5 Tipps, um das Meiste aus eurer Grafikkarte herauszuholen

Wer heutzutage moderne Titel auf seinem Gaming-PC zocken möchte, der braucht häufig auch potente Hardware. Doch mit einigen Tricks könnt ihr aus eurer aktuellen Grafikkarte noch mehr Leistung herauskitzeln.

Ihr braucht nicht unbedingt eine RTX 3080 oder RTX 3060, um Spiele flüssig zocken zu können. MeinMMO stellt euch ein paar Einstellungen und Tipps vor, die ihr ausprobieren könnt, um euer Gaming-Erlebnis zu verbessern. Auf diese Weise könnt ihr auch mit älteren Grafikkarten neue Spiele flüssig spielen.

Woher stammen unsere Tipps? Wir haben für euch ausgiebig recherchiert, die besten Tipps für eure Grafikkarte gesammelt und selbst ausgewertet und mit unserer eigenen Hardware getestet. Auf diese Weise sind auch unsere eigenen Erfahrungen in diese Liste eingeflossen.

Umsetzung der Tipps geschehen in eigener Verantwortung! Wir übernehmen keine Haftung für Schäden.

Die Basics: Grundlegende Tipps zum Start

Zu Beginn verraten wir euch 3 Basics, die jeder regelmäßig tun solltet:

  • Grafikkartentreiber aktualisieren.
  • alle wichtigen Windows-Updates und aktuelles DirectX installieren.
  • Staub und Schmutz aus Computer und Lüftern entfernen.

Vor allem ein aktueller Grafikkartentreiber ist wichtig. AMD und Nvidia bringen regelmäßig neue Versionen ihrer Softwar. Hier kommen dann wichtige Bugfixes und auch verbesserte Stabilität für Spiele. Solltet ihr also ein ganz neues Spiel zocken, dann lohnt sich das Update der alten Software.

Airflow im Gehäuse kontrollieren

Habt ihr euch um die grundlegenden Dinge gekümmert, dann schaut, wie es eurer Grafikkarte geht. Vor allem Temperaturen spielen bei der Leistung eine wichtige Rolle.

Um die Temperaturen eurer Komponenten zu kontrollieren, reicht das kleine Freeware-Tool HWMonitor (via Cpuid.com). Hier habt ihr direkt alle Temperaturen und auch eure Gehäuselüfter im Blick.

Darum ist ein guter Airflow wichtig: Eine gute Belüftung eurer Komponenten sorgt dafür, dass diese kühl bleiben und ihre Leistung nicht drosseln (throttling). Werden Prozessor und Grafikkarte sehr warm, dann drosseln diese die Leistung, um die Temperatur zu verringern.

Airflow oder Luftzirkulation bedeutet, dass kalte Luft an wichtigen Komponenten vorbeiströmen und die dann warme Luft wiederum entweichen kann.

Außerdem verschleißen gut gekühlte Komponenten nicht so stark, was die Lebenszeit von Prozessor und Grafikkarte verlängert.

Das könnt ihr tun: Stellt ihr fest, dass eure Grafikkarte beim Zocken sehr heiß wird und die Lüfter kaum noch nachkommen, dann könnt ihr ein paar Dinge ausprobieren:

  • Kontrolliert, wo euer PC steht. Befindet er sich mit der Rückseite direkt an der Wand, dann kann warme Luft nicht entweichen. Euren PC in einen Schrank zu stellen, ist für den Airflow ebenfalls nur bedingt sinnvoll.
  • Schaut, wie viele Lüfter ihr im Gehäuse verbaut habt. Im besten Fall sollte ein Lüfter kalte, frische Luft hineinziehen und ein anderer Lüfter die erwärmte Luft wieder aus dem Gehäuse drücken.
  • Nutzt vorhandenes Kabelmanagement, um störende Kabel zu verbergen. Wilde Kabel stören den Airflow.
  • Eine weitere Möglichkeit ist eure GPU zu untertakten (underclocking). Man verliert kaum Leistung, aber es wird deutlich weniger Hitze produziert.

In unserem weiterführenden Artikel findet ihr übrigens 8 weitere Tipps, um euren PC Kühl zu halten und schneller zu machen. Hier erklären wir euch auch, worauf ihr achten müsst, wenn euer Computer schnell heiß läuft und warum eine gute Belüftung wichtig für eure Hardware ist.

Sollte eure Hardware dennoch heiß laufen, dann besteht noch die Möglichkeit, das Gehäuse zu tauschen. Einige Gehäuse bieten zusätzliche Möglichkeiten, die Luftzirkulation im Gehäuse zu verbessern.

Was ist beim PC-Gehäuse zu beachten? Tipps zum Gehäusekauf

Niedrigere Auflösung ausprobieren

Je höher die Auflösung, desto mehr muss die Grafikkarte berechnen. Denn die angezeigte Pixelmenge wächst mit der Bildschirmauflösung und damit steigen auch die Anforderungen an die Grafikkarte.

Das ist der Vorteil: Verringert ihr die Auflösung wie zum Beispiel von Full-HD (1080p) auf HD (720p), dann bekommt ihr ein flüssigeres Bild, weil eure Grafikkarte weniger berechnen muss. Vor allem, wenn ihr neue Spiele mit älterer Hardware zocken wollt, lohnt es sich das auszuprobieren.

Habt ihr eine starke Grafikkarte, dann könnt ihr es auch mit Auflösungsskalierung versuchen: Das Bild wird in einer höheren Auflösung berechnet und dann auf die tatsächlich dargestellte Auflösung gestaucht. Dadurch wirkt das Bild noch schärfer und Details noch etwas feiner. Damit das funktioniert, benötigt ihr aber auch genügt Leistung.

Das ist der Nachteil: Verringerte Auflösungen sehen weniger hübsch aus. Die Sichtweite fällt geringer aus und je nach Auflösung wirkt das Bild sogar leicht unscharf, wenn ihr das Seitenverhältnis zum Beispiel von 16:9 auf 4:3 ändert. Hier kommt es auch auf euren Monitor an.

Außerdem unterstützen nicht alle Spiele kleinere Auflösungen: Einige Spiele fordern bereits eine Mindest-Auflösung vom User, damit er das Spiel überhaupt starten kann. So setzt das Echtzeitstrategiespiel Starcraft II eine minimale Bildschirmauflösung von 1024 x 768 voraus. Hier ist unser Tipp dann nur bedingt hilfreich, wenn die Anforderungen bereits hoch liegen.

Den Unterschied zwischen HD (720p) und Full-HD (1080p) könnt ihr euch in diesem YouTube-Video ansehen, welches wir hier für euch eingebettet haben:

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Am Beispiel von GTA V könnt ihr die Unterschiede zwischen Full-HD und HD sehen.

Die besten Grafikeinstellungen für jedes Spiel finden

In den meisten Spielen könnt ihr die Grafikeinstellungen anpassen, um Leistung zu sparen und auf diese Weise mehr FPS zu bekommen. Grafikeinstellungen, die Leistung beanspruchen, sind neben der Auflösung unter anderem:

  • Antialiasing
  • Schattenqualität
  • Anisotropische Filter
  • Effektqualität
  • Tiefenschärfe und Motion Blur
  • Physik-Engine
  • Texturenqualität

Das ist Antialiasing: Dabei handelt es sich um einen Grafikfilter, der raue/zackige Kanten, die in der Grafik auftreten, glättet. Die Technik ist rechenintensiv und hier könnt ihr bereits Leistung herausholen, wenn ihr die Kantenglättung verringert.

Das ist Schattenqualität: Diese Einstellung sorgt dafür, dass das Spiel mit Schatten realistischer und  hübscher aussieht.  Hier könnt ihr mitunter viel Leistung aus eurer Grafikkarte herausholen

Das sind Anisotropische Filter: Das bezeichnet eine Technik, mit deren Hilfe weit entfernte Texturen scharf dargestellt werden können. Bei Verringerung der Filter ist der Leistungsgewinn jedoch eher gering.

Das ist Motion Blur: Dahinter steckt der deutsche Begriff “Bewegungsunschärfe”. Dinge in der Mitte des Bildes werden bei schneller Bewegung scharf gestellt, während die Ränder verschwimmen. Das nehmen wir als eine Art Tunnel wahr. Verringert ihr Motion Blur oder schaltet es ganz ab, könnt ihr je nach Spiel ordentlich Leistung sparen.

Physik-Engine des Spiels anpassen: Bekannte Techniken sind hier PhysX von Nvidia oder Havok, die in vielen Spielen eingesetzt werden. Diese Techniken bieten häufig zusätzliche Effekte, wie eine verbesserte Darstellung von Flüssigkeiten oder von Blättern an Bäumen. Hier könnt ihr durchaus an Leistung sparen, ihr müsst aber verschiedene Einstellungen ausprobieren.

Auf diese Einstellungen könnt ihr verzichten: An einigen Optionen könnt ihr problemlos herumschrauben, ohne dass die Grafik zu stark beeinträchtigt wird:

  • Motion Blur könnt ihr abschalten und ihr spart Leistung. Bei einigen Spielen kann es euer Spiel aber auch flüssiger darstellen.
  • Bei Antialiasing könnt ihr ebenfalls mehrere Stufen herabsetzen, ohne dass ihr deutliche Grafikeinbußen erfahrt.
  • Ihr könnt zusätzliche Effekte der Physik abschalten, wie zusätzliche Haar-Physik. Das sind vor allem Details, die Leistung benötigen, im schnellen Feuergefecht aber nur eine untergeordnete Rolle spielen.
  • Bei den Schatteneinstellungen könnt ihr auch einige Stufen anpassen und so einiges an Leistung gewinnen.
Tipp: Beachtet, dass jedes Spiel andere Grafikeinstellungen hat und wir euch daher keine absolute Anleitung geben können. Einige Punkte heißen je nach Spiel leicht anders, machen aber das Gleiche. Einige Konsolen-Ports bieten nur sehr wenige grafische Einstellungsmöglichkeiten.

Grafikkarte übertakten

Um noch etwas mehr Leistung aus eurer Grafikkarte zu holen, kann sich die leichte Übertaktung der GPU lohnen. Hier solltet ihr aber sehr vorsichtig sein, damit keine Schäden an eurer Hardware entstehen. Außerdem solltet ihr ein paar Dinge beachten, wenn ihr die Grafikkarte übertakten wollt.

Was ist ein empfehlenswertes Tool? Ein empfehlenswertes Tool ist hier MSI Afterburner, welches ihr direkt beim Anbieter herunterladen könnt (via MSI.com). Das Programm ist kostenlos und hiermit lassen sich einige Einstellungen bei Grafikkarten vornehmen.

Das solltet ihr beim Übertakten beachten: Grundsätzlich solltet ihr sehr behutsam vorgehen, wenn ihr eure Grafikkarte übertakten wollte

  • Bei der Speichergeschwindigkeit oder dem GPU-Takt solltet ihr maximal 5 Prozent auf einmal hochstellen. Geht langsam und behutsam vor.    
  • Lasst die Finger von Einstellungen wie der Spannung (Voltage) der Grafikkarte. Kennt ihr euch damit nicht aus, lasst die Voreinstellungen, wie sie sind. Das Risiko lohnt sich nicht.
  • Mehr als 5-10 Prozent Übertaktung solltet ihr nicht verwenden.
  • Achtet darauf, dass eure Grafikkarte gut belüftet ist und euer Netzteil stark genug ist. Ist euer Netzteil zu schwach, schaltet sich der PC im schlimmsten Fall einfach ab.
  • Im Afterburner könnt ihr auch das Powerlimit der GPU einstellen und erhöhen. Das Powerlimit bezeichnet die maximale Leistungsaufnahme der Grafikkarte. Erhöht ihr das Limit, kann die Grafikkarte mehr Leistung vom Netzteil beziehen. Hier braucht ihr aber auch ein entsprechend flottes Netzteil.

Weitere Tipps und Tricks: Überlegt ihr euch gerade, einen neuen PC selbst zusammenzubauen, weil ihr eine neue Grafikkarte bekommen habt oder einfach upgraden wollt: Hier haben wir Tipps, die ihr beim Zusammenbau eines PCs beachten solltet.

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5 Kommentare
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JahJah

Durch Ampere bin ich zum undervolting gekommen, dass brachte bei mir ziemlich selbe bzw stabilere Leistung als Overclocking und schlägt dann auch gleich mehrere Fliegen mit einer Klatsche (Temperatur, Verbrauch, schont die Karte)
gutes Stück Mehrleistung zu Stock.
kann das nur empfehlen. Mit der 2080ti hatte ich noch stumpfes OC betrieben, fortan wird bei mir alles nur noch undervolted.

Mathias

Gibt es eig immer jemanden der rummeckern muss? Kann man nicht einfach die Klappe halten wenn einem nix sinnvolles einfällt? Allein die Zeit die es kostet einen Mimimi Beitrag zu erstellen…. Danke für die Tipps weiter so 😀

Mike

Grundlegend sollte man versuchen die native Auflösung des Monitors zu nutzen. Also 1920×1080 bei FullHD bzw. 2560×1440 WQHD usw. Dort dann lieber mit der Auflösungskalierung experimentieren. Da sonst, wie erwähnt, eine deutliche Unschärfe auftritt.
Generell kann man auch sagen, das Veränderungen in der Beleuchtungs- und Schattenqualität das Meiste bringen.
Übertaktung würde ich eher nicht empfehlen, da man meist wirklich nicht mehr als 5% Perfomance gewinnt mit dem Nachteil einer viel wärmeren, lauteren Karte.

Hauhart

..gute Ergänzung, das Gleiche wollte ich auch gerade schreiben XD

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