Shroud of the Avatar im Shitstorm – Entwickler im Clinch mit der Community

Wenn man ein MMORPG entwickelt, dann sollte man es sich besser nicht mit der Community verscherzen. Doch das ist den Entwicklern des Rollenspiels Shroud of the Avatar jetzt passiert.

Man möchte ja gerne etwas Positives zum Spiel schreiben, doch der Entwicklungsprozess seit Beginn und wie die Community auf das Spiel reagiert, gleichen eher einem Krimi. Es herrscht Stunk. Das „Selective Multiplayer RPG“ Shroud of the Avatar kommt nicht ganz so gut bei den Fans an, wie erhofft. Vor allem Backer der Kickstarter-Kampagne zeigen sich enttäuscht. Damals war das Spiel nicht als MMORPG angekündigt.

Shroud of the Avatar PvP 3
MMORPG- Community sind Trolle

Sogar jetzt ist noch auf der Kickstarter-Website zu lesen: „Though Shroud of the Avatar won’t be a massively multiplayer online role playing game, it will be a multiplayer game.“ Zu Deutsch: „Obwohl Shroud of the Avatar kein Massively Multiplayer Online Roleplaying Game wird, wird es ein Multiplayer Spiel werden.“

Aktuell spielt es sich wie ein MMORPG mit offenen PvP-Zonen, Raids, Crafting, Housing, sozialen Aktivitäten und jeder Menge Grinding. Geplant war aber eher eine Art Single-Player-RPG mit reichhaltiger Story, Quests mit Entscheidungen und Konsequenzen und der Möglichkeit, dies kooperativ mit Freunden zu erleben.

Da dazu aber kaum etwas zu sehen ist, die Quests momentan nicht wirklich überzeugen und MMO-Elemente im Vordergrund stehen, hagelt es schon seit längerer Zeit Kritik. Vor allem in Foren wie auf Reddit, Steam und MMORPG.com wird heftig kritisiert.

Shroud of the Avatar: Forum wird streng moderiert – Aber in anderen Foren kommt Kritik auf

Im offiziellen Forum dagegen herrscht eine strenge Moderation.

Als wieder einmal Kritik im Forum von MMORPG.com laut wurde, schaltete sich der Technical Director von SotA, Chris Spears, in die Diskussion ein.

Es wurde so heftig, dass Spears die Community als Trolle bezeichnete. Daraufhin fegte ein kleiner Shitstorm über das Entwicklerstudio Portalarium hinweg. 

Shroud of the Avatar fallingreen

Auch deswegen, weil Spears erklärte, wieder die Scheuklappen aufzusetzen und am Spiel weiterzuarbeiten. Doch wer mit Scheuklappen arbeitet und die Kritik derjenigen ignoriert, die Geld für das RPG ausgegeben haben, aber nicht damit zufrieden sind, der arbeitet unter Umständen an den Wünschen dieser Community vorbei.

Es ist daher kein Wunder, wenn SotA schon seit langer Zeit kritisiert  wird. Die Bewertungen auf Steam sind nicht besonders berauschend.

Hatten die Entwickler überhaupt einen Plan?

Was zusätzlich Öl ins Feuer gegossen hat ist ein nun wieder aufgetauchtes, etwas älteres Video, in dem Richard „Lord British“ Garriott mit seinen Kollegen Chris Spears und Starr Long über den Entwicklungsprozess von SotA spricht.

Im Video erklärt Garriott, dass sie sich kurzfristig dazu entschieden hatten, eine Kickstarter-Kampagne ins Leben zu rufen, um das Unternehmen zu retten, das kurz vor der Pleite stand. Man habe schnell das Konzept eines Spiels ausgearbeitet und die Crowdfunding-Kampagne begonnen. Was man dort aber zeigte, sei aber nur „Schall und Rauch“ gewesen. Dies erweckt den Eindruck, als hätten die Entwickler überhaupt keinen Plan gehabt.

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Das würde auch erklären, warum sich Shroud of the Avatar so anders spielt und sich von dem unterscheidet, was während der Kickstarter-Kampagne angekündigt wurde.

Die Entwickler verstricken sich bei Erklärungsversuchen in Widersprüche. Zum einen heißt es, dass sich Spiele nun einmal während der Entwicklung verändern. Andererseits erklärt man aber, dass man sich genau an den Wortlaut der Kickstarter-Kampagne gehalten habe und eine Mischung aus MMORPG und Single-Player-RPG entwickeln würde.

Shroud of the Avatar Britanny

Wie man sieht, steht SotA unter keinem guten Stern. Die Kritik reißt nicht ab, die Bewertungen auf Steam sind alles andere als gut und die Spielerzahlen laut Steamcharts liegen bei maximal 155 am Tag. Portalarium gibt an, dass dies nur etwa 20 Prozent der gesamten Spieler sind, die meisten würden ohne Steam spielen. Doch selbst dann läge die Anzahl der Spieler noch immer bei unter 1.000.

Persistent ist die Spielwelt schon seit Juli 2016, was viele als „Release“ angesehen haben. Doch das Entwicklerteam wehrt sich dagegen, SotA als offiziell veröffentlicht anzusehen. Der Release soll gegen Ende des Jahres erfolgen, doch selbst dafür wirkt das Spiel noch extrem unfertig.

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Quelle(n): Reddit, Forum von MMORPG.com
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Joss

Gibt aber auch genug Leute, die sich da ziemlich einscheißen. Keiner wird gezwungen in diesem Stadium zu spielen. Portalarium verfügt nun mal über keine nachhaltigen Ressourcen und da war mit etwas Weitsicht in der Sache bei einem ambitionierten Produkt (in das natürlich jeder wieder alles reinphantasiert, auch wenn das Spiel selbst da gar nicht hin will) von einem längeren Produktionsprozess auszugehen. Dass man es im Rahmen der laufenden Finanzierung eines Produkts bei den Aussagen eines Studios immer mit Werbung zu tun hat, das sollte einem bewusst sein und bleiben.

Und dass der Hybrid sich mit der Zeit als eigene Bürde herausgestellt hat, nun ja, kritisch ist das, aber der Zug rollt nun mal, ihn aus dem Gleis springen lassen, ist auch keine Lösung. CF ist nun mal Anschubfinanzierung und wer sich ein Spiel im Betastadium einkauft, der sollte damit leben können, was ihn erwartet. Da differenzieren auch die Steam-Kritiken zu wenig. Man stelle sich Kinokritiken zu einem 2/3 fertigen Film vor. SotA über Steam als Beta zu veröffentlichen war (mit Rücksicht auf Steam als Meinungsplattform) nun auch keine glorreiche Idee, sondern vom Cash flow getrieben. Jetzt müssen sie mit dem Resultat an Kritiken leben. Dennoch zählt am Ende das fertige Produkt und wer das Konzept interessant findet, wird auch seine Marktreife abwarten können. Dann wird man sehn, ob das Kalkül aufgeht oder nicht.

Dafür

„Im offiziellen Forum dagegen herrscht eine strenge Moderation.“

Ist das jetzt die vornehme Formulierung für radikale Meinungs-Zensur ?

Payonsantim

Äußerst vornehm, würde ich sagen. Wenn man das Forum schon seit einiger Zeit mitverfolgt, kennt man die Entwicklung der „Moderation“ ^^

Zifnab

Es ist ein Trauerspiel. Fast 11,5 Millionen Dollar haben sie bisher für den Housing Simulator eingenommen. Ich habe mal zur Trial reingespielt und war entsetzt. Das Spiel sieht so schlecht aus, spielt sich schlecht, die Quests sind lachhaft und von einem Single player RPG mit Koop Modus ist nicht mal ansatzweise was zu sehen… Man trifft auch kaum auf andere Spieler. Kein Wunder, wenn da nur so wenige online sind.
Ich frage mich echt woher die das Geld nehmen, wer dafür noch bezahlt?
Ein absoluter Reinfall ist dieses Spiel und es lässt die Legende Lord British in einem ganz anderen Licht dastehen. Hat er etwa an allen guten Ultimaspielen gar nicht so viel mitgearbeitet? Oder warum waren die Spiele so gut und Shroud of the Avatar ist so ein Reinfall geworden?

N0ma

entwickeln und managen sind verschiedene Skills

Quickmix

Vielleicht weil er früher fast alles alleine gemacht hat.?

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