Overwatch: Muckis statt Möpse – Blizzard will Heldinnen nicht so stark sexualisieren

Bei Blizzards nächstem Shooter Overwatch will man’s bei den Frauen mit den Proportionen nicht übertreiben. Es soll ein Spiel für alle sein: Die weiblichen Spielfiguren sollen nicht zu stark sexualisiert werden.

Es hatte sich schon abgezeichnet. Vor einigen Monaten gab’s gleich zwei Diskussionen um Sexismus, die Blizzard zumindest tangierten. Bei beiden Themen zeigte man sich engagiert und betroffen. Einmal die „Keine Frauen bei Hearthstone-Turnieren“-Sache und dann der Vorwurf aus der Community, die Frauenfiguren bei Blizzard seien nicht gerade markant, erzählerisch eher langweilig und würden vor allem durch knappe Kleidung hervorstechen. Damals hat man zugesichert, dass man Frauenfiguren in Zukunft stärker zeichnen möchte und bei Hearthstone auch einen kleinen Feminismus-Seitenhieb gelöscht.

Kein Zweifel, bei Blizzard ist man erwachsener geworden, viele sind verheiratet, haben mittlerweile Kinder und ein Gefühl für die Rolle entwickelt, die man spielt. Und auch die Zeiten haben sich verändert: Games sind längst keine Exklusiv-Sache für männliche Teenager mehr. Auch bei Overwatch, dem neuen Shooter, will man darauf achten, dass sich jeder Spieler repräsentiert fühlt. Ganz gleich, ob Mann, Frau, Roboter oder Gorilla.

Overwatch Symmetra Screenshot

Papa, warum haben die alle Badeanzüge an?

Chris Metzen, der Franchise-Koordinator von Blizzard, erzählte auf einer Pressekonferenz bei der Blizzcon, wie er sich ein altes World of Warcraft-Cinematic zusammen mit seiner Tochter angeschaut habe, bis die fragte: „Daddy, warum haben die alle Badeanzüge an?“ „Uh, Schätzchen“, habe Metzen geantwortet, „das weiß ich auch nicht.“

Heute sei man in einer Zeit angelangt, wo Gaming ein Phänomen für alle sei. Jeder, ob Junge, Mädchen, Mann oder Frau, wolle sich in den Games wiederfinden. Und bei Blizzard möchte man Spiele für alle machen, das soll Teil der Marke Blizzard, der DNA der Firma werden. Hier gebe es noch viel Luft nach oben, aber gerade bei Overwatch habe man darauf geachtet, weibliche Spielfiguren nicht zu stark zu sexualisieren. Das Thema behandle man mittlerweile sehr aufmerksam, so Metzen.

Blizzard will, dass die weiblichen Figuren in Overwatch tough und kick-ass werden. Das wolle man von jeder Figur.

Übrigens … wir haben da noch ein Bild aus dem neuen Shooter entdeckt:

Overwatch Widowmaker Screenshot

Auch League of Legends beschäftigte sich jüngst mit einem ganz ähnlichen Phänomen.

Was unser seiteneigener Sukkubus Cortyn über das Thema Sexismus in Spielen denkt, lest Ihr hier: Sexismus in MMORPGs – Absurdität in Entscheidungen und Körperproportionen

Quelle(n): Polygon
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Forwayn

Mich hat es bei Blizz auch schon immer gestört, dass die Männer immer wie frisch aus der Muckibude aussehen. Elegante männliche Chars, die vielleicht eher durch Geschick, Intelligenz beeindrucken sucht man dort vergebens. Alle haben ausnahmslos dieses ausgeprägte V-Profil, selbst die Elfenvölker im Warcraft-Universum.

Zu Gordon858: Meiner Meinung nach, geht es bei der Übersexualisierung nicht um gut aussehende oder weniger gut aussehende Chars, sondern um die Optik (Kleidung, Bewegungen). In den meisten Spielen tragen Frauen doch so hautenge Klamotten, dass man denken könnte sie waren beim Bodypainting. Es ist für mich z.B. unverständlich, warum in einer comicartigen Spielwelt wie WoW für die weiblichen Chars Breast-Physics eingebaut wurden. (z.B.Nachtelfen, Menschen) Das halte ich für unnötig.

Ich denke ein Grund für die Sexualisierung von Frauen ist, dass man als Gamer mit seinem Avatar eine gewisse Beziehung eingeht. Ich meine gelesen zu haben, dass männliche Gamer die einen weiblichen Char spielen, dies unter Anderem aus unbewusst sexuellen Gründen tun. Unabhängig davon wie es im RL aussieht, wird der Avatar also zur virtuellen Freundin. Ein Indiz dafür ist z.B., dass es in den ersten beiden Mass-Effect-Teilen nur homosexuelle Beziehungen zu Frauen gibt. Der männliche Gamer hätte als weiblicher Char kein Problem mit weiblichen NSCs in die Kiste zu steigen, bei männlichen NSCs käme sofort Eifersucht ins Spiel. (Ich glaube, diese Fakten stammten aus einem Gamestar-Artikel über Gendering. Bin mir aber nicht sicher)

Alastor Lakiska Lines

Aber mit Rheinhardt weiterhin einen riesenhaften muskulösen (deutschen) Recken liefern. Wann werden nur diese Vorurteile gegen das männliche Geschlecht aus Videospielen verbannt?

Aber mal ernsthaft: Ein bisschen weniger ist manchmal mehr…Sexualisierung, nicht Kleidung…was manche wieder denken. Von überproportionierten sekundären Merkmalen in so vielen Spielen verfolgt zu werden langweilt auch…

Gorden858

Und Hanzo darf auch oben ohne rumlaufen 😉

Alastor Lakiska Lines

Ja diese übersexualisierte Darstellung von Männern ist mir schon lange ein Dorn im Auge…

Gerd Schuhmann

Gibt einige Frauen, die genau deshalb auf Wrestling stehen. 🙂

Also “Übersexualisierung von Männer” in meinen Augen ist das Musterbeispiel dafür der Film 300, wenn man den mal mit nüchternen Augen anschaut und auf den Aspekt betrachtet: Oh je. 🙂

Übersexualisierung der Männer ist dann “Macho” und männlich-stark. Also: die Übersexualisierung der Männer wird nicht als solche wahrgenommen. Da misst man klar mit zweierlei Maß.

Gorden858

Gibt auch wenig Männer, die sich beschweren, weil sie nur als Objekt gesehen oder nur wegen ihres Körpers geliebt werden. ^^

Phinphin

Schau dir doch mal das letzte Bild im Artikel an und achte auf ihren Hintern.
Ich denke nicht, dass Blizzard vor hat die Sexualisierung komplett aus dem Spiel zu streichen.

Gorden858

Wer will das auch schon? Kann mir nicht vorstellen, dass Frauen in Spielen lieber einen unattraktiven oder übergewichtigen Charakter spielen wollen. Ich freue mich doch, wenn ich im Spiel der Superkerl sein kann, der cooler oder männlicher ist, als ich es im RL bin. Kann mir nicht vorstellen, dass der Großteil der Frauen was das angeht so anders tickt als wir Männer ;-).

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