Der Boss von WoW gesteht Fehler ein: Man hätte schon vor 8 Jahren reagieren sollen

Der Boss von WoW gesteht Fehler ein: Man hätte schon vor 8 Jahren reagieren sollen

Der Chef von World of Warcraft gibt zu, dass man viele Jahre gewartet hat, bis ein Problem komplett aus dem Ruder gelaufen ist. Jetzt handelt man.

Mit der kommenden Erweiterung Midnight steht in World of Warcraft eine der größten Transformationen bevor, die das MMORPG von Blizzard je erlebt hat. Das liegt nicht nur an dem Housing-Feature, sondern vor allem auch an der Änderung der Addon-Philosophie. Denn Interface-Addons können künftig deutlich weniger und sollen in Kämpfen gar keinen Vorteil mehr bieten. Manche Spielerinnen und Spieler fragen sich, ob jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist. Doch in einem Interview stellt der Game Director von WoW fest: Man hätte schon vor vielen Jahren handeln sollen.

Was ist das für ein Interview? In dem Interview mit Game Informer (auf YouTube) spricht der Game Director von World of Warcraft, Ion Hazzikostas, vor allem über den langen Blogpost, den er vor einigen Tagen veröffentlicht hat. Der Interview-Partner hat einige Fragen, teilweise aus der Community, und bittet um eine genauere Erklärung einiger Punkte.

Jetzt, denn der perfekte Zeitpunkt war vor Jahren

Auf die Frage, warum Blizzard genau jetzt die Einschränkung der Addons vornehme, geht Hazzikostas ein wenig genauer ein:

Um das mal ein bisschen zu drehen: Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit dafür ist genau heute.

Vermutlich hätten wir schon mehr dieser Art vor 8 Jahren tun sollen, als wir zum ersten Mal Addons auftauchen sahen, die es nicht nur leichter gemacht haben, zu verarbeiten, was eigentlich gerade bei einem Raidboss passiert, sondern auch sehr direkt versuchten, Probleme zu lösen. Du weißt schon, Dinge, die den Spielern einfach sagten: „Lauf zum Stern, lauf zum Diamant“ oder „So wird die Mechanik gelöst“. Wir hätten damals sehen sollen, wohin sich das entwickeln wird.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Link zum YouTube Inhalt

Das Interview geht dann zu der Sorge der Community über, dass diese Entscheidung mit den Addons überhastet und plötzlich gekommen wäre. Daher würde man gerne wissen, wie lange die Entwickler darüber schon gesprochen und das Ganze geplant haben. Hazzikostas sagte dazu:

Das ist etwas, über das wir nachgedacht haben und dann wirklich sagten „Wir müssen das tun“ – bestimmt schon seit zwei bis drei Jahren. Wir haben angefangen zu planen und angefangen zu designen, wie unsere Version [von Addons] aussehen würde und wir versuchten herauszufinden, wie wir diese Transformation verwirklichen können. Spät im letzten Jahr haben wir dann angefangen, öffentlich darüber zu reden – über unsere Philosophie und die Richtung, in die es gehen könnte.

Wenn man es so betrachtet, dann kommt die Änderung also nicht aus heiterem Himmel, sondern hat schon eine ganze Weile Vorlauf bekommen. Es gibt nur eben keinen schrittweisen Abbau der Features – sondern einen radikalen Schnitt.

Das Feedback der Community gab den finalen Anstoß

Hazzikostas erklärt dazu, dass selbst da aber noch nicht alles in Stein gemeißelt war. Die Ankündigung und Veröffentlichung der Pläne erfüllte nämlich noch einen anderen Zweck. Es sollte nicht nur eine „Warnung“ an die Addon-Autoren sein, dass bald Änderungen notwendig sind und die Spielerinnen und Spieler darauf vorbereiten, sondern man wollte sich noch einer anderen Sache vergewissern:

Eine Sache, die wir damit tun wollten, war die Stimmung in der Community zu erfühlen.[…] Wenn wir von den Spielern gehört hätten: „Fasst meine Addons nicht an. Das ist perfekt. Wir wollen nicht, dass sich irgendetwas ändert.“ – wenn wir das von den meisten gehört hätten, dann hätten wir mit dieser Sache nicht weitergemacht.

Aber was wir von vielen Spielerinnen und Spielern gehört haben, war: „Ja, ich sollte keine Addons herunterladen müssen, damit ich das Gefühl habe, das Spiel ‘richtig’ spielen zu können. Ich hasse es, einer Gilde beizutreten oder einer Gruppe und dann muss ich etwas herunterladen und einstellen, weil das von allen erwartet wird. Und so weiter.“

Damit will Hazzikostas wohl ausdrücken, dass für ihn und das ganze WoW-Team das Feedback aus der Community an oberster Stelle steht und die Entwickler basierend auf diesen Rückmeldungen handeln. Eine Sache, die seit Dragonflight immer deutlicher wird und schon zu vielen positiven Veränderungen im Spiel geführt hat, auch wenn es noch einige Probleme gibt. Denn gerade das „neue Story-Writing“ einiger Charaktere sorgt immer wieder für harsche Kritik.

Deine Meinung? Diskutiere mit uns!
6
Gefällt mir!
Kommentar-Regeln von MeinMMO
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
6 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Abstimmungen
Inline Feedback
Alle Kommentare anzeigen
TheDude

Ein Spiel komplett um 15 Jahre zurückzudrehen sehe ich skeptisch, denn es ändert eigentlich alles an was die Spieler gewöhnt sind. Es werden ja nicht nur die wichtigen Addons deaktiviert, sondern auch die Spielweisen werden extrem eingedampft, auf relativ wenige Buttons. Am Ende erscheint es mir im Moment wie eine vereinfachte Konsolenkopie, schauen wir mal.

IC3GH05T

So ein Schwachsinn. Hast wieder irgendwo nen Kommentar gelesen und dir gedacht, dass man das wunderbar nachplappern kann. Ich spiel aktuell die Beta. Ja es werden 100 Fähigkeiten entfernt. Verteilt auf 39 Spezialisierungen (Nr 40 zähl ich nicht mit). Vertrau mir, für die komplexen Klassen brauchst du noch immer deine halbe Tastatur wenn du alles über Hotkeys ansteuern willst. Außerdem werden “die wichtigen Addons” nicht nur deaktiviert sondern durch eigene Versionen von Blizzard ersetzt. Die Blizzard Version ist dann halt nur nicht so mächtig wie WeakAura zum Beispiel. Aber genau das ist auch gut so. Denn selbst Dimensius, ein Boss mit mehr als 60 Fähigkeiten, hat auf mythisch grade mal 11 Tage gegen diese Addons, die fast schon Cheats gleichkommen, durchgehalten. Ich hab bis jetzt noch nicht das volle ausmaß seiner Fähigkeiten im Kopf sodass ich ohne Addons spielen könnte. Wie komplex soll das Game deiner Meinung nach werden? Ich habe schon in Dragonflight miterlebt, dass einige Leute das Game entgültig verlassen haben, weil sie mit dem Spiel maßlos überfordert waren. Es ist stellenweise so komplex, dass es sich teilweise wie Arbeit oder Studium anfühlt. Kommt dann noch Druck von der Gilde dazu kann ich Leute verstehen, die durch das Spiel Anzeichen von Burnout gezeigt haben und aus gesundheitlichen Gründen aufhören mussten bzw jetzt teilweise zurück sind aber nur maximal LfR zocken. Blizzard hingegen musste immer komplexer werden um den Addons etwas entgegen zu setzen. Wäre es dir wirklich lieber ein Spiel zu haben das so komplex ist, dass es irgendwann ein KI-Autoplay Addon bekommen müsste? Denn das wäre der andere Weg gewesen. Der den viele, auch ich, schon seit Jahren kritisieren. Denn wenn mir ein Addon sagt wie ich jede Mechanic spielen muss, sodass selbst ein Boss mit über 60 Fähigkeiten machbar wirkt, dann ist es schlicht zu mächtig. Und überleg mal, uns wurden damals der Healbot und der Angelbot verboten, weil es das Spiel zu sehr vereinfacht und zu stark beeinflusst. WeakAura hat sich eher verdächtig lang gehalten. Wie der Chef schon sagt, das hätte schon vor vielen Jahren passieren müssen. Und jetzt sind wir an dem Punkt “besser spät als nie” angekommen. Aber mach dir keinen Kopf wegen der Schwierigkeit. Ich spoiler nicht zu viel aber aktuell ist die Beta eher so, dass die meisten Gruppen zum Addon Start wieder auf den Sack kriegen werden wie zum Start von TWW. Kann sich natürlich noch ändern. Aber leicht ist es sicher nicht, nur weil dir 2 Buttons fehlen.

MathError

Ja, jetzt ist es auch der richtige Zeitpunkt, aber nur weil sie die Klassen stark “vereinfachen”, viele Spells fallen weg, dadurch wird die Rotation teilweise recht lahm und wenn die Bosse jetzt auch noch dementsprechend angepasst werden mit Midnight, d.h. Kein Bosse mit 4-5 Phasen und jede Phase davon nochmal 2-3 verschachtelte Phasen mit 10-15 verschiedenen Fähigkeiten in jeder Phase, dass der Boss am Ende mit +/-50 Fähigkeiten umherhaut, dann brauchen wir auch kein DBM, kein Rotationshelfer oder Weakauren die einem das Leben erleichtern.

Wenn sie das alles so umgesetzt bekommen, bin ich froh und sehe es dann auch nicht ein externe Addons nutzen zu müssen. Blizz versucht ja viele diese Addons jetzt zu implementieren d.h. diese sind dann auch an die Bossen und Klassen angepasst.

Die Frage ist nur, bekommen sie es denn auch so umgesetzt wie sie sich es denken? Ich glaube nicht, zumindest nicht zum Start des Addons. Erst wenn die ersten Spieler M+ laufen, sowie HC und Mythic Raids, wird Blizzard viele Daten bekommen und es wird wieder Patches regnen. 😅

Zuletzt bearbeitet vor 3 Monaten von MathError
diesdasverschiedenedinge

Liegt ja einfach daran das auf der Beta das Skill Level der Spieler im Schnitt deutlich höher ist.
Und die Daten von den weniger guten Spielern erst mit dem Prepatch kommen.

Ist also nicht als ob Blizzard es nicht könnte, sondern die Spieler die es im Zweifel am härtesten trifft, sich meist nicht an den Betas beteiligen.

IC3GH05T

Ja sorry dafür. Soll ich mich lieber etwas zurückhalten? ^^

Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.

6
0
Sag uns Deine Meinungx