Ein Thriller mit Patrick Stewart zeigt, dass der Darsteller von Captain Picard auch richtig böse sein kann

Der jüngst verstorbene Schauspieler Patrick Stewart wird den meisten als Captain Picard oder Professor X in Erinnerung bleiben. Ein richtig starker Thriller mit ihm zeigt hingegen eine andere Seite des Charakter-Darstellers.

Sir Patrick Stewart verstarb am 28. Oktober 2026 und hinterlässt ein umfangreiches Schaffen in Filmen und Serien. Seine bekanntesten Rollen sind sicherlich die des Captain Picard in Star Trek: The Next Generation und Charles Xavier aka Professor X in den X-Men-Filmen. Im kommenden Avengers: Doomsday wird er die Rolle ein letztes Mal spielen.

Wer hingegen eine unbekanntere Rolle des Darstellers sehen will, sollte sich einem Thriller aus dem Jahr 2015 zuwenden. Die Rede ist von Green Room des Regisseurs Jeremy Saulnier.

Darin spielt Patrick Stewart eine durchweg fiese Figur, die auch nach dem Abspann in Erinnerung bleibt.

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Patrick Stewart überzeugt als Schurke im Thriller Green Room – Hier seht ihr den Trailer

Eine Band in Nöten

Worum geht es in Green Room? Eine junge Punkband befindet sich auf der Reise durch die USA, als sie die Möglichkeit bekommt, ein Konzert in einem Skinhead-Club zu spielen. Dass es grundsätzlich keine gute Idee ist, Punks mit Neonazis zu mischen, sollte auf der Hand liegen, doch die Band braucht das Geld und lässt sich darauf ein.

Als die Musiker eine Leiche im Backstage-Bereich finden, merken sie schon, dass etwas nicht stimmt. Plötzlich werden sie im titelgebenden grünen Raum der Location eingesperrt und die Probleme beginnen so richtig. Denn die Band will nicht kampflos aufgeben.

Patrick Stewart spielt in dem nervenaufreibenden Thriller den Anführer der Neonazis, Darcy Banker. Und er tut das auf eine kühle und präzise Art, bei der schon ein Blick reicht, um Angst zu bekommen. Die Grausamkeit des Charakters wird über seine ruhige Sprechweise noch schlimmer, weil Darcy zu allem bereit scheint: Lass sie bluten.

Wie schon Anthony Hopkins in Das Schweigen der Lämmer dominiert Stewart jede Szene, in der er auftritt und zählt zu den Highlights in Green Room.

Dass er eine solch düstere Rolle annimmt, war vor dem Dreh nicht selbstverständlich, offenbar hatte der Darsteller aber große Lust darauf. Regisseur Jeremy Saulnier erklärte im Gespräch mit Slash Film:

Das Besondere an jemandem wie Patrick Stewart ist … wenn man einen Independent-Film im Punkrock-Genre dreht, muss Patrick Stewart sich für einen entscheiden. [Lacht.] Er hat mitgemacht, weil er auf der Suche nach etwas war, das Spaß macht, etwas Abenteuerlichem, um ein bisschen Abwechslung reinzubringen.

Das hat auf jeden Fall funktioniert. Stewart liefert eine Performance ab, die nichts mit seinen bekanntesten Rollen in Star Trek oder X-Men zu tun hat. Im Featurette auf YouTube gibt er sogar zu, dass die Bösartigkeit der Figur der Aspekt gewesen sei, der ihn verführt habe.

Ist der Film abgesehen von Stewart gut? Ja, der Film kann sehr gute Reviews verzeichnen. Auf Rotten Tomatoes vergaben 251 Kritiker eine Wertung von 90 %. Neben der Schauspielleistung von Patrick Stewart bekommen auch die anderen Darsteller viel Lob.

Ein interessantes Detail: Im Film spielt der 2016 im Alter von 27 Jahren verstorbene Anton Yelchin einen der Punk-Musiker. In den Reboot-Filmen von Star Trek war er als Pavel Chekov zu sehen – dessen Ur-Schauspieler Walter Koenig verstarb nur drei Tage vor Patrick Stewart am 25. Oktober 2026.

Green Room war einer der letzten Auftritte von Anton Yelchin vor seinem Tod und zeigt, wie viel Potential in dem jungen Darsteller schlummerte. Mit Patrick Stewart als seinen Gegenspieler hatte er eine Größe des britischen Kinos vor sich. Beide brillieren in einem Thriller, der jedem Genre-Fan ans Herz gelegt sei.

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