Frühstart in ein halbnacktes MMO: Streaming-Clients – Fluch oder Segen?

Guild Wars 2 steigt auf einen Streaming Client um, Blizzard nutzt ihn bereits und League of Legends verzichtet. Welche Gründe sprechen dafür und welche dagegen?

Für gewöhnlich installiert man einen Client und dieser downloadet zunächst mehrere Gigabyte an Daten. Bei jedem erneuten Start des Programms werden erst diese überprüft und ein etwaiger Patch installiert, ehe man wieder Zugang zum Spiel erhält.

Mittlerweile steigen aber immer mehr MMOs auf Streaming Clients um. Mit diesen lässt sich das Spiel schon nach wenigen hundert Megabytes starten. Der Download erfolgt im Hintergrund. Auch Patches können während des Spiels dadurch installiert werden, sodass dieses lediglich neu gestartet werden muss.

Guild Wars besaß diese Technologie bereits. Betrat man eine neue Karte, wurde diese zunächst gedownloadet. Nun will auch sein Nachfolger auf eine ähnliche Methode umsteigen. Doch welche Vorteile ergeben sich daraus? Und welche Nachteile?

Das Spiel schneller starten

Statt viele Gigabytes zu downloaden reichen einige wenige Megabytes. Mann muss somit kaum warten und kann deutlich eher das Spiel starten. Während man seinen Charakter erstellt, sich das Intro ansieht und das Tutorial spielt werden alle weiteren Dateien im Hintergrund installiert. Diejenigen, die das Spiel nur testen wollen oder viel Zeit für die Charaktererstellung aufwenden, haben damit einen Zeitvorteil. Im Idealfall bemerkt man dadurch vom Streaming Client nichts, da die neuen Gebiete schneller gedownloadet als vom Spieler abgeschlossen werden.

World of Warcraft, Rift, Herr der Ringe OnlineSWTOR und bald auch Guild Wars 2 sind AAA-MMOs, die auf einen Streaming-Client setzen.

Die langsame Internetverbindung

WoW Ladebildschirm

Doch dafür sollte die Internetverbindung schnell genug sein. Um die 5 Mbit/s oder mehr wären empfehlenswert. Andernfalls werden die Ladezeiten zu lang und das Spielen in einer Gruppe problematisch. Man befindet sich gerade in einem Bosskampf und nach dem Wipe sagt der Heiler „Entschuldigung, ich sah die Voidzone nicht, dessen Textur wurde noch nicht installiert“.

Gerade der Anfang des Spiels ist entweder von Linearität oder Ladezeiten geprägt. Je offener die Spielwelt zu Beginn ist, desto eher ist der Spieler in der Lage, einen Ort zu erreichen, dessen Daten noch fehlen. Besitzt ein MMO daher von Anfang an einen Streaming Client, ist in der Regel der Beginn des Spiels äußerst linear. Denn damit erhält der Client wichtige Zeit.

Umgeben von nackten Spielern

Betritt man am Anfang die Hauptstadt oder einen anderen Treffpunkt für viele Spieler, sind die Charaktere ohne Ausrüstung dargestellt. Denn diese und weitere Texturen werden nur nach Bedarf installiert. Ist man von vielen Spielern umgeben, kommt der Client nicht hinterher.

Alternativ werden die Charaktere auch gar nicht dargestellt. Wenn im PvP plötzlich 30 Spieler vor einem auftauchen, ist das sicher kein erfreulicher Anblick. Das ist für Guild Wars 2 aber kein wirklicher Nachteil. Man hatte ja seine Zeit, um sich daran zu gewöhnen.

GW2 Unsichtbare Spieler

Ebenfalls muss man sich auf eine schlechtere Grafik einstellen. Hochauflösende Texturen kommen erst zum Schluss. Sie kosten viel Speicherplatz, haben aber nur geringe Auswirkungen auf den Spielverlauf. Auch bei MMOs mit realistischen Licht- und Schatteneffekten sowie Reflexionen wird man einen Streaming Client kaum erwarten können. Schließlich gibt es auch einen größeren Installationsordner, da die Dateien stärker segmentiert werden als gewöhnlich.

Wie es sich bei Guild Wars 2 verhalten wird

Guild Wars 2 Streaming Client

Bei all den Nachteilen überwiegt der Vorteil, die Zeitersparnis, dennoch. Bei den meisten MMOs ist Streaming Client optional. So lässt er sich auch in Guild Wars 2 mittels eines Menüs einstellen bzw. deaktivieren.

Für Guild Wars 2 werden bei erstmaligem Start die 5 Starterzonen für den Levelbereich 1-15 installiert. Dannach lässt sich eine Prioritätenliste einstellen. Das heißt, der Spieler gibt an, welche Karte priorisiert gedownloadet werden soll. Alternativ kann man sie aber auch betreten und den Ladebildschirm bewundern. Mittels F11 öffnet sich besagtes Menü zum Deaktivieren des Streaming Clients.

Bereits jetzt lässt sich dieser Client testen. Rechtsklick auf die Verknüpfung, Eigenschaften und im Feld „Ziel:am Ende (nach den Anführungszeichen) -StreamingClient eingeben.

Autor(in)
Quelle(n): guildwars2.com
Deine Meinung?
Level Up (0) Kommentieren (7)
Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.