Twitch bannt Top-Streamer – Kollegen sind erschrocken über angebliche Härte der Strafe

Der Top-Streamer Disguised Toast wurde jüngst auf Twitch gebannt. Die Gründe waren wohl ähnlich wie bei der ebenfalls vor kurzem gebannten Streamerin Pokimane: Er hat live im Stream TV-Serien geschaut und offenbar eine Urheberrechts-Beschwerde kassiert. Doch die vermeintliche Dauer des Banns entsetzt gerade die Twitch-Community.

Wer ist Disguised Toast? Jeremy „Disguised Toast“ Wang ist ein kanadischer Streamer. Er begann seine Karriere bei YouTube, war eine Zeit lang bei Facebook live und kehrte 2021 zu Twitch zurück. Dort hat er 2,4 Millionen Follower und im Schnitt 10.000 Zuschauer. Er ist ein bekannter Strategie-Fuchs und trat jahrelang nur mit einer schrägen Toast-Maske auf.

Das ist der Bann: Disguised Toast war zuletzt dafür bekannt, zusammen mit seinen Zuschauern Anime-Serien live im Stream zu gucken. Doch nur 20 Minuten vor dem Finale der Serie Death Note war sein Account plötzlich gesperrt und Toast gebannt.

„Die hätten echt noch 20 Minuten warten können“, gab Toast noch lakonisch auf Twitter an, als der Bann in der Nacht von Montag auf Dienstag publik wurde.

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Ist die Strafe von Toast wirklich 15-mal höher als die von Pokimane?

Was waren die Gründe für den Bann? Offenbar wurde Toast das neueste prominente Opfer von Banns, die aufgrund von Copyright-Verletzungen erfolgen. Denn die Serie Death Note ist nicht frei zugänglich und steht eigentlich nur zahlenden Kunden zur Verfügung.

Indem Toast die Serie seinen Fans kostenlos zur Verfügung stellte, beging er klar eine Verletzung des Urheberrechts.

Wenn bei Twitch eine Urheberrechts-Beschwerde (DMCA-Strike) reinkommt, sind sie verpflichtet, zu handeln und die Urheberrechts-Verletzung zu unterbinden. Das weiß man spätestens, seit die Musik-Industrie während der Corona-Pandemie Twitch ins Fadenkreuz nahm

Damit wurde Toast dieselbe Sache zum Verhängnis, wegen der schon Kollegin und Twitch-Partnerin Pokimane kurz zuvor gebannt wurde. Auch sie streamte live die Serie Avatar: The Last Airbender und wurde dafür gebannt.

Wie lange ist Toast jetzt weg? Da Pokimane nur 48 Stunden weg war, gingen Fans von einem ähnlich kurzen Bann aus. Doch ein jüngster Tweet des Streamer sagte aus: “Wir sehen uns in einem Monat”.

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Das wiederum wird von vielen Kollegen des Streamers als ein 30-Tage-Bann interpretiert. Das wäre 15-Mal so lang wie der Bann von Pokimane. Einige Streamer-Kollegen zeigen sich entsetzt über die vermeintliche Höhe dieser Strafe.

Unter anderem sprachen die Top-Streamer HasanAbi und Asmongold ihr Beileid aus. Valkyrae forderte laut „Befreit Toast!“ und Streamer Ludwig schlug vor, den Monat zusammen in die Berge zum Klettern zu gehen.

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Update: Laut dem Streamer Slasher sei der Bann von Toast gar nicht 30 Tage lang, sondern ebenfalls nur 48 Stunden, wie schon bei Pokimane. Eine klare Stellungnahme dazu von Toast selbst steht aber noch aus. Möglicherweise will der Streamer auch einfach nur Urlaub machen und hat sich daher absichtlich unklar in seinem Tweet ausgedrückt.

xQc verpetzt Toast: “Der ist ja viel schlimmer als ich”

Kurioserweise kam der Bann von Toast kurz nach einem wütenden Stream des Streamers xQc. Der wurde online kritisiert und verspottet, weil er ebenfalls geschütztes Material streamte. In seinem Stream beklagte er, das man ihn unfair behandle, weil Toast doch noch viel mehr Copyright-Content live gestreamt habe.

Was sind die Hintergründe? Ein Grund für die ungewöhnlich lange Bannstrafe könnte darin liegen, dass Toast einer der ersten Streamer war, der das Streamen von Serien etablierte und das ezessiv betrieb.

Unter anderem streamte er komplette Folgen der Serie Naruto und schien sich bisher nicht darum zu scheren, dass diese Inhalte eigentlich von Copyrights geschützt sind.

Übrigens warnte unter anderem Top-Streamer Ludwig schon lange davor, dass solche Aktionen drastische Folgen haben könnten.

Quelle(n): Polygon
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Riordian123

Habe ich ehrlich gesagt kein Mitleid mit ihm. Das man für das Streamen von urheberrechtlich geschützten Material gebannt werden kann ist allgemein bekannt.

Allerdings fände ich es tatsächlich schön, wenn Crunchyroll, Netflix und co mal eine Art watch together Funktionalität einbauen sollen. Also das der Streamer einen Link teilen kann über den sich dann jeder mit seinem eigenen Streamingaccount einloggen kann und über den dann alle Streams synchronisiert werden.

Oder das auf Twitch während so einem Stream der Streamer für alle Viewer blockiert wird, die kein entsprechendes Abo vorweisen können.

Zuletzt bearbeitet vor 15 Tagen von Riordian123
Alex

Richtig so, bei Musik, konnte ich das weniger verstehen da es meistens nur Hintergrund rauschen im stream ist, hier steht das Werk aber mitten im Fokus und ich wunder mich warum da die entsprechenden Firmen nicht direkt auf Schadensersatz klagen, vermutlich wird das noch kommen. Zumal die sich locker die entsprechenden Lizenzen leisten könnten um das legal zu streamen, schon echt bescheuert was die da machen und ich wünsche niemanden etwas schlechtes aber etwas mehr Denkzettel als nur ein paar tage oder ein Monat sperre hätten die schon verdient, aber ich denke da schwitzen gerade einige die das in letzter Zeit getan haben.

Zuletzt bearbeitet vor 17 Tagen von Alex
Coreleon

Tatsächlich ist das bei Animes nicht möglich, lizenziert z.b. Crunchyroll Naruto dann müssen die das pro Region tun und abhängig davon bei wem die Rechte liegen gibts dann pro Land genau einen (1) Anbieter der das streamen darf.

Anime sind in erster Linie Werbung für die Verlage und dann folgen die Blueray Verkäufe, Merch etc und ganz am schluss der Prioritäten kommen Lizenzen für Ausländische Streaming Anbieter.

Zudem ist es wohl auch in Japan so das sie, wenn Rechte auf z.B. eine Serie, Spiele usw. haben und darauf verzichten bei “illegaler Verbreitung” diese zu verteidigen der Anspruch auf das Copyright verfällt.

Von daher… von allem was man so da auf twitch zeigen könnte sind Anime die 2. dümmste Idee. 😉

Wolve In The Wall

Ich denke auch, das Lizenz- und Urheberrecht ist unglaublich kompliziert und “einfach mal für meinen Stream die Lizenz erwerben” ist nicht einfach so drin. Allein schon, weil ein Twitch-Stream zumindest theoretisch weltweit Zuschauer erreicht und nicht nur in einer bestimmten Region.
Da ich persönlich diesen Trend sowieso hochgradig ätzend finde, würde ich aber ohnehin begrüßen, wenn man hier nicht einen legalen Weg sucht um damit weiterzumachen sondern diesen Mist endgültig unterbindet. Das hat einfach nix mit Content zu tun sondern ist bloß “easy Money” für die Creator (wenn man die so überhaupt noch nennen kann).

Zid

Also sry, es scheint denen ja auch bewusst zu sein, das eine Urheberrechtsverletzung vorliegt. Trotzdem wird es gemacht und sich auch noch darüber lustig gemacht.
Finde es eigentlich bemerkenswert, dass hier “nur” Bans folgen. Ich würde die Streamer auf Schadensersatz verklagen, schließlich verdienen die damit Geld.

Gibt ja wohl auch dies Regel, das auf Schadensersatz verzichtet werden kann, wenn solches Material sofort heruntergenommen wird. Denke das zielt darauf ab, dass die Grenzen des “fair Use” nicht immer ganz klar sind.

In diesem Fall ist jedoch allen bewusst, was hier passiert und das zumindest die Vermutung besteht, dass hier eine Urheberrechtsverletzung vorliegt. Da muss man fast schon Vorsatz unterstellen.
Was spricht denn eigentlich dagegen die Rechte-Inhaber um Erlaubnis zu bitten? Kostet wohl Geld, das man nicht ausgeben möchte…..
Ist echt der Wahnsinn…das sind Streamer, die verdienen Millionen und schaffen es nicht die Rechte an Material zu erwerben, welches die für Ihren Content nutzen wollen.

Wolve In The Wall

Naja, Twitch kann keine Schadensersatzklage einreichen, da sie ja nicht Urheber des gezeigten Materials sind. Klagen können halt nur die Rechteinhaber.
Da finde ich es aber dennoch auch sehr bemerkenswert, dass die sich bisher so ruhig verhalten. Aus meiner AMV Zeit weiß ich noch, dass die Videos teils schneller gestriked wurden als sie hochgeladen waren – und da reden wir von aus dem Zusammenhang gerissenen, maximal ein paar Sekunden langen Szenen. Hier werden ganze Folgen, Serien oder Staffeln gezeigt, damit nebenbei noch Geld verdient und es passiert nix.
Könnte mir allerdings auch vorstellen, dass sich “im Hintergrund” einfach mehrere Studios oder so zusammentun, Material sammeln und da was vorbereiten. Kann mit einfach nicht vorstellen, dass die in der Sache nur Zuschauer sind, zumal es ja wirklich auszuarten scheint aktuell

Zuletzt bearbeitet vor 17 Tagen von Wolve In The Wall
Zid

Ja das sehe ich genauso. Ich würde mir das als Rechteinhaber jedenfalls nicht bieten lassen. V.a. wegen dieser Dreistigkeit. Viele von denen könnten es sich locker leisten die Rechte legal zu erwerben und da wird sich einfach lachend drüber hinweggesetzt….

Wolve In The Wall

Der Skandal ist, 1. dass Twitch (wie so oft) kein einheitliches Strafmaß verhäng und 2. ein Monat am Ende immer noch viel zu wenig ist.
Immerhin handelt es sich hier um Urherberrechtsverletzung im großen Stil und sogar noch mit eigener Bereicherung. Das sich Streamer*innen dann noch über Banns echauffieren, gar “ihr Beileid” ausprechen oder “Free xyz” fordern…da fehlen mir die Worte. Entweder sind die extrem naiv (wobei jedes Kind heutzutage weiß, was Urheberrecht ist) oder einfach irreparabel einem gewissen Größenwahn (“Too big, too fail”) erlegen.

Zuletzt bearbeitet vor 17 Tagen von Wolve In The Wall
monk

Der Skandal ist, 1. dass Twitch (wie so oft) kein einheitliches Strafmaß verhäng

hat pokimane auch hunderte von episoden gezeigt?

monk

gut so. gehören alle für ne weile gebannt. ist doch wohl offensichtlich, dass das illegal ist.

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