KI ist aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Doch gerade bei Videospielen wie World of Warcraft sollte man sich eher nicht darauf verlassen.
World of Warcraft ist mit inzwischen 10 Erweiterungen extrem groß. Da den Überblick über alle Inhalte, Gebiete und Laufwege zu behalten, das ist gar nicht so leicht. Gerade Neulinge können sich da verirren und sind überfordert, wenn sie mal Hilfe brauchen. Das gilt auch bereits für WoW Classic – denn schon damals war die Spielwelt gigantisch.
Doch wer heute Hilfe braucht, der sucht nicht unbedingt auf Google nach einer Lösung, sondern fragt eine KI wie ChatGPT. Dass das im Falle von World of Warcraft aber mehr Verwirrung als Hilfe bringen kann, macht ein Beispiel nun offensichtlich.
Was wurde gefragt? Der Nutzer Tercel9 wollte von ChatGTP wissen, wie er in World of Warcraft vom Dorf Steinard nach Kargath kommt. Das ist eigentlich eine recht simple Strecke, die relativ geradlinig nach Norden verläuft.
ChatGPT hatte da aber offenbar andere Pläne, denn der Spieler sollte offenbar eine kleine Reise durch das ganze Königreich Sturmwind machen – über den Gebirgspass der Totenwinde, hin in den Dämmerwald nach Elwynn, dann nochmal einen Schlenker nach Westfall und erst danach über Rotkamm und die Brennende Steppe nach Kargath im Ödland.
ChatGPT wollte danach sogar noch wissen, ob es eine Karte zeichnen sollte – was bejaht wurde.
Die von der KI gezeigte Karte gibt es im Spiel so nicht – sie ist eben der „Fantasie“ der KI entsprungen und orientiert sich offenbar nur sehr lose an den tatsächlichen Karten, die es in WoW gibt. Denn nicht nur die Anordnung der Gebiete ist vollkommen falsch, sie passt auch in keinster Weise zu dem Weg, den ChatGPT selbst vorgeschlagen hat.
„Das ist die Karte, die du verdient hast“
In der Community wird diese Anfrage an ChatGPT diskutiert. Die meisten amüsieren sich darüber, was für einen Unsinn sich die KI dort zusammenfantasiert hat. Viele beklagen, dass KI ausgerechnet bei allem, was mit Gaming zu tun hat, offenbar noch richtig große Schwierigkeiten hat.
- „KI-Halluzinationen sind ein großes Problem, verbunden mit dem Fakt, dass generative KI eine Tonalität voller Selbstbewusstsein in ihren Antworten hat. Vermeide generative KI-Antworten um jeden Preis, besonders wenn du Dinge recherchieren willst.“ – CassadeeBTW
- „All die LLMs, die ich bisher benutzt habe sind so unsagbar schlecht in allem, was mit Gaming zu tun hat, besonders mit WoW-Zeug.“ – toadling
- „Du spielst eines der am besten dokumentierten Spiele in der Geschichte der Games überhaupt. Buchstäblich jede Frage die du fragen könntest, wurde entweder auf wowhead oder in alten Reddit-Beiträgen beantwortet, die man mit einer einfachen google-Suche finden kann. Das ist nicht die Karte, die du brauchst – aber die Karte, die du verdient hast.“ – zealouscamel
Am Ende haben die meisten Kommentare aber wohl recht. Zumindest gegenwärtig ist man bei Fragen rund um die meisten Videospiele doch besser beraten, auf Guides, Reddit-Beiträge oder Videos zu hören – und KI vielleicht nur für andere Sachen zu nutzen. Dann verlernt man auch nicht gänzlich die Recherche-Fähigkeiten.
So lange Laufwege gehören auch ein bisschen zur Nostalgie von World of Warcraft – genau so wie ein Fund, den ein Spieler für nur einen Euro machte.
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Ich hab das einmal aus Interesse versucht ChatGPT zu fragen wie man am effektivsten an Weberstoff kommt. Nicht nur das es mehrmals den falschen Stoff aus irgendwelchen älteren Erweiterungen genommen hat und ich es immer wieder korrigieren musste, war das Ergebnis auch nur so durchschnittlich.