Ready or Not war unter Shooter-Fans eine große Lachnummer, jetzt hat es 93 % auf Steam – Woran liegt das?

Ready or Not war unter Shooter-Fans eine große Lachnummer, jetzt hat es 93 % auf Steam – Woran liegt das?

Ready or Not wurde schon 2017 angekündigt, war unter Kennern aber lange Zeit eine absolute Lachnummer. Doch seit dem 18. Dezember 2021 ist das Spiel auf Steam im Early Access und feiert seitdem große Erfolge und gilt als spiritueller Nachfolger der geliebten SWAT-Spiele. MeinMMO verrät euch im Rahmen von FYNG Summer 2022, was das Spiel so gut macht.

Auch wenn der Name nach Versteckspiel unter Kindern klingt, ist Ready or Not alles andere als ein zart besaiteter Shooter. Tatsächlich steckt hinter diesem Namen eine realistische Polizei-Simulation, in der ihr als Teil eines SWAT-Teams Kriminelle abführen wollt. Und das wenn irgendwie möglich in Handschellen statt in Leichensäcken.

Denn obwohl Ready or Not ein Shooter ist, solltet ihr auf wildes Geballere verzichten. Wenn ihr die strengen Einsatzregeln vom SWAT brecht und alles umlegt, was euch vors Fadenkreuz läuft, werdet ihr vom Spiel bestraft.

Das Spiel ist zwar noch im Early Access, doch es hat jetzt schon viel Inhalt für den Preis von 35,99 € auf Steam. Auch deshalb ist Gameplay-Trailer ganze 8 Minuten lang, denn er erklärt euch im Detail, mit welchen Methoden ihr Recht und Ordnung in diese komplett verruchte Version von Amerika bringen könnt.

Besonders ab Minute 2:30 macht der Trailer deutlich, wie anders und einzigartig sich Ready or Not spielt:

Seht hier das Gameplay zu dem kommenden Shooter Ready or Not

Ein ganzes Spiel wie das beste Level aus CoD: Modern Warfare

Der Hardcore-Shooter schlägt damit also in dieselbe Kerbe wie SWAT 4, ein Spiel, das kurz nach Release im Jahre 2005 eine kleine Nische von Shooter-Fans unglaublich glücklich gemacht hat. Auch uralte Rainbow-Six-Games wie Raven Shield oder Rogue Spear sind die deutlichere Inspiration als Franchise-Ableger wie Siege – vom Alien-Shooter Rainbow Six Extraction ganz zu schweigen.

Falls ihr euch darunter nichts vorstellen könnt, weil ihr diese Spiele verpasst habt oder zu der jüngeren Generation gehört: Erinnert ihr euch an das beste Level in CoD: Modern Warfare (2019)? Wo ihr als Spezialeinheit in tiefster Dunkelheit mit Nachtsicht-Visieren ein Haus räumt, was gleichermaßen voll mit bewaffneten Terroristen und unschuldigen Zivilisten ist?

Ready or Not ist dieses Level, ausgeweitet auf ein ganzes Spiel. In einem modernen, urbanen Setting seit ihr ein Team der besten Polizisten, ausgerüstet mit der neuesten Militärtechnik, und müsst in Extremsituationen die richtige Entscheidung treffen. Weil die Situationen schnell eskalieren und ihr in Sekundenbruchteilen draufgehen könnt, ist das Spiel oft spannender als die intensivsten Horror-Games.

Mehr noch, alle Level im Spiel haben mehrere Missionen zur Auswahl, die unterschiedlich schwierig zu lösen sind. Dazu ändert sich die Verteilung von Gegnern, Zivilisten und ihrem Verhalten mit jedem neuen Versuch eines Levels.

Egal, ob ihr eure Mission in einem zugemüllten Haus, einer Schule oder einem Nachtclub ist: Euer Ziel ist es, jede Situation möglichst ohne Blutvergießen zu lösen. Dafür könnt ihr euch an Gegner anschleichen, sie durchs Anbrüllen einschüchtern, als letzte Warnung in die Luft ballern oder mit Tasern betäuben. Nur, wenn alle Stricke reißen, solltet ihr auch tödlich schießen.

Damit das klappt, müsst ihr gerade in den schweren Missionen auch mit eurem Team vor quasi jeder Tür die Situation einschätzen, einen Schlachtplan aushecken und ihn gut koordiniert durchführen. Das könnt ihr entweder als Solo-Spieler mit Befehlen für eure Bot-Partner, oder im Koop mit euren Freunden.

Vom „Betrug“ zum Heilsbringer der SWAT-Fans

Bereits im Dezember berichteten wir euch davon, wie gut dieses Spiel bei Shooter-Kennern ankommt. Das ist seitdem nur noch deutlicher geworden. Damals hatte das Spiel noch 5.000 Steam-Wertungen, etwa 6 Monate später sind es beinahe 44.000, wovon 93 % positiv sind.

Manche dieser Wertungen sagen, dass Ready or Not das ist, „was Rainbow Six Siege hätte sein sollen“. Andere gehen sogar einen Schritt weiter und sagen: „Das ist nicht, was Rainbow Six hätte sein können, das ist besser.“ Es sei sogar eine Art Heilsbringer für Fans von SWAT-Simulatoren, die seit 2005 kein wirklich neues Spiel dieser Art bekommen haben.

Das war aber nicht immer so positiv. In einer Alpha-Version galt das Spiel als „Betrug“, der von leichtgläubigen Spielern ganze 120 € abgezwackt hat, um ihnen entgegen großer Versprechungen einen schlechten PvP-Shooter in Form eines CoD-Klon hinzuklatschen (via reddit). Diesen Ruf scheint das Spiel spätestens mit dem Release im Early Access jetzt abgelegt zu haben.

Neben dem Gameplay, das „einfach ein taktischer Genuss“ ist, der „sich zu zweit oder mit mehreren Spielern bockt“, werden in den Steam-Reviews auch die kontinuierlichen Updates gelobt. Erst vor wenigen Tagen wurde ein ausführliches Update für den Juni angekündigt (via Steam), in dem vor allem die AI-Gegner deutlich schlauer und unberechenbarer gemacht werden sollen.

Der volle Release von Ready or Not ist für etwa Dezember 2022 angekündigt. Bis dahin sollen noch weitere Maps, Waffen sowie UI- und Gameplay-Verbesserungen kommen. Auch ein PvP-Modus soll noch kommen.

Ready or Not füllt eine Lücke, die dem Markt gut tut

Pro
  • Intensives, realistisches Gameplay
  • Einer der wenigen modernen ‚SWAT-Simulatoren‘
  • Unnötige Gewalt wird bestraft, taktisches Vorgehen belohnt
  • Spaßiger Koop-Modus
  • Viele Loadout-Möglichkeiten
Contra
  • Noch im Early Access
  • Sehr langsames Spieltempo ist nicht etwas für jeden
  • Deutsche Übersetzung unausgereift und lückenhaft
  • Tutorial ist etwas versteckt („Test Level“ in der Missions-Auswahl)

Ein taktischer Leckerbissen für Fans von Hardcore-Shootern

Als ich gehört habe, dass Ready Or Not der spirituelle Nachfolger von SWAT 4 sein soll, ging mir das Herz auf. Die Gold-Edition von diesem Klassiker habe ich jahrelang gezockt, immer mit dem Versuch, die selben Level noch besser zu machen.

Doch SWAT-Entwickler Irrational Games hatte 2 Jahre später einen Hit mit Bioshock, und das Genre der realistischen Polizei-Simulation schien damit gestorben zu sein, glaubte ich.

Ready or Not zeigt mir glücklicherweise, wie schlecht ich doch die Zukunft vorhersehen kann. Trotz Early Access und paar damit verbundenen Nickeligkeiten bietet mir VOID Interactive hier eine Art inoffizielles Remake eines meiner Lieblingsspiele.

Mit all den einzigartigen Facetten, die jeder Shooter-Fan mal ausprobieren sollte, könnte das auch euer neues Lieblingsspiel sein. Dabei ist es egal, ob ihr diese intensive Simulation mit Adrenalin-Garantie lieber im Koop oder Solo zockt.

Marko Jevtic

Marko Jevtic

Freier Autor und Shooter-Experte bei MeinMMO

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Johannes248

Das Spiel funktioniert schon jetzt besser als das, was manche AAA publisher heutzutage als „fertig“ verkaufen.
Als die beta losging, war das alles not etwas holpriger, aber der unterschied nur 6 Monate später ist Tag und Nacht.
Es wurde sogut wie alles umgesetzt was sich die spieler so gewünscht haben, und noch mehr.

Schon jetzt gibt es ein paar mod maps, die in ihrer Qualität natürlich noch schwanken, aber sobald dann er steam Workshop support kommt, kann ich mir vorstellen, das es eins dieser spiele mit so gut wie unendlicher replayability wird, wenn immer wieder maps von Usern (und natürlich den Entwicklern) erstellt werden.

Was mir aus SWAT 4 fehlt, ist eine Übersicht vor level Start, mit welcher Art Gegner man es zu tun hat (ob nun kleinkriminelle mit pistolen oder Terroristen mit AK).
So könnte man gleich beim ersten mal spielen des levels, versuchen die richtige balance zwischen Pfefferspray und Sturmgewehr zum Einsatz zu bringen.
Weil das auch ein pluspunkt vom Spiel ist, das man bei seiner Ausrüstung gewisse Kompromisse eingehen muss, und sich auch im Team gut abstimmen muss, wer welche Rolle übernimmt, und wie das level gelöst wird.

Sebastian

Habe es mal angezockt, so richtig gebockt hats leider nicht.
Gameplay ist tatsächlich argh langsam und man braucht Mates, die es wirklich auch so spielen. Ansonsten wird halt jede Unaufmerksamkeit bestraft.
Auch die Maps sind relativ einfach gehalten und es gab wenig Auswahl, sodass man nicht wirklich das Gefühl von Abwechslung aufkommt.

Sollte Grafik und Gameplay aber nochmal verbessert werden versuche ich vielleicht nochmal 🙂

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