Fast ein Jahr nach dem Release auf Nintendo-Switch-Konsolen und Steam erschien Rune Factory: Guardians of Azuma auch für die PS5. Das nahm MeinMMO-Redakteurin Jasmin zum Anlass, den Titel endlich nachzuholen, da sie gigantischer Fan von Farming-Simulation ist. Doch mit so einem krassen Twist hätte sie in einer Lebenssimulation nicht gerechnet.
Die Run-Factory-Reihe zählt zu meinen allerliebsten Lieblingsspielen, die es auf der Welt gibt. Denn sie kombiniert mehrere Genres, an denen ich große Freude habe:
- Zum einen gilt, jeden Tag das Feld zu bestellen und die Ernte einzuholen. Es ist also zu einem Teil eine Farming-Simulation.
- Ich kann aus 16 unterschiedlichen Kandidaten meine große Liebe finden, auf Dates gehen und sogar Kinder bekommen. Das Spiel hat also alles, was eine gute Dating-Simulation benötigt.
- Man schlüpft in die Rolle eines vorgefertigten Charakters, der mit der Zeit stärker wird und Erfahrungspunkte sammelt. Es handelt sich also auch um ein Rollenspiel.
- Zum Schluss sei noch gesagt, dass es zeitgleich ein Action-Game ist. Immerhin gibt es Echtzeit-Kämpfe, die etwas Geschick erfordern.
Wer also die perfekte Mischung aus Flirten, Farmen und Fighten will, ist mit Rune Factory bestens bedient. Das Spiel hebt es für mich deshalb noch vor andere Vertreter wie Story of Seasons, die auf Dauer ohne krasse Story etwas zu monoton werden über die Zeit.
Der neuste Ableger, Guardians of Azuma, kam deshalb wie gerufen. Da ich immer noch mit mir hadere, eine Switch 2 zu kaufen, Vertrauensprobleme bei der Performance der Switch habe und das Spiel zeitgleich physisch besitzen wollte, wartete ich auf eine PS5-Version. Diese erschien auch Anfang des Jahres.
Eigentlich hätte ich erwartet, dass für mich die krasseste Entscheidung wird, ob ich die üppig bestückte Ulalaka oder den Gott der Oni Kai heiraten werde. Doch schlussendlich musste ich über den Tod eines Charakters entscheiden, für dessen Leben ich einiges opfern musste.
Die schwierigste Entscheidung in meinem Gaming-Leben
Während der Hauptquests von Rune Factory gelangt ihr an einen Punkt, an dem ihr ein großes Opfer bringen müsst. Ihr habt die Chance, einen Charakter am Leben zu halten, der – ohne zu viel zu spoilern – euch besonders wichtig ist.
Dabei könnt ihr aus drei Optionen wählen:
- Ihr könnt alle Beziehungsstatus zu den Charakteren, die ihr bis dahin aufgebaut habt, reduzieren.
- Alternativ opfert ihr die Level eurer Skills und werdet so schwächer im Kampf.
- Zuletzt könnt ihr euch für fehlenden Reichtum entscheiden und all euer Geld opfern, das ihr zu dem Zeitpunkt haltet.
Als letzte Option bleibt euch noch, keine der genannten Opfer zu bringen. Das hat aber die Konsequenz, dass der Charakter stirbt und nicht mehr im Spiel auftaucht.
Die Entscheidung ist vor allen Dingen deshalb so fies, weil sie im letzten Drittel des Spiels stattfindet. Bis dahin hat man ingame täglich viel Zeit aufgebracht, um seine Skills zu leveln und die Beziehungen zu den Charakteren zu stärken. Auch der Reichtum steigt mit steigendem Spielfortschritt, da ihr immer mehr Einnahmequellen generiert.
Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon mindestens 20 Spielstunden in das Game gebuttert und fand es schade, eines der Dinge zu opfern. Aber es war auch keine Option, den Charakter sterben zu lassen. Das konnte ich einfach nicht über das Herz bringen.
Ich habe lange überlegt und mich für das geringste Übel entschieden. Da ich gar nicht so viel Geld zu dem Zeitpunkt mit mir mittrug, weil ich am Vortag eine große Shoppingtour erledigt hatte, entschied ich mich dafür, all mein Geld zu opfern.
Den nächsten Tag startete ich also mit 0 Geld, konnte aber durch meine Gebäude und einige Verkäufe wieder etwas Budget ran schaffen. Dazu begrüßte mich am nächsten Tag lächelnd ein Charakter, der den Tod überstanden hatte.
Entscheidungen ohne Opfer in anderen Spielen
Mich hat es überrascht, dass ich so eine schwerwiegende Entscheidung ausgerechnet in einem JRPG-Farming-Sim-Mix erlebt habe, der gar nicht so für seine bahnbrechende Story bekannt ist.
Solche Dilemmas kenne ich eigentlich eher aus Titeln von Telltale, die eh auf schwerwiegende Entscheidungen abzielen, oder anderen storygetriebenen Rollenspielen wie Life is Strange oder Mass Effect.
Auch bei The Witcher 3: Wild Hunt gibt es so einen Moment. Dort kann man sich während der Quest Der Blutige Baron
entscheiden, ob man das Wesen im Flüsterhügel tötet oder es befreit.
Je nach Entscheidung gibt es zwar Konsequenzen; doch ich habe es bisher nie so erlebt, dass man seinen eigenen Spielfortschritt für etwas opfern muss, um etwas zu erreichen. Diese Erkenntnis hat mich in dem Moment so hart getroffen, dass ich sage, dass es wirklich meine schwerste Entscheidung in meinem Gaming-Leben war.
Rune Factory macht für mich vieles richtig, gerade eben durch den Genre-Mix. Es gibt aber auch entspannte Farming-Sims, die ich einfach im Feierabend genießen kann. Ein solches Spiel war Fae Farm: Das magische Fae Farm macht vieles besser als andere Farming-Simulatoren, nur die Liebe kommt zu kurz
Deine Meinung ist uns wichtig!
Gefällt dir der Artikel? Hast du irgendwelche Kommentare? Sag uns, was du denkst!
Bitte lies unsere Kommentarregeln, bevor du kommentierst.