Gaming-PCs müssen nicht immer klobige Kisten sein. MeinMMO-Redakteur Benedikt Schlotmann erklärt, warum selbst leistungsfähige Hardware in ein kompaktes System passen kann.
Computer müssen immer groß klobig sein. Das ist zumindest das Vorurteil gegenüber PC-Spielern, dem ich regelmäßig begegne. Für viel Leistung braucht man doch unbedingt einen großen Gaming-PC. Viel Leistung im Kleinformat? Dann doch eher zur PS5 oder zur Xbox greifen.
Und anstatt sich einen fetten PC ins Wohnzimmer zu stellen, legt man lieber lange Kabel, nutzt Streaming oder kauft sich halt doch eine Konsole.
Ich bin der Meinung das dieses Vorurteil schon lange überholt ist. Für schnelle Hardware reicht auch ein kleines, kompaktes Gehäuse.
Ein kompaktes System kann für schnelle Hardware groß genug sein
Was für ein System habe ich? Ich habe mir für mein System damals das Jonsplus Z20 gekauft. Das ist ein ITX-Gehäuse, in welchem noch größere Hardware (bis Micro-ATX) Platz findet. Dadurch war ich damals beim Planen flexibler und musste kein völlig überteuertes ITX-Board kaufen.
Das Gehäuse fasst auf dem Papier etwa 20 Liter und ist etwa so groß wie ein 6er-Pack 1,5-Liter-Flaschen, welches ihr bei einem beliebigen Supermarkt kaufen könnt.
Und in mein sehr kompaktes System passt durchaus potente Hardware: Ein Ryzen 7 7800x3D, eine Radeon RX 9070 mit 32 GB Arbeitsspeicher und mehreren SSDs für meine Daten und Spiele. Für die XT-Variante der RX 9070 ist das Gehäuse leider zu klein gewesen.
Mit der Leistung kann ich problemlos meinen UWQHD-Monitor befeuern, Videos schneiden und Spiele in höchster Leistung spielen, ohne dass mein Computer zu einer Heizung wird.
Was ich damit sagen will: Selbst für ein modernes Gaming-System braucht ihr kein riesiges Showcase-Gehäuse, wie man das immer bei Streamern, YouTube oder auf Reddit sehen kann.
Vor dem Jonsbo-Case hatte ich mit dem Be quiet! Pure Base 600 durchaus auch ein größeres Gehäuse. Das war in meinen Augen schon fast perfekt – wenn man von den zu lauten verbauten Lüftern abgesehen hat – aber ich wollte doch ein etwas kleineres Gehäuse haben.
Kann ich so ein kleines System jedem empfehlen? Ja und Nein. So ein kleines ITX-System ist in den meisten Fällen eine ziemliche Fummelarbeit: Ihr habt deutlich weniger Platz zum Justieren als in einem geräumigen ATX-Case. Baut ihr euren ersten Gaming-PC, würde ich immer zu einem größeren Case raten, weil ihr mehr Platz habt und Fehler einfacher zu korrigieren sind. Habt ihr erst einmal Erfahrung gesammelt und wisst, worauf ihr beim Einbau achten müsst, dann ist auch ein ITX-System empfehlenswert.
Und auch hier gibt es Unterschiede: Einige ITX-Systeme könnt ihr komplett zerlegen und kommt dadurch an jedes Bauteil gut heran, das macht den Einbau einfacher und weniger fummelig. Aber solche Cases kosten dann gerne auch eine ganze Stange Geld.
Ich bin aber ohnehin ständig am Optimieren und tausche Lüfter aus, verändere das Kabelmanagement und habe tatsächlich schon wieder ein anderes, kleines Gehäuse im Kopf: das A3 von Lian Li & DAN. Das ist einen Hauch größer, aber es würde auch eine RX 9070 XT hineinpassen. Das ist übrigens nicht ungewöhnlich, dass ich ständig mein System umbaue. Mehr dazu lest ihr auf MeinMMO: Es gibt keinen perfekten Gaming-PC, darum baue ich meinen Computer alle 3 Monate komplett um
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Gönn dir noch ein paar Noctua Lüfter dann ist auch da Ruhe. Man glaub es kaum was das aus macht. Die paar Euro mehr pro Lüfter sind es wirklich wert.
Tatsache ist, dass ich tatsächlich mittlerweile 3 Noctua-Lüfter, konkret die Noctua NF-P12 im System verbaut habe. Das hat tatsächlich nicht nur bei der Lautstärke, sondern auch bei den Temperaturen geholfen. Danke trotzdem für den Tipp!