Wardogs: Chef-Entwickler kritisiert den Preis von AAA-Games, verkauft seinen eigenen Shooter auf Steam für den Preis eines Zug-Tickets

Wardogs Brammer

Der Chef des neuen PvP-Shooters Wardogs ist überzeugt, AAA-Games sind zu teuer für die zu niedrige Qualität, die sie liefern. Er glaubt aber auch, dass Spiele insgesamt teurer werden müssen.

Um wen geht es?

  • Joe Brammer ist ein britischer Entwickler und CEO des Entwicklerstudios BULKHEAD
  • BULKHEAD ist das Studio hinter dem neuen PvP-Shooter Wardogs, für den Brammer obendrein als Executive Producer fungiert
  • Wardogs hatte am 10. September 2026 seinen Release auf Steam und ist dort für einen gegenwärtigen Kaufpreis von 39,99 € in den Early Access gestartet.

Brammer gilt derzeit als äußerst kommunikativ. Er spricht auf X sehr offen mit der Gaming-Community und gibt regelmäßig Einblicke in die Entwicklung von Wardogs, die generelle Arbeit als Game-Dev und seine Ansichten zu verschiedenen Themen. Dabei spricht er aber nicht nur über sein eigenes Spiel, sondern auch über Themen, die die gesamte Gaming-Branche betreffen.

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BULKHEAD stellt den Militär-Shooter WARDOGS im Trailer vor

„AAA-Spiele können nicht weiterhin mangelhafte Qualität liefern und 60$ verlangen“

Was kritisiert der Wardogs-Chef? Brammer hat sich auf X in verschiedenen Posts und Kommentaren zu der Bepreisung von Videospielen geäußert.

Die Ausgangslage der Diskussion waren Aussagen von Tim Schafer, dem Gründer des Entwicklerstudios „Double Fine Productions“ (Psychonauts, Brütal Legend) im Kontext der jüngsten Entlassungen und Umstrukturierungen bei Xbox sowie der generellen Situation der Branche. Schafer sagte darin (via IGN), er verstehe die Gaming-Wirtschaft nicht mehr. Er dachte immer, es gäbe einen Kreislauf beim Entlassen und Neueinstellen von Entwicklern mit gleichermaßen Höhen und Tiefen. Seit einigen Jahren seien da aber nur noch Tiefen und er wisse nicht warum.

Brammer ging darauf in einem Kommentar auf X ein und erklärte die Situation aus seiner Sicht:

Spiele sind zu günstig, Entwicklungskosten zu hoch. GTA 6 hatte die Chance, die Messlatte zu erhöhen, aber hat es nicht getan, also gehen wir in die nächste Runde… Ich hab gerade 30 Pfund [etwa 34,87 Euro] für eine Zugreise bezahlt, Wardogs kostet 36,99 Pfund [39,99 Euro]. Lasst uns nicht so tun, als wüssten wir nicht warum. Leute wie Tim sollten aufstehen und sagen: ‘Spiele müssen mehr kosten’, und nicht so tun, als wüssten wir es nicht.

Joe Brammer via X

Ein Nutzer antwortete auf Brammers Aussage, dass er selbst selten 70 Tacken für ein Spiel bezahlt, obwohl er selbst Spieleentwickler sei, weil Vollpreistitel oftmals hinter den Erwartungen bleiben. Das Problem sei nicht, dass die Leute nicht mehr bezahlen würden, sondern dass sie den Entwicklern „berechtigterweise“ nicht mehr vertrauen. Brammer führte daraufhin auf X aus: „Nur um das klarzustellen, Titel, die nicht liefern, sollten nicht hochpreisig sein.“

In einem separaten X-Post ging Brammer weiter auf die Thematik der Spielebepreisung ein und erklärte: „AAA-Spiele können nicht weiterhin mangelhafte Qualität liefern und 60$ verlangen.“ In den Kommentaren nannte er dann obendrein 3 Gründe, warum die Spieleentwicklung zu teuer bzw. Spiele zu günstig seien:

  • Große Städte sind zu teuer für Entwickler
  • Studios konkurrieren mit KI, Militär und anderen Tech-Industrien um Talente, die wiederum die Gehälter in die Höhe treiben
  • Die Verkaufsbeteiligungen von Valve/Steam, Microsoft und Sony seien zu hoch, was weniger Geld für die Entwickler am unteren Ende bedeute

Insgesamt finde er zwar, dass Spiele teurer sein sollten, aber er denke auch, dass ein grundsätzlich anderes Modell besser wäre. Er fände es etwa sinnvoll, „Preisobergrenzen im Early Access durchzusetzen und Preissteigerungen bei der Vollversion zu standardisieren.“

Würdet ihr neue Spiele kaufen, wenn sie noch teurer werden, wenn dafür die Qualität stimmt? Wo liegt bei euch die Preisobergrenze? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

Für MeinMMO-Redakteur Dariusz Müller ist Wardogs auf jeden Fall sein Geld wert gewesen. Wie viel Spaß er an dem „King of the Hill”-Shooter hat, zeigt er euch in der Nacherzählung einer besonderen Runde auf MeinMMO: Von der Eroberung einer feindlichen Festung zum Comeback: Wenn ich Wardogs nicht schon lieben würde, hätte mich eine einzige Runde zum Fan gemacht

Kommentare

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4 Kommentare
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Ich wäre bereit mehr zu zahlen wenn mich Spiele mal wieder richtig fesseln würden.

Gefühlt sind die meisten Spiele die noch Spaß machen Remakes. Viele haben beeindruckende Grafik, riesige Spielwelten, 10000 Quests, aber irgendwie fesselt nichts. Gerade Single Player Spiele müssen ein super motivierendes Gameplay haben. Mittlerweile haben die Leute soviel Auswahl oder auch schon soviel Gutes gespielt das man einiges erwartet.

Es ist eben so das viele Gamer mittlerweile eben nur ein paar Stunden Zeit haben am Tag zum Spielen und dann wollen ein Spiel was es wert ist die Freizeit zu opfern. Das muss dann sehr fesselnd oder sehr entspannend sein.

Dazu kommt viele haben noch ein mmo was sie spielen. Das macht es für neue Spiele halt echt schwer auf den Markt.
Der Markt hat sich verändert für Singel Player Spiele. Ich denke es lohnt sich nicht mehr ein AAA Spiele zu entwickeln was für alle ist sondern lieber ein Spiel was eine bestimmte Gruppe anspricht und nicht 1000 Entwickler Beschäftigt.

GTA 6 sind die einzigen die momentan die Möglichkeit haben einfach ein Großteil aller Spieler anzusprechen egal wie alt und jung.
Das liegt aber an einen sehr guten Ruf und eben auch eine super Spielwelt.

Deathmatic

1: zu viele Entwickler. Kein Studio braucht 1000+ devs für ein Spiel. Wir haben genug beweise in der Gaming Industrie, dass dies der Fall ist. Prominente Spiele sind Expedition 33, sämtliche Capcom Spiele und ebenfalls Crimson Desert. Expedition 33 ist sogar Europäisch. Crimson desert, unter den aufgeführten, sogar noch das teuerste Spiel in der Produktion.
2: AAA hat es sich leicht gemacht, indem man von eigenen engines auf UE5 gewechselt ist, obwohl bereits laut wurde, das UE5 für viele nicht nur in vielen spielen ähnlich aussieht und kaum Unterschiede bietet, kein Studio scheint so wirklich mit der engine zurecht zu kommen. Ja, eine eigene Engine ist durchaus teurer, hauptsächlich weil Epics Tim Sweeney die Preise für seine engine Recht tief ansetzen kann, bei 50+ studios dennoch einige Millionen pro Spiel macht, da seine engine nicht auf ein studio begrenzt ist. Aber die kosten für extra devs hätte man in extra coder entwickeln sollen für die engine. Zumindest weiß man bei selbiger, wo die Fehler liegen. Wenn ein Fehler bei UE5 zu tief in code liegen, sind devs und studio überfordert und versuchen hotfixes die entweder: nicht viel bewirken oder: am Ende noch mehr schaden anrichten.
3: Kein studio muss spiele innerhalb von 3 bis 4 Jahren vollständig entwickelt haben. Klar, Studios sollten sich jetzt auch nicht ein Beispiel an todd Howard nehmen, aber die Entwicklungszeit ist ebenfalls ein problem. Geringere Entwicklungszeiten fordern mehr Hilfe von außen zur schnelleren Fertigung und erhöhen somit das Budget. Klar würden längere Entwicklungszeiten ebenfalls das Budget erhöhen, jedoch nicht in der extreme.
4: Ein Spiel mit tatsächlichem Spielspaß entwickeln. Das ist leider zu einer Rarität geworden in den letzten Jahren. Nehmen wir Mal ein Standard Spiel von 79,99€, abzüglich Valves 30% sind wir hier bei 55,99€. Selbst E33, ein Spiel mit Kampfmechaniken dass nicht bei jedem gut ankommen, verkauft sich über 5 Millionen Mal. Das selbe gilt für Crimson Desert. Das sind bei 55,99€ knapp 300 Millionen. Spiele für 150 Millionen würden demnach finanziellen Erfolg feiern bei 5 Millionen verkauften Kopien. Das Spiel muss halt eben GUT sein.
5: Rockstar ist tatsächlich das einzige unternehmen, dass seine spiele für einen Preis verkaufen kann der über dem Markt liegt und Leute kaufen trotzdem ein, wie man an der Deluxe sehen kann, die sehr gut verkauft wird. Obwohl es Cut content aus dem Spiel beinhaltet und extra verkauft wird. Rockstar hat mit GTA 6 mein Interesse nahezu verloren, da man in Interviews bereits bekannt gab, dass man von allem Abstand nehmen möchte, was Teil von GTA war, darunter auch die Satire und Witze über alles und jeden, ohne Reue, ohne Kompromisse. Aber ich schweife ab. Kein Spieler würde für ein Spiel abseits von Rockstar einen Preis bezahlen der über dem momentanen Marktpreis der spiele liegt. Spiele sind hobbies, kein Luxus gut für reiche.

Unterm Strich: die Spieleindustrie hat es sich selbst zu zu schreiben, dass die Kosten in die Höhe schießen. Anstatt auf Bloat zu setzen, sollte man kosten runter kürzen. Statt eines open Budgets sollte man sich ein Ziel setzen. Z.B. sind 150 Millionen zwar extrem, aber wenn es ein Spiel ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit gut ankommt, durchaus zu Stämmen. Wenn ein Spiel wie E33 oder Crimson Desert, zwei neue Studios ohne vorherige spiele, über 5 Millionen Einheiten verkaufen können… Ich habe meine Zweifel dass ein Standard AAA Spiel über 200 Millionen kosten muss. Und 200 Millionen sind wirklich die Obergrenze. Die hohen Kosten sind hauptsächlich selbst verursacht. Die Kosten von Produktionsstätte oder der Sitz der Firma sind nicht die Ursache. Sie sind ein Teil des problems, aber nicht der größte. Eine Unmenge an Geld lässt sich schon intern sparen. Vor allem wenn man aufhört, auf Besitzer von Aktien zu hören und Aktien verkauft, ohne dass die Besitzer ein Mitspracherecht haben. Speziell Blackrock hat sich in den letzten Jahren zu sehr in der industry eingemischt, sogar zugegeben, dass er DEI hart gepushed hat nur um fest zu stellen, dass es fehlgeschlagen ist. DEI sollte niemals über Talent in einer Industrie wie Gaming stehen.

Fazit:
Keiner würde Games für 100€ kaufen nur weil GTA es machen würde. Studios scheinen nicht zu kapieren dass die Spieler das Steuer in der Hand halten. Ananta setzt z.B. auf reine in-game Kosmetik ohne Gacha Elemente und dennoch komplett free for all.
Andere spiele machen es vor. Wenn die AAA Branche lieber auf bloated budgets setzt, ist es deren verschulden, aber dafür die Spieler zur Kasse zu bitten ist schon dreist

Goldmember

Da muss ich widersprechen, für mich liegt der tatsächliche Preis für GTA 6 bei 100€ da ja in der günstigeren Version, die auch schon, zumindest im PC Bereich, eine Preiserhöhung darstellt, ganze Gameplayloops hinter der Paywall liegen.
Trotzdem mag ich seine Einstellung da die sich noch enorm von den Suits kontrollierten Konzernen abhebt und nicht nur in Richtung Kundenfeindlichkeit ballert.

Zuletzt bearbeitet vor 22 Tagen von Goldmember
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