Einen Shooter-Experten zu finden, das war für die Entwickler von Palworld nicht leicht. Letztendlich führte ein Profil auf Social Media sie auf die richtige Spur.
Was war das Problem? In einem Blogeintrag teilen Pocketpair nun die Entstehungsgeschichte von Palworld. Dabei fällt eine ganz besondere Geschichte ins Auge. Schon zu Beginn der Konzeption von Palworld stand fest, dass Schusswaffen und eine FPS/TPS-Mechanik eine zentrale Rolle im Spiel einnehmen sollten.
Da der japanische Spielemarkt stark von RPGs geprägt ist, gab es im Land kaum Entwickler mit Erfahrung in der Erstellung von Shooter-Spielen (vgl. Automaton). Auch innerhalb des Teams von Pocketpair hatte niemand vertiefte Kenntnisse über Waffen-Mechaniken.
Auf der Suche nach Talenten durchforstete Firmengründer Takuro Mizobe also die Social-Media-Plattform X nach dem Begriff „Waffe“. Dabei stieß er auf ein auffälliges Konto, das seit geraumer Zeit detaillierte Videos von Nachlade-Animationen hochlud.
Die Videos beeindruckten ihn so sehr, dass er sich entschloss, den Inhaber des Profils zu kontaktieren. Damals wusste er noch nicht, welche ungewöhnliche Stütze er sich damit ins Boot holen würde.
Vom ungewöhnlichen Talent zur mit wichtigsten Stütze
Wer steckte hinter dem Profil? Wie sich herausstellte, gehörte das Profil einem jungen Mann im Alter von 20 Jahren. Er hatte gerade einen Mittelschulabschluss absolviert und arbeitete als Aushilfe in einem Convenience-Store in Hokkaido. Die Animationen in seinem Profil habe er lediglich als Hobby erstellt und sich das nötige Wissen dafür selbst erarbeitet.
Sämtliche Fähigkeiten zur Animationserstellung und Softwarenutzung habe er sich selbst über YouTube-Videos beigebracht, während er sein flüssiges Englisch beim Spielen von FPS-Games gelernt habe. Wirkliche Branchenerfahrung hatte er also keine.
Wie kam er dann an den Job? Davon war Mizobe so überzeugt, dass er ihm kurzerhand Testmaterial aus Palworld schickte und ihn um Feedback bat. Und obwohl gerade in seiner Schicht im Convenience Store arbeitete, antwortete er nach nur 25 Minuten mit einer hochpräzisen, fachlich fundierten und leidenschaftlichen Analyse.
Mizobe fackelte nicht lang und bot ihm einen Remote-Vertrag als Freelancer an. Doch nach gut einem Monat bewies sich der junge Mitarbeiter als so wertvolle Stütze, dass ihn das Team fest in Tokio dabei haben wollte. Als der 20-Jährige seinen Eltern erzählte, dass eine Firma aus Tokio ihn ohne Branchenerfahrung als Festangestellten einstellen wolle, befürchteten diese zunächst einen Betrug.
Nach einer zweiwöchigen Probephase vor Ort in Tokio zog er allerdings schließlich offiziell um und trat die Stelle an, in der er sich in den folgenden 2 Jahren zu einer der wichtigsten Stützen des Spiels entwickelte – auch außerhalb seiner Shooter-Expertise.
Wie wurde er zur Stütze? Seine Arbeit beschränkte sich nicht nur auf Waffen-Animationen: Er übernahm die Abstimmung von Soundeffekten, Charakterbewegungen und Kamerawinkeln. Zusätzlich arbeitete er sich eigenständig in die komplexe Blueprint-Logik der Unreal Engine 4 ein. Mizobe bezeichnete seinen Einsatz rückblickend als echtes Wunder, da ein kleineres Entwicklerteam genau solche vielseitigen Allrounder benötigt.
Wie gut die Animationen und Darstellungen der Waffen in Palworld gelungen sind, bewundert auch die Community. Sie gehen sogar so weit, dass sie behaupten, Palworld wäre dahingehend deutlich besser als die meisten Shooter: Palworld begeistert mit einem Detail, das manche Shooter vergessen: „Stellt sogar AAA in den Schatten“
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