Overwatch: Blizzard wird kritisiert, weil sie D.Va in Schul-Uniform stecken

D.Va aus Overwatch war das Symbol für eine Frauenbewegung. Die zeigt sich inzwischen von Blizzard enttäuscht, denn D.Va wurde immer mehr zum Sexobjekt.

Die Charaktere aus Overwatch sind vielen Menschen weltweit ans Herz gewachsen und werden gelegentlich sogar zu Symbolen für Bewegungen. So wurde Mei zum Symbol des Widerstands in Hongkong. Doch schon lange davor hatte sich eine andere Gruppe, FAMERZ, D.Va ausgesucht und sie als Aushängeschild genutzt.

D.Va war eine starke, selbstbewusste Frau, die eine große Karriere erreicht hat, mit Stolz ihr Land verteidigt und selbstbestimmt lebt. Sie passte so perfekt zu den Absichten von FAMERZ, dass diese sich sogar in „National D.Va Association“ umbenannten.

Doch inzwischen hat sich die Ansicht der Gruppe gewandelt und Schuld daran sind einige der neueren Skins, die für D.Va veröffentlicht wurden.

Was ist passiert? Wie Kotaku berichtet, kamen viele der neueren Änderungen in Form von Skins aber nicht gut bei der Bewegung an. Man ist der Ansicht, dass Blizzard hier nicht nur einige Schritte rückwärts geht, sondern gar kein kulturelles Verständnis mehr für das hat, was mit D.Va angestellt wird und was sie inzwischen repräsentiert.

D.Va als Schulmädchen im „Academy D.Va“-Skin.

Japanische Fetische werden auf D.Va projiziert: Die größten Ärgernisse sind die beiden Skins „Black Cat“ und „Academy D.Va“, da diese D.Va in einem recht eindeutig sexualisierten Kontext zeigen.

Schuluniformen sind in Südkorea ein umstrittenes Thema, da sie deutlich sexualisiert sind. Hinzu kommt, dass während der Hochzeit der „#MeToo“-Meldungen in Südkorea der Hashtag „#SCHOOLmetoo“ verwendet wurde, um Aufmerksamkeit auf sexuelle Übergriffe auf Kinder an Schulen zu lenken. Ein denkbar schlechter Zeitpunkt, um D.Va in eine Schuluniform zu stecken.

Anna von FAMERZ sagte dazu im Interview mit Kotaku:

Ich glaube, sie sammeln einfach alle sexuellen Fetische mit asiatischen Frauen und wenden sie auf D.Va an, da sie keinen weiblichen, japanischen Helden haben.

Overwatch Dva Black Cat Skin
D.Va in ihrem „Black Cat“-Skin.

Das könnte durchaus der Wahrheit entsprechen, denn Schulmädchen-Outfits sind vor allem in Japan beliebt, besonders in der Anime- (und Hentai-)Szene. Das Gleiche gilt für D.Vas „Black Cat“-Skin, der aus ihr eine Gothic-Lolita im Katzenmädchen-Look macht. Auch das ist eher japanischer Popkultur zuzuordnen als südkoreanischer.

Nicht alles war schlecht: Allerdings gibt es auch ein paar lobende Worte von FAMERZ, denn der „Officer D.Va“-Skin sei gut gelungen. Der zeigt D.Va nämlich in der typischen Polizei-Ausstattung, die auch in Korea verwendet wird. Zuerst hatte man befürchtet, dass D.Va hier unnötigerweise in einen Rock gesteckt wird, als sie dann aber die Hosen trug, wie es Polizeibeamte auch in der Realität tun, war man zufrieden.

Overwatch Dva Officer

Braucht Blizzard mehr Sensibilität? Am Ende bleibt die Frage übrig, ob Blizzard sich mehr mit den einzelnen Kulturen, die ihre Charaktere in Overwatch repräsentieren, auseinandersetzen sollte. Gerade wenn es Hashtags wie „#SCHOOLmetoo“ gibt, wirkt ein Schulmädchen-Outfit recht unsensibel und wirkt wie ein Schlag ins Gesicht für die meisten weiblichen Spieler aus Südkorea.

Wie seht ihr das Ganze? Sollte Blizzard hier mehr Feingefühl zeigen? Ist die Kritik der Spielerinnen und Spieler berechtigt? Oder ist Overwatch am Ende nur ein Spiel und braucht sich um derlei Themen nicht zu kümmern?

Overwatch-Spieler wünschen sich Skins von Blizzard, um Australien zu helfen

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Quelle(n): kotaku.com
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Nico
1 Monat zuvor

Wieso wird den bei D.Va da so ein trararara draus gemacht.
Gibt auch andere Helden die ettliche verschiedene Skins haben um verschiedene Theme anzusprechen.

Manchmal suchen die Menschen irgendwo nach Dingen wo keine sind….

Stephan
1 Monat zuvor

-gelöscht- verklickt Sorry XD

Seska Larafey
Seska Larafey
1 Monat zuvor

Tja, es ist eben immer noch das die dickste Geldbörse den Ton ansagt

Nachfrage bestimmt das Angebot

Michael
1 Monat zuvor

Was mich hier viel mehr interessiert, wie fühlst du dich als weibliche Autorin wenn du hier vom typischen mein-mmo Leserklientel deren…. sagen wir mal nett:…. unqualifizierte Kommentare lesen musst?

Zum Topic selbst: es zeigt die von Blizzard bekannte Dissoziation von ihrer Playerbase.

Schlachtenhorn
1 Monat zuvor

Ich kann dir zumindest eine Erklärung aus meiner Sicht geben, man Ignoriert die Aussagen im groben wenn sie unqualifiziert sind und geht auf die ein, die eine vernünftige Grundlage bieten oder bei denen man vermutet, das die Person aus fehlenden wissen diese Behauptung tätigt.
Sollten Regelverstöße vorliegen, so werden sie nach Forenrecht behandelt.

Natürlich verhindert es nicht, das man manchmal etwas länger mit den Gedanken an den Aussagen oder Ansichten von einer Person oder einiger hängt, aber man lernt in einer gewissen weise damit zu leben.

Seska Larafey
Seska Larafey
1 Monat zuvor

Dann schwingt jemand den Bannhammer weil Hausordnung und gut ist. Aber hier ist es anders

Stephan
1 Monat zuvor

Was genau meinst du mit „typischen MeinMMO Leserklientel“? Und welche Qualifizierung ist von nöten um sich über dieses Thema zu äußern?

Michael
1 Monat zuvor

IQ über 70 und ein Weltbild was nicht mehr in 1960 verortet ist würde helfen.

Ron
1 Monat zuvor

kann die Aufregung nicht so ganz nachvollziehen, weil hier meines Erachtens zu viel reininterpretiert wird. Die Gothic Lolita Szene hat sich vor zwei Jahrzehnten in Japan etabliert und hatte nie etwas mit Sex am Hut, sondern hat sich immer als ernst zunehmende Mode- und Popkultur verstanden. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich in Japan im ersten Zug einstieg, nachdem ich den Flughafen verließ. Da saß mitten im Zug eine Gothic Lolita, als sei es das Normalste der Welt. Auch heute noch ist das in Japan kein Fetisch, sondern in erster Linie im Alltag eine beliebte Modeerscheinung abseits der japanischen Bürowelt.
Also wo hier der „recht eindeutige sexualisierte Kontext“ sein soll, ist mir ein absolutes Rätsel. Über das hautenge Standardoutfit von DVA, welches keinen weiteren Sinn erfüllt, als ihre weibliche Figur zu betonen, könnte man schon eher streiten.

Luripu
1 Monat zuvor

Hmm schwieriges Thema.

1. würde ich als Bewegung niemals eine fiktive Figur als Symbol benutzen.
Packe ich mir als Umweltschützer Cpt. Planet auf die Fahne?Wohl eher nicht.
Das zieht das ganze ins lächerliche.

2.Wenn sie Probleme mit der Uniformpflicht in Schulen haben,
sollten sie Politiker wählen die diese abschaffen wollen.

3.Blizzard will Kohle scheffeln mit Lootboxen
und wenn so ein Skin in Asien für höhere Umsatzzahlen sorgt,
dann sollte sich wohl keiner darüber wundern.

alfredo
1 Monat zuvor

lächerlich.. wenn man sonst keine probleme hat kann man ja echt froh sein.

chack
1 Monat zuvor

Über irgendwas muss man sich ja aufregen.

N0ma
1 Monat zuvor

Ich frag mich eher wie kann man eine Figur aus einem kommerziellen Spiel zur Symbolfigur einer politischen Bewegung machen. Das ist Facepalm hoch 3. Bei aller sonstigen Kritik an Blizzard, aber da muss man sich echt fragen wie naiv sind manche Leute.

Leyaa
1 Monat zuvor

Es scheint mir so, dass Blizzard sich nicht genügend Gedanken zur fernöstlichen Kultur macht. Erst das Hongkong Fiasko bei Hearthstone und nun das nächste Debakel bei Overwatch. Vielleicht irre ich mich ja, aber es sieht für mich so aus als wenn Blizzard die großen asiatische Kulturen (damit meine ich vor allem China, Japan und Südkorea) alle in einen Topf werfen, wird uns „Westerner“, und vor allem auch Amerikanern, ja gerne mal vorgeworfen.

N0ma
1 Monat zuvor

Nein, keine Firma die kommerziell Produkte vertreibt möchte mit einer politischen Sache verknüpft werden, weil das früher oder später Beschädigung der Firma bedeuten kann. Kultur ja aber Politik nein, da muss man bei den Vorfällen unterscheiden. Deshalb hat Blizzard bei der Hongkong sache auch so überreagiert.

Schlachtenhorn
1 Monat zuvor

Wobei man manchmal Kultur und Politik nicht trennen kann.
Als Beispiel der Konfuziasmus der teil der Kultur in China ist, hat sowohl Kulturelle, als auch Politische Auswirkungen auf die dortige Gemeinschaft und deren Ansichten.

Phinphin
1 Monat zuvor

Ist halt leider so einer der Kritikpunkte an vielen Frauenbewegungen, dass Frauen keine Erotik ausstrahlen dürfen (oder sonstige weibliches Klisches erfüllen dürfen), weil sie dann Gefahr laufen, Sexismusvorwürfe zu erhalten.

Man muss für solche Themen sensibilisert sein allerdings auch nicht jede Kritik dazu ernstnehmen.

Gekkosera
1 Monat zuvor

Achtung, persöhnliche Meinung folgt:
Dieses Thema ist so alt wie die Menschheit. Man wird hier NIE einen gemeinsamen Nenner finden….
Wenn ich mir die Skins so anschaue, sind das genau das: Skins. Ich sehe bei dem Schuluniformskin eher die Anlehnung an die (für mich) total überniedlichten JPop Idole aus Japan und bei dem Goth Skin einfach nur einen Goth Skin. Wenn das Leute als Fetish wahrnehmen, dann ist das für die Leute eben so. Aber bitte nicht den Fetisch eininger Weniger auf die Mehrheit projezieren (wie bei so vielen Meinungen/Vorlieben). Hier kommt es immerhin auf den kulturellen Hintergrund, die Erfahrung / Erlebnisse aus dem eigenen Leben und die Wertvorstellungen an, die man als Kind eingetrichtert bekommen hat. Wenn eine Frau im Bikinioberteil rumrennt, ist das ja im Sommer „normal“, ist ja schließlich warm. Wenn Sie einen (normalen) BH trägt schreien wieder alle, das sie aufreizend rumrennt und wie sie das nur machen kann?! Solange man bei den Skins nicht irgendwie über einen bestimmten Winkel einen Blick aufs Hösschen werfen kann, sehe ich hier keine sexualisierung.

Divine
1 Monat zuvor

Pffff D.Va….
Schonmal den Hintern von Widow gesehen 😱

Stephan
1 Monat zuvor

Wem Overwatch zu erotisch ist, der kann ja immernoch Team Fortress 2 spielen.

DDuck
1 Monat zuvor

Naja…kann man ja alles irgendwie nachvollziehen was in die Richtung geht „Ihr wendet japanische Kultur auf einen koreanischen Charakter an“. Das ist schon richtig, auch wenn ich das Ganze gar nicht so eng sehe und die Skins sehr gelungen find smile

Das man sie sexualisiert….Joooaaaaa, irgendwie schon (auch wenn es da sicherlich schlimmere Vertreter in der Industrie gibt), allerdings hat man sie by default in einen knallengen Spandex-Anzug gesteckt. Das finde ich jetzt nicht weniger „schlimm“ bzw. explizit als das Schuldmädchen- Outfit oder das schwarze Kleidchen.

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