Das Emote PogChamp sorgt auf Twitch schon wieder für Ärger

Es gibt Ärger um das Twitch-Emote „PogChamp“: Da hatte Twitch das Gesicht des Emotes nach 9 Jahren ausgetauscht und jetzt durch wechselnde andere Streamer ersetzt. Doch die politisch aufgeladene Stimmung in den USA macht die Situation schwierig.

Was ist mit PogChamp los? Das Emote „PogChamp“ gibt’s seit 2012. Das zeigt den Streamer Ryan „Gootecks“ Gutierrez, wie er äußerst freudig schaut.

Das Emote sollte eine Zustand der „freudigen Überraschung“ ausdrücken. Das Emote wurde auf Twitch verwendet, um Hype auszudrücken und zu zeigen, dass gerade was Aufregendes passiert ist.

Dieses Emote wurde von Twitch nach 9 Jahren gelöscht, weil sich Gootecks zu dem Angriff der Demonstrierenden aufs US-Kapitol in einer Form geäußert hat, die Twitch so interpretierte, dass Gootecks zu mehr Gewalt aufrief.

Pogchamp Twitch Emote
Ryan „gootecks“ Gutierrez war seit 2012 das Gesicht von PogChamp.

Nun macht Twitch in einer neuen Kampagne wechselnde Streamer zum Gesicht von „PogChamp“. Das basiert auf einer Idee von Sean „Day 9“ Plott. Alle 24 Stunden soll ein neuer Streamer jetzt zum Gesicht des beliebten Emotes werden.

Verkürzter Twitch-Clip stellt schwarzen Streamer als Rassist hin

Das ist der Konflikt: Die ersten beiden Streamer kamen so halbwegs ohne größeren Konflikt durch. Dann aber war Omega Jones an der Reihe. Ein Streamer bekannt als „Critical Bard.“

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Omega Jones ist ein schwarzer Streamer. Der ahnte schon, was auf ihn zukommen würde (via twitter).

Er sagte:

„Ich erwartete den typischen Hass und Rassismus. Denn jedes Mal, wenn ein schwarzer Mensch im Schaufenster von Twitch ist, kommt ein Rückschlag. Was ich persönlich nicht erwartet habe, war, dass mir Worte im Mund umgedreht werden, damit sie zu einer Agenda passen und dass ich voll angegriffen werde auf allen Fronten.“

Omega Jones

Im Netz wurde ein Clip aus Overwatch geteilt, in dem Critical Bard sagte: „Weiße Leben zählen nicht, weil’s sowas wie weiße Leben nicht gibt.“ Dann wurde der Clip abgeschnitten.

Dieser Clip sollte offenbar belegen, dass Omega Jones ein „Rassist“ ist.

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Dieser Twitch-Clip hat über 400.000 Aufrufe.

Omega Jones ist aber kein Rassist. Er zeigt dann den ganzen Clip, um den es ging. Hier wird deutlich, dass er was ganz anderes sagen will: Weiß ist kein Überbegriff für ein Volk wie Schwarz, weil Weiß in Italiener und Schotten und andere Nationalitäten zerfällt.

Während „Schwarze“ die große Gemeinsamkeit hätten, dass sie aus einem Land gestohlen wurden, das sie lieben, dass ihnen ihre Herkunft gestohlen wurde und ihre Identität. Alles, was ihnen geblieben wäre, sei das Schwarze.

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Omega Jones wurde also mutwillig falsch zitiert, um ein falsches Bild von ihm zu zeichnen. Er wollte etwas ganz anderes sagen, als es der kurze Ausschnitt des Clips suggerierte. Der diente nur dazu, ihn falsch darzustellen.

Das ist die Diskussion: Es wird diskutiert, dass Twitch jedes Mal, wenn sie versuchen, eine marginalisierte Gruppe zu fördern, eine heftige Gegenreatkion erzielen und dann zu lasch darin sind, die Streamer zu schützen und Aggressoren zu bestrafen.

Jones sagt zu Polygon: Twitch müsse Leute bannen, die Öl ins Feuer gießen, und es schwieriger machen, dass Leute sich einfach Accounts erstellen, nur um andere zu belästigen. Lippenbekenntnisse für Toleranz seien leicht, aber man müsse klar Stellung gegen Rassismus und Hass beziehen.

Twitch Titel Sicherheitsbeirat FerociouslySteph
Um sie gab es 2020 eine große Diskussion.

Wie schwer sich Twitch damit tut, marginalisierte Gruppen einzubinden und zu schützen, zeigte eine Dikussion aus 2020 um die Streamerin FerociouslySteph:

Twitch beruft Streamerin in Sicherheitsbeirat, die sich wie ein Reh benimmt

Quelle(n): polygon, kotaku, PC Gamer (Auch Titelbild)
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Breakkblade

Jo der Clip ist gekürzt aber der bullshit den er über Twitter verbreitet nicht…

Anne-Jane oder AJ

Ich glaube das Rassismus und Hass im Internet oder genereller Hass niemals völlig von dieser Welt verschwinden werden.

Fabby

Weiß ist kein Überbegriff für ein Volk wie Schwarz, weil Weiß in Italiener und Schotten und andere Nationalitäten zerfällt.

Aus reiner Interesse: Ist Italien und Schottland nicht das gleiche wie Nigeria und Ghana? Es sind doch auch andere Länder/Nationen mit anderen Traditionen Bräuche etc. Klar kommen die Menschen aus Nigeria und Ghana aus der gleichen Ecke aber das sind die Italiener und Schotten doch auch.

Zuletzt bearbeitet vor 10 Tagen von Fabby
Fabby

Ganz ehrlich: Es ist schwer nachzuvollziehen weil es (m.M.n.) dumm ist. Entweder alle sind weiß/schwarz oder ALLE in Nationalitäten unterteilen. Man pickt sich hier wieder nur das raus, was einem selbst Vorteile verschafft/besser darstehen lässt.
Was man aber wirklich sagen muss, ist dass in Amerika die schwarze Gemeinde viel mehr zusammenhält als die weiße Gemeinde.

lIIIllIIlllIIlII

Diesen Unsinn bemerkt man ja schon dann, wenn stets von „Afrika“ gesprochen wird. Wenn irgend jemand Länder aufzählt, fällt über kurz oder lang „Afrika“, stellvertretend für alle afrikanischen Länder. Ähnliches gibt es auch häufig umgekehrt mit China – stellvertretend für ganz Asien.

Alex

Ich versteh was der gute Mann damit sagen will aber eins ist Fakt solang du in deinem eigenen Kopf immer noch nach Hautfarben unterscheidest bist du Rassist, egal wie viel du denkst vermeintlich dagegen zu kämpfen und auch egal welche Hautfarbe du selbst trägst, das schützt dich nicht vor diesem Grundlegenden falschen Gedankengang.
Menschen sind Menschen und nichts weiter.

lIIIllIIlllIIlII

Mh fällt mir schwer so zu denken.
Ich sage ja auch klein und groß, dick und dünn, blond und braun, blaue Augen und grüne Augen. Kräftig oder Schlank.

Wenn ich die körperlichen Charakteristika einer Person beschreibe, benutzte ich all das und noch viel mehr. Wieso soll das okay sein aber zu sagen: er hat einen dunkeln Hautton ist nicht okay.

Schon klar, es gibt Querköpfe auf dieser Welt die unter dunkel und hell: Ober und Untermenschen verstehen. Aber nur weil diese Querköpfe irgend wo in der Vergangenheit steckengeblieben sind, überlasse ich ihnen doch nicht einfach meine Hautfarbe. Das wäre ja noch schöner.

Was passiert denn, wenn eine Gruppe von Idioten das Alter benutzt um Menschen zu diskriminieren. Oder die Augenfarbe oder die Haarfarbe… mhh ach so.. das machen schon welche… na ein Glück, dass wir nicht gesagt haben: wir dürfen nie wieder über Rothaarige sprechen – und wir sollten wirklich nicht über Rothaarige sprechen!

Meiner Empfindung nach sollte man nicht Wörter bannen sondern Ideologien und etwas tun damit sie keinen Zulauf erhalten.

Ich bezweifle, dass das gelingt, in dem man die Hautfarbe gesellschaftlich tabuisiert. Ich mag meine Hautfarbe. Aber ich halte mich deswegen nicht als überlegen.

Zuletzt bearbeitet vor 10 Tagen von lIIIllIIlllIIlII
Alex

Da hast du etwas über interpretiert, ich meine damit das man sich dadurch identifiziert. Ich würde jetzt nicht soweit gehen zu sagen „ich mag meine Hautfarbe“ aber ich bin halt weiß da kann ich wenig drann ändern aber es ist halt Blödsinn das sich irgendwer von irgendwen großartig unterscheidet außer halt eventuell vom Aussehen, am Ende sind wir halt trotzdem alle nur Menschen die versuchen auf dieser verrückten Welt zu überleben.

Ahennys

Ob du es glaubst oder nicht.Das mit der Haarfarbe und der Augenfarbe gab es schon einmal im 17.Jahrhundert zur Zeit der Hexenverfolgung.Dort waren Menschen mit roten Haaren und grünen Augen gefährdet.

Fabby

Bin überrascht, dass es keine 2. Welle der Empörung über die Verwendung des Emotes gibt. Im Sinne von: „Es ist egal wer der neue Pog Champ ist. Es basiert auf einem Moment von einem politisch Unkorrekten. Somit führt man sein Vermächtnis fort.“
Aber heutzutage kann man ja alles irgendwie als Sexismus, Rassismus, Irgendwasismus deklarieren.

Alex

Hab ich doch direkt nach den ersten Zeilen gewusst das du ein Irgendwasist bist. Schande über dich! 😋

Fabby

Nicht nur ein, sondern ein stolzer Irgendwasist.
Diese dummen Irgendwas. Machen das komplette Irgendwer kaputt.

N0ma

Ich finde allerdings auch seinen vollen Text etwas merkwürdig, so wie er da eine schwarze Einheit beschwört und auf der anderen Seite die Weißen. Weiterhin belegt er jede Kritik an ihm gleich mit Rassismus. Ja die USA hat nachwievor ein Rassismusproblem, aber grad im Internet empfinde ich das eigentlich nicht.
Twitch täte gut daran ein neutrales schwarzes Gesicht zu verwenden.

Mithrandir

Er nimmt halt die „In den USA sind viele der heute lebenden PoC Nachfahren von Sklaven und deren gemeinsame Geschichte/Gruppe ist eben dieses „Man hat uns die Heimat genommen“-Thema“-Aussage, die erstmal garnicht falsch ist…und pauschalisiert sie halt weltweit. Und Das ist, finde ich, problematisch.

Warum sollte eine PoC in Nigeria oder ein Eritreeischer Einwanderer in Europa sich dieser Gruppe zugehörig fühlen? Der hat dieses NArrativ garnicht. „Black“ oder „Poc“ aber mit „Nachfahre von US-Sklaven“ gleichzusetzen ist hart albern.

Mithrandir

Fair enough. Aber ich finde die „Wording“-Sache halt schon problematisch. Weil es um Black (und „Black Lives Matter“) geht, die Bewegung heißt nicht „Black American Lives Matter“ sondern nimmt ja weltweit einen Anspruch ein. DANN muss der Anspruch aber auch weltweit „passen“ und darf nicht nur die US-Besonderheiten ein- und annehmen.

Wenn er sagt „White Lives don’t matter because you are not white, you are Italian, Scottish…“ dann ist das ein interessanter Punkt. Aber diese „Blackness“, die er dann für die US-PoCs herleitet ist dann eben auch NUR für die griffig. Und dann finde ich das Label halt komisch. Weil das Label ja Black/Poc und nicht US-PoC oder so ist

Weltweite Antirassismus-Aktionen die auf weltweite Themen eingehen: Super!
Lokale/länderspezifische Aktionen und Bewegungen, die die lokalen Themen aufgreifen: Super!
Weltweite Bewegungen, die umfassendes Wording benutzen, aber lokale Begebenheiten dann auf die Welt projizieren: Nicht so super.

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