Ein 18-Jähriger aus den USA hätte mit seinem Spiel fast 1,38 Mio. Dollar auf Steam verdient, aber kaum ein Käufer behält den Titel.
Was ist das für ein Spiel? Der 18-jährige US‑Amerikaner Michael Major hat ein kleines 2D-Spiel entwickelt, das er auf Steam für 200 US-Dollar (bzw. 200 €) verkauft. Der Preis ist natürlich kein Zufall, denn das Spiel ist pure Satire und hört auf den Namen „This Game Costs 200 Dollars“ (deutsch: „Dieses Spiel kostet 200 Dollar“).
Schon die Beschreibung des Spiels auf Steam könnte nicht generischer klingen: „Dieses psychologisch ‚komödiantische‘ Erlebnis ist deine 200 Dollar wert. Jeden einzelnen Cent. Dieses Spiel ist anders als alles, was du je gesehen hast oder jemals sehen wirst. Es sind 200 Dollar voller purer Freude, Staunen und unangenehmer Gespräche.“
Weiter geht es mit den Worten:
„Bist du schon einmal über den Tisch gezogen worden? So richtig übers Ohr gehauen? Denn dieses Spiel ist der Betrug aller Betrüge. Dieses Spiel kostet 200 US-Dollar oder was auch immer das in deiner Währung ist. Das ist extrem viel für ein Videospiel. Und trotzdem weiß ich, dass manche Leute dieses Spiel aus reiner Neugier kaufen werden – und ich empfehle dir dringend, das auch zu tun. […] Dieses Spiel ist außerdem eine psychologische Erfahrung, bei der ich versuche, dich davon zu überzeugen, dass dieses Spiel wirklich 200 Dollar wert ist.“
Schließlich sollte Michael Major recht behalten: Das Spiel wurde gekauft – und anschließend tausendfach zurückgegeben.
Fast Millionär, wenn Steam nicht wäre
Das hat es mit den Rückerstattungen auf sich: Wie die amerikanische Nachrichtensendung WMUR-TV (via YouTube) berichtet, wurde „This Game Costs 200 Dollars“ auf Steam insgesamt 6.717 Mal verkauft. Der Gesamterlös betrug rund 1,38 Millionen US-Dollar – doch dieses Geld hat der 18-Jährige nie zu Gesicht bekommen.
Von den 6.717 Käufern haben 6.707 das Spiel auf Steam wieder zurückgegeben. Das entspricht einer Rückgabequote von 99,9 %. Major wurde also kein Millionär, sondern verdiente „lediglich“ 2.045 US-Dollar mit seinem Spiel.
Gegenüber WMUR-TV zeigte er sich jedoch wenig überrascht oder enttäuscht von der Entwicklung, schließlich habe er nie wirklich damit gerechnet, dass das Geld wirklich bei ihm auf dem Konto landen werde.
Habt ihr schon mal ein Spiel oder eine Sonderedition für 200 € gekauft? Erzählt uns in den Kommentaren, was eure teuerste Gaming-Anschaffung war!
Solltet ihr mal ein Spiel für 200 € auf Steam kaufen und kurz darauf der Meinung sein, dass eure neueste Anschaffung das Geld gar nicht wert sei, hat Valve entsprechende Regeln geschaffen. Ihr könnt solche Spiele auf Steam problemlos zurückgeben, wenn ihr euch an die vorliegenden Rahmenbedingungen haltet. Was genau für eine Rückerstattung bedacht werden muss, könnt ihr hier nachlesen: Steam: Spiel zurückgeben – So leicht geht es
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Kommentare
Wie dumm doch Leute sind, da wird etwas gekauft, Hauptsache man es. Eigentlich Schade, dass sie es einfach wieder kostenneutral zurückgeben durften. Wie ich das Sehe, hat er keine falschen Versprechungen gemacht, eigentlich im Gegenteil, also hätten sie es als Teil ihres persönlichen “Erfahrungsschatzes” behalten müssen.
Die Leute haben es nur gekauft, weil sie wussten, dass sie es zurück geben können
Was für einen Mehrwert hat der Kerl jetzt dadurch generiert außer haufenweise digitale Transaktionen von Geld?
Er verkauft die Aktion ja nicht mal als Kunst, Protest oder irgendetwas.
Teuerste Anschaffung, die ich mir geleistet habe, dürften meine drei CE’s von StarCraft 2 gewesen sein.
Für ihn war es wohl nur ein Witz. Ist jetzt reine Spekulation, aber gemessen am Alter könnte er gerade versuchen, sich erste Erfahrungen in der Spieleentwicklung anzueignen, und macht dann halt kleine eigene Projekte. Und wie Jugendliche so sind, hat er eines davon für einen absurden Preis auf Steam veröffentlicht. 😅
Meine Portfolioarbeit als 18-Jähriger bestand aus Hintergrundgeschichten für GTA-Roleplay-Charaktere und richtig schlechten Werbetexten für kleine E-Sport-Teams. Da ist sein Spiel als erste Referenz wahrscheinlich mehr wert😄
Gut, die Möglichkeit besteht, aber da gäbe es sicherlich zig sinnvollere Aktionen, die er hätte starten können mit bedeutend größerem Mehrwert bei gleichem Aufwand.