WoW Classic braucht mehr Casuals, damit das Spiel wieder Spaß machen kann

WoW Classic braucht mehr Casuals, damit das Spiel wieder Spaß machen kann

Casuals werden oft als der Tod eines MMORPGs angesehen. Aber in WoW Classic wird klar: Ohne Casuals ist das Spiel nicht vollständig.

World of Warcraft ist das beste MMORPG, das jemals existiert hat – das würden zumindest eine ganze Menge Fans von WoW behaupten. Doch ob sie damit das aktuelle WoW, also „Retail“ meinen oder aber die alte „Classic“-Variante – darüber ist man sich dann doch uneins.

Aber egal, wie sehr man Classic auch mag, inzwischen ist den meisten klar geworden: So richtig wie damals ist es dann doch nicht. Das liegt nicht nur an den kleinen Veränderungen am Spiel, sondern auch an der Community. Denn die hat sich drastisch gewandelt.

Ein Fan sieht daher nur eine Lösung: WoW Classic muss wieder mehr Casuals anlocken, wenn es wieder gut werden soll.

Im modernen WoW steht bald eine neue Erweiterung an:

Was ist bei WoW Classic los? Wer als Neuling versucht, den Einstieg in WoW Classic zu finden, der könnte es schwer haben. Denn ohne Freunde an der Hand und wenn man nicht stundenlang Guides oder Videos anschauen will, ist der Einstieg schwer. Die allermeisten Spielerinnen und Spieler sind Veteranen, die das Spiel schon vor 20 Jahren gespielt haben. Die Geduld ist oft gering und der Einstieg schwer. Genau das kritisiert Glittering-Beat3831 in seinem Beitrag im Subreddit von WoW Classic:

Ich glaube, dass das, was WoW so besonders gemacht hat, der Umstand war, dass alle neu waren und einfach ein wenig herumprobiert haben. Die Leute hatten einfach Spaß daran, das zu tun, was sie tun wollten und das Spiel so zu spielen, wie sie es spielen wollten. Die meisten Leute waren halt irgendwie casual unterwegs und freundlich.

Doch so wie damals ist es seiner Auffassung nach heute nicht mehr. Die Spielerschaft hat sich gewandelt und damit auch, wie WoW gespielt wird:

Heutzutage wird im Spiel Gate-Keeping betrieben von schwitzenden Try-Hard-Spielern, die um die besten Parses kämpfen und nur noch Min/Maxing betreiben. Es ist nichts falsch daran, das Spiel so zu spielen, aber es ist einfach Mist, dass das jetzt der Großteil der Spielerschaft ist.

Dad-Gilden und Level-Gilden existieren zwar, aber die meisten von ihnen sind quasi tot.

Dieses Verhalten führt laut ihm dazu, dass Neulinge im Spiel weder eine Chance haben, noch überhaupt viel Zeit im Spiel verbringen wollen:

Ich habe den Eindruck, wenn neue Leute ins Spiel kommen, dann werden sie sofort abgestoßen von all den Try-Hards, die das Spiel viel zu ernst oder wie einen eSport behandeln und dann sagen sich die Neulinge: „Ja, das ist nichts für mich, ich habe noch ein Leben“ und dann verschwinden sie. Wenn ich neu wäre, würde ich auch nicht spielen wollen.

Wir brauchen die Mehrheit der Spieler, die wieder aus Casuals besteht, damit das Spiel wieder magisch sein kann. Jetzt ist es nur eine Klärgrube der Negativität mit miserablen Spielern, die gar nicht spielen, um Spaß zu haben.

Community stimmt zu, sieht aber andere Probleme

Auch wenn viele dem ursprünglichen Beitrag zustimmen, gibt es auch einige Kommentare, die ein paar andere Faktoren berücksichtigen. Denn die Entwicklung in WoW Classic sei schlicht normal, weil die Zeit sich eben gewandelt habe. Damals wäre das anders gewesen, weil es immer einen Strom an neuen Spielerinnen und Spielern gegeben hat. So schreibt Hiroba:

Ich glaube, die Leute vergessen oft, dass die Beliebtheit von WoW ein großer Grund war, warum alter Content sich so lange lebendig angefühlt hat, selbst in den ersten Erweiterungen. Es gab damals Abertausende neue Spieler, die gerade erst angefangen haben und von 1 bis 60 levelten.

Anders als heute, denn da sind nahezu alle, die Classic spielen, Langzeit-Veteranen des Spiels und haben alles schon mehrfach erlebt.

Der Konsens scheint zu sein, dass die „gute, alte Zeit“ schlicht niemals zurückkommen wird. Aber wenn man ein bisschen der alten Magie im klassischen Azeroth zurückhaben will, dann muss man versuchen, Neulingen mehr Freiraum zu geben und vielleicht ein bisschen weniger auf die komplette Maximierung zu achten. Aber das ist gar nicht so leicht, wenn man einmal damit angefangen hat.
Aber vielleicht sollten auch nur einige Fans mal wieder aus der falschen Phase ihres WoW-Lebens rauskommen …

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francis

Schreibt und liest sich toll.
Dann kommt man in den ersten raid in dem die gleichen Leute 5x die Gruppe wipen und dann “los müssen”. Dank starrer ID hat sich die Woche dann für 9 Leute erledigt.
Oder du erwischt beim Leveln den Heiler, der nach jeder Gruppe erst einmal 30 Sekunden Gott weiß was tut bis er wieder bereit ist.
Man findet genug normal raids die entspannt da durch gehen ohne auf parses aus zu sein, aber die extremen casuals will man als erfahrener Spieler einfach nicht in der Gruppe haben.
Vielleicht würde eine Casual q für Dungeons und ein lfr, der aber die gleiche ID wie NHC und HC belegt (damit Leute sich nicht für twinks da durch quälen) Abhilfe schaffen.
So stören sich die beiden Spielertypen nicht an einander.

TheDude

Das Geld der vielen, wird für Content und Challenges von wenigen ausgegeben. Ein Gamedirector der selbst Pro gespielt hat bemüht sich z.B. krampfhaft das Gefälle zwischen Pro und Casual stabil zu halten, was man am besten beim loot erkennen kann, wo jemand mit niedrigem Itemlvl niemals, wirklich niemals, ein hochstufiges Item looten kann, weil derselbe Mob unterschiedlichen Loot fallen läßt. Früher hatten die Weltbosse immer 2 Setteile in der Tasche, die für alle Spieler gleich waren, heute bekommen 5 Spieler, 5 unterschiedliche Varianten, gut ist nur für die “Guten” . Echte Worlddrops gibt es seit dieser Skalierung nicht mehr. Diese Lootskalierung geht mir deshalb im Spiel am meisten auf den Geist, ich sage immer, das ist Neid von oben, die da unten brauchen das ja nicht…
Selbst jetzt in den Tiefen, gibt es immer noch keinen wirklich hochstufigen Loot, wie im mythischen Raid, dabei fängt man mit Speck Mäuse, und hier darf man Mäuse auch im übertragenen Sinne verstehen, aber das schnallt der Ion nicht. Komisch, dass die Konzernaufsicht das so mitmacht, und den Zusammenhang zwischen persönlichem Spielerfolg und Spielerzahl, was dann Einnahmen generiert, nicht versteht. Gebt den “kleinen” mehr, oder zumindest die Chance darauf, dann laufen nicht so viele weg. Wäre mir als Pro, doch völlig latte, wenn einzelne Freizeitgamer auch hochklassige Items tragen, das hat nichts mit nachwerfen zu tun, aber wer arbeitet, soll auch belohnt werden dürfen, und nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Es gibt in den Tiefen auch nicht die besonderen Schmuckstücke, alles ist grundsätzlich etwas schlechter.

Zuletzt bearbeitet vor 6 Monaten von Dude
VonGestern

Die Tiefen sind mit das Beste, was WoW passieren konnte.

VanzirNivis

Naja, aber auch nur im Tresor, in der Delve selber bleibt das Gear am Ende immer nur auf der Champion-Stufe, außer mit Glück und na Schatzkarte bekommst auch mal was auf der Helden-Stufe.
Genau so das man immer noch nur 3x pro Woche überhaupt Vergoldete Wappen aus 11er Delves ziehen kann und danach nichts mehr. Wohingegen m+ dir jedes mal welche gibt. Was spricht dagegen auch jeden 11er run mit paar Wappen zu belohnen? Selbst wenn es nur 5 oder so wären, zumindest irgendwas. Immerhin braucht man die auch zum aufwerten oder um Items craften zu lassen und das nicht gerade wenige.
Genau so das man zumindest bei einem 11er Delve run öfter mal die Chance haben sollte Helden Items zu bekommen (nicht nur durch Schatzkarten oder so) und nicht nur Champion, die einen da rein gar nichts mehr bringen. Man läuft im Extremfall 8 11er Delves pro Woche, wenn man den Tresor voll haben will, davon sind gerade mal die ersten 3 Nützlich, weil danach weder Gear noch vergoldete Wappen droppen.
Klar bringt m+ auch nicht immer ein Item, aber es besteht zumindest die Chance, in der Delve halt nicht. Man weiß direkt das am Ende nichts gutes drin sein wird und macht es dann höchstens für den Tresor oder die paar niedrigstufigen Wappen.

Delves sollen doch irgendwo die Alternative zu m+ sein, aber dennoch viel Schlechter in der Belohnung.

Zuletzt bearbeitet vor 6 Monaten von Vanzir
Ghatanothoa

Wie genau kommst du auf 6 Itemlevel bzw. von wie vielen gecrafteten Items gehst du bei dieser Berechnung aus? Bei den normalen Items aus den Tiefen beträgt der Unterschied ja 13 Itemlevel.

Yoma

Kenn ich so nicht, spiels aber auch nicht auf dem offi. Hier hast du viele Classic Neulinge, mich eingeschlossen. Auf dem Offi dürften sich viele Veteranen tummeln, klar da spielt man anders.

Classic hat natürlich 2 Nachteile, a) die Grafik b) das Skillsystem. Den Vergleich wirds heutzutage immer verlieren, das kommt auch nicht wieder, außer man würde Classic tatsächlich überarbeiten diesbzgl.

“weniger auf die komplette Maximierung zu achten”
Da sind wir wieder beim Reputationssystem. Apelle bringen da nichts.

VonGestern

Ich weiß ja nicht.. glaube kaum, dass WoW, so wie es jetzt ist, noch viele neue Leute für sich gewinnen kann. Egal ob Classic oder Retail.

Meiner Meinung nach, bräuchte es einen Umbruch. Ein Cataclysm 2.0 in extrem. Eine Erweiterung, mit einem Zeitsprung von vielleicht 20 Jahren. Wo Allianz und Horde, sich unter einem gemeinsamen Banner vereint haben. Eine veränderte, sich weiter entwickelte Welt. Für uns, ein Neuanfang. Alles neu, alles anders. Die ganzen Story Stränge, die überfordern können, erledigt. Unsere Helden, wie Thrall, Jaina usw. gealtert, nicht mehr im Mittelpunkt. Auch hier, neue Charaktere. Neue Bedrohungen, natürlich, von innen (altHorde, altAllianz) und von ganz woanders.

Irgendwie so, sind nur paar Gedankenspiele.

Ohne den alten Content zu überarbeiten, wird es schwierig. Blizzard hat ja schon was in die Richtung getan, mit Chromi und die Erweiterung, die man spielen möchte. Das ist schonmal gut. Es kann dennoch neue Leute überfordern, die Menge an Möglichkeiten. Anders stellt sich die Frage, ob so ein Umbruch überhaupt umsetzbar wäre, oder ob es dann nicht gleich ein WoW2 wird… und dies, wäre vermutlich ein enormes Risiko, WoW den Rücken zu kehren. Nochmal so etwas schaffen, wie damals mit WoW, ist sehr unwahrscheinlich.

Ansonsten, den hier noch zum Abschluss:

“Kein König herrscht für immer”

Yoma

Der alte Content war ja grad der Gute. Wenn du mit Chromie eine Erweiterung spielst fehlt dir die Gesamtgeschichte. Insofern halte ich davon nichts. Leveln wird quasi nur noch als möglichst schnell auf Max level angesehen. Damit hat man aber 90% von WoW verpasst.

“Wo Allianz und Horde, sich unter einem gemeinsamen Banner vereint haben. ” – den Punkt hört man öfter, davon halte ich aber auch nichts. Mir gehen schon gemischte Gruppen auf den Geist. Entweder ich spiel die eine Seite oder die andere. Wenn man alle Ecken und Kanten aus der Story nimmt bleibt am Ende nichts mehr übrig. Ich versteh nicht warum so viele das nicht verstehen.

VonGestern

Es läuft oft darauf hinaus, dass Horde und Allianz gemeinsam gegen irgendwas kämpfen; ja nicht immer. Es wird vieles immer mehr vermengt, die Klassen und Völker zum Beispiel, die Grenzen sind schon lange sehr durchlässig. Ist ja nix neues. Wenn es sich so weiter in die Richtung entwickelt, ist ein nächster logischer Schritt, die Fraktionen ab zu schaffen. Ob mir das gefällt oder ob ich das will, ist eine andere Frage. Hat alles Vor- und Nachteile.

Das leveln ist auch ein Witz geworden. Könnte auch weg da es so keinen Sinn mehr macht. Charakter Aufwertungen gibts auch noch zu jeder Erweiterung… also irgendwie ist leveln überflüssig. Auch hier, gefallen oder wollen möchte ich jetzt nicht unbedingt diskutieren.

Ein anderes Szenario, welches ich interessant fände, wäre Retail auf Classic zu stülpen. Ich versuche es zu erklären: Die alten Mechaniken wie Waffen leveln, usw. beibehalten, nur dann auch der neue Kram dazu. Vernünftige Level Phase, mehr Klassen Differenz. Wäre dies vielleicht was? Bin mir unschlüssig.

Eine dritte Fraktion, wäre auch eine Möglichkeit… ist unwahrscheinlich. Die Idee gab es mal zu Lich King Zeiten: Die Natur verbundenen Völker Tauren und Nachtelfe verlassen ihre Fraktionen und gründen zusammen ein Bündniss mit den Furbolgs. 😅 Lustige Idee. Mehr aber auch nicht.

Ecken und Kanten… ja.. Nun die aktuellen Visionen mit ihren Verdorbenen Sturmwind/Ogrimmar Varianten, find ich richtig klasse. Sowas. Also diese Unterschiedlichkeiten zu den eigentlichen Städten. Äh worauf wollte ich hinaus… muss mal was essen. Also Horde und Allianz haben sich auch mal so angefühlt, zu einander. Finde ich. Heute nicht mehr.

VanzirNivis

Naja, Horde gegen Allianz ist auch schon seit Jahren ausgelutscht. Erst gegen irgendeinen Feind zusammen kämpfen und sich danach wieder die Köpfe einschlagen, als hätte man daraus nichts gelernt. War vllt am Anfang der Grundstein von WoW das die beiden Fraktionen gegeneinander Kämpfen, aber das hat sich halt über die Jahre gelegt und sich jetzt immer irgendeinen blödsinn aus den Fingern saugen, nur damit es wieder nen Grund gibt das die beiden Seiten sich bekriegen, ist halt langweilig und interessiert viele auch nicht mehr.
Blizz kann das ruhig noch weiter auflösen und beide Fraktionen verbinden. Ein Beispiel dafür wäre ESO. Hat auch 3 Fraktionen, was aber im PvE keine Rolle spielt und nur für PvP wichtig ist. Im PvE können alle 3 Fraktionen normal miteinander spielen.

Yoma

Ausgelutscht find ichs nicht. Es gehört zur Story. Siehe Baum verbrennen, wird immer wieder aufgegriffen. Ist aber vielleicht auch nochmal ein Unterschied wenn man auf einem PvP Server spielt.

“gegen irgendeinen Feind zusammen kämpfen” hat man in anderen Storys auch. Stargate Atlantis – mit dem ärgsten Feind verbündet man sich, gegen einen noch ärgeren.

ESO hat einfach ne andere Story. Wär auch blöd wenn alle Spiele gleich wären. Btw 3 Fraktionen sind gut für Gebietskämpfe, die hat WoW (leider) nicht. Wäre mal ne schöne Erweiterung. Wird aber wohl nie kommen.

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