlung hat, sind fast alle Quests 0815 und machen eigentlich gar keinen spass. Da wäre der Ansatz 4-5 richtig coole Quests die eben diese Rahmenhandlung tragen (mehr sinds bisher auch nicht) deutlich besser gewesen. ZUSÄTZLICH hätte man das eigenständige Erkunden eben noch attraktiver machen müssen. Höhlen / Gegnerlager / Verstecke / Gipfelbesteigungen könnte man deutlich spannender ausgestalten indem man besondere Kisten / NPCs / Bossgegner unterbringt. Eben nicht der Einheitsbrei der hier heute serviert wird…

Forwayn

Irgendwie ist es Ironie der Geschichte, dass der damals geplante aber als langweilig empfundene Grind heute doch in einem Großteil der Spiele etabliert ist und es niemanden mehr juckt.

Grad bei ESO finde ich das so lächerlich. Das Spiel ist randvoll mit Quests und der Progress ist auch in Ordnung und trotzdem gibt es Leute die lieber in dem Spiel grinden.

Verrückte Welt.

N0ma

(zu ESO) Wahrscheinlich weil leveln mit grinden schneller geht. Ich sag mal Konstruktionsfehler. Allerdings waren mir die meisten Quests auch zu simpel: Quest annehmen, Quest marker ansteuern. Aktion erledigen. QuestMarker erledigen ansteuern, abgeben. Bin aber allgemein sehr Questkritisch, an Single Player kommen MMO’s leider nicht ran.

Scaver

Nein, WoW wäre gefloppt und MMORPGs waren nie der breiten Masse zugänglich geworden.
Denn gerade durch dieses Design hat WoW das Genre aus der Nische geholt… Eben weil sie solche Sachen anders und vor allem zugänglicher gemacht haben.

N0ma

Lol, aus welcher Nische? Das mit spielen über Internet kam erst auf. Ansonsten gabs schon jede Menge MMO’s. Ja die waren damals noch nicht so casualisiert, ob man dafür WoW einen Stern an die Brust heften sollte, muss jeder selber entscheiden.

terratex 90

in asien wäre es bestimmt gut angekommen, bei uns wäre es gefloppt. mit den quests war es schon schlimm genug damals zu leveln xD

Scaver

In Asien wäre es auch nicht angekommen. Sie Mentalität war damals auch eine andere als heute.

Loco

Zu den Anfangszeiten war es selbst mit dem Haufen an Quests nicht einfach im Level voran zukommen, erst recht nicht auf Stufe 60 ^^. Hätte das Spiel die Ursprüngliche Idee des Monster grindens gehabt wäre es nach ein paar Wochen wieder im Müll gelandet, ich fand es zur damaligen Zeit top so wie es war.

Klaphood

Ich erinnere mich aber an zahlreiche Quests, bei denen man teilweise stundenlang sinnlos nach der Lösung oder dem “versteckten” NPC, dem Zielort oder was auch immer gesucht hat. Das war manchmal lustig, hat aber oft genervt. Man vergisst schnell, wie viel der heutigen ‘Quality of Life’-Änderungen es damals noch nicht gab (Hinweise für Questziele in diesem Fall). Selbst damalige Addons zeigten im besten Fall nur einen Radius an, in dem sich der NPC (angeblich) befand.

Bin schon froh, dass man da heutzutage etwas mehr an die Hand genommen wird, da es ja zumindest in WoW noch genug zu tun gibt, wenn man mit den Quests einmal durch ist.

Das vermisse ich (wie vieles andere von damals) nicht wirklich. 😉

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