3 Bereiche zeigen die Unterschiede
Vergleicht man beide Arten von MMORPGs miteinander, dann fallen einem direkt essenzielle Unterschiede auf. Besonders deutlich wird es allerdings in den Bereichen Handel, tägliches Gameplay und Zeitfaktor. Damit ihr besser herausfinden könnt, was zu euch passt, haben wir diese 3 Bereiche genauer unter die Lupe genommen.
Bei Aion 2 handelt es sich um ein klassisches Themenpark-MMORPG:
Handel
Handel gehört zu einem der zentralen Themen in MMORPGs. Dabei unterscheiden sich die beiden Genres extrem in ihrer Ausrichtung.
Sandbox-MMORPGs bilden hier traditionell ganze Marktwirtschaftssysteme ab, die ausnahmslos von den Spielern gesteuert werden.
In Albion Online etwa läuft das so: Spieler A fällt die Bäume, damit Spieler B daraus Bretter macht, die Spieler C dann in Möbel für das Haus von Spieler D verwandelt. Daraus ergeben sich dann große Systeme mit Monopolen, Streit um seltene Güter und reichen Händlern, die den Markt kontrollieren können. Auch Handelsgilden sind hier meist nicht fremd.
Bei Themenparks ist Gold indes häufig eher Mittel zum Zweck als Selbstzweck, denn schon die grundsätzliche Ausrichtung ist anders gewichtet. Der Handel soll dem Spieler dienen und seine Progression beziehungsweise Charakterstärke unterstützen. Hier verkaufen NPCs diverse Güter oder sie kommen frei Haus einfach aus einem Menü.
Gold gibt es meist so viel, dass sich die Einkäufe für Raid und Co. damit decken lassen, ohne dass man selbst ein echter Teil der Marktwirtschaft sein muss. Der Handel dient eher der Immersion. Viele erspielte Gegenstände lassen sich gar nicht an andere Spieler verkaufen. Die Wirtschaft ist hier kein Teil des Spiels, an dem man selbst zwingend teilnehmen muss.
Wer also gerne echten Handel betreibt, kein Problem damit hat, auf den eigenen Geldbeutel zu schauen, oder am liebsten zum superreichen Monopolisten aufsteigen will, der kann das am besten in Sandbox-MMORPGs.
Wem es ausreicht, ein paar Heiltränke aus dem Auktionshaus zu kaufen und selbst einem einzelnen Job nebenbei nachzugehen, der ist in einem Themenpark-MMORPG gut aufgehoben.

Tägliches Gameplay
Was macht ihr in der ersten Stunde nach dem Login? Die täglichen Aufgaben eines MMORPGs unterscheiden auch die beiden Sub-Genres stark voneinander.
Beim Themenpark-MMORPG werdet ihr meist schon von einer Aufgaben-Liste für die nächsten Stunden begrüßt: Daily-Dungeon, Energie im Housing ausgeben, Minispiele absolvieren … und läuft derzeit nicht auch ein Event, bei dem ihr jeden Tag diverse ToDos erledigen sollt?
Der tägliche Ablauf gibt Routine und nimmt euch an die Hand, liefert aber gleichzeitig auch eine auf Dauer ermüdende Sinnhaftigkeit als Hamster im Rad. Dieser Trott soll mehrfach pro Woche durch Highlights wie Events, aber auch die großen Spielmodi wie PvP-Schlachten oder Raids unterbrochen werden.
Hier klingelt kein Wecker, der euch zum Login ruft: Im Sandbox-MMORPG seid ihr typischerweise recht frei, was die Gestaltung eurer Zeit angeht. So loggen sich viele Spieler nur ein, um eine gewisse Menge Ressourcen zu farmen, im Dungeon zu grinden oder sich um bessere Ausrüstung zu kümmern.
Allgemein dauert hier alles etwas länger als die durchgetakteten Dailys beim Themenpark und richtet sich individuell mehr danach, was der Spieler will.
Wer beim Login sofort Spaß haben will, der wird eher bei einem Themenpark-MMORPG belohnt, das nur darauf wartet, dass der Spieler in die Achterbahn einsteigt.
Der Sandkasten hingegen ist meist so, wie man ihn gestern verlassen hat. Man muss nicht mit dem gleichen Spielzeug spielen, die Sandburg baut sich jedoch nicht von alleine.

Zeitfaktor
Der Zeitfaktor beider Spiele unterscheidet sich maßgeblich. Während sich Vielspieler bei einem Themenpark-MMORPG schon nach der halben Session fragen, was man jetzt noch farmen kann, um einen kleinen Vorteil zu erhalten, ist das bei der Sandbox umgekehrt.
Hier haben meist Gelegenheitsspieler das Gefühl, gar nicht vom Fleck zu kommen, bei Dungeons und Raids nicht mal eine Gruppe zu finden und kaum Möglichkeiten zu haben, sich an den großen „Massively“-Features zu beteiligen.
Beim Themenpark ist vieles auf 1-2 Stunden Gameplay am Tag ausgelegt, mit meist extra Content wie Raids, die dann am freien Tag wie am Wochenende gemacht werden. Der Grind-Faktor ist gering und wird ersetzt von harten Limits wie Loot, der nur einmal pro Woche erhalten werden kann, und Aufgaben, für die es nur einmal am Tag eine Belohnung gibt.
Grind gibt es für Kosmetisches wie bei Ruf- oder Fraktionsmissionen.
Wer hier mehr Zeit reinsteckt, bekommt auch mehr raus, so einfach ist das.
In der Sandbox dreht sich in gewisser Weise alles um Grind. Natürlich gibt es hier auch greifbarere Ziele, allerdings sind hier die am besten organisierten und am meisten spielenden Gamer häufig im Vorteil. Als Casual kann man nicht immer mithalten und verpasst dadurch Loot und Level, die andere durch lange Arbeitsstunden bekommen.
Wer jetzt schon mit dem Finger zeigt und meint, das sein liebstes MMORPG Elemente aus beiden Genres hat, der erfährt auf der nächsten Seite, weshalb.
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