The Elder Scrolls Online: EU-Support aus Indien?

Beim Fantasy-MMORPG The Elder Scrolls Online gibt es eine unübersichtliche Situation. Hat Zenimax das europäische Support-Zentrum in Irland geschlossen?

Letzte Woche berichtete eine irische Lokalzeitung aus Galway: Das EU-Supportzentrum für The Elder Scrolls Online ist geschlossen, da arbeitet keiner mehr, 300 Leute wurden entlassen.

Zenimax meldete sich zu Wort, sagte:

der Beitrag in der Connacht Tribune und alle darauf basierenden Artikel sind leider enttäuschend ungenau. Wir haben die Personaldecke im Kundendienstzentrum in Galway Mitte August entsprechend den geänderten Anforderungen nach dem Launch um etwa 50 Personen gesenkt. Das ist eine normale Vorgehensweise. Wir haben sorgsam mit dem IDA und den seit dem Sommer betroffenen Angestellten zusammengearbeitet.

Das war an sich schon eine rätselhafte Entwicklung, weil eine Lokalzeitung vor Ort ja wissen müsste, ob da jeden Tag 300 Leute zur Arbeit gehen oder nicht. Und wenn die berichten „Da arbeitet keiner mehr“, wirkte es schon ziemlich seltsam, wenn das eine „Ente“ wäre.

TESO-Millionär

in 2014 ging es in Irland rauf und runter

Und in der Tat, an der Sache scheint mehr dran zu sein: Das Magazin „Develop“ zitiert eine anonyme Quelle, einen ehemaligen Mitarbeiter, der den Bericht der Lokalzeitung unterstreicht.
Das Büro in Galway sei in 2014 mit 600 Mitarbeitern eröffnet worden. Einige der auf Zeit beschäftigten Mitarbeiter habe man später entlassen, als „sich die Dinge“ beruhigten.

Ursprünglich sollte Irland alle Sprachen (auch Englisch) abdecken. Eine Schwester-Niederlassung in den USA sich ausschließlich um englisch-sprachige Kunden kümmern. Galway wurde in 2014 noch erweitert, Teams dort kamen anderen Aufgaben nach, kümmerten sich auch ums Publishen von Wolfenstein oder The Evil Within, Titel von Bethesda.

In 2015 nur noch runter – EU-Support aus Indien?

TESO-Fishermans-FriendAber als man feststellte, sagt die Quelle, dass The Elder Scrolls Online unter den Erwartungen bliebe, wurde noch in 2014 zahlreiche Mitarbeiter entlassen (darüber wurde auch berichtet). In 2015 wurde klar, dass noch mehr Leute entlassen werden mussten. Im September 2015 fasste man den Entschluss, die Niederlassung ganz zu schließen. Der Support für alle Sprachen außer Englisch sollte nach Indien ausgelagert werden. Englisch sprechende Europäer sollten an das US-Büro verwiesen werden.

Hatte man Anfang 2015 noch 300 Mitarbeiter in Galway, seien es jetzt weniger als 10. Die letzten übernähmen noch Aufgaben in der Lokalisierung oder bei der IT.

Ex-Mitarbeiter bestätigen Geschichte

Crown-Scroll-TESOAuch in einem reddit-Thread, wo man über das Thema diskutiert, hat sich ein ehemaliger Angestellter von Zenimax gemeldet. Dessen Identität wurde von den Moderatoren dort überprüft. Und dieser Ex-Mitarbeiter bestätigt die Version der Geschichte, die auch Develop erzählt.

Der Ex-Mitarbeiter sagt: Er habe Phasen erlebt, in denen man Leute wie wild einstellte, und andere, in denen augenscheinlich planlos und ohne Muster Mitarbeiter gefeuert worden. Die „große Entlassung“, sagt diese Quelle, sei schon im September 2014 erfolgt – in den letzten Monate habe man dann sozusagen nur „die letzten Schritte“ gemacht.

Das einzige Statement von Zenimax zu der Sache richtete sich noch vorm Wochenende an die irische Lokalzeitung. Man habe im August nach dem Konsolen-Launch 50 Leute entlassen. Das sei eine normale Geschäftspraxis. Man sei enttäuscht über die Ungenauigkeiten in dem Bericht.

ESO: Tamriel Unlimited

Undurchschaubare Situation

Mein MMO meint: Ja, irgendwie eine schräge Situation, die sich schwer durchschauen lässt. Da geht es auch um Fördergelder und eine industriefreundliche Gesetzgebung, die Irland vor wenigen Jahren noch zu einem „günstigen Standort“ für so ein Custer-Center machte, nun nicht mehr.

Übers letzte Jahr kamen mehrere Meldungen rein, bei Zenimax baue man Stellen ab. Wobei der Konsolen-Launch eigentlich so erfolgreich war, dass sich die jetzigen Entlassungen nicht unbedingt auf den „Status des Spiels“ beziehen muss, sondern dass es auch einfach um „Outsourcing“ aus wirtschaftlichen Gründen gehen kann.

Vielleicht erfahren wir ja in den nächsten Wochen genauer, was jetzt mit Galway ist, ob da noch wer arbeitet und was hinter dem seltsamen Dementi von Zenimax steckt. Da scheint man zwar einer Meldung widersprochen, aber nicht die ganze Wahrheit aufgedeckt zu haben. Auch wenn man in letzter Zeit keinen entlassen habe, ist die wichtigere Frage gerade: Wie viele arbeiten denn in Galway noch?


Das Titelbild haben wir aus dem Artikel von Develop übernommen.

Autor(in)
Quelle(n): developreddit
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