Spieler gibt 50.000€ in Runescape aus – Und das MMORPG wird dafür kritisiert

Runescape steht aktuell wieder wegen der Mikrotransaktionen in der Kritik, nachdem die Community herausgefunden hat, dass ein Spieler mehr als 50.000 Euro im Spiel ausgegeben hat.

Warum ärgert sich die Community von Runescape? Ein Report des englischen Parlaments rund um suchterregende Technologien erwähnte das erfolgreiche und beliebte MMORPG Runescape. Laut diesem Report nimmt das Entwicklerstudio Jagex etwa ein Drittel des Umsatzes durch Mikrotransaktionen ein. Es soll möglich sein, bis zu 5.000 Dollar in der Woche für das Spiel auszugeben. Dabei geben aber nur etwa 10 Prozent der Spieler überhaupt Geld für Mikrotranskationen aus.

Der Report nennt zudem ein Beispiel: Der Vater eines Spielers soll wegen Runescape immense Schulden angehäuft haben, da er bisher 62.000 Dollar (rund 56.000 Euro) im Spiel ausgegeben hat.

Das führte zu heftigen Diskussionen rund um die Mikrotransaktionen innerhalb der Runescape-Community.

Runescape Screenshot

Mikrotransaktionen sind ein rotes Tuch

Darum ist es ein seit längerem bestehendes Problem: 2012 wurde mit dem „Squeal of Fortune“-Update ein Glücksrad eingeführt, über welches die Spieler Items gewinnen konnten – gegen Geld natürlich. Schon damals hagelte es Kritik.

Jagex führte daraufhin die „Treasure Hunter“-Mechanik ein. Spieler finden Schatzkisten mit Items darin und können sich die Schlüssel für die Kisten entweder kaufen oder erspielen. Hinzu kommen noch weitere kostenpflichte Features, wie etwa die Möglichkeit, Gameplay-Statistiken einzusehen.

Runescape-Screen

Was meinen die Spieler dazu? Es herrscht wieder dicke Luft. Nachdem bekannt wurde, wie viel Geld ein Spieler inzwischen ausgegeben hatte und sich dafür sogar in Schulden stürzte, herrscht beim Großteil der Runescape-Spieler momentan die Meinung, dass Jagex die Spieler ausnutzt.

Es erscheinen kaum Content-Updates, dafür werden die Schatzjagden in den Mittelpunkt gestellt. Spieler bekommen langsam das Gefühl, dass sie nur noch gut dafür sind, möglichst viel Geld auszugeben. Die Entwickler würden sich nur noch an die 10 Prozent der Spielerschaft richten, die Geld ausgibt, an die sogenannten „Whales“. Spieler, die extrem tief im Spiel verankert und obendrein sehr zahlungskräftig sind.

Es gibt aber auch einige Spieler die in der Sache kein Problem sehen. Niemand wird gezwungen, in Runescape Geld auszugeben. Und die Einnahmen dienen schließlich dazu, das MMORPG am Laufen zu halten und weiterzuentwickeln.

Die Runescape-Community fordert jetzt, dass sich Jagex wieder mehr auf das Spiel und neuen Content konzentriert und die Promo für Mikrotransaktionen etwas zurückfährt. Gerade die Forderung nach mehr Content wirkt kurios, da Spieler dies bei Old School Runescape verhinderten. Allerdings wollen Old-School-Spieler im Gegensatz zu den Fans der „regulären“ Version einfach keine Veränderungen.

Runescape: Studio Jagex sagt, sie wurden gar nicht verkauft
Quelle(n): Kotaku, Mikrotransaktionen, Reddit
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Lotte

Bin persönlich ja auch gegen Lootboxen.

Aber es beschwert sich doch auch keiner wenn jemand einen Kredit für ein teures Auto, 100 Zoll TV, Pool oder sonst was aufnimmt. Auch wenn er/sie es sich eigentlich nicht leisten können.

Nur weil man es kann, muss man es ja nicht tun.
Verstehe diese Aufregung nicht wenn der ein oder andere über die Strenge schlägt. Selber schuld.

Sancho

Was für ein vergleich…Wenn du dir ein Kredit holen möchtest musst du einiges vorweisen damit du überhaupt bisl Kohle bekommst und ingame „überprüft“ das keiner hauptsache die machen ihre Kohle

Millerntorian

Sehe ich ähnlich.

Der Weg hin zu einem Kredit ist bei seriösen Unternehmen immer auch mit nachweispflichtigen Hürden verbunden. Auch wenn in Zeiten des kommunizierten Kredit für alle für’n Appel & Ei und dann noch zu -80% („geil…da bekomme ich ja viel mehr Geld zurück“) alle denken mögen, das Geld fiele ihnen nur so zu, wird immer auch auf belegbare Personaldaten sowie nachweisliche Kreditwürdigkeit / Bonität geprüft. Ist da ’ne miese Wertung; vielen Dank für Ihr Interesse. Better luck next time.

Ingame bzw. generell im Netz ist da eine gewisse Narrenfreiheit. Ü18? Aber klar doch, was für eine Frage! Immer! Seit Geburt schon! So was wie Kreditkartennummer? Moment, ich guck mal eben bei Papi und Mami. Aha..noch die dreistellige Zahl, los gehts. Vermeintlichem Missbrauch sind deutlich mehr Tür und Tor geöffnet.

Das natürlich bei einer Anhäufung von ca. 50.000 EUR da das Versagen primär an anderer Stelle zu suchen ist, d.h. ich mich ernsthaft frage, wie es soweit kommen konnte, wenn der vermeintlich ahnungslose Vati davon quasi überrascht wurde (Hätte er mal besser ’ne eifersüchtige Frau gehabt, die seine Kreditkartenbelege akribisch auf vermeintliche Spesen-sog. Dienstreise-Ungereimheiten geprüft hätte. Da wären große Summen ggf. aufgefallen).

Kontrolle mit gegenseitiger Kommunikation auch des Nutzerverhaltens im eigenen Heim gehört in der heutigen Zeit eben auch manchmal dazu. Oder vlt. mal, statt die lästigen Blagen einfach nur immer vor dem PC abzuladen, mal einen verantwortungsvollen und transparenten Umgang mit dem Medium Games/Internet seinen Sprösslingen vermitteln.

Natürlich sind Mikrotransaktionen ein heikles Thema, das ich ebenfalls kritisch sehe (wobei ich mehr als mündig und solvent bin, um zu entscheiden, was ich mit meinen Penunsen so anfange). Nun aber immer auf die böse Spieleindustrie mit allgemeinen Plattitüden zu schimpfen, ist genauso kritisch zu werten.

Vernünftige Bezahlmodelle inkl. darin enthaltenen Content ohne ingame Miktrotransaktionen ist ein gangbarer Weg. Dann gäbe es solche Diskussionen auch deutlich weniger. Denn wer so naiv ist, zu glauben, dass F2P mit free to play zu übersetzen wäre, statt einem eher angemessenen forced to pay, um „voranzukommen“, tut mir eigentlich schon ein wenig leid.

Scaver

Und? Das liegt aber daran, weil die Banken sich selber schützen wollen. Die Unternehmen hinter den Games haben eigentlich das selbe Interesse. Sie machen es nur nicht, weil es nur in absoluten Ausnahmefällen um Beträge über 100 $ im Monat geht.
Viele Spiele haben auch Schutzmechanismen, so dass es pro Woche oder Monat Limits gibt. Das ist schon eine Art Schutz wie die Überprüfung bei Kreditinstituten.
Aber alle diese Schutzmechanismen sollen nicht den Kunden vor Überschuldung schützen, sondern die Unternehmen davor, nachher ihr Geld nicht zu bekommen!
Daher hinkt der Vergleich eben nicht!

Sancho

Der Report nennt zudem ein Beispiel: Der Vater eines Spielers soll wegen
Runescape immense Schulden angehäuft haben, da er bisher 62.000 Dollar
(rund 56.000 Euro) im Spiel ausgegeben hat..Genau aus solch ein Grund wird es bald keine Lootabzocker boxen geben und all den anderen kram da wird sich die Politik damit beschäftigen und dann ist aus die Maus!!!

Und die Sucht der letzten 10% auszunutzen um ein game am leben zuhalten ist ja wohl das letzte sprich wenn die whale irgendwann mal kein Geld mehr haben und sich verschulden haben sie halt pech gehabt und das Studio stampft das Game ein und macht ein neues abzock f2p Game fertig.
Einfach nur pervers diese art von abzocke…Was hier einige nicht verstehen diese leute mit sehr viel Geld sind SÜCHTIG und nicht einfach mal ich gib mal bisl geld aus 5.000 die woche für ein Game gehst noch!!!

Damian

Also echt lächerlich Entwicklern eines F2P-Games vorzuwerfen, dass sie versuchen den Pool von 10% Spielern, die das Game finanzieren zu vergrößern bzw. die Einnahmen zu erhöhen. Wenn die Spieler eine normale Abo-Gebühr zahlen würde, gäbe es diese ganze Diskussion nicht. Mich nervt diese „Hauptsache: alles ist kostenlos!“-Mentalität dermaßen.

Martin

Jo, das sehe ich auch so. Die laufenden Kosten müssen halt gedeckt werden, da kommt man mit buy2play nicht weit. Alternativ bleibt das Abo, was die meisten aber nicht wollen, oder halt free2play + ingame Shop, was die meisten aber nicht wollen. Und wie soll das dann finanziert werden? Gehen die Leute die alles kostenlos haben wollen auch kostenlos arbeiten? Ich verstehs einfach nicht.

Damian

Ja, geht mir wie Dir.
Bei Androidgames ärgert mich auch immer, dass es so gut wie keine Vollpreisspiele gibt und 95% der Games F2P sind. Die spiele ich eigentlich immer mal, wenn ich in der Bahn unterwegs bin, nur leider gibt’s da oft nur ein miserables WIFI und dann kann man die nervigen F2P-Games nicht spielen…

De Lorean

„Spieler bekommen langsam das Gefühl, dass sie nur noch gut dafür sind, möglichst viel Geld auszugeben.“

Schnellmerker ????

Das Spiel wurde bestimmt nicht aus Nächstenliebe entwickelt.

Alzucard

Umm selbst schuld, wenn man mit geld nicht umgehen kann lol

Vallo

Was für ein Schwachsinn. Ich sehe es eher als eine Sucht an und bei solchen Spielen wird so viel wie möglich getrickst um die Menschen dazu zu verleiten Geld auszugeben. Wenn man anfälliger für sowas ist, dann passiert es. Aus diesem Grund vermeide ich jegliche Art von Glückskisten oder was jegliche Art von Glück benötigt in Kombination mit Geld. Wie viel Geld ich aus dem Grund aus dem Fenster geworfen habe willst du nicht wissen. Aber es wird einem erst wenn es zu spät ist klar.

Wenn man auf die Schuldfrage eingehen möchte, dann eher bei den Zahlreichen Entwicklern die sowas in ihren Spielen einbauen. Und wenn man es so macht wie ich, dann rate einmal wie viele Spiele ich die Jahre wegen der Mechaniken nicht gespielt habe? Sowas macht auch nicht jeder, was dazu führt das man dieser Verleitung wieder ausgesetzt wird.

Damian

Warum fordern die Spieler nicht einfach, eine Abo-Version des Games einzuführen, dann müssten die Entwickler auch nicht auf Loot-Kisten zurückgreifen, um ihr Einkommen zu finanzieren.

alfredo

das wort sucht ist in vielen fällen einfach nur eine schlechte ausrede. wenn man tausende € die man eigentlich nicht hat in ein spiel investiert, ist das pure dummheit.

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