SteelSeries Gamebuds im Test: Lohnt es sich, ein Gaming-Headset durch In-Ears zu ersetzen?

SteelSeries Gamebuds im Test: Lohnt es sich, ein Gaming-Headset durch In-Ears zu ersetzen?

Mit den SteelSeries Arctis Gamebuds gibt es neue In-Ears, die sich an Spieler richten. Lohnt sich der Kauf, wenn man auf ein Headset verzichten will? MeinMMO-Redakteur Benedikt Schlotmann hat die In-Ears getestet.

Mit den Arctis Gamebuds erweitert der dänische Hersteller SteelSeries sein Portfolio im Gaming-Bereich und ist damit nicht die erste Firma, die In-Ears für Gamer anbietet. Doch lohnt sich der Kauf für rund 150 Euro? Ich habe die In-Ears im Alltag getestet.

Wer hat da getestet?

Ich bin Tech Editor auf MeinMMO und habe ein Faible für Peripherie und teste Mäuse, Tastaturen und Gaming-Headsets. Insbesondere Gaming-Mäuse gehören zu meinen absoluten Favoriten. Neben der PS5 spiele ich auch an meinem Steam Deck.

Transparenzhinweis: Das Modell wurde uns vom Hersteller als Rezensionsexemplar angeboten. Eine Einflussnahme auf den Test fand nicht statt.

fragt meinmmo benedikt

Benedikt Schlotmann
Hardware-Redakteur MeinMMO

Design und Aufbau

Lieferumfang: Im Lieferumfang befinden sich den In-Ears und dem Ladecase noch ein Ladekabel (USB-C), ein Adapter von USB-A auf USB-C und wechselbare Polster für die In-Ears in verschiedenen Größen (S, M und L).

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Wie sind die Kopfhörer aufgebaut? Das Case für die In-Ears ist in etwa faustgroß und damit kaum größer als das Case anderer Hersteller. Was mir besonders gut bei den Arctis Gamebuds gefällt, ist die Tatsache, dass man den Funkadapter ebenfalls im Gehäuse verstauen kann. Das bietet nicht jeder Hersteller an.

Ansonsten ist das Design der Gamebuds zurückhaltend: Das Case ist Schwarz, mit einem graufarbigen Symbol des Herstellers auf der Oberseite. Auf der Unterseite sieht man nur den Hinweis, dass man die Gamebuds auch kabellos lassen kann. Das kabellose Laden ist sehr praktisch, da man auf diese Weise den USB-C-Anschluss des Gehäuses schonen kann.

Die In-Ears selbst haben eine leicht dreieckige Form und sind sehr kompakt gehalten. Andere Hersteller, etwa JBL bei seinen Quantum TWS (zum Test), setzen auf einen kleinen Korpus und einen längeren Stiel, womit sich die In-Ears besser eindrehen lassen.

SteelSeries Arctis Gamebuds Frontalansicht

Verarbeitung

Die Verarbeitung: Grundsätzlich unterscheiden sich die In-Ears von SteelSeries nicht wirklich von anderen Herstellern, wenn es um die Verarbeitung geht: Das Case zum Aufladen der In-Ears besteht vollständig aus Kunststoff, auf Metall oder anderes, wertiges Material wird verzichtet. Das ist aber bei HyperX, JBL oder Sony nicht anders. Nur Sennheiser sticht mit seiner Momentum-Serie etwas aus der Masse hervor.

Software

Je nach Plattform kommt eine andere Software zu Einsatz:

  • Auf dem PC steuert ihr die In-Ears über die Software SteelSeries GG.
  • Auf dem Handy nutzt man die „Arctis Companion“-Software.

SteelSeries GG ist insgesamt mit zusätzlichen Features überfrachtet: Hauseigene Werbung, sogenannte „Gift Guides“, News über eigene Produkte und Giveaways werden alle in der Software angeboten. Die eigentliche Software, um die In-Ears zu konfigurieren, findet ihr erst in einem zweiten Tab. Habt ihr es bis hierher geschafft, ist der Rest übersichtlich.

Auf dem Handy sieht alles anders und besser aus: Wird das Gerät erkannt, kommt ihr direkt zu den Einstellungen der Gamebuds: Ganz oben findet ihr die Akkulaufzeit und könnt zwischen den Modi wechseln. Zusätzlich könnt ihr aus dutzenden Presets bei den Equalizern wählen.

SteelSeries Arctis Companion App Android
SteelSeries Arctis Companion App Android

Um es kurz zu machen: Am PC überfrachtet, auf dem Handy hingegen eine absolut vorbildliche App.

Komfort

Ergonomie: Ich habe recht kleine Ohren. Der Tragekomfort gefällt mir wirklich gut. Durch die leicht rechteckige Form der In-Ears sitzen die Gamebuds sehr bequem in den Ohren. Dabei verrutschen sie nicht und haben auch keine störenden Ecken, die mich ärgern.

Hier kann ich nur sagen, dass ich abseits von den Inzone Buds von Sony und Soundcore Life A2 NC selten so bequeme In-Ears in den Ohren hatte. Hier haben die Designer aus Dänemark gute Arbeit geleistet.

Klangqualität

Der grundsätzliche Klang ist für ein Gaming-Gerät typisch basslastig. Das merkt man vor allem dann, wenn man Musik oder Klang hört, der auf hohe Töne setzt. Klaviermusik klingt dann fast klirrend scharf, mit wenig Substanz. Die Bässe sind im Vergleich fast schon einen Hauch zu wuchtig.

Immerhin lässt sich die Unausgewogenheit des Klangs mithilfe der Equalizer anpassen. Nimmt man den Bass zurück und gibt den hohen Lagen („Treble“) etwas Kraft zurück, dann klingen die In-Ears sofort deutlich besser.

Grundsätzlich müsst ihr euch jedoch im Klaren sein, dass In-Ears insgesamt etwas gedrungener klingen als richtige Kopfhörer. Die Soundstage, also wie tiefgründig Klang klingt oder sich verteilen kann, wird durch die kleine Bauart der In-Ears physisch eingeschränkt.

SteelSeries Arctis Gamebuds Schrägansicht offen

Akkulaufzeit, Mikrofon und Verbindung

Akkulaufzeit: Die Akkulaufzeit gibt SteelSeries mit 10 Stunden + 30 Stunden (Case) an. Im Alltag konnte ich eine gute Woche mit den Gamebuds spielen, ohne das Case aufladen zu müssen. Denn sobald ich die Gamebuds nicht mehr benötige, wandern sie direkt in das Case. Die maximal möglichen 10 Stunden habe ich im Alltag kaum erreicht.

Mikrofon: Das Mikrofon erfüllt definitiv keine Gaming-Ansprüche, dafür ist es einfach zu leise und zu dumpf. Besser als das integrierte Mikrofon am DualSense ist es auf jeden Fall, mehr aber auch nicht. Für eine schnelle Kommunikation reicht es in der Regel auch. Mit einem Mikrofon oder einem richtigen Headset seit ihr hier auf jeden Fall besser bedient. Im Folgenden könnt ihr euch das Mikrofon im Vergleich anhören:

Die SteelSeries Arctis Gamebuds im Mikrofon-Test:

Das Logitech Yeti GX im Mikrofon-Test:

Verbindung: Die In-Ears lassen sich sowohl über einen Funkadapter als auch über Bluetooth verbinden. Über Bluetooth werden die In-Ears sofort am Handy und anschließend auch von der App erkannt. Ansonsten kann man mit der App die Gamebuds auch suchen.

Am PC hat es mit dem Funkadapter tatsächlich zwei Anläufe gebraucht: Beim ersten Mal wurden die Gamebuds zwar in der Software von SteelSeries erkannt, Ton gab es aber keinen. Erst nach einem Update und einem Neustart wurden die In-Ears dann problemlos erkannt. Seitdem gab es auch keine Probleme mehr.

ANC und Transparenzmodus: Die Gamebuds bieten neben dem normalen Modus noch einen ANC- und einen Transparenzmodus an.

  • Bei ANC werden bewusst Geräusche unterdrückt oder stark abgeschwächt.
  • Beim Transparenzmodus werden Hintergrundgeräusche hervorgehoben, sodass ihr trotz In-Ears alles hören könnt, was um euch herum passiert. Etwa, wenn die Katzen im Hintergrund wieder einmal die Wohnung umräumen.

Aktive Geräuschunterdrückung: Den Modus nutze ich vor allem dann aktiv, wenn meine Frau im Hintergrund laut den Fernseher laufen lässt und hier tun die Gamebuds genau das, was sie sollen. Die lauten Stimmen der Serie werden stark gedämpft und mehr oder weniger ausgeblendet.

In der Regel funktioniert das ziemlich gut. Ich muss aber auch sagen, dass ich bereits andere Modelle getestet habe, wo das ANC einfach besser ist: Sowohl Sonys Inzone Buds (zum Test) als auch bei den WF-1000XM4 ist die Geräuschunterdrückung noch einmal deutlich besser.

Titelbild SteelSeries Arctis Gamebuds

Transparenzmodus: Mein Kollege Linh von GameStar Tech berichtet in seinem Test, dass die In-Ears ein störendes Fiepen produzieren. Er beschreibt das, als „wenn man eine Flasche mit Kohlensäure sehr langsam öffnet.“

Ich habe das Problem bei meinem Testexemplar tatsächlich nicht oder nur ganz leicht: Ich nehme beim Transparenzmodus ein klares Rauschen wahr und wenn ich ganz genau hinhöre, bemerke ich auch einen leisen hohen Pfeifton. Das höre ich aber nur, wenn ich wirklich darauf achte, wenn ich etwa keine Musik habe oder mich nicht aufs Spielen konzentrieren muss.

Ansonsten funktioniert der Modus problemlos: Umgebungsgeräusche sind deutlich wahrnehmbar. Das Rauschen empfinde ich teilweise aber als störend.

Weitere Features: Die Gamebuds bieten auch ein Mic-Monitoring-Feature soll. Das bedeutet, ich trage die In-Ears und kann meine Stimme selbst hören. Damit schreie ich dann in der Theorie nicht mehr gegen die Stille der In-Ears an.

SteelSeries Arctis Gamebuds mit Verpackung und In-Ears

Fazit: Gute In-Ears mit sehr guter App auf dem Handy

Für wen lohnen sich die In-Ears? Die In-Ears sitzen sehr bequem und lohnen sich in meinen Augen vor allem dann, wenn ihr lange am Stück spielen wollt. In meiner längsten Session habe ich etwa 5 Stunden am Stück gespielt und die In-Ears so gut wie nicht gehört. Grundsätzlich solltet ihr auf jeden Fall den Equalizer nutzen, um den Sound auf eure Bedürfnisse anzupassen, denn dann klingen die Gamebuds einfach eine ganze Ecke besser.

Während die PC-App leider überfrachtet wirkt, macht die Android-App hingegen einen sehr guten Job wie kaum ein anderer Hersteller in dem Bereich.

Wollt ihr kein schweres Headset im Alltag oder im Gaming tragen, dann können sich diese In-Ears durchaus lohnen. Zumindest dann, wenn ihr nicht zwingend ein Mikrofon als starkes Feature benötigt. Denn das schneidet im Vergleich zu einem richtigen Headset oder einem Mikrofon deutlich schwächer ab. Hört euch dazu oben die Tonaufnahmen an.

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Welche Alternativen gibt es?

  • Sonys Inzone Buds sind meine derzeit beste Alternative, wenn ihr In-Ears für Gaming sucht. Sie sind bequem und haben eine Akkulaufzeit. Nur der Support am Handy ist kaum vorhanden, was wirklich ärgerlich ist.
  • Die JBL Quantum TWS sind mein Geheimtipp, wenn ihr In-Ears mit sehr gutem Active Noise Cancelling (ANC) sucht. Für rund 100 Euro bekommt ihr ordentlichen Klang und guten Tragekomfort. Nur die Akkulaufzeit könnte besser sein.

In-Ear-Kopfhörer sind klein und handlich und daher praktische Reisegefährten. Doch welche sind die richtigen für mich? MeinMMO-Redakteur Benedikt Schlotmann hat gleich ein 9 Exemplare davon getestet: Ich habe 9 In-Ear-Kopfhörer blind getestet – Meinen Geheimtipp gibt’s für unter 100 Euro

Fazit & Bewertung
Die Arctis Gamebuds sind gute In-Ears, wenn ihr kein Headset beim Gaming tragen möchtet. Die Klangqualität ist ordentlich, wird mit Equalizer noch ausgewogener. Die ergonomie ist für meine Ohren sehr bequem, die Handy-App wirklich hervorragend.

Wen überzeugen kann mich hingegen das Mikrofon. Wenn ihr euch die Tonaufnahme im Artikel anhört, dann merkt ihr, wie schlecht das Mikrofon ist. Für die schnelle Kommunikation reicht das, für mehr aber auch nicht. Ebenfalls nervig ist die überfrachtete Software am PC.

Sucht ihr nach leichten und bequemen Kopfhörern und wollt kein schweres Headset tragen, dann sind die Gamebuds von SteelSeries eine gute Alternative. Insbesondere dann, wenn ihr bereits ein zusätzliches Mikrofon besitzt.
Pro
  • sehr gute Ergonomie
  • Akkulaufzeit (10 + 30 Stunden)
  • hervorragende Handy-App (Arctis Companion)
  • umfangreiche Einstellungen (Equalizer)
  • breite Kompatibilität (PC, PS5, Handy)
Contra
  • überfrachtete PC-Software
  • Login-Zwang für einige Features (Sonar, Moments)
  • Mikrofon unterdurchschnittlich
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Schmile303

Gut geschriebener Artikel! Ich persönlich bin für die Gaming-Sessions, wo ich auf den Voice Chat mit Freunden verzichten kann, vor einiger Zeit auf IEM’s gewechselt, da es für guten und ausgewogenen Klang einfach keine entsprechende Alternative gibt.

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