Tech-YouTuber kauft günstige Gaming-PCs auf Amazon – Lohnt sich das?

Der bekannte YouTuber Austin Evans hat sich nach den günstigsten Gaming-PCs auf Amazon umgeschaut und diese gekauft. Doch die beiden Geräte überzeugen ihn nicht wirklich.

Der YouTuber Austin Evans (4,3 Millionen Abonnenten) gehört neben Linus Tech Tips zu den bekanntesten Tech-YouTubern, die aktuell unterwegs sind. Auf seinem Kanal testet Austin verrückte Hardware oder kauft Computer und untersucht sie mit viel Expertise und Humor.

In seinem Video hat er sich jetzt die günstigsten Gaming-PCs auf Amazon herausgesucht. 

  • Bei dem einen handelt es sich um einen PC für 450 US-Dollar vom Hersteller Allied.
  • Beim anderen handelt es sich um einen generalüberholten Dell-PC für 399 US-Dollar.

In der Theorie bieten beide eine vernünftige Leistung. Doch wie sieht das in der Praxis aus? Austin Evans hat sich die beiden Systeme vorgenommen und erklärt in seinem Video, was er von der Hardware hält.

Das gesamte Video von Austin haben wir euch in diesem Artikel eingebettet. Hier könnt ihr ihm selbst dabei zusehen, wie er sich mit den Gaming-PCs auseinandersetzt:

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Austin Evans schaut sich die günstigsten Gaming-PCs an.

Gaming-PCs für 450 US-Dollar – Zu viel Geld für günstige Hardware

Das steckt in den Rechnern: Austin nimmt die PCs auseinander und schaut, was in ihnen steckt. Hier geben wir euch kurz wieder, was sich in den beiden Computern an Hardware befindet:

450-Dollar-PC “Allied“   399-Dollar-PC „Dell
550 Watt Netzteil, Allied   290 Watt Netzteil Dell
AMD Athlon 3000GIntel Core i5 4570   
Vega 3 Graphics (integrierte Grafikkarte)Nvidia GT 1030 (selbstständige Grafikkarte)
8 GB Arbeitsspeicher16 GB Arbeitsspeicher
240 GB SSD128 GB SSD + 500 GB HDD       
Die beiden “Gaming-PCs” im technischen Vergleich

So sieht der 450-Dollar-PC aus: Der Hersteller setzt im Inneren auf ein hauseigenes Netzteil, welches Austin auf den ersten Blick wenig überzeugt. Das liegt auch an der gebotenen Leistung. Ein USB-Anschluss des Mainboards war nicht angeschlossen. Anstatt einem Handbuch gibt es nur einen Dankes-Brief des Herstellers. 

Hinzu kommt, dass der Computer zuerst nicht problemlos startet. Erst nach einem BIOS-Update und neuen Treibern startet das Gerät so wie es sollte.

Aus Interesse kontrolliert Austin nun, wie viel er für die Komponenten bei Amazon auf den Tisch legen müsste. Überrascht stellt er fest, dass er für einen Selbstbau 288 US-Dollar zahlen müsste. Der Hersteller Allied verlangt immerhin schlappe 450 US-Dollar.

So sieht der 399-Dollar-PC aus: Das Gehäuse ist zweckmäßig und verzichtet auf RGB-Beleuchtung. Im Inneren steckt ein ordentliches und vor allem effizientes Netzteil mit 290 Watt, was laut Austin „Jahre länger halten wird, als das super-billig Teil aus dem anderen PC.“ Im Dell-PC ist mit der GT 1030 außerdem eine selbstständige Grafikkarte verbaut, da der Intel-Prozessor keine integrierte Grafikeinheit wie der Athlon besitzt.

Austin stellt fest: „Ich bin mir nicht sicher, ob er die 400 Dollar wirklich wert ist, aber beim ersten Blick gefällt mir das, was ich sehe deutlich besser als das, was ich in dem anderen PC gesehen habe.“

Anlaufschwierigkeiten wie beim anderen PC gibt es hier übrigens nicht, der Dell-Rechner startet ohne Probleme.

Was ist Refurbished? Beim Dell-PC handelt es sich übrigens um ein Refurbished-Modell. Das bedeutet, dass der Computer bereits verwendet, aber nun generalüberholt worden ist.

Austins Fazit: Zu wenig Leistung für 450 US-Dollar

Der Hersteller Allied verlangt für seinen “Gaming-PC” zu viel Geld. Nicht nur, dass ihr für knapp 290 US-Dollar die meisten Komponenten auf dem freien Markt kaufen könnt, sondern auch weil die Performance fürs Gaming nicht wirklich geeignet ist. Ein mittelmäßiger Prozessor und eine schwache integrierte Grafikeinheit machen noch keinen Gaming-PC.

Sogar der etliche Jahre alte Dell-Computer bietet mehr Power als der Allied-PC und das sogar für 60 US-Dollar weniger. Hinzu kommt, dass das Dell-Gerät außerdem keine Startschwierigkeiten hatte.

Während der 450-Dollar-PC bei Fortnite mit Mühe 19 – 40 FPS schafft, kommt die Dell-Hardware bei mittleren Einstellungen problemlos auf 60 – 80 FPS. Das Spiel sieht zwar nicht hübscher aus, läuft aber deutlich flüssiger.

Wer einen Gaming-PCs kauft, bekommt nicht immer “Gaming”

Das Video von Austin Evans zeigt ziemlich anschaulich, worauf ihr grundsätzlich beim Kauf eines PCs achten solltet. Ihr solltet euch nicht von großen Versprechungen und vor allem nicht vom Attribut “Gaming” verunsichern lassen.

Auch ein cooles Aussehen oder RGB-Beleuchtung sprechen noch nicht für einen potenten Gaming-Rechner. Am Ende sind die verbauten Komponenten im Inneren entscheidend.

Denn der 450-Dollar-PC verspricht zwar ein Gaming-PC zu sein, am Ende kann Austin aber ein Spiel wie Fortnite nur auf den niedrigsten Einstellungen mit 19 – 40 FPS zocken.

Was sollte man außerdem beachten? Im Video zeigt sich deutlich, dass Gamer darauf achten sollten, mindestens einen 4-Kern-Prozessor zu kaufen. Ein Dual-Core-Prozessor mit Hyperthreading wie der verbaute AMD Athlon 3000G ist im Jahr 2021 nur noch bedingt empfehlenswert – Zumindest dann, wenn ihr zocken wollt. Denn komplexe Aufgaben werden durch einen echten 4-Kerner besser erledigt.

Was ist Hyperthreading? Mit Hyperthreading können Prozessor-Kerne zusätzliche Aufgaben bewältigen. So kann ein Zweikern-Prozessor 4 Aufgaben bewältigen, ein 4-Kerner 6 oder 8. Diese virtuell genutzten Kerne sind jedoch nicht in Realität vorhanden.

Grundsätzlich ist die Performance mit einem Quadcore-Prozessor besser, es kommt aber auch auf die restliche Hardware an. Dieses YouTube-Video stellt euch Dual- und Quadcore noch einmal gegenüber. Während Spiele wie World of Warcraft vom Quadcore profitieren, hat ein Zweikerner bei GTA V oder Witcher 3 kaum Auswirkungen.

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Was kann man kaufen? Wir würden euch grundsätzlich raten, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. 450 Euro können sich schnell als Falle entpuppen: 

  • Hersteller wie Shinobee, Megaport oder Memory-PC sind grundsätzlich vernünftige Hersteller für Komplett-PCs.
  • Grundsätzlich solltet ihr immer auf die Bewertungen des Herstellers achten.

In diesem Beispiel ist ein Ryzen 7 2700X, 32 GB Arbeitsspeicher und eine Nvidia Geforce RTX 1660 SUPER verbaut. Mit der GTX 1660 Super könnt ihr moderne Titel auf Full-HD in vollen Details zocken. Raytracing kann die Grafikkarte jedoch nicht.

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Im Komplett-PC von Megaport steckt mit dem AMD Ryzen 5 2600 eine der beliebtesten Gaming-CPUs. Die GeForce GTX 1050 Ti stammt zwar aus dem Jahr 2016, schafft moderne Titel mit mittleren Details noch flüssig darzustellen. Für Top-Titel wie Cyberpunk 2077 oder Raytracing ist diese Grafikkarte natürlich nicht geeignet.

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Unser Kollege Nils Raettig bei der GameStar hatte sich vor einiger Zeit Ikeas neue Gaming-Möbel angesehen. Hier stellt er in seiner Kolumne fest, dass die Möbel das Attribut “Gaming” ebenfalls nicht verdienen. Bisher kann man die Möbel aber auch nur in China kaufen. Im Herbst 2021 kommen sollen Ikeas-Gaming-Möbel auch nach Deutschland kommen.

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Phinphin

Kleiner Fehler: Ihr habt geschrieben es sei eine RTX anstatt eine GTX verbaut.

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