Der Herbst hat gerade erst begonnen und mit den ersten kalten Nächten wurde MeinMMO-Redakteurin Sophia Weiß von einer fiesen Erkältung auf die Couch gezwungen. Aber sie hat die Zeit genutzt und eine geniale History-Serie durchgeschaut, die sie nur wärmstens empfehlen kann.
Ich bin nicht gerne krank und ich liege auch nur so semi gerne angeschlagen auf der Couch rum. Über das letzte Septemberwochenende 2026 zwang mich aber eine heftige Erkältung genau dazu. Als allzeit beschäftigtes, fleißiges Bienchen habe ich die Zeit aber natürlich genutzt und eine Serie von meiner Watchlist angefangen.
Die war so gut, dass ich in nur vier Tagen alle drei Staffeln auf HBO durchgeschaut habe.
Bei meinem Glücksfund handelt es sich um The Gilded Age, ein Emmy-nominiertes Historien-Drama über die High-Society von New York in den 1880er Jahren, das ein geistiges Prequel zu Downton Abbey sein könnte. Mit 8,1 Sternen auf IMDb können sich die bisher 25 Episoden auch echt sehen lassen und nicht verzagen: Wenn ihr zeitnah alles geschaut habt, gibt es sogar schon am 2. November die vierte Staffel.
Von Räuberbaronen und der High Society
Worum geht es in The Gilded Age? Die sogenannte Gilded Age
ist die Zeit gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den USA. Auf den amerikanischen Bürgerkrieg folgt ein wirtschaftlicher Aufschwung, der eine ganze Reihe stink-, aber vor allem neureicher Familien in die High Society des Landes katapultiert. Im Mittelpunkt der Serie The Gilded Age steht die Familie Russell, die ihr Geld unter anderem mit dem Bau und Betrieb mehrerer Eisenbahnlinien gemacht hat.
George Russell, der Patriarch der Familie, ist ein sogenannter Räuberbaron: Er hat sein Vermögen durch teils skrupellose Geschäftspraktiken erlangt und hofft, seinen Reichtum auch weiter zu mehren. An seiner Seite steht Bertha, die ihre bescheidene Herkunft um jeden Preis gegen die schillernde Anerkennung der High Society eintauschen will. Dafür ist sie sich auch nicht zu schade, mit dem Leben und Glück ihrer beiden Kinder zu taktieren.
Die Serie folgt hauptsächlich den Russels, aber auch den Personen in ihrem Umfeld. Darunter ist die so junge wie unbedarfte Marianne Brook, die komplett verarmt bei ihren exzentrischen Tanten einziehen muss. Die wohnen übrigens zufällig gegenüber von den Russels und vor allem Tante Agnes hält genau nichts vom neureichen Pöbel auf der anderen Straßenseite.
Ähnlich wie in der Serie Downton Abbey geht es aber neben den hohen Damen und Herren auch um die Leben ihrer Angestellten. Zudem werden das Schicksal queerer Menschen zu dieser Zeit und auch der Kampf der afro-amerikanischen Bevölkerung um Gleichberechtigung thematisiert.
Die Kehrseite des Wilden Westens
Was fasziniert mich an der Serie? Speziell als Kind habe ich über Comics wie Lucky Luke oder Filme wie Spirit – Der wilde Mustang den Wilden Westen kennen gelernt. Darin ging es neben Cowboys und Siedlern auch immer wieder um den Bau der berühmt-berüchtigten amerikanischen Eisenbahn. The Gilded Age spielt in der gleichen Zeit, zeigt aber die ganz andere Seite der Medaille:
Statt um verstaubte Männer mit Hut oder anzügliche Saloon-Ladies geht es hier um Gentlemen im Smoking und ihre sozial sehr mächtigen Ehefrauen, die ganze Generationen mit ihrem Style und Verhalten prägten. Es geht eben um die Leute, die mit dem schweißtreibenden und auch gefährlichen Bau der Eisenbahn, mit Erzmienen und vielleicht auch durch die ein oder andere Flunkerei ihren Reichtum gemehrt haben.
Ich liebe diesen Kontrast zwischen dem, mit dem ich aufgewachsen bin, und eben diesem gänzlich anderen, aber auf wahren Begebenheiten basierenden Bild. Außerdem habe ich gierigst Downton Abbey verschlungen: Crawley-Mutter Cora war wie die Russel-Tochter Gladys Kind eines stinkreichen Pärchens aus der High Society von New York und hat jemanden aus dem englischen Adel geheiratet, der seinen gesellschaftlichen Platz sichern wollte. The Gilded Age könnte also locker ihre Vorgeschichte sein, auch wenn zwischen den Serien offiziell keine Verbindung besteht.
The Gilded Age ist meine wärmste Empfehlung für alle, die Bock auf eine tolle Serie mit schönem, aber nicht allzu anstrengendem Plot haben und dabei auch richtig was fürs Auge bietet. Man kann sie richtig gut an einem Stück runter schauen oder sich bis zum Release der neuen Staffel am 2. November in Häppchen geben. Für den ein oder anderen ist übrigens das hier vielleicht auch spannend: Vor 30 Jahren hätte Will Smith beinahe nicht die Hauptrolle in einem Sci-Fi-Klassiker gespielt, der in Deutschland 9,2 Millionen Zuschauer ins Kino lockte
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