Valve schweigt, während ihr Artifact auf Steam vor sich hin stirbt

Valve hat mit Artifact einen Schritt ins Kartenspiel-Genre gewagt. Mit einer so erfolgreichen Firma im Rücken, versprach Artifact auch eigentlich, ein Erfolg auf Steam zu werden. Jetzt ist es quasi tot und niemand scheint sich mehr darum zu kümmern.

Artifact feierte seinen Release am 28. November 2018. Obwohl wenig Werbung dafür gemacht wurde, haben viele Streamer auch in Deutschland in Artifact eine Zukunft gesehen. Besonders die Tatsache, dass der Schöpfer des berühmten Kartenspiels Magic: The Gathering, Richard Garfield, an Artifact gearbeitet hat, versprach hohe Qualität.

Ein Erfolg auf Twitch hätte auch gut einen Erfolg in der Community bedeuten können. Aber so kam es nicht.

Artifact Match 3 Lanes

Artifact – keine Spieler, keine Infos

Twitter schweigt: Die Entwickler haben bereits vorm Release von Artifact wenig über das Spiel preisgegeben. Seit der Veröffentlichung wurde es aber noch ruhiger, bis schließlich vollkommenes Schweigen eintrat.

Der letzte offizielle Tweet vom Twitter-Kanal von Artifact wurde am 21. Dezember abgesetzt. Über einen Monat lang wird die Community nun schon im Dunkeln darüber gelassen, wie es um das Spiel steht, was geplant ist, was sich ändern könnte.

Und das, obwohl das Interesse am Spiel eingangs recht hoch war. Auf reddit gab es eine aktive Community und mit dem Patch, der einige Karten änderte und eine Art Rang-System einführte, kamen sogar kurzzeitig Spieler zurück. Diese Spieler fühlen sich nun aber im Stich gelassen.

Artifact letzter Tweet
Der letzte Tweet von Artifact.

So reagieren die Spieler: Dass sich Artifact anscheinend so wenig Mühe gibt, sich zu präsentieren und weiterzuentwickeln, schlägt sich auch in der Rezeption nieder. Seit Release sind die Bewertungen fast stetig gefallen.

Mittlerweile (Stand 27. Januar) sind die kürzlichen Reviews auf Steam „größtenteils negativ“ (35%). Die größte Kritik wird an fehlenden Spielinhalten und dem Zufallsfaktor geäußert, der einige Matches zu sehr beeinflusse.

artifact-01

Auch in den Spielerzahlen schlägt sich dies nieder. Schon kurz nach Release war Artifact nicht einmal mehr in den Top 70 der beliebtesten Spiele auf Steam. In der vergangenen Woche (Stand 27. Januar) lag die Spitze der Spielerzahlen unter 3000 Spielern gleichzeitig. Zu Beginn von Artifact spielten über 60.000 Spieler zur gleichen Zeit.

Autsch, Artifact verliert 97% seiner Spieler in wenigen Wochen

Was ist Artifact überhaupt?

Artifact ist ein Kartenspiel im Universum von Dota 2. Gespielt wird auf drei Spielbrettern gleichzeitig, den sogenannten „Lanes.“ Ziel ist es, durch Helden, Diener und Zauber zwei gegnerische Türme oder einen Uralten zu vernichten.

Neben den drei Spielfeldern macht Artifact besonders, dass Karten auf dem Steam-Marktplatz aktiv gekauft und verkauft werden können. Das führte jedoch auch schnell dazu, dass die beliebteste Karte mehr kostete als das Spiel selbst. Wie es nun mit Artifact weitergeht, ist ungewiss.

Cortyn war übrigens schon von Anfang an der Meinung, dass Artifact scheitern wird:

Warum ich glaube, dass Valves Artifact scheitern wird
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Hammerschaedel
Hammerschaedel
11 Monate zuvor

tja..nicht jedes Spiel ist zum Hit geboren..

ratzeputz
ratzeputz
11 Monate zuvor

„schlägt sich auch in der Rezeption nieder“

Ist da wirklich die Rezeption gemeint und nicht eher „in den Rezensionen“ ?

Corbenian
Corbenian
11 Monate zuvor

Sagt mal… Was treiben die Hoffnungsträger von einst eigentlich so? Rockstar Games verzettelt sich mehr und mehr im Onlinegedöns, pfeift auf einst großartige Addons und entwickelt sich sonst nicht mehr weiter. Blizzard wird gerade total gegen die Wand gefahren und setzt alle Hoffnung auf den Mobile Markt. Und dann haben wir Valve. Absoluter Platzhirsch mit seinem Steam, seinen Sales, seinen Spielen wie Dota2, Team Fortress, CS, Half Life… Und nun? Keine neuen Titel mehr, Steam bröckelt mehr und mehr, die Sales sind nur noch ein Schatten ihrer Größe von einst… Was ist denn da los? Wegen Wohlstand geschlossen? Träge durch… Weiterlesen »

Zord
Zord
11 Monate zuvor

Glaube das die ganze games Industrie gerade kurz vor einem radikalen Umbruch steht. Die großen westlichen puplisher sind träge und selbstverliebt geworden, während gleichzeitig sowohl die asiatischen Konzerne als auch die kleinen unabhängigen Studios im Aufwind sind. Glaube nicht das Ea, Activision und Co das alle überleben werden. Ob das gut oder schlecht für unser Hobby sein wird wird die Zukunft zeigen.

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
11 Monate zuvor

EA verdient immer noch wahnsinnig viel Geld mit den Sport-Titeln.Ubisoft geht’s besser denn je, was man so hört.Activision hat Probleme – jo. Aber da muss man auch mal sagen: Das sind Probleme auf sehr hohem Niveau. Die hatten mit Overwatch und Hearthstone riesige Erfolge. Und Blizzard hat eigentlich die Lizenz zum Gelddrucken mit ihren Marken, die nutzen sie nur nicht – das macht Activision wohl verrückt.Take-Two geht’s ausgezeichnet mit RDR2 und GTA Online.Bethesda bräuchte wohl einen Hit – da muss man schauen, was da passiert und was sie planen. Aber das ist eigentlich alles relativ normal. Was keine auf der… Weiterlesen »

vanillapaul
vanillapaul
11 Monate zuvor

Wenn man sich das bei EA mal so anschaut sind viele unzufrieden was die Sportspiele angeht. Alles was in Richtung Ultimate Team geht, sei es Fifa, Madden, NHL stößt den Leuten immer saurer auf. Lange können die das nicht mehr machen. Es ist nicht nur in FUT so, das sehr gute Spieler einer Inflation unterliegen. Auch in anderen UT kommen immer mehr Sonderkarten die standardmäßig sehr gute Spieler entwerten. Da müssen sie bald andere Wege gehen. Ubisoft hat schon verstanden das die klassische Ubisoft Formel mit ständigen Reskins nicht mehr zieht. Die hatten schon ihren Umbruch. Was Take2 angeht ist… Weiterlesen »

Zord
Zord
11 Monate zuvor

Ea sehe ich nicht so gesund, im Prinzip leben sie nur von alten Marken und wenn z.B fifa mal nicht mehr so viel Geld einspielt dürfte es eng werden. Auch dürfte das star wars Kapitel mit den eingestellten spielen und den wahrscheinlich hohen Lizenz Gebühren ein Verlust Geschäft gewesen sein. Im Prinzip ist anthem die erste neue Marke seit langem und bislang lesen sich die Meinungen zur demo eher durchwachsen und ein langfristiger Erfolg ist bei der starken Konkurrenz nicht sicher.Activision hat ähnliche Probleme wie ea, alte Marken die Geld bringen, aber keine neuen Hits in Sicht. Dazu noch die… Weiterlesen »

Myusca
Myusca
11 Monate zuvor

„Epic ist ein ‚großes westliches Studio‘, das vor 6 Jahren den Umbruch eingeleitet hat – und praktisch aus dem Nichts ein Big Player geworden ist.“ Stimme mit dem Rest des Beitrages überein, aber das würde ich so nicht unterschreiben. Unreal Tournament, Gears of War, generell die Innovationsschmiede mit der Unreal Engine – dann noch Epic Pinball! Fortnite ist nicht bloß ein Spiel, sondern ein Phänomen, das stimmt. Aber das ist jetzt nicht das Ergebnis von zwei Freunden, die in ihrem Keller vor sich hin programmiert haben. Der Titel würde da meiner Meinung nach eher Riot Games zustehen, bevor LoL so… Weiterlesen »

DrPIMP
DrPIMP
11 Monate zuvor

Wer nach RDR2 bei Rockstar meckert, hat ganz klar die Kontrolle über sein Leben verloren.

Sha
Sha
11 Monate zuvor

Nicht böse gemeint aber , Waffen Vielfalt warn Witz, Multiplayer ein Chaos und Langzeit Motivation nun ja .der Rest Bombe. Bei RDR2 ist auch vieles eine Geschmacks Frage .
Wollte nur mal ein anderen Blickwinkel geben .

MrCnzl
MrCnzl
11 Monate zuvor

die steuerung ist einfach eine beleidung. hat sich seit 10 jahren nichts getan bei rockstar

alles andere ist sehr gut.

TheDivine
TheDivine
11 Monate zuvor

Hab ich mich auch schon gefragt.
Irgendwie faults an allen Enden.

Insane
Insane
11 Monate zuvor

Vielleicht ist es auch einfach nur eine Regression zum Mittelwert razz

vanillapaul
vanillapaul
11 Monate zuvor

Ich bin ja echt keiner der über die Überschriften meckert, aber ist ein Spiel ein Hit das nach zwei Monaten in der Versenkung verschwunden ist?

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
11 Monate zuvor

Jo, das kommt nicht so rüber. Gedacht war das als „vorgesehener Hit“ oder so – haben ja einige damit gerechnet, dass es durch die Decke geht wie DOTA 2 oder Team Fortress.

Müssen wir mal schauen, ob wir das im Titel deutlicher machen können, finde das auch nicht so optimal.

SoulSamuraiZ
SoulSamuraiZ
11 Monate zuvor

Vielleicht wollte Valve auf den Zug von Hearthstone aufspringen und auch ein ähnliches Kartenspiel rausbringen.

Das Ding ist: Fans von Blizzard haben ein Kartspiel von Blizzard nicht erwartet und bekommen. Es ist dann gut angekommen.
Andersherum erwarten die Fans etwas anderes von Valve, als ein Kartenspiel. Valve könnte mit nur EINEM sehr gut entwickelten Spiel einen Hype auslösen. Sie haben sich für das falsche entschieden. Tja…

vanillapaul
vanillapaul
11 Monate zuvor

Es gibt nur ein einziges Spiel das von Valve erwartet wird. Und das wird wohl nicht mehr kommen, da sie dieser Erwartungshaltung nicht mehr gerecht werden können.

Original Gast Chris
Original Gast Chris
11 Monate zuvor

es liegt einfach nur am pay to win… alle anderen card games auf dem markt sind free und man kann sich alles erspielen.. valves wunschvorstellungen ein simples card game buy to play + pay to win ohne progress zu machen ist halt nicht aufgegangen.

Kuba
Kuba
11 Monate zuvor

Ich würde es sehr spannend finden mal ein konkreten Kommentar von Valve zu hören.Als Normalobürger kann ich mir nämlich so manchmal es nicht recht vorstellen wie heutzutage besonders bei so einem mächtigen Unternehmen sowas passieren kann. Da sitzen doch bei so einem Spiel alle mögliche Spezialisten/Analysten/Psychologen der allermöglichsten Bereiche und kalkulieren mal so gesagt alles irgendwo falsch oder?Ich meine man kann ja schlecht dem Kunden vorwerfen dass das Produkt top wäre nur der Kunde zu unfähig ist es als solches zu erkennen.Liegt es daran dass man sich aufgrund seinen Namens als „unwiderstehlich“ sieht oder ist es einfach nur die pure… Weiterlesen »

De Lorean
De Lorean
11 Monate zuvor

Vielleicht ist es aber auch ein Beispiel,dass Erfolg nicht einfach per Schema F durch einfache Marktanalysen erreicht werden kann,sondern das es immer noch besondere Ideen und das gewisse Extra erfordert um erfolgreich zu sein.

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
11 Monate zuvor

Ich denke Timing ist enorm wichtig. Mir fallen aktuell einige Genres ein, wo der Markt echt ausgetrocknet ist und die Leute alles anspielen wollen, was da neu kommt.

Aber digitale Kartenspiele gehören da echt nicht dazu.

Das merkst ud ja, noch bevor, jemand was über das Spiel weiß, wie das Interesse ist.

Und „valve macht ein neues Spiel“ -> Oh, interessant.
Es ist ein digitales Kartenspiel -> Ja, nee, lass mal.

Das heißt nicht, dass das nie ein Hit hätte werden können. Aber da hätte schon viel passen müssen – und das Anfangs-Interesse ist nicht wahnsinnig hoch, denke ich.

DanteDeReaper
DanteDeReaper
11 Monate zuvor

Mich würde jetzt ja mal interessieren welche Genres ausgetrocknet sind?

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
11 Monate zuvor

Hack’n Slay – aka „Diablo 4“
Loot-Shooter – aka „Borderlands 3“
PvE-MMORPGs – „aka WoW in neu und modern.“
und vermutlich gibt’s im Singleplayer-Bereich auch noch was.

blyce
blyce
11 Monate zuvor

Zocke noch immer, bin aktiver MTGA spieler und sehe in artifact mehr potential als MTG aber zu wenig karten, und leider nichts für den modernen casual Spieler der keine Lust hat sich mit dem Spiel richtig zu beschäftigen. Kein anderes vergleichbares Spiel hat so spannende matches.

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