Das sagt Twitch zum Abgang von Fortnite-Star Ninja und der eigenen Zukunft

In einem Interview spricht Kevin Lin, einer der Gründer von Twitch, über den Wechsel von Fortnite-Star Tyler „Ninja“ Blevins zum Konkurrenten Mixer und über die Visionen, die Twitch für seine Zukunft hat. Die sieht er etwa in den „Hunger Games“ und im Cloud Gaming

Wer spricht da? Es spricht Kevin Lin, er ist einer der Mitgründer von Twitch und war jahrelang COO dort, ein hochrangiger Manager.

Lin war schon bei Twitch, als der Service noch justin.tv hieß und im Prinzip die „Truman Show“ war. Denn am Anfang übertrug Justin Kan dort 24 Stunden täglich sein Leben.

Twitch-Kevin-Lin
Kevin Lin. Quelle: YouTube

Mittlerweile ist Twitch von Amazon gekauft und selbst ein riesiges Unternehmen geworden.

Man hat 15 Millionen einzigartige Nutzer am Tag und über 3 Millionen Content-Creator, 500.000 von denen streamen täglich.

Im Interview mit Venturebeat spricht Lin über einige Themen.

Ninja Twitch Titel Kreuz

Twitch ist „sehr traurig“ über den Abgang von Ninja

Das sagt er zum Abgang von Ninja: Zum 1. August 2019 verließ der bis dahin größte Streamer auf Twitch, Fortnite-Star Tyler „Ninja“ Blevins Twitch und wechselte zu Mixer.

Lin sagt dazu:

„Darüber sind wir sehr traurig, sehr traurig. Wir kennen Ninja seit 10 Jahren. Viele Leute wissen nicht, dass er schon so lange streamt, bevor er seinen Durchbruch mit Fortnite hatte. Er war ein Halo-Profi, ein sehr fleißiger Halo-Streamer, aber als Battle Royale rauskam – H1Z1, PUBG und dann Fortnite – da ritt er diese Welle. Das war echt cool.

Was Fortnite gemacht hat, und was Ninja tun konnte, war es, Spiele auf die nächste Ebene zu bringen. Das ist was, über das wir viel nachdenken. Welchen Einfluss können wir auf die Spiele-Industrie nehmen und wie können wir es hinkriegen, dass es okay ist, zu spielen?“

Kevin Lin über Tyler „Ninja“ Blevins

Gaming ist auf einmal cool

Lin führt dann aus, dass Twitch-Streamer und Zuschauer viel dafür getan hat, das Image des „Gamings“ zu verbessern.

Heute sei Gaming kein „Nerd-Ding“ mehr, das man im Keller macht. Sondern es sei cool zu zocken. Rapper und Musiker spielen. Es ist was, das man gemeinsam macht. Gaming hätte positive Eigenschaften, bringe Menschen zusammen und lehre gute „Social Skills.“

Snoop Dogg Battlefield 1 Blunt
Rapper Snoop Dogg ist Gamer – heute ist es cool., Gamer zu sein.

Der Wandel hätte viel Positives in den letzten Jahren bewirkt:

  • Früher hatte man bei Twitch 90% männliche Zuschauer
  • Heute seien es 70% Männer und 30% Frauen.

Die Leute würden mehr über Games reden. eSport-Spieler seien mittlerweile sowas wie Rockstars.

„Unglücklicherweise haben die Wechsel kaum Einfluss auf Mixer“

Allerdings glaubt Lin nicht, dass der Wechsel von Stars aus den Top 50 bei Twitch auf Mixer einen großen Einfluss hat. Er sagt:

„Für den Moment sagen uns die frühen Daten, dass es [der Wechsel großer Streamer] keinen großen Einfluss auf Mixer hat, unglücklicherweise.

Was uns angeht: Wir haben viele aufstrebende Streamer. Eine Menge Leute sind Teil der Kultur von Twitch. Twitch ist eine Plattform, eine Kultur. Wir haben viele Leute, die hier Freundschaftern geschlossen haben. Die schauen sich viele Streamer an. Die neigen dazu, hier zu bleiben.“

Kevin Lin

Die frühen Zahlen scheinen Lin zu bestätigten: Der Wechsel von Ninja hatte kaum Einfluss auf die Marktanteile von Mixer.

Wie viele Zuschauer haben die Twitch-Stars Ninja und Shroud nun auf Mixer?

Cloud Gaming und Hunger Games als wichtige Zukunfts-Ideen

Was sagt Lin zur Zukunft von Twitch? Lin glaubt, die Cloud-Technik würde einiges ändern. Es könnte dann möglich sein, dass ein Zuschauer auf Knopfdruck dasselbe Spiel wie der Streamer zockt, vielleicht sogar mit dem zusammen.

Ein Streamer könnte sagen: „Die ersten 4, die auf den Knopf drücken, spielen mit mir jetzt zusammen.“ Das könnte wirklich klappen.

Lin sagt: Das wäre so, als würde man zu seinem Lieblings-Basketballer gehen und mit dem zusammen einfach ein paar Körbe werfen. Das wäre doch cool, glaubt Lin.

Twitch-DrDisrespect
Er ist aktuell einer der wichtigsten Stars für Twitch: DrDisrespect.

Lin glaubt, einige neue Spiele würden sich schon bald Twitch anpassen. Nicht mehr als „Singleplayer“ oder „Multiplayer“, sondern als „Spiele für ein Publikum.“

Es gäbe bereits Ideen, wie die Zuschauer Einfluss auf das Spiel eines Streamers nehmen können. Lin sagt, einige Spiele orientierten sich an den Hunger Games (Tribute von Panem): Hier konnten Zuschauer Geld ausgeben, um zu entscheiden, was im Spiel passiert, ob etwa der eigene Liebling ein „Health-Pack“ bekommt oder ob ein Teil der Karte in Flammen aufgeht.

Von diesem Konzept ausgehend, arbeiteten „eine Menge Spiele-Firmen“ an diesen Problemen. Das hält Lin für interessant. Solche Spiele würden bald rauskommen. Das würde dann eine neue Evolution bei der Spiele-Entwicklung anstoßen.

Twitch Pläne: Kauft Eurem Lieblings-Streamer doch eine Waffe in PUBG
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Mizzbizz
1 Monat zuvor

Hm, ich denke ein Streamer wird niemals wichtiger sein, als das Spiel das er spielt selbst. Soll heissen, es schauen vielleicht 10.000 Leute bei einem Streamer zu, aber 1.000.000 sind grad selbst am spielen. Daher schätze ich, wird es nie zu so einem Hunger-Games-Effekt kommen.
Da spielt man doch lieber selbst, als bloß zur Zuschauermenge zu gehören, oder?

Daniel (Comp4ny)
1 Monat zuvor

Ich denke aber auch dass die Industrie wesentlich mehr zukünftig in Streamer investiert, da diese die Verkäufe ankurbeln würden. Ich selber habe den „Luxus“ momentan ein Spiel streamen zu dürfen was noch nicht auf dem Markt ist. Mittlerweile haben aber durch mich wieder ein paar Leute dieses Spiel vorbestellt.

Streaming ist halt noch „releativ“ am Anfang.

Bamelowsky
1 Monat zuvor

Ich gebe dir nur zum Teil recht. Gronkh spielt nicht immer main stream games aber es schauen richtig viele Leute zu, da sie durch ihn selbst unterhalten werden. Er ist so der Bud Spencer des Twitch.

Hamurator
1 Monat zuvor

„Bud Spencer des Twitch“ ist süß, aber dafür fehlt es mir bei Gronkh an Bohnen und Backpfeifen. ;D

Daniel (Comp4ny)
1 Monat zuvor

Die Vorstellung kann durchaus klappen.
Streaming ist nur der Anfang wie wir es heute kennen.

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