Obwohl World of Warcraft weiterhin zu den erfolgreichsten MMORPGs auf dem Markt gehört, sucht Blizzard nach immer neuen Möglichkeiten der Monetarisierung. Für einige Fans ist es mittlerweile zu viel.
Wie monetarisiert sich WoW? Das MMORPG von Blizzard gehört auch nach all den Jahren zu den wenigen Genre-Vertretern, die weiterhin auf ein verpflichtendes Monatsabo bestehen. Zwar kann man die Gebühr auch durch ein erspieltes WoW-Token bezahlen, doch muss man dafür auf einem europäischen Server deutlich über 300.000 Gold auf den Tisch legen (Quelle: wowtoken.app).
Was man dazu wissen muss: Blizzard freut sich, wenn jemand sein Abo mit einem WoW-Token bezahlt hat. Denn das bedeutet im Umkehrschluss, dass vorher ein anderer Spieler 20 Euro für die Marke ausgegeben hat, um diese dann an den WoW-Fan für Gold zu verkaufen. Da das Abo normalerweise nur etwa 11 bis 13 Euro pro Monat kostet (abhängig von der Dauer des abgeschlossenen Abos), machen die Entwickler hier also ein deutliches Plus.
Ergänzt wird das Abo von den kostenpflichtigen Erweiterungen, besonderen Editionen der neuen Classic-Variante, kostenpflichtigen Services wie Charakteraufwertungen, Transfers oder Fraktions- respektive Volkswechsel, und vom Verkauf kosmetischer Items im Ingame-Shop. Letzter Punkt ist mit der Einführung vom Housing dabei noch deutlich angewachsen.
Da die verschiedenen Versionen von WoW auch nach all den Jahren von vielen Millionen Spielern auf der ganzen Welt gezockt werden, kann man davon ausgehen, dass WoW für Blizzard weiterhin ein richtig gutes Geschäft ist.
„Einfach nur peinlich mitanzusehen“
Was kritisiert die Community? Main-Strike-1117 bringt die Kritik mit seinem Post auf Reddit aktuell ganz gut auf den Punkt: „Die aggressive Monetarisierung dieses Spiels führt dazu, dass ich meine Liebe dafür verliere.“ Er selbst spielt WoW seit Burning Crusade und findet es einfach nur peinlich mitanzusehen, wie „sehr Blizzard derzeit versucht, den Spielern jeden letzten Cent aus der Tasche zu ziehen.“
Main-Strike-1117 beschreibt dabei auch konkret, was aktuell anders ist als noch vor einige Jahren:
- Die Erweiterungen kommen aktuell schneller, also muss man öfter für sie bezahlen. Der Preis bleibt dabei gleich hoch. Das hohe Tempo geht auf Kosten der Qualität, Patch 12.0.5 gilt als eines der verbuggtesten Updates seit langer Zeit.
- Was indes fast immer fehlerfrei funktioniert, das ist der Shop, der sich dank des Housings mit immer mehr Dingen füllt. Aktuell kann man dort richtig viel Geld für ein neues Baumhaus lassen. Das Paket des gemütlichen Baumhausrefugiums kostet geschmeidige 7.500 Heimtaler. 100 Heimtaler gibt’s im Shop für nen Euro. Macht 75 Euro. Die günstigere Variante liegt bei 4.000 Heimtaler (Quelle: eu.shop.battle.net).
- Der Spieler kritisiert weiterhin, dass man für simple Dienste wie einen Fraktionswechsel, die völlig automatisch ablaufen, seit Jahren derart viel Geld zahlen muss.
- Main-Strike-1117 hat zudem das Pech, sein WoW-Abo mit Pfund zahlen zu müssen. Er ist also direkt von den jüngsten Erhöhungen des Abo-Preises betroffen (die Details findet ihr auf blizzard.com).
Unter seinem Post bekommt Main-Strike-1117 viel Zuspruch. Die mehr als 3.575 Daumen hoch und die mehr als 900 Kommentare unterstreichen das. Für einige Spieler ist sogar klar, dass diverse Baustellen und Features seit Jahren ignoriert werden, weil diese kein Geld bringen. SurpriseSoda schreibt etwa auf Reddit:
Es gibt so viele offensichtliche Kleinigkeiten, die sie ganz klar ignorieren, weil sie damit kein Geld verdienen. Keine Anpassungsmöglichkeiten, Glyphen, Klassen-Fantasie, andere klassische Völker oder Spielereien – nur das absolute Minimum, um einen Haken hinter die Behauptung setzen zu können, sie hätten irgendetwas hinzugefügt. Ich muss Deko-Objekte drehen und stapeln, um mir mühsam ein Gnomenhaus zusammenzubasteln, und kann trotzdem nichts bauen, was auch nur annähernd an das neue Modell herankommt, das so viel kostet wie das ganze Spiel selbst.
Und das Geld, das sie damit einnehmen, fließt nicht einmal zurück ins Spiel, sondern direkt in die Entwicklung des nächsten Housing-Teils.
Wie bewertet MeinMMO-Redakteur Karsten Scholz die Monetarisierung? Ich kritisiere Blizzard schon seit Jahren dafür, dass sie das Bezahlmodell von WoW ständig weiter ausbauen, obwohl es weiterhin das verpflichtende Abo gibt. Aus meiner Sicht sollten Spiele mit Abo automatisch alle Inhalte und Services ohne weitere Kosten anbieten. Wer unbedingt einen Ingame-Shop und Co. anbieten möchte, sollte indes auf einen Free2Play-Zugang wechseln.
Und weil das WoW-Token eine Echtgeld-Komponente in die Wirtschaft bringt, die ein Pay2Win-Element besitzt und gleichzeitig andere Probleme wie Bots oder Echtgeldhandel nie nachhaltig lösen konnte.
Ich verstehe daher den Ärger von Main-Strike-1117. Umso mehr, wenn ich auf die Abo-Erhöhung in seiner Region und den durchwachsenen Zustand des jüngsten Abos schaue. Wie seht ihr das? Verratet es mir gern in den Kommentaren! Wer mehr dazu wissen möchte, schaut hier vorbei: WoW leidet gerade an einem desaströsen Patch, vieles ist kaputt – Und genau jetzt will Blizzard viel Geld für Housing-Items
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Das finde ich ebenfalls eine Frechheit, nur leider weiß ich, dass es eine Fanbase gibt die das gar nicht interessiert.
Seitdem ich gesehen habe, wie oft das AH-Mount für 78€ verkauft worden ist habe ich die Hoffnung in die Käuferschaft verloren.