Overwatch-Reporter merkt „Das Internet vergisst nie“ auf die harte Tour

Ein Journalist berichtet über schwulenfeindliche Äußerungen in der Overwatch League. Er hatte wohl vergessen, dass die bösen Worte früher zu seinem eigenen Vokabular gehörten.

In der Overwatch-League spielt ein Haufen Zwanzigjähriger. Es sollte nicht so sein, aber immer wieder fallen da Worte, die politisch nicht in Ordnung sind. Eins dieser Worte ist „faggot.“ Das ist ein englisches Schimpfwort für Homosexuelle. Auf Deutsch würde man das vielleicht mit „Schwuchtel“ übersetzen.

Spieler flucht, sagt: „War gar nicht so toxisch gemeint“

Besonders ein Spieler der Dallas Fuel, xQC, ist bereits in den ersten Wochen als jemand aufgefallen, der im Stream häufig austickt und sich im Ton vergreift. Die Overwatch League, auf ihr Image bedacht, bestrafte ihn dann mit Suspendierungen und auch das eigene Team ging gegen den Spieler vor.

Overwatch League Dallas Fuel Timo Taimou Kettunen

Taimou

Aber diesmal ging’s nicht um ihn, sondern um seinen Team-Kameraden „Taimou.“ Der hat in einem Twitch-Stream vom 23. Januar „Fucking faggot kid“ geflucht. Das wurde dann über das Support-System gemeldet, aber es gab keine Reaktion von Blizzard.

Taimou selbst sagte im Stream später. Er war da wohl „aus Versehen toxisch.“

ESPN berichtet über „Schwulenfeindliche Beleidigung“

Dennoch fiel der Vorfall dem Journalisten Jacob Wolf von ESPN auf, der darüber berichtete. ESPN ist eine riesige Sportplattform in den USA. In seinem Artikel prangert der Autor an, dass dort „anti-homosexuelle“ Sprache verwendet worden sei und dass die Overwatch League noch nicht darauf geantwortet habe, obwohl sie darauf hingewiesen worden sei.

Da gab’s noch ein paar Statements und eigentlich wäre die Sache damit durch gewesen.

Doch wie Kotaku berichtet passierte dann etwas ungünstiges für den Autor des Artikels. Nutzer durchkämmten dessen eigene Twitter-Biographie und fanden zahlreiche Tweets von 2014 und früher, in denen der Autor selbst Worte wie „faggot“ regelmäßig nutzte.

Laut Kotaku versuchte der Autor noch diese Tweets zu löschen, aber da kursierten schon Screenshots.

Tweet-Kotaku

Quelle: Kotaku

Von ESPN gibt’s dazu wohl noch keine Äußerung.

Beim eSport kommen junge Journalisten schnell zu einer Karriere

Mein MMO meint: Der ESPN-Autor Jacob Wolf ist selbst Gamer, der zum Journalisten wurde und eSport-affin ist. Der hat bis jetzt eine steile Karriere im eSport hingelegt, ist nah am Thema dran und hat deshalb im Boom-Business „eSport“ tolle Karrieremöglichen.

Soweit das durch Interviews nachvollziehbar ist, startete Wolf wohl bei der eSport-Seite Daily Dot als Teenager und wechselte von da relativ schnell zum Riesen ESPN. Er soll da mit 19 angefangen haben.

Der Autor ist jetzt erst Anfang 20. Die Tweets mit den schwulenfeindlichen Begriffen hat er gemacht, als er etwa 14, 15, 16 war.

Overwatch League New York Excelsior take the stage

Der Vorfall zeigt, dass die meisten in diesem eSport-Business jung sind, aber schon voll in der Öffentlichkeit stehen. Das führt zu Problemen: Viele Worte und Begriffe, die in der Jugendsprache zum Alltag gehören, sind nüchtern betrachtet verletzend und absolut nicht okay. Von Profis erwartet man, dass sie sich darüber im Klaren sind, immer in der Öffentlichkeit zu stehen und sich vollkommen unter Kontrolle zu haben. Jetzt zeigt sich: Das gilt auch für Journalisten und rückwirkend.

Es gibt einen riesigen Hype um eSport. Firmen wie ESPN wollen da mit Gewalt rein. Junge Autoren haben die Gelegenheit, schnell aufzusteigen. Vielleicht sollten sie auf dem Weg nach oben, sich die Zeit nehmen, ihre Twitter-Accounts zu überprüfen.

Das Internet sieht und hört eben nicht nur alles – es vergisst auch nichts.

Journalist bittet um Entschuldigung

In einem Tweet bittet Jacob Wolf jetzt um Entschuldigung. Er habe die Tweets damals im Alter von 13 bis 17 gemacht. Er bereut diese Worte und bittet dafür um Verzeihung. Eeitdem sei er reifer geworden und benutze diese Wörter nicht mehr. Wolf strebe weiter danach, aus seinen Fehlern zu lernen und ein besserer Mensch und Journalist zu werden.


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Autor(in)
Quelle(n): KotakuESPN
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