Windrose hat MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus total eingenommen. Der Start war allerdings etwas happig. Einige Gegner und vor allem Schiffe haben ihm ordentlich eingeheizt, dabei hat er einfach nur ein Feature übersehen.
Eine steife Brise um die Nase, warmen Grog in der Hand – und eine Faust im Gesicht. Eigentlich das stereotype Piratenleben, aber nicht unbedingt das, was man in einem Spiel wie Windrose haben will.
Mir ist genau das passiert. Nachdem ich mein stolzes, erstes Schiff, die „La Fayette“, endlich zu Wasser gebracht habe, ging die Reise für mich weiter. Auf See, nach Tortuga und gegen die fiesen Zombies aus Blackbeards Crew.
Nur fiel mir schon auf der ersten Insel auf, dass Gegner ganz schön was drauf haben. Ich bin nun kein schlechter Spieler, aber bin doch öfter an Krabben und Untoten gestorben, als ich zugeben will. (Schweine dagegen haben mir überraschend wenig Probleme gemacht).
Vor allem aber mit meiner Ketsch hatte ich Probleme gegen andere Schiffe. Schon eines war eine Herausforderung, zwei oder mehr habe ich nicht besiegen können. Das hat sich radikal geändert, als ich die Upgrades entdeckt habe …
Windrose ist beim Crafting nicht wie Survival-Games – Mehr wie Dark Souls
Ich bin absoluter Survival-Veteran. Allein in Conan Exiles habe ich hunderte Stunden versenkt, andere Titel wie Enshrouded, Dune: Awakening und Fallout 76 kommen da noch oben drauf. Die haben alle etwas gemeinsam: für bessere Ausrüstung muss ich Ressourcen grinden und craften.
In Windrose stimmt das nur zum Teil. Ja, Ressourcen brauche ich auch, aber neue Waffen craften bringt überhaupt nichts:
- Die Waffen, die ich bisher gefunden habe, haben allesamt den gleichen Grund-Schaden und nur andere Skalierungen.
- Anfangs ist das noch völlig irrelevant. Lediglich der Spielstil und ggf. der Schaden einzelner Schläge variieren je nach Waffentyp.
- Überhaupt neue Waffen zu craften erfordert, sie mindestens einmal gefunden zu haben. Anders bekommt man – zumindest Anfangs – keine neuen Items.
Stärker werden Waffen aber erst über das Aufwertungs-Feature. Über einen Reiter oben an der Werkbank lassen sich Ausrüstungs-Gegenstände upgraden, wenn man die entsprechenden Materialien hat – genau wie in Souls-Spielen, an die das Kampf-System ohnehin stark erinnert.
Windrose erklärt das System zwar einmal kurz im Tutorial, aber es gerät dann doch schnell in Vergessenheit, einfach, weil ich es von Survival-Games nicht gewohnt bin. Nicht in diesem Umfang zumindest.



Nachdem ich meinen Säbel und meine Kleidung ein paar Stufen weit gesteigert habe, ging alles plötzlich sehr viel leichter und es hat nochmal zwei Stunden gedauert, bis mir die Idee kam, dass das auch für Kanonen und Verteidigungen meines Schiffs funktioniert. Denn: ja, tut es.
An der Kanonenschmiede lassen sich auch Schiffs-Gegenstände upgraden, dazu muss man sie aber über die Werft erst wieder vom Schiff entfernen und ins Inventar packen. So waren plötzlich selbst Kämpfe gegen gleich drei von Blackbeards Schwadronen (insgesamt 7 oder 8 Schiffe) machbar.
Neue Ausrüstung ist seltener, aber nicht unbedingt besser
Irgendwann habe ich dann während meiner Erkundungen ein „blaues“ Schwert gefunden. Ihr wisst schon: Seltenheit ist immer grün, blau, lila usw. Logisch also, dass das seltene Schwert besser ist, oder? Nope.
Items mit höherer Seltenheit haben, zumindest in meinem Stand nach knapp 8 Stunden, die gleichen Start-Stats wie andere Waffen und Rüstungen. Vielleicht eine minimal bessere Skalierung mit den Spieler-Attributen, aber das fällt auf der Stufe nicht ins Gewicht.
Stattdessen haben höhere Raritäten zusätzliche Effekte. Waffen etwa können unter bestimmten Umständen mehr Schaden austeilen oder geben Buffs, mein aktuelles Kleidungs-Set verstärkt den Einsatz von Nahkampf-Waffen. Aufwerten muss ich sie trotzdem, ehe sie wirklich „besser“ werden.
Das erfordert viel Grind, vor allem die armen Schweine müssen für ihre Haut leiden. Aber naja… mich hat auch schon ein Wirt daran erinnert, dass irgendein Unhold die armen Dodos abschlachtet. Keine Ahnung, wen er meint.
Glücklicherweise gibt es die Verwertungs-Station, mit der wenigstens die Ressourcen fürs reine Crafting erstattet werden. Viel Ersparnis ist das nicht, aber jedes Bisschen hilft hier.
Auch, wenn ich mich wegen dieses dämlichen Fehlers ziemlich dumm fühle, bin ich mit Sicherheit nicht der Einzige, der hier nicht aufmerksam genug war. Denn Windrose zieht im Moment mehr Spieler an, als die Entwickler erwartet haben: Fast 100.000 gleichzeitige Spieler zwingen neues Survival-Game in die Knie, Entwickler bitten jetzt um Hilfe
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